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Jahr
1401
17. Januar
Der
Volksbund ob dem See wird gegründet, das Resultat der harten und unklugen Amtsführung von Abt Kuno von Stoffeln.
Jahr
1401
In einer Urkunde wird St.Gallen zum ersten Mal als Reichsstadt des heiligen Römischen Reiches erwähnt.
Jahr
1401
Fritz von Andwil wird von St.Gallern und Appenzellern auf Burg Helfenberg bei Uerschhausen gefangen genommen und bald darauf die Burg der Edlen von Andwil, die Freiburg bei Geretschwil, zerstört.
Ergänzung
Jahr
1402
Die vom Abt als Schiedsgericht angerufenen schwäbischen Städte am Bodensee erklären den Volksbund ob dem See als widerrechtlich. Die Stadt fügt sich dem Schiedsspruch und tritt aus dem Bündnis mit den Appenzellern zurück.
Jahr
1402
Aus Angst vor Rache und einer Belagerung durch die Appenzeller wird der strategisch wichtige Hügel des Berneggwaldes komplett gerodet und auf dem höchsten Punkt (St.Wendelinsbild), dort wo ab 1080 für kurze Zeit eine Burg stand, eine Hochwacht erstellt.
Ergänzung
Jahr
1402 bis ?
Am Löwenplatz (heute Bärenplatz), in der sogenannten Brotlaube, hält der Rat vor dem Bau des Rathauses unten an der Marktgasse seine Sitzungen ab.
Jahr
1402
Der Volksbund ob dem See zerstört das Bollwerk der St.Galler Äbte, die anno 1300 wieder aufgebaute Burg Clanx endgültig, was den Beginn der Appenzellerkriege bedeutet.
Jahr
1402
Vornächtigen Rin untersteht als sogenannter Klosterhof mit seiner ganzen Umgebung der Abtei St.Gallen.
Jahr
1403
15. Mai
Äbtische und städtische Truppen, verstärkt durch Konstanzer-Bürger, werden in der Schlacht bei Vögelinsegg von den Appenzellern mit Hilfe von Innerschweizer Söldnern vernichtend geschlagen. Anschliessend verfolgen die Appenzeller die Unterlegenen bis vor die Tore der Stadt, wo sie dann die Mühlen anzünden. Zu den Gefallenen zählen unter anderen auch die beiden Bürgermeister, Konrad von Watt und Walter Schürpf.
Ergänzung
Jahr
1403
Die Appenzellerkriege veranlassen die Stadt, die Befestigungsanlagen zu reparieren und zu verstärken.
Jahr
1403
Die für den Abt wichtige Burg Rosenberg (Herisau) wird von aufständischen Appenzellern in Brand gesteckt.
Jahr
1403
Die Burg Rosenburg in Herisau, im Volksmund auch Ramsenburg genannt, wird von aufständischen Appenzellern zerstört.
Jahr
1403
Abt Kuno von Stoffeln will die Appenzeller züchtigen und scheitert schon in der Planungsphase, weil er den Ort Appenzell mit seinen Reiterscharen unmöglich via Hundwilerleiter erreichen kann.
Jahr
1404
April
Die Bürger der Stadt setzen sich endlich mit den Appenzellern an einen Tisch und beschliessen mit diesen zusammen gegen die Habsburger vorzugehen.
Jahr
1404
Winter
Appenzeller zünden in Hofstätten und Riethüsli Häuser an. Städtische Krieger brandschatzen daraufhin auf dem zur Abtei gehörenden
tabulatum diverse Höfe.
Jahr
1404/5
Um gegen mögliche österreichische Angriffen gewappnet zu sein, postiert die nun wieder mit den Appenzellern verbündete Stadt diverse Wachen, entsendet Kundschafter in die umliegenden Städte und erstellt beim Kappelhof eine Letzi.
Ergänzung
Jahr
1405
8. Juni
Die Bürger der Stadt erfahren, dass der Habsburg-Österreichische Herzog Friedrich IV plant, den Stadt St.Gallern eine Lektion zu erteilen, da sie neu dem Kloster gegenüber eine nicht tolerierbare Haltung eingenommen hätten.
Jahr
1405
17. Juni
Herzog Friedrich IV wird mit seinem Heer bei der «
vergessenen» Schlacht vom Hauptlisberg von den Städtern geschlagen und von diesen anschliessend via Kappel, wo es weitere kleinere Gemezel gibt, bis nach Arbon verfolgt. Die Städter erobern bei diesem Feldzug das Banner der Habsburgerstadt Schaffhausen.
