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1401 — 1500
1401 17. Januar
Der
Volksbund ob dem See wird gegründet, das Resultat der harten und unklugen Amtsführung von Abt Kuno von Stoffeln.
1401 In einer Urkunde wird St. Gallen zum ersten Mal als Reichsstadt des heiligen Römischen Reiches erwähnt.
1401 Fritz von Andwil wird von St. Gallern und Appenzellern auf Burg Helfenberg bei Uerschhausen gefangen genommen und bald darauf die Burg der Edlen von Andwil, die Freiburg bei Geretschwil, zerstört.
Ergänzung
1402 Die vom Abt als Schiedsgericht angerufenen schwäbischen Städte am Bodensee erklären den Volksbund ob dem See als widerrechtlich. Die Stadt fügt sich dem Schiedsspruch und tritt aus dem Bündnis mit den Appenzellern zurück.
1402 Aus Angst vor Rache und einer Belagerung durch die Appenzeller wird der strategisch wichtige Hügel des Berneggwaldes komplett gerodet und auf dem höchsten Punkt (St. Wendelinsbild), dort wo ab 1080 für kurze Zeit eine Burg stand, eine Hochwacht erstellt.
Ergänzung
1402 bis ? Am Löwenplatz (heute Bärenplatz), in der sogenannten Brotlaube, hält der Rat vor dem Bau des Rathauses unten an der Marktgasse seine Sitzungen ab.
1402 Der Volksbund ob dem See zerstört das Bollwerk der St. Galler Äbte, die anno 1300 wieder aufgebaute Burg Clanx endgültig, was den Beginn der Appenzellerkriege bedeutet.
1402 Vornächtigen Rin untersteht als sogenannter Klosterhof mit seiner ganzen Umgebung der Abtei St. Gallen.
1403 15. Mai
Äbtische und städtische Truppen, verstärkt durch Konstanzer-Bürger, werden in der Schlacht bei Vögelinsegg von den Appenzellern mit Hilfe von Innerschweizer Söldnern vernichtend geschlagen. Anschliessend verfolgen die Appenzeller die Unterlegenen bis vor die Tore der Stadt, wo sie dann die Mühlen anzünden. Zu den Gefallenen zählen unter anderen auch die beiden Bürgermeister, Konrad von Watt und Walter Schürpf.
Ergänzung
1403 Die Appenzellerkriege veranlassen die Stadt, die Befestigungsanlagen zu reparieren und zu verstärken.
1403 Die für den Abt wichtige Burg Rosenberg (Herisau) wird von aufständischen Appenzellern in Brand gesteckt.
1403 Die Burg Rosenburg in Herisau, im Volksmund auch Ramsenburg genannt, wird von aufständischen Appenzellern zerstört.
1403 Abt Kuno von Stoffeln will die Appenzeller züchtigen und scheitert schon in der Planungsphase, weil er den Ort Appenzell mit seinen Reiterscharen unmöglich via Hundwilerleiter erreichen kann.
1404 April
Die Bürger der Stadt setzen sich endlich mit den Appenzellern an einen Tisch und beschliessen mit diesen zusammen gegen die Habsburger vorzugehen.
1404 Winter
Appenzeller zünden in Hofstätten und Riethüsli Häuser an. Städtische Krieger brandschatzen daraufhin auf dem zur Abtei gehörenden
tabulatum diverse Höfe.
1404/5 Um gegen mögliche österreichische Angriffen gewappnet zu sein, postiert die nun wieder mit den Appenzellern verbündete Stadt diverse Wachen, entsendet Kundschafter in die umliegenden Städte und erstellt beim Kappelhof eine Letzi.
Ergänzung
1405 8. Juni
Die Bürger der Stadt erfahren, dass der Habsburg-Österreichische Herzog Friedrich IV plant, den Stadt St. Gallern eine Lektion zu erteilen, da sie neu dem Kloster gegenüber eine nicht tolerierbare Haltung eingenommen hätten.
1405 17. Juni
Herzog Friedrich IV wird mit seinem Heer bei der „
vergessenen” Schlacht vom Hauptlisberg von den Städtern geschlagen und von diesen anschliessend via Kappel, wo es weitere kleinere Gemezel gibt, bis nach Arbon verfolgt. Die Städter erobern bei diesem Feldzug das Banner der Habsburgerstadt Schaffhausen.
1405 September
St. Galler, die grosse Büchse mitführend, ziehen gemeinsam mit den Appenzellern nach Feldkirch und belagern die Habsburger-Stadt und die Schattenburg. Die Stadt ergibt sich nach wenigen Tagen, die Burg kapituliert erst 1406.
1405 11. November
Die vom
Freiherr und Ritter Wilhelm von Henne bewohnte Burg Grimmenstein in St. Margrethen, wird im Strudel der Kriegswirren von St. Gallern und Appenzellen niedergebrannt.
1405 24. November
Die St. Galler und Appenzeller, wegen der Kriegshandlungen am Hauptlisberg und Stoss selbstbewusst geworden, schlagen in Zihlschlacht die Truppen von Konstanz und Bischofszell und brennen die Stadt Bürglen nieder.
1405 Die Appenzeller zerstören die Abtsburg Heldsberg bei St. Margrethen.
1405 Die Städter aus St. Gallen erobern die im äbtischen Interessengebiet liegende Steinerburg in Steinach.
Ergänzung
1405 Die Appenzeller erobern die sich im Besitze des Abtes befindende Burg Iberg bei Wattwil und zerstören sie.
1405 Burkart Schenk, Alleinbesitzer der Herrschaft Mammertshofen, schädigt mehrere Male die mit den Appenzellern verbündeten St. Galler Bürger, diese ziehen erbost vor die Burg Mammertshofen und erzwingen die Übergabe der Feste.
1405 Das Kloster St. Gallen und seine mit ihm verbündeten süddeutschen Städte müssen nach der Niederlage bei Vögelinsegg den Appenzellern die Reichsfreiheit zurück geben.
1406 Die St. Galler und Feldkircher Regimenter ziehen nach Götzis dem Grafen Wilhelm von Bregenz entgegen, der sich offiziell als Feind des Bundes ob dem See bezeichnete. Dieser verschanzt sich schliesslich schutzsuchend hinter die Mauern der Oberstadt in Bregenz.
1406 Eroberungszüge der Appenzeller und St. Galler in den Bregenzerwald, ins Allgäu und über den Arlberg bis nach Imst im Tirol.
1406 Die St. Galler und Appenzeller schliessen mit den Grafen von Montfort-Tettnang un denen von Toggenburg einen Waffenstillstand.
1406 Ab diesem Jahr wird jährlich der Gefallenen der Schlacht vom Hauptlisberg, die sich bis hinunter zum Kappel ausdehnte, mit einer Wallfahrt gedacht. Hierfür wird die am 9. August 1380 erstmals bezeugte «kylchen ze Cappelle», die dem Kappelhof seinen Namen gegeben hatte, aufgesucht.
1407 August
1200 Mann von Appenzell und St. Gallen ziehen gegen die Österreichische Dienstmannschaft im Thurgau. Eine grosse Anzahl kleiner Städte und Schlösser fallen in ihre Gewalt, von letzteren werden um die 30 zerstört.
1407 Die dem Kloster St. Gallen gehörende Burg Helfenberg ob der Glatt in Gossau wird von den Appenzellern zerstört.
1407 St. Gallerbürger und Appenzeller versuchen vergebens das Schloss Altenklingen in der Gerichtsherrschaft Altenklingen zu erobern.
Ergänzung
1407 Die zwei Monate von Appenzellern und St. Gallern belagerte Burg Alt-Ems in Hohenems wird schliesslich mit den Donnerbüchsen (Pulvergeschütze) aus St. Gallen erobert und zerstört.