Jahr
1405
September
St.Galler, die grosse Büchse mitführend, ziehen gemeinsam mit den Appenzellern nach Feldkirch und belagern die Habsburger-Stadt und die Schattenburg. Die Stadt ergibt sich nach wenigen Tagen, die Burg kapituliert erst 1406.
Jahr
1405
11. November
Die vom
Freiherr und Ritter Wilhelm von Henne bewohnte Burg Grimmenstein in St.Margrethen, wird im Strudel der Kriegswirren von St.Gallern und Appenzellen niedergebrannt.
Jahr
1405
24. November
Die St.Galler und Appenzeller, wegen der Kriegshandlungen am Hauptlisberg und Stoss selbstbewusst geworden, schlagen in Zihlschlacht die Truppen von Konstanz und Bischofszell und brennen die Stadt Bürglen nieder.
Jahr
1405
Die Appenzeller zerstören die Abtsburg Heldsberg bei St.Margrethen.
Jahr
1405
Die Städter aus St.Gallen erobern die im äbtischen Interessengebiet liegende Steinerburg in Steinach.
Ergänzung
Jahr
1405
Die Appenzeller erobern die sich im Besitze des Abtes befindende Burg Iberg bei Wattwil und zerstören sie.
Jahr
1405
Burkart Schenk, Alleinbesitzer der Herrschaft Mammertshofen, schädigt mehrere Male die mit den Appenzellern verbündeten St.Galler Bürger, diese ziehen erbost vor die Burg Mammertshofen und erzwingen die Übergabe der Feste.
Jahr
1405
Das Kloster St.Gallen und seine mit ihm verbündeten süddeutschen Städte müssen nach der Niederlage bei Vögelinsegg den Appenzellern die Reichsfreiheit zurück geben.
Jahr
1406
Die St.Galler und Feldkircher Regimenter ziehen nach Götzis dem Grafen Wilhelm von Bregenz entgegen, der sich offiziell als Feind des Bundes ob dem See bezeichnete. Dieser verschanzt sich schliesslich schutzsuchend hinter die Mauern der Oberstadt in Bregenz.
Jahr
1406
Eroberungszüge der Appenzeller und St.Galler in den Bregenzerwald, ins Allgäu und über den Arlberg bis nach Imst im Tirol.
Jahr
1406
Die St.Galler und Appenzeller schliessen mit den Grafen von Montfort-Tettnang un denen von Toggenburg einen Waffenstillstand.
Jahr
1406
Ab diesem Jahr wird jährlich der Gefallenen der Schlacht vom Hauptlisberg, die sich bis hinunter zum Kappel ausdehnte, mit einer Wallfahrt gedacht. Hierfür wird die am 9. August 1380 erstmals bezeugte «kylchen ze Cappelle», die dem Kappelhof seinen Namen gegeben hatte, aufgesucht.
Jahr
1407
August
1200 Mann von Appenzell und St.Gallen ziehen gegen die Österreichische Dienstmannschaft im Thurgau. Eine grosse Anzahl kleiner Städte und Schlösser fallen in ihre Gewalt, von letzteren werden um die 30 zerstört.
Jahr
1407
Die dem Kloster St.Gallen gehörende Burg Helfenberg ob der Glatt in Gossau wird von den Appenzellern zerstört.
Jahr
1407
St.Gallerbürger und Appenzeller versuchen vergebens das Schloss Altenklingen in der Gerichtsherrschaft Altenklingen zu erobern.
Ergänzung
Jahr
1407
Die zwei Monate von Appenzellern und St.Gallern belagerte Burg Alt-Ems in Hohenems wird schliesslich mit den Donnerbüchsen (Pulvergeschütze) aus St.Gallen erobert und zerstört.
Ergänzung
Jahr
1407
Der «Volksbund ob dem See» erobert Wil, Abt Kuno wird dort gefangen genommen und nach St.Gallen überführt.
Jahr
1408
13. Januar
Nach monatelanger, vergeblicher Belagerung von Bregenz erleidet der
Volksbund ob dem See überraschend eine Niederlage durch die Rittergesellschaft vom Sankt Jörgenschild.
Jahr
1408
4. April
König Ruprecht löst per Schiedsspruch den
Volksbund ob dem See auf. Er untersagt den Betroffenen, sich künftig ohne seine Erlaubnis mit anderen Reichsstädten zu verbünden.
Jahr
1408
14. Mai
König Ruprecht widerruft sein
Verdikt vom 4. April und erlaubt den St.Gallern, sich mit sechs Reichstädten rund um den Bodensee zu verbinden.
Jahr
1408
Trotz Waffenstillstand mit Herzog Friedrich erobern städtische Krieger die Burg Oberberg und brennen sie nieder.
Jahr
1408
Die Appenzeller geben die 1405 von Ihnen eroberte und zerstörte Burg Iberg bei Wattwil an die Abtei St.Gallen zurück, welche die Burg wieder aufbaut.
Jahr
1409
Der deutsche König Ruprecht von der Pfalz entscheidet, dass die Appenzeller wieder dem Abt von St.Gallen unterstellt werden.
Jahr
1410
Die Hofstatt der frommen Frauen im Tann, dass viele Jahre später zum Klösterchen wird, bekommt den ersten Altar.
Jahr
1411
Die Benediktinerabtei St.Gallen besteht noch aus zwei Klosterherren und steht kurz vor dessen Auflösung.
Jahr
1411
Abt Heinrich von Gundelfingen, 1418 Absetzung durch Papst Martin V.
Jahr
1412
29. August
Der Reichsvogt von St.Gallen fällt gegen Heinrich Zimmermann von Lüchingen wegen Raubes das Todesurteil.
Jahr
1412
Die Stadt wird in das Burg- und Landrecht der sieben Orte (alte Eidgenossenschaft) aufgenommen. Der Bund wird im speziellen gegen das Kloster St.Gallen geschlossen.
Jahr
1412
Mit einer Beschwerde über das sich in miserablem Zustand befindende Kloster wendet sich die Stadt an Papst Johannes XXIII., einem Gegenpabst.
Jahr
1413
2. April
Abt Heinrich von St.Gallen bestätigt der Reichsstadt St.Gallen ihre Freiheiten.
Jahr
1413
23. Juni
Eine Vereinbarung überlässt dem Rat der Stadt die Nomination des Pfarrherrn zu St.Laurenzen.
Jahr
1413
Das Kloster St.Gallen verkauft Ahadorf an das Frauenkloster Tänikon.
Jahr
1413
Kriesenzeit im Kloster, zur Zeit leben gerade noch zwei Mönche hier.
Jahr
1413
Das Kloster St.Gallen gibt seine Vogteirechte über Kesswil den Klosterfrauen von Münsterlingen.
Jahr
1413
Die Stadt nimmt sich das Recht, denn Leutpriester zu St.Laurenzen selber zu wählen. In der Kirche werden nun auch Ratsbeschlüsse bekannt gegeben und die Bürgermeister gewählt.
Ergänzung
Jahr
1413
Der St.Galler Kaufmann Georg Blarer und Heinrich Zwick aus Ravensburg werden in der Nähe von Eger vom berüchtigten Raubritter, Landgraf Leupold von Leuchtenberg, überfallen und ihrer 53 Stück weisser Leinwand im Wert von 160 Gulden beraubt.
Jahr
1413
Der der Stadt wohlgesonnene Abt, Heinrich von Gundelfingen bewilligt die Städtische Verwaltung der Laurentiuskirche und schenkt zudem den Boden zur Vergrösserung derselben. Die Steine zum Ausbau werden von den Gebrüder Bürke, einem Appenzeller und seinem in der Stadt verbürgerten Bruder, Steinbruchbesitzer auf dem Kamelenberg, um des Seelenheils willen gespendet.
Jahr
1415
12. April
Eine Delegation ersucht den in Konstanz verweilenden Kaiser Sigismund um das Recht, kleine Münzen, Heller, Pfennige mit dem Gepräge der Stadt schlagen zu dürfen. Eine Erlaubnis mit Widerrufsrecht können sie mit nach Hause nehmen.
Jahr
1415
4. Juli
Rudolf von Rosenberg von Zuckenriet schenkt dem Heiliggeistspital die Burg Rosenberg in Herisau.
Jahr
1415
Das Kloster kauft den einst schon mal in seinem Besitz gewesenen Hof Marbach wieder zurück.
Jahr
1415
Das Heiliggeistspital bekommt von der reichen Witwe des Bürgermeisters Johannes Blarer um ihres seelenheils Willen 40 Rheinische Goldgulden mit der Bedingnis, dass der Spital täglich ein Viertelmass seines Weines als Messwein nach St.Laurenzen liefert.
Jahr
1415
Das Heiliggeist-Spital kauft für 900 Pfund Pfennige die Gossauerhöfe Tegernau, Oberdorf, Berg, Schoretshueb sowie das Lochgut auf dem Hohfirst.