Ergänzung
1407 Der „Volksbund ob dem See” erobert Wil, Abt Kuno wird dort gefangen genommen und nach St. Gallen überführt.
1408 13. Januar
Nach monatelanger, vergeblicher Belagerung von Bregenz erleidet der
Volksbund ob dem See überraschend eine Niederlage durch die Rittergesellschaft vom Sankt Jörgenschild.
1408 4. April
König Ruprecht löst per Schiedsspruch den
Volksbund ob dem See auf. Er untersagt den Betroffenen, sich künftig ohne seine Erlaubnis mit anderen Reichsstädten zu verbünden.
1408 14. Mai
König Ruprecht widerruft sein
Verdikt vom 4. April und erlaubt den St. Gallern, sich mit sechs Reichstädten rund um den Bodensee zu verbinden.
1408 Trotz Waffenstillstand mit Herzog Friedrich erobern städtische Krieger die Burg Oberberg und brennen sie nieder.
1408 Die Appenzeller geben die 1405 von Ihnen eroberte und zerstörte Burg Iberg bei Wattwil an die Abtei St. Gallen zurück, welche die Burg wieder aufbaut.
1409 Der deutsche König Ruprecht von der Pfalz entscheidet, dass die Appenzeller wieder dem Abt von St. Gallen unterstellt werden.
1410 Die Hofstatt der frommen Frauen im Tann, dass viele Jahre später zum Klösterchen wird, bekommt den ersten Altar.
1411 Die Benediktinerabtei St. Gallen besteht noch aus zwei Klosterherren und steht kurz vor dessen Auflösung.
1411 Abt Heinrich von Gundelfingen, 1418 Absetzung durch Papst Martin V.
1412 29. August
Der Reichsvogt von St. Gallen fällt gegen Heinrich Zimmermann von Lüchingen wegen Raubes das Todesurteil.
1412 Die Stadt wird in das Burg- und Landrecht der sieben Orte (alte Eidgenossenschaft) aufgenommen. Der Bund wird im speziellen gegen das Kloster St. Gallen geschlossen.
1412 Mit einer Beschwerde über das sich in miserablem Zustand befindende Kloster wendet sich die Stadt an Papst Johannes XXIII., einem Gegenpabst.
1413 2. April
Abt Heinrich von St. Gallen bestätigt der Reichsstadt St. Gallen ihre Freiheiten.
1413 23. Juni
Eine Vereinbarung überlässt dem Rat der Stadt die Nomination des Pfarrherrn zu St. Laurenzen.
1413 Das Kloster St. Gallen verkauft Ahadorf an das Frauenkloster Tänikon.
1413 Kriesenzeit im Kloster, zur Zeit leben gerade noch zwei Mönche hier.
1413 Das Kloster St. Gallen gibt seine Vogteirechte über Kesswil den Klosterfrauen von Münsterlingen.
1413 Die Stadt nimmt sich das Recht, denn Leutpriester zu St. Laurenzen selber zu wählen. In der Kirche werden nun auch Ratsbeschlüsse bekannt gegeben und die Bürgermeister gewählt.
Ergänzung
1413 Der St. Galler Kaufmann Georg Blarer und Heinrich Zwick aus Ravensburg werden in der Nähe von Eger vom berüchtigten Raubritter, Landgraf Leupold von Leuchtenberg, überfallen und ihrer 53 Stück weisser Leinwand im Wert von 160 Gulden beraubt.
1413 Der der Stadt wohlgesonnene Abt, Heinrich von Gundelfingen bewilligt die Städtische Verwaltung der Laurentiuskirche und schenkt zudem den Boden zur Vergrösserung derselben. Die Steine zum Ausbau werden von den Gebrüder Bürke, einem Appenzeller und seinem in der Stadt verbürgerten Bruder, Steinbruchbesitzer auf dem Kamelenberg, um des Seelenheils willen gespendet.
1415 12. April
Eine Delegation ersucht den in Konstanz verweilenden Kaiser Sigismund um das Recht, kleine Münzen, Heller, Pfennige mit dem Gepräge der Stadt schlagen zu dürfen. Eine Erlaubnis mit Widerrufsrecht können sie mit nach Hause nehmen.
1415 4. Juli
Rudolf von Rosenberg von Zuckenriet schenkt dem Heiliggeistspital die Burg Rosenberg in Herisau.
1415 Das Kloster kauft den einst schon mal in seinem Besitz gewesenen Hof Marbach wieder zurück.
1415 Das Heiliggeistspital bekommt von der reichen Witwe des Bürgermeisters Johannes Blarer um ihres seelenheils Willen 40 Rheinische Goldgulden mit der Bedingnis, dass der Spital täglich ein Viertelmass seines Weines als Messwein nach St. Laurenzen liefert.
1415 Das Heiliggeist-Spital kauft für 900 Pfund Pfennige die Gossauerhöfe Tegernau, Oberdorf, Berg, Schoretshueb sowie das Lochgut auf dem Hohfirst.
1415 Die hohe Gerichtsbarkeit ist für alle Zeiten in die Hände der Stadt übergeben worden.
1418 20. April
Grosser Stadtbrand, nur 17 Häuser, alle im Loch, überstehen den Feuersturm, 26 Menschen sterben in den Flammen. Die Kirche St. Mangen muss zu ihrem Glück „nur” die Zerstörung des Kirchendaches verzeichnen.
1418 4. Mai
König Sigmund verfügt, dass alle beim Stadtbrand zu Grunde gegangenen, privaten
Gülten, Schuld-, Lehensbriefe und Zehntenverschreibungen usw. auch weiterhin zu recht bestehen bleiben sollen.
Ergänzung
1418 Der Hätlernbrückle ist in einem Dokument als ältester Übergang zwischen der Stadt und Engelburg aufgeführt. Der Steg war etwa 300 Meter weiter unten als der heutige, beim Hof Rüti.
1418 Um die Beseitigung der gefährlichen Schindeldächer zu fördern, erhält jeder Bürger die Dachziegel für sein Haus vom Bauamt geschenkt.
1418 Nach dem Stadtbrand wird beim Wiederaufbau nun auch die Irervorstadt, auch mindere oder untere Stadt genannt, nördliche Altstadt, in den Mauerring der Stadtbefestigung einbezogen.
1418 Das Schibenertor wird erstellt.
1418 Nach der grossen Feuersbrunst werden die St. Oswalds- sowie die St. Tomaskappelle in eine Schulstube umgewandelt. Der niedrige, gedrungene Münsterturm der St. Otmarskirche (Münster) wird von nun an Schulturm genannt.
1418 Der Magistrat erbaut nach dem Stadtbrand den Portnerhof und benützt ihn als Rathaus.
1418 Die Stadt zählt 3000 Einwohner.
1418 Ein für das Kloster verhängnisvoller Besuch des italienischen Handschriftensammlers Pioggio Bracciolini, Humanist der ital. Renaissance und apostolischer Sekretär des Papstes, hat zur Folge, das die Klosterbibliothek um wertvolle Werke erleichtert wird.
1418 Abt Konrad von Pegau, Abt bis 1419.
Ergänzung
1418 Das Brühltor wird erstellt.
1418 Bau des Pletztores, die Neuzeit machte es zum Platztor.
1418 In diesem Zeitbereich wird der Bau der kleinen Engelburg an der Marktgasse durch dendrochronologische Untersuchungen datiert. Auffallend ist ihre Stuckfassade die in der Stadt einzigartig ist.
1419 Die Bauarbeiten für das neue Irertor, dass alte war dem Stadtbrand von 1418 zum Opfer gefallen, werden in Angriff genommen.
Ergänzung
1419 Erste Erwähnung eines Kornhauses in der Stadt.
1419 Abt Heinrich von Mansdorf, Abt bis 1426.
1419 Das Tuchhaus, auch Mange genannt, wird nach dem grossen Stadtbrand von 1418 teilweise wieder in Betrieb genommen. Hier wurde die Leinwand geglättet und gefaltet und zum Abtransport hergerichtet.
1420 Februar
Erste urkundliche Nennung von Lämmlisbrunnen. Othmar Ortwin verkauft der Familie Cunz, das Gärtli vor Spisertor, samt Sommerhaus das darinne stat. Die Liegenschaft grenzt an den Weg der gen Lemblis Brunnen gat.
1420 Der heutige Freudenberg wird erstmals als Studegüggi urkundlich erwähnt.
1420 Das Bürgli im unteren Brühl, auch Weiherhaus genannt ist im Besitz von Egloff Bisch, Burger von St. gallen. Dieser Edelsitz, mit Teich und eine Mauer umgeben wechselt ab 1432 sehr oft die Besitzer.
Ergänzung
1421 Februar
Die Abtei vergibt das Gebiet von Hahnberg in der Gemeinde Berg SG als Lehen an die Hör, eine reiche und bekannte St. Galler Familie.
1422 Der alte Stadtgraben vor dem Iretor wird aufgefüllt und auf dem entstandenen Platz wird der Rindermarkt (westlicher Marktplatz) eingerichtet.
1424 Das Bistum St. Gallen ruft eine Währungsunion ins Leben, die immerhin vom Zürichsee bis zur Donau reicht. Der innovativen Idee ist allerdings kein Erfolg beschieden und bald werden die Plapparts wieder eingeschmolzen.
1424 Die Beginen oder Waldschwestern zu Oberegg erhalten von der Stadt St. Gallen eine Hofstatt mit Hofreite.
1424 In der Stadtrechnung ist vermerkt, dass Hochgericht auf der Leimat sei (neüw gebauwen) worden.
1425 Hans Mötteli, ein reicher Junker und Handelsherr erwirbt das Bürgerrecht von St. Gallen, kauft die Burg Rappenstein und nennt sich nun „von Rappenstein”.
1425 Die Eltern der Feldnonnne und Stadtbürgerin Margretha Rüteggerin stiften bei St Leonhard die untere Klause.
1426bis 1491 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ulrich Rösch, 1463 bis 1491 Abt des Klosters St. Gallen, er brachte die Finanzen des Klosters wieder in Ordnung.
1426 14. Juli
Bischof Otto von Konstanz fordert den Rat von St. Gallen auf, an einem gemeinsamen Gottestdienst, den Sieg über die
Husiten zu erflehen.
1426 Gründung des Feldnonnenhauses, untere Klause St. Leonhard.
1426 Abt Heinrich von Mansdorf belegt St. Galler Gotteshausleute mit Bann und Interdikt, weil sie keine Abgaben an das Kloster bezahlen.
1426 Weisung an die Bürger, wer sich ohne Vorwissen des Rats einem neuen Abt in irgend einem Fall eidlich verpflichtet, dem wird für fünf Jahre Verweisung angedroht.
1426 Bei Bedarf können Ratsboten geliehen werden, so heisst es, wer einen oder mehrere Boten vom Rat ausleihe, solle (den oder die mit Geld aufbringen) und den Boten ihre Verpflegung und ihren Lohn ausrichten, ohne Schaden für den Rat.
1426 Abt Eglolf Blarer, er übernimmt die Abtei in äusserst schlechtem Zustand. Abt bis 1442.
1428 7. Oktober
Die Ritterschaft des
Sankt Jörgenschilds melden dem Bürgermeister und Rat von St. Gallen, gegen die Appenzeller einschreiten zu wollen.
1429 Das Gebiet westlich der Kreuzbleiche wird erstmals als Vonbuel erwähnt.
1429 Der Friedensschluss zu Konstanz verpflichtet die Appenzeller, 1000 Pfund Pfennige an das Kloster St. Gallen zu zahlen. Dafür werden sie von Bann und Interdikt befreit.
1429/30 Abt Eglolf Blarer beruft Mönche der Hersfelder Kongregation zur Reform des Gallusklosters.
1430 An der Engenfurth auf der Halbinsel im Rechen bei Bruggen übernimmt eine Walche zur Filzherstellung ihren Betrieb.
1430 Das Haus an der Bankgasse Nr.6, in dem sich das Restaurant Neubad befindet, wird erstellt.
1430 Die Unterdrückung eines Zunftaufstandes in Konstanz und die damit verbundene Auflösung der dortigen Weberzunft bewirkt, dass Konstanz seine Vormachtstellung im Textilsektor an St. Gallen verliert.
Ergänzung
1430 Die grösste Glocke des Laurenzenturms, St. Gallus getauft, wird von Hans Schnabelburger einem Stadtbürger gegossen.
1431 7. Oktober
König Sigismund gebietet der Stadt St. Gallen, für den Italienzug 100 Mann zur Verfügung zu stellen.
1431 Die Fürstabtei St. Gallen erwirbt von den Herren von Rorschach Güter und Rechte in Egglinsriet.
1432bis 1496 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ulrich Varnbühler, 1467 Ratsherr und Säckelmeister, 1471 Hofrichter, 1476 Feldhauptmann der St. Galler bei Grandson und Murten in Burgund, 1481/90 abwechselnd Amtsbürgermeister, Altbürgermeister und Reichsvogt in St. Gallen
1433 15. Juni
Abt Eglolf von St. Gallen gibt der Äbtissin Verena und dem
Konvent des Gotteshauses Maggenau die Leibeigene Anna Langenauer, Ehefrau des Hug Benz von Maggenau im Tausch gegen die Leibeigene Gret Sütin.
1433 Im Rechen an der Sitter wird eine Walke gebaut.
1434 Durch kaiserliche Vermittlung kommt es zwischen dem Kloster und Tabulatum zu einem Vergleich, denn nebst der Stadt, hat sich während der Appenzellerkriege auch das zu Wittenbach gehörende Tabulatum vom Kloster abgewendet und diesem über viele Jahre die Steuern und Abgaben verweigert.
1434 26. Januar
Kaiser Sigismund befielt der Stadt St. Gallen, aller Gemeinschaft mit den Appenzellern zu entsagen.
1434 25. Februar
Kaiser Sigismund bewilligt den St. Gallern, vorübergehend mit den
geächteten Appenzellern Kontakte zu pflegen.
1434 Abt Egloph reisst den zuvor der Stadt übergebenen Leinwandreif, sein Vorbehaltsrecht nutzend, wieder an sich und leiht ihn dem Stadtbürger Hans Keller und seine Frau aus.
Ergänzung
1435 Abt Eglolf Blarer lässt zwischen Müllertor und St. Otmarkappelle eine Mauer erstellen.
1436 Nebst dem neuen Namen Neugasse wird die benannte Gasse weiterhin noch Gerber- und auch Ledergerbergasse genannt.
1437 21. März
Papst Eugen IV. gestattet den St. Gallern exklusiv, während der Fastenzeit Milchspeisen geniessen zu dürfen.
1437 Der Schwyzer Landammann Ital Reding d.Ä. schliesst in St. Gallen ein 20jähriges Landrecht zwischen Schwyz und dem St. Galler Abt Egloff Blarer von Wartensee.