Jahr
1415
Die hohe Gerichtsbarkeit ist für alle Zeiten in die Hände der Stadt übergeben worden.
Jahr
1418
20. April
Grosser Stadtbrand, nur 17 Häuser, alle im Loch, überstehen den Feuersturm, 26 Menschen sterben in den Flammen. Die Kirche St.Mangen muss zu ihrem Glück «nur» die Zerstörung des Kirchendaches verzeichnen.
Jahr
1418
4. Mai
König Sigmund verfügt, dass alle beim Stadtbrand zu Grunde gegangenen, privaten
Gülten, Schuld-, Lehensbriefe und Zehntenverschreibungen usw. auch weiterhin zu recht bestehen bleiben sollen.
Ergänzung
Jahr
1418
Der Hätlernbrückle ist in einem Dokument als ältester Übergang zwischen der Stadt und Engelburg aufgeführt. Der Steg war etwa 300 Meter weiter unten als der heutige, beim Hof Rüti.
Jahr
1418
Um die Beseitigung der gefährlichen Schindeldächer zu fördern, erhält jeder Bürger die Dachziegel für sein Haus vom Bauamt geschenkt.
Jahr
1418
Nach dem Stadtbrand wird beim Wiederaufbau nun auch die Irervorstadt, auch mindere oder untere Stadt genannt, nördliche Altstadt, in den Mauerring der Stadtbefestigung einbezogen.
Jahr
1418
Das Schibenertor wird erstellt.
Jahr
1418
Nach der grossen Feuersbrunst werden die St.Oswalds- sowie die St.Tomaskappelle in eine Schulstube umgewandelt. Der niedrige, gedrungene Münsterturm der St.Otmarskirche (Münster) wird von nun an Schulturm genannt.
Jahr
1418
Der Magistrat erbaut nach dem Stadtbrand den Portnerhof und benützt ihn als Rathaus.
Jahr
1418
Die Stadt zählt 3000 Einwohner.
Jahr
1418
Ein für das Kloster verhängnisvoller Besuch des italienischen Handschriftensammlers Pioggio Bracciolini, Humanist der ital. Renaissance und apostolischer Sekretär des Papstes, hat zur Folge, das die Klosterbibliothek um wertvolle Werke erleichtert wird.
Jahr
1418
Abt Konrad von Pegau, Abt bis 1419.
Ergänzung
Jahr
1418
Die Brotlaube bei der Kreuzung Markt-, Multergasse, wird zur Leinwandbank umfunktioniert.
Jahr
1418
Das Brühltor wird erstellt.
Jahr
1418
Bau des Pletztores, die Neuzeit machte es zum Platztor.
Jahr
1418
In diesem Zeitbereich wird der Bau der kleinen Engelburg an der Marktgasse durch dendrochronologische Untersuchungen datiert. Auffallend ist ihre Stuckfassade die in der Stadt einzigartig ist.
Jahr
1419
Die Bauarbeiten für das neue Irertor, dass alte war dem Stadtbrand von 1418 zum Opfer gefallen, werden in Angriff genommen.
Ergänzung
Jahr
1419
Erste Erwähnung eines Kornhauses in der Stadt.
Jahr
1419
Abt Heinrich von Mansdorf, Abt bis 1426.
Jahr
1419
Das Tuchhaus, auch Mange genannt, wird nach dem grossen Stadtbrand von 1418 teilweise wieder in Betrieb genommen. Hier wurde die Leinwand geglättet und gefaltet und zum Abtransport hergerichtet.
Jahr
1420
Februar
Erste urkundliche Nennung von Lämmlisbrunnen. Othmar Ortwin verkauft der Familie Cunz, das Gärtli vor Spisertor, samt Sommerhaus das darinne stat. Die Liegenschaft grenzt an den Weg der gen Lemblis Brunnen gat.
Jahr
1420
Der heutige Freudenberg wird erstmals als Studegüggi urkundlich erwähnt.
Jahr
1420
Das Bürgli im unteren Brühl, auch Weiherhaus genannt ist im Besitz von Egloff Bisch, Burger von St.gallen. Dieser Edelsitz, mit Teich und eine Mauer umgeben wechselt ab 1432 sehr oft die Besitzer.
Ergänzung
Jahr
1421
Februar
Die Abtei vergibt das Gebiet von Hahnberg in der Gemeinde Berg SG als Lehen an die Hör, eine reiche und bekannte St.Galler Familie.
Jahr
1422
Der alte Stadtgraben vor dem Iretor wird aufgefüllt und auf dem entstandenen Platz wird der Rindermarkt (westlicher Marktplatz) eingerichtet.