1437 Ein Teil des heutigen Restaurant Papagei ist auf diese Zeit verbrieft.
1438 Das Rezept der St. Galler-Bratwurst wo nur Schweinefleisch und -därme verwendet wurde, wird geändert. In den Satzungen der Metzgerzunft wird in einem neuen Rezept festgehalten, dass die Bratwurst muss nun aus Kalbfleisch, Speck, Gewürzen und frischer Milch bestehen muss.
1438 Verfassung einer Zunftsatzung, welche die Grundlagen eines gesetzlichen Anteils der Handwerker an dem Stadtregimente enthält.
1439 Im Kloster beginnen die insgesamt 44 Jahre dauernden Bauarbeiten für den neuen Chor, der alte war beim Stadtbrand von 1418 stark beschädigt worden.
1439 17. Juli
Das Konzil zu Basel bewilligt Kaspar Ruchenacker den verfallenen Klosterfriedhof in St. Gallen in Stand zu setzen und auf ihm eine Kapelle zu Ehren der leiden Christi zu errichten.
1440 4. Oktober
Die Stadt muss sich vor dem Hofgericht in Rotweil (De) verantworten, weil sie den in die
Acht erklärten Eberhard von Ramschwag bei sich aufgenommen hat.
Ergänzung
1440 Die Mötteli, Besitzer des Schlosses Martinstobel, von ihnen Rappenstein genannt, erhalten von Kaiser Friedrich III. die Bewilligung, sich „Mötteli von Rappenstein” zu nennen.
1440 Das Heiliggeist-Spital erhält eine eigene Kapelle.
1440/41 Riesige Schneemengen lassen in der Stadt etliche Häuser einstürzen.
1441 18. Juli
König Friedrich bestätigt die Rechte und Freiheiten der Stadt St. Gallen.
1442 18. Juni
Papst Eugen (IV.) teilt Kaspar von Landenberg mit, dass er ihn als Abt über das Kloster St. Gallen gesetzt habe und befiehlt ihm, sich dieser Aufgabe mit Eifer zu unterziehen.
1442 30. November
Die Krönungsreise des Habsburgers Friedrich III. führt ihn auch nach St. Gallen wo er von Bürgern und Priestern ehrenvoll empfangen wird.
1442 Abt Kaspar von Breitenlandenberg, Abt bis 1457.
Ergänzung
1442 Abt Kaspar von Breitenlandenberg anerkennt die von der Stadt St. Gallen errungenen Rechte und Freiheiten nicht, worauf ihm die Stadt den Huldigungseid verweigert.
1442 Das Katharinenkloster wird mit einer Mauer umfasst.
1442 Schoranshuoba, eine der grössten Getreidehöfe des Heiliggeistspitals, muss laut Zinsbuch dem Spital, 24 Malter Hafer und Dinkel abliefern.
1443 Ratsherr Caspar Wirt, Leiter der Diesbach-Watt'schen Gesellschaft aus St. Gallen wird auf dem Weg nach Leibzig von Raubrittern, den Gebrüder von Waldenfels, überfallen, zwölf Scheiben Wachs wurden ihm gestohlen.
1443 Aus Protest gegen die Misswirtschaft des Abtes verlassen sechs Mönche den Konvent.
1445 Die Lehen von Junker Rudolf von Rosenberg zu Zuckenriet fallen mit Burg und Zuckenriet an das Kloster St. Gallen zurück.
1448 21. Januar
Werner von Holtzhusen verkauft dem Heiliggeistspital St. Gallen Güter in Eschlikon.
1448 12. Mai
Im Heiliggeistspital wird durch den Generalvikar von Konstanz eine Kapelle geweiht.
1448 Die Juden der Judescheit werden wieder des Ritualmords beschuldigt und aus der Stadt St. Gallen ausgewiesen.
1449 St. Annaschloss kommt in den Besitz der Fürstabtei und wird Sitz des äbtischen Vogtes der ab 1464 auch den Blutbann ausübt.
Ergänzung
1449 Das nach dem Brand von 1418 zerstörte und provisorisch im Portnerhof untergebrachte Rathaus wird nach seinem Wiederaufbau an der Marktgasse wieder seiner Bestimmung übergeben. Der Portnerhof kommt in den Besitz von Beginen.
1450 Innerhalb der Stadtmauern werden 473 Häuser gezählt.
1451 17. August
Abt Kaspar Landenberg schliesst mit den Zürchern, Luzernern, Schwyzern und Glarnern ein ewiges Bündnis.
1451 St. Jörgen bekommt eine Kaplaneipfründe.
1451 Das Stift St. Gallen tritt der Eidgenossenschaft als zugewandter Ort bei.
1452 12. Mai
Bürgermeister und Rat zu Wangen im Allgäu warnen in einem Brief die St. Galler, dass auf ihrem Handelsweg auf der Ruckburg bei Bregenz Knechte liegen, die Kaufleute überfallen wollen.
1452 Das Kloster St. Gallen erlangt die Landesherrschaft über das Gebiet der nachmaligen politischen Gemeinde.
1452 Das Heiliggeistspital kauft von Hans dem jüngeren von Andwil für 4000 rheinische Gulden das nach einer Brandschatzung wieder aufgebaute Schloss Oberberg ab.
1452 Der Schenken- später Freihof, nördlich am Multertor angebaut, wird erstmals urkundlich erwähnt. Das Haus, eine stattliche Stadtvilla, stand dort wo heute die UBS in einem mindestens ebenso stattlichen Gebäude ihren Sitz hat.
1452 Auf Sant Görgen wird erstmals ein eigener Friedhof erwähnt.
1452 Die Leinwandschau, eine Qualitätskontrollstelle wird eingeführt.
1452 An der Schmidgasse 15 wird das Haus zum Pelikan ein Bohlenständerhaus errrichtet.
Ergänzung
1453 30. August
Eine Kältewelle bewirkt heftigen Schneefall bis zur Notkersegg.
1453 Beim Tann wird eine Kapelle geweiht und wird nun Kloster genannt.
Ergänzung
1454 St. Gallen wird zugewandter Ort der Eidgenossenschaft.
1454 Ulrich Zidler ermöglicht durch Vergabe, dass die Siechen vom Linsinböl wöchentlich einmal Weissbrot erhalten. Alljährlich am Todestag des Stifters sogar eine Mass Wein.
1454 Trogen kauft sich vom Kloster frei.
1455 Die Stadt ist bestrebt, die verbliebenen weltlichen Güter des Klosters zu übernehmen, Abt Kaspar ist bereit alle Hoheitsrechte des Klosters an die Stadt zu verkaufen. Die Verwirklichung scheitert am Widerstand des Klosterpflegers Ulrich Rösch und den Untertanen des Klosters.
1457 5. Februar
Der Berner Schiedsspruch bekräftigt die freie Wahl des Rates und Ammanns sowie das Recht zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit. Der Schiedsspruch ermöglicht der Stadt sich mit 7000 Gulden politisch vom Kloster frei zu kaufen, was den Aufstieg zur Reichsstadt bedeutet.
1457 November
Der
Konvent entzieht Abt Kaspar von Breitenlandenberg die Verwaltung des Klosters.
Ergänzungen
1457 30. August
Das finanziell angeschlagene Kloster verkauft der Stadt die letzten Freiheitsrechte, was schliesslich zur autonomen Stadtrepublik führt.
1458 Ulrich VII. Freiherr von Sax-Forstegg wird Bürger von St. Gallen.
1458 22. August
Nach vielen Bemühungen des Abtes werden die Grenzen zwischen dem Gotteshaus und den Appenzellern festgelegt. Die Eidgenossen versammeln sich zu diesem Zweck in Einsiedeln.
1459 16. Juli
Ein grosser Wolkenbruch lässt den Irabach dermassen anschwellen, dass dieser über den Damm in den Stadtgraben fliesst. Die Stadtbürger müssen auf den Bleichen die Leinwand einsammeln damit diese von der auch hochgehenden Steinach nicht fortgeschwemmt wird.
1459 30. August
Starke Schneefälle die die Höhen rund um die Stadt zu Winterlandschaften macht.
1459 Tablat, bisher der Reichsvogtei Wittenbach zugehörig, wird zum eigenen Niedergericht erhoben.
1459 Die Stadt erwirbt von Kaspar Ruchenacker, gezwungen durch die starke Handelsentwicklung am Bodensee, die Vogtei Steinach mit Gerichtsrechten und dem Handelshafen, der nun als Haupthafen und Lagerplatz dient.
1459 Auf der Westseite des Hauses zum Pelikan wird eine eingeschossige Mange erstellt.
1459 bis 1486 In besagtem Zeitraum amtet Johannes Bernezutirer als Kaplan in St. Georgen. Im Pfarrhaus führt er nebenbei eine Gaststätte.
1460 Ein zum Heiliggeistspital gehörendes und jetzt noch bestehendes Haus an der Kugelgasse wird gebaut.
1460 Das zum Kloster St. Gallen gehörende Kölliken AG wird von den Stadtbernern gekauft.
1460 Das Heiliggeistspital erwirbt über seine Besitzungen in Almensberg (Amriswil) die Gerichtsbarkeit (Spitalgericht).
1460 Um seinen Fischbestand zu mehren erstellt das Kloster St. Gallen zwischen Bettenau und Oberuzwil die Bettenauerweiher.
1460 Den Stadtbürgern wird verboten, in Trinkstuben und auf den Gassen bevorstehende Wahlen zu besprechen.
1460 Die einst im ganzen europäischen Raum erfolgeich tätige Diesbach-Wattsche Handelsgesellschaft löst sich auf.
Ergänzung
1460 31. Mai
Eidgenössische Boten entscheiden im Streit zwischen dem Kloster und der Stadt St. Gallen über den Standort der vier Grenzkreuze (Friedkreuze) die im neuen Grenzvertrag zwischen der Stadt und der Abtei festgehalten werden.
1460 Die Bewohner von Trogen ersuchen den Bischof von Konstanz und den Abt von St. Gallen darum, ihre neugebaute Kapelle zur unabhängigen Pfarrkirche zu erheben, was ihnen auch gewährt wird.
Ergänzung
1461 St. Galler-Milizen beteiligen sich an der Seite der eidgenössischen Truppen an der Belagerung der stark befestigten Stadt Winterthur.
1462 Da der Administrator Ulrich Rösch nach Meinung der Stadt einen unschuldigen Stadtbürger gefangen nahm, verhaftet die Stadt zwei Untertannen des Klosters.
Ergänzung
1462 Eine sogenannte Öffnung fixiert die Rechte der Stadt St. Gallen am Handelshafen Steinach.
1463 Ulrich Rösch, ein Bäckerssohn aus Wangen im Allgäu, wird erster nicht adliger Abt von St. Gallen. Abt bis 1491.
?bis 1463 Kaspar von Breitenlandenberg, 1442 bis 1463 Abt von St. Gallen.
1463 8. September
Der Bischof von Konstanz erklärt sich bereit, die Vereinbarung die Abt Ulrich Rösch und die Besitzer von Schloss
Sulzberg, Hans und Aberhans Gnaepser zuvor festlegten, anzuerkennen. Somit erhält das Kloster St. Gallen die Gerichtsherrlichkeit über Obergoldach.
1463 Die Stadt baut an der Heidengasse (Schwertgasse), zwischen Brühl und Pletztor (Platztor) einen Wehrturm dem sie den Namen St. Michaelsturm gibt.
1463 Dort wo heute vom Unteren Graben, westlich vom „Alt St. Gallen”, eine Öffnung in die Augustiner- und Engelgasse führt, wird zur Stadtbefestigung das sogenannte Spitztürmli erstellt, später wurde es zum Arrestlokal umfunktioniert.
1463 Die Stadt erbaut an Stelle der Siechenkapelle im Linsinböl eine Kirche.
1463 Im Egelmoos, westlich von Gossau lässt Fürstabt Ulrich Rösch einen Fischweiher ausstechen, es handelt sich dabei um den grössten Fischweiher der Abtei.
1464bis 1545 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johannes Varnbühler, Sohn des St. Galler Bürgermeisters Ulrich Varnbüler und dessen Ehefrau Agnes, bekleidete das Amt des Bürgermeisters von Lindau neun mal.
1464 Die Fürstabtei wird nun auch im städtischen Rat zu Wil von einem Hofammann vertreten.
1466 Kaiser Friedrich III. erteilt Burgermeister, Rath und Burgerschaft der Stadt St. Gallen die Freiheit, Gred, Kaufhäuser zu bauen und für die aufbewahrten und besorgten Kaufmannsgütern Zoll, Niederlage und Hausgeld zu beziehen.
1466 Die Burg Forstegg bei Sennwald, zuvor von der Stadt St. Gallen vom Stadtbürger Ulrich VII. übernommen, wird an den Bürger Lütfried Mötteli verpfändet.
1466 Die Notensteiner (Vorgängerin der Industrie und Handelskammer IHK) geben sich Satzungen und führen einen Matrikel ein. Ihr Lokal, die Trinkstube zum Antlitz, wird mit Wappen verziert.
1467 24. Juli
Ein von zehn Kardinälen unterzeichneter Ablassbrief bestätigt denjenigen die St. Mangen und die Wiboradakapelle besuchen, einen Sündenablass von hundert Tagen.
1467/8 Die Stadt und die Abtei stellen für die Belagerung von Waldkiche, durch eidgenössische Freischaren, je 100 Mann zur Verfügung.
Ergänzung
1468 Abt Ulrich Rösch erwirbt von den Herren von Raron das Toggenburg, gründet einen St. gallischen Territorialstaat und kauft sich den Fürstentitel. Er gilt als zweiter Klostergründer.
1468 Die Luzerner, unter eidgenössischem Bündnis im Schwarzwald gegen Herzog Sigismund von Österreich kämpfend (Sundgauerzug), ermahnen die Stadt zur Beihilfe, die dann eine Kompanie rot gekleideter Mannen, vermutlich die erste eigentliche Uniform, entsendet. Mit diesen 160 Mann zusammen schädigen sie den Feind bis sich dieser mit der Abtretung vom Thurgau den Frieden erkauft.
1468 Die um 1200 von den Freiherren von Sax erstellte Wildenburg bei Wildhaus kommt in den Besitz des Klosters St. Gallen.
1468 Die Abtei St. Gallen erwirbt die Vogtei Niederbüren.
1468 bis 1798 Das um 1214 erbaute Schloss Lütisburg dient als Vogteisitz der St. Galler Fürstabtei.
1468 In der schnell wachsenden Stadt St. Gallen werden 690 Häuser gezählt.
1469 Abt Ulrich Rösch erlässt für die Dörfer Gossau und Mörschwil eine Öffnung, eine Art Gemeindeverfassung, die Hof- und Dorfrecht, sowie die Rechte und Pflichten der bäuerlichen Einwohner regelt.
1469 Neben dem Siechenhaus auf dem Linsinböl wird eine Kirche erstellt. Die Kranken können über einen gedeckten Steg direkt zur Kirchenempore gelangen, somit sind sie von den anderen Kirchgängern im Erdgeschoss getrennt. Dort müssen sie zweimal täglich 50 Paternoster und Ave Maria sprechen.