Jahr
1424
Das Bistum St.Gallen ruft eine Währungsunion ins Leben, die immerhin vom Zürichsee bis zur Donau reicht. Der innovativen Idee ist allerdings kein Erfolg beschieden und bald werden die Plapparts wieder eingeschmolzen.
Jahr
1424
Die Beginen oder Waldschwestern zu Oberegg erhalten von der Stadt St.Gallen eine Hofstatt mit Hofreite.
Jahr
1424
In der Stadtrechnung ist vermerkt, dass Hochgericht auf der Leimat sei (neüw gebauwen) worden.
Jahr
1425
Hans Mötteli, ein reicher Junker und Handelsherr erwirbt das Bürgerrecht von St.Gallen, kauft die Burg Rappenstein und nennt sich nun «von Rappenstein».
Jahr
1425
Die Eltern der Feldnonnne und Stadtbürgerin Margretha Rüteggerin stiften bei St Leonhard die untere Klause.
Jahr
1426bis 1491
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ulrich Rösch, 1463 bis 1491 Abt des Klosters St.Gallen, er brachte die Finanzen des Klosters wieder in Ordnung.
Jahr
1426
14. Juli
Bischof Otto von Konstanz fordert den Rat von St.Gallen auf, an einem gemeinsamen Gottestdienst, den Sieg über die
Husiten zu erflehen.
Jahr
1426
Gründung des Feldnonnen- oder Beginenhauses, untere Klause bei St.Leonhard.
Jahr
1426
Abt Heinrich von Mansdorf belegt St.Galler Gotteshausleute mit Bann und Interdikt, weil sie keine Abgaben an das Kloster bezahlen.
Jahr
1426
Weisung an die Bürger, wer sich ohne Vorwissen des Rats einem neuen Abt in irgend einem Fall eidlich verpflichtet, dem wird für fünf Jahre Verweisung angedroht.
Jahr
1426
Bei Bedarf können Ratsboten geliehen werden, so heisst es, wer einen oder mehrere Boten vom Rat ausleihe, solle (den oder die mit Geld aufbringen) und den Boten ihre Verpflegung und ihren Lohn ausrichten, ohne Schaden für den Rat.
Jahr
1426
Abt Eglolf Blarer, er übernimmt die Abtei in äusserst schlechtem Zustand. Abt bis 1442.
Jahr
1428
7. Oktober
Die Ritterschaft des
Sankt Jörgenschilds melden dem Bürgermeister und Rat von St.Gallen, gegen die Appenzeller einschreiten zu wollen.
Jahr
1429
Das Gebiet westlich der Kreuzbleiche wird erstmals als Vonbuel erwähnt.
Jahr
1429
Der Friedensschluss zu Konstanz verpflichtet die Appenzeller, 1000 Pfund Pfennige an das Kloster St.Gallen zu zahlen. Dafür werden sie von Bann und Interdikt befreit.
Jahr
1429/30
Abt Eglolf Blarer beruft Mönche der Hersfelder Kongregation zur Reform des Gallusklosters.
Jahr
1430
An der Engenfurth auf der Halbinsel im Rechen bei Bruggen übernimmt eine Walche zur Filzherstellung ihren Betrieb.
Jahr
1430
Das Haus an der Bankgasse Nr.6, in dem sich das Restaurant Neubad befindet, wird erstellt.
Jahr
1430
Die Unterdrückung eines Zunftaufstandes in Konstanz und die damit verbundene Auflösung der dortigen Weberzunft bewirkt, dass Konstanz seine Vormachtstellung im Textilsektor an St.Gallen verliert.
Ergänzung
Jahr
1430
Die grösste Glocke des Laurenzenturms, St.Gallus getauft, wird von Hans Schnabelburger einem Stadtbürger gegossen.
1430 bis 1436 Der Mönch Friedrich Kölner aus dem nordhessischen Kloster Hersfeld weilt in St.Gallen und sorgt für klosterinterne Reformen. Er dient auch als Beichtvater für die Schwesterngemeinschaft in St.Georgen und fungiert als Textübersetzer von lateinischen Texten in ins Deutsche.
Jahr
1431
7. Oktober
König Sigismund gebietet der Stadt St.Gallen, für den Italienzug 100 Mann zur Verfügung zu stellen.
Jahr
1431
Die Fürstabtei St.Gallen erwirbt von den Herren von Rorschach Güter und Rechte in Egglinsriet.
Jahr
1432bis 1496
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ulrich