1470 Die Juden werden aus der Stadt ausgewiesen.
1470 Unterhalb des Frauenklosters St. Leonhard, dass auf dem Büchel steht, ist eine Kapelle verbürgt.
1470 Abt Ulrich Rösch lässt in St. Fiden ein Wirts-, Gemeinde- und Gerichtshaus bauen, dessen Mauern noch heute das Restaurant Hirschen beherbergen.
1470 Bürger dürfen nicht mehr ohne Einverständnis des Rates in fremdem Sold laufen. Zuwiederhandlung wird mit Bürgerrechts- und Zunftverlust bestraft.
1470 Andwil wird samt Vogtei an das Heiliggeistspital verkauft.
1470 Die Feldnonnen zu St. Leonhard übernehmen die Regeln der Terzinanerinnen, leben aber nicht in Klausur.
1471 Kloster und Stadt erstellen die erste gemeinsame Wasserleitung mittels Teuchel von Quellen auf Hofstetten und St. Leonhardshölzli bis zum Loch (Gallusplatz) von wo das Wasser in verschiedene Brunnen der Stadt weitergeleitet wird.
1471 Vertreter der Stadt St. Gallen setzen mit den vier Höfen Altstätten, Marbach, Berneck und Balgach einen Rebbrief auf, der Aufwand und Ertrag zwischen städtischen Grundbesitzern und Rebbauern regelt.
1471 Abt Ulrich Rösch, erwirbt Salmsach mitsamt Kirchensatz und vereinigt es mit dem Gericht Romanshorn (bis 1798).
1472 bis 1551 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Christoph Schappeler (Sertorius), Stadtbürger, Schulmeister und Reformator, Pfarrer zu Memmingen (De).
Ergänzung
1473 Die Stadt beschliesst, an der Nüwengassen, kein neues Gerbhaus mehr bauen zu lassen.
1473 Die Räte der Stadt setzen fest, dass Bürger und Bürgerinnen die Urteile aus einem Streithandel akzeptieren müssen, also keine Appelation mehr möglich ist.
1473 Das Kloster kauft das einst schon mal in seinem Besitz gewesene Rebstein wieder zurück.
1473 Ein heisser Sommer bewirkt einen Wassermangel, dies zwingt die Stadtleute das Wasser stundenweit von Flüssen herzuholen.
1474 Abt Ulrich Rösch kauft dem Bischof von Konstanz die noch nicht zur Abtei gehörenden Teile von Eggersriet und Umgebung ab.
1474bis 1868 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ulrich Varnbühler, Diplomar und Verwalter der Rechskammergerichtskanzlei in Speyer.
1474 Die Burg Waldegg an der Burgstrasse wird erbaut, sie ist Sitz des Landeshofmeisters.
1474 Hauptmann Willhelm Ringgli eilt mit einer kleinen städtischen Truppe in den Burgunderkrieg um Kaiser Karl Friedrich III. gegen den Herzog Karl der Kühne zu unterstützen.
1475 5. Juli
Die getreuen Dienste im Burgunderkrieg ehrend, verleiht Kaiser Friedrich III. der Stadt St. Gallen mittels Wappenbrief eine besondere Gnade. Der St. Galler Bär, im Stadtwappen mit Gold in den Ohren, goldenen Augenbrauen und Krallen versehen, darf ab sofort auch ein goldenes Halsband tragen.
Ergänzung
1475 64 äbtische und 37 städtische Soldaten beteiligen sich am Entsatz von Neuss, dass schon nahezu ein Jahr lang von Karl dem Kühnen belagert wird.
1475 Das Hofgut Watt (Schloss Watt) bei Mörschwil wird vom Frauenkloster St. Katharinen erworben.
Ergänzung
1475 Auf dem Marktplatz wird die Metzg erstellt, in der auf der ersten Etage auch ein Saal für verschiedene Anlässe integriert ist.
1476 Engel Varnbühler, Schwester des Ulrich (Bürgermeister der Stadt) wird zur Klostervorsteherin des Klösterchens St. Katharinen gewählt.
1476 Ulrich Varnbühler befehligt die St. Gallertruppen bei Grandson und Murten.
1477 An der Frankfurter-Messe wird ein Arboner überführt, der mit einem (G) gefälschtes Leinengewebe anbot. Das (G) war Zeichen der Qualitätssicherung der Stadt St. Gallen.
1477 Da im Archivgewölbe im Irertor offenbar eine grosse Unordnung herrscht, werden der Stadtschreiber und und der Altbürgermeister beauftragt umgehend für Ordnung zu sorgen.
1478 Ein ungeheurer Platzregen bringt der Steinach soviel Wasser, das mehrere Mühlen, kleine Häuser und Städel sowie Brücken und Stege weggerissen werden.
1478 In St. Katharinen wird der Kreuzgang erstellt.
1478 Der Rat beschliesst, im Irertor ein Gewölbe einzubauen.
Ergänzung
1479 Die Stadt kauft Ulrich Brendler für 590 Pfund Pfennige die Berneckweide, als künftige Gemeindeweide ab.
1479 Ulrich Varnbühler, Bürgermeister der Stadt St. Gallen, als Feldhauptmann soeben mit reicher Beute aus den Burgunderkriegen zurückgekehrt, baut das Schloss Weinstein in Marbach aus.
1479 Gründung des Spendamtes, dass der Armenunterstützung, unter anderem mit Brotspenden dient.
1479 Die Schwestern im Kloster Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg sind als Franziskaner-Terziarinnen bezeugt.
1479 Die städtische Polizeistunde wird auf 21:00 Uhr festgesetzt.
1479 Abt Ulrich Rösch erlaubt den Einwohnern von Teufen, sich selber eine Kirche zu bauen, somit müssen Sie für den Kirchgang nicht mehr den Weg nach St. Georgen unter die Füsse nehmen.
1479 Die Wolfgangkapelle beim Schlössli Haggen wird erstmals erwähnt.
1479 Die Hüslibrücke über die Sitter bei Zweibruggen, auch Schmidlinsbrücke genannt wird erstmals erwähnt.
1479 Erwähnung des Burgstalls auf der Bernegg, der nur Befestigungszwecken dient.
1480 St. Gallen entwickelt sich zu einem Zentrum der Textilindustrie.
1480 Ein Schiedsspruch der Eidgenossen untersagt dem Kloster die offene Klosterschenke, dass Gasthaus gab immer wieder Anlass zu Streitigkeiten zwischen Stadt und Kloster.
1480 Die zu dieser Zeit grösste Münze, der Madonnen-Plappart, wird mit dem Motiv des Wallfahrtsbildes im Kloster herausgegeben.
1481bis 1554 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Hierronymus Schurf, Rektor an der Universität von Wittenberg.
Ergänzung
1481 Konstanz ersucht erfolglos um die Bewilligung, auf seiner Leinwand das St. Galler-Leinwandzeichen setzen zu dürfen.
1481 Abt Ulrich Rösch schreibt die kurze Chronik des Gotzhaus St. Gallen mit der Begründung der Verlegung des Klosters nach Rorschach.
1481 Fürstabt Ulrich Rösch baut den Hof zu Wil.
1481 bis 1521 In dieser Zeitperiode werden von den frommen Frauen in St. Katharinen 111 Bücher hergestellt.
1482 Im Klösterchen St. Katharinen wird die Klausur eingeführt, ab sofort dürfen sich die Nonnen nur noch innerhalb der neu erstellten Klostermauern bewegen und müssen sich der Umwelt für ihr ganzes Leben entsagen.
1483 bis 1805 Das Schloss Schwarzenbach kommt in den Besitz der Äbte von St. Gallen und wird Sitz ihrer Obervögte.
1483 Hans und Rudolf von Rappenstein, Mötteli genannt, stiften mit viel Geld zu St. Katharinen-Altar eine ewige Messe.
1483 Der Konvent stimmt der Aussiedlung des Klosters St. Gallen nach dem Kloster Mariaberg in Rorschach zu.
1483 Im Kloster, oft auch Münster genannt, wird ein gotischer Chor vollendet.
1483 Die Abt Ulrisch Rösch nahestehende und wohlhabende Familie von Walter Kuchimeister-Baumann aus St. Gallen stiftet in Appenzell 60 Hektaren Land für das „Armengut Ried”.
Ergänzung
1483 Im St. Katharinenkloster können sich Mädchen schulisch Ausbilden lassen.
1483 Das Schloss Schwarzenbach kommt in den Besitz der Äbte von St. Gallen.
1484bis 1551 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Joachim von Watt, später Vadian genannt, Spross einer St. Galler Kaufmannsfamilie, die im Namen der Diesbach-Watt'schen Gesellschaft einen weltweit regen Leinwandhandel betrieb.
Ergänzung
1484 30 Metzger kaufen sich Haus, Hofstatt und Garten an der Hindergassen, für 300 Taler. Hier werden Versammlungen und gesellige Treffen abgehalten, kurz, es wird als Zunfthaus genutzt, heute Restaurant zum Goldenen Schäfli.
1484 Barbara Wirth überschreibt ihrem Gatten, Georg Mötteli, das Haus zum Papagei hinter der Brotlaube.
1485 19. Juli bis 12. August
Grosses Schützenfest.
1485 29. September
Luzerner Friedensvertrag zwischen Bern, Fribourg, Glarus, Luzern, St. Gallen Stadt, Schwyz, Solothurn, Unterwalden, Obwalden, Uri, Zug, Zürich und Mailand.
1485 Am Irertor wird auf der Nordseite ein Wappenrelief angebracht.
1485 In den Büchern wird ein Kaplan erwähnt, der in der Armsünderkapelle nahe beim Hochgericht zur Leimat seines Amtes waltet.
1485 Abt Ulrich Rösch bekommt die kaiserliche Einwilligung zur Errichtung einer ausgedehnten neuen Klosteranlage in Rorschach, die Kirche, Glockenturm, Schlafraum, Kreuzgang, Mühle, Weiher usf. umfassen sollte.
1486 Die Abtei muss nach langen Rechtsstreitereien seine Vogtei Rheintal an Appenzell abtreten.
1486 Herrschaft und Gerichtsbarkeit von Burgau bei Flawil gehen an das Kloster St. Gallen.
1486 Abt Ulrich Rösch bestätige, dass er der Kirche St. Dions in Esslingen Gallusreliquien zukommen lässt.
1487 21. März
Abt Ulrich Rösch legt den Grundstein für ein neues Kloster in Rorschach.
Ergänzung
1487 Die Stadt errichtet (bei Martinsbrücke) durch Baumeister Anton Falk eine gedeckte Holzbrücke, die erste Brücke die die Stadt mit Untereggen und Eggersriet verbindet.
Ergänzung
1487 Die Stadt bekommt von Kaiser Friedrich III. das Privileg, weitere Wochen- oder Jahrmärkte, die der Stadt näher kommen als zwei Meilen, zu verbieten.
1487 Der Abt erlaubt den Rebsteinern den Bau einer dem heiligen Sebastian gewidmeten Kapelle.
1487 Kaiser Friedrich III. erteilt der Stadt das Privileg, Fälscher die sich im Zusammenhang mit der Leinwand schuldig gemacht haben, auf dem Gebiet des Klosters verhaften zu können. Abt Ulrich, natürlich nicht einverstanden und betreibt die Kraftloserklärung des Privilegs, was ihm schlussendlich auch gelingt.
1488 11. August
Ein Blitzschlag zerstört den
Dachreiter von St. Mangen.
1488 Der Rat bestimmt, es dürfe in St. Gallen keine fremde, überseeische Leinwand gefärbt werden.
1489 28. Juli
Klosterbruch zu Rorschach. Der schon fertig gestellte Kreuzgang, 80 Zellen und der Kapitelsaal werden vom Bürgermeisters der Stadt St. Gallen, Ulrich Varnbühler zusammen mit Stadtbürgern, Appenzellern und Rheintalern zerstört, geführt wurde der Bruch von Hermann Schwendiner.
1489 21. Oktober
In Waldkirch vereinigen sich Stadt St. Galler, Appenzeller und Gotteshausleute zu einem Bund (Waldkircher-Bund) um gemeinsam gegen die mit dem Kloster verbündeten eidgenössischen Truppen vorzugehen.
1489 Die Appenzeller haben vom Klosterbruch in Rorschach noch immer nicht genug, sie zerstören auf der Weiherweid im Tal der Demut auch noch die Fischteiche des Abtes.
Ergänzung
1489 Ulrich Varnbühler und der Appenzeller Landamann Hermann Schwendiner verlangen in Wil vom Fürstabt Ulrich Rösch die sofortige Einstellung des Klosterbaus in Rorschach, der aber weigert sich auf die Forderung einzugehen.
1489 An der Urnäscher-Chilbi beschliessen St. Galler- und Appenzellerbürger, kriegerisch gegen das sich im Bau befindende Kloster von Abt Ulrich Rösch in Rorschach vorzugehen.
1489 Vor der Belagerung der Stadt durch Truppen der Eidgenossen werden vor den Stadttoren aus strategischen Gründen etliche Häuser niedergebrannt und Bäume gefällt. Vor dem Pletztor, die Neuzeit machte es zum Platztor, wird gar eine hübsche Vorstadt vernichtet.
1490 19. Januar
Der
Waldkircher-Bund eröffnet mit der Besetzung des äbtischen Schlosses Romanshorn und der Belagerung von St. Annaschloss in Rorschach die Kampfhandlungen.
1490 November
Arrestbefehl vom Rat. Der Hochverschuldete Hans Obenzhofer darf weder sein Haus mit dem Laden oder aus diesem etwas verkaufen bis er alle seine Schulden bezahlt hat.
1490 Eidgenössische Truppen (8000 Mann) belagern die Stadt, dies weil die Stadt sich an der Zerstörung des Klosters in Rorschach beteiligte. Heinrich Zili organisiert die Verteidigung der Stadt (400 Mann). Über der Glockenstube der St. Laurenzenkirche wird aus einem Wachraum mit einer Kanone auf die Belagerer geschossen.
1490 Die Burg Oberberg kommt in den Besitz der Fürstabtei St. Gallen und erhält die Bezeichnung Schloss.
1490 bis 1528 Lorenz Hochrütiner, Bilderstürmer, tritt an einer Bibellesung von Johannes Kessler gegen die Kindertaufe auf. Sein radikaler Täuferaktivismus führt schliesslich zu seiner Ausweisung aus der Stadt, dem auch seine ganze Familie Folge leisten muss.
1490 Der Friede von St. Fiden beendet den St. Gallerkrieg. Der St. Galler Bürgermeister Ulrich Varnbühler und der Appenzeller Landamann Hermann Schwendiner werden verbannt und ihre Vermögen eingezogen. Die Abtei muss aber auf eine Klosterverlegung verzichten.
1490 Die Stadt, die einst den Hafen Steinach dem Kloster abgekauft hatte, muss diesen als Strafe für den Klosterbruch zusammen mit dem Gredhaus dem Kloster übergeben.
1490 Das 1470 an das Heiliggeistspital verkaufte Andwil wird als Straffolge des Rorschacher Klosterbruchs der Eidgenossenschaft einverleibt und dann dem Kloster verkauft.
1490 Die Schwyzer die die Stadt belagernden Eidgenossen unterstützen lagern in St. Georgen und Mühlegg. Sie plündern Häuser und Ställe und entwenden die Kirchenglocke die heute noch im Kirchturm zu Brunnen hängt.
Ergänzung
1490 Das Nebentor (Metzgertor) oben an der Metzgergassen wird zugemauert und in den Jahren bis 1540 in einen Turm (Harzturm) umgestaltet.
Ergänzung
1490 Das Kloster zählt zur Zeit 30 Mönche.
1490> Die Stadt hat aus der Belagerung durch die Eidgenossen gelernt, sie erhöht die einst nur mannshohe Mauer in der Nördlichen Stadt und erstellt Wachtürme.
1491 10. Februar
Ein von der Weber- und Schuhmacherzunft ausgehender Aufruhr gegen die Selbstherrlichkeit der gewaltigen Räte wird bald niedergeschlagen. Am 19. Februar werden die fünf Hauptanführer vor dem Rathaus enthauptet.
Ergänzung
1491 18. März
Abt Gotthard Giel von Glattburg, Abt bis 1504.
1491 Eine Urkunde erwähnt die Existenz eines Frauenhauses an der Statt Graben (Irervorstadt).
1491 Wohl als Reaktion auf das Vorkommnis vom 10. Februar bildet die Stadt mit zuverlässigen Bürgern eine Schutzgarde für die Räte. Die Garde ist auch für Feuersnot zuständig und muss mit Waffen und Harnisch allzeit für Sondereinsätze bereit sein.
1491 Abt Ulrich Rösch errichtet das Oberbergeramt, es handelt sich dabei um einen von vier neuen Verwaltungsbezirken des Klosterstaates. Das Amt umfasste die Gemeinden Gossau, Oberdorf, Niederwil, Oberarnegg, Waldkirch und Sitterdorf.
1491 bis 1810 Die Musketen- und Büchsenschützen, vorher beim Müllertor hinter der Klostermauer, haben von nun an eine Schiessstatt beim Thalgarten.
1492 9. Februar
Abt Gotthard schliesst unter der Vermittlung Schirmorte einen Vertrag der seine Rechte gegenüber der Stadt Wil festlegt.
1492 Abt Gotthard erreicht, dass die Gossauer wieder ihren Zehnten entrichten.
1493 Ein Schlosser wird, weil er heimlich einen Schlüssel zu einem städtischen Tor angefertigt hat, zusammen mit Weib und Kind aus der Stadt verbannt.
1492 Die Glattburg bei Oberbüren (später Kloster), geht als Lehen des Klosters St. Gallen an die Schenk von Kastel.
1492 Etliche Stadtbürger ziehen mit Kaiser Maximlian, dem Sohn und Nachfolger Kaiser Friderich III., nach Ungarn und helfen ihm Stuhlweissenburg einzunehmen.
1494 8000 Eidgenossen, darunter auch ein Fähnlein St. Galler ziehen mit König Carl III. von Frankreich nach Italien und erobern das Königreich Neapel.
Ergänzung
1494bis 1576 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Benedikt Burgauer, Theologe und Reformator. Seine zuerst zwinglianische Richtung wechselte mit der Zeit zur lutheranischen, was zu Streitigkeiten mit Mittpfarrern führte. Schliesslich wirkte er dann 30 Jahre in Isny (De).
1494 Die Stadt St. Gallen liefert schon am Tag nach dem grossen Brand von Arbon viele Wagenladungen von Lebensmittel.
Ergänzung
1495 Das Frowenhus in Irrer Vorstatt ist unter den Lehen und Hofgütern aufgeführt, die nach dem Tode von Abt Ulrich Rösch vom Kloster an die Stadt übergehen.
1495bis 1548 Augustin Schurf, Physiker, Mediziner.
1495 Der Holzerker zum (Zitronenbaum), Schmiedgasse 1, wird erstellt.
1496 Altbürgermeister Varnbühlers Söhne und Landammann Schwendiner klagen beim Reichskammergericht. Dieses bestätigt, dass ihr Vermögen betreffs Klostersturm in Rorschach zu Unrecht beschlagnahmt worden sei. Da die St. Galler und Appenzeller die Rückgabe verweigern, verhängt König Maximilian I. die Reichsacht, damit wird rechtens, dass sich die Varnbühlers auf allen Reichsstrassen am St. Galler Leinwandhandel schadlos halten können.
1497 16. März
Der Abt, Gotthard Giel von Glattburg bekommt von Papst Alexander VI. die Erlaubnis, für das Dorf Mörschwil eine eigene, von den Arbonern unabhängige Pfarrei einzurichten. Arbon und Konstanz verhinderten ihrer
Pfründe wegen erfolgreich bis 1629 die Umsetzung.
1497 Bau des Grünen Turmes am Oberen Graben.
Ergänzung
1497 Ulrich Hochrütener erbaut an der Nordseite der Bernegg das damals im Volksmund genannte Hochrütener Bürgli. Es diente auch als Lusthaus.
1497 Dem Schneider Mathias Bötzge wird wegen Gotteslästerung die Zunge aus dem Lasterrachen geschnitten.
1497 bis 1518 Die Klosteranlage Marienberg in Rorschach wird als klösterliche Statthalterei fertig gestellt.
Ergänzung
1497 bis 1566 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johann Valentin Furtmüller, Tischler und Theologe.
Ergänzung
1499 2. Februar
Der
Schwabenkrieg veranlasst die Eidgenossen die Rheingrenze zu sperren, die St. Galler sind mit grobem Geschütz und dem Stadtbanner mit dabei. Eine Kompanie St. Galler wird am 12. Februar nach St. Margrethen gesandt wo sie bei einem Ausfall nach St. Johann Höchst einige Feinde erschlagen.
1499 März
1500 St. Galler Soldaten erkämpfen auf Seite der Eidgenossen im
Schwabenkrieg bei Schwaderloh, trotz Unterlegenheit einen Sieg über die Truppen des Schwäbischen Bundes.
1499 20. April
230 St. Galler Soldaten kämpfen im
Schwabenkrieg bei der Schlacht von Frastanz (Österreich) erfolgreich gegen die Truppen des Schwäbischen Bundes, sie verlieren dabei sechs Mann.
1499 22. Mai
Gegen 5000 St. Galler und Appenzeller kämpfen in der Schlacht an der Calven (Val Müstair) auf Seite der drei Bünde siegreich gegen Habsburg-Österreich, (Schwabenkrieg).
Ergänzung
1499 20. Juli
St. Galler Soldaten kämpfen im
Schwabenkrieg bei den Gefechten von Staad.
1499 Die Fürstabtei zu St. Gallen erwirbt vom Stift Lindau die Vogtei Balgach.
1499 Das Ende des Schwabenkrieges, Folge der Spannung zwischen der Eidgenossenschaft und Maximilian 1., bewirkt, dass der Rechtshandel zwischen Varnbühlers und der Stadt St. Gallen im sogenannten „Frieden von Basel” beigelegt wird.
Ergänzung
1500 19. April
Maximilian I. übergibt der Stadt das Privileg selber Silbermünzen bis zur Grösse von 24 Kreuzer prägen zu dürfen.
Ergänzung
1500bis 1542 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dominik Zili, Schulmeister und Prediger in St. Laurenzen, Mitglied der vierköpfigen Reformationskommission und Schöpfer des ersten Kirchengesangbuches.
1500 bis 1530 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Wolfgang Ulimann, Täuferprediger.
Ergänzung
1500 Am Schibenertor, dort wo seit 1954 das Uniongebäude steht, wird eine Münzprägestätte eingerichtet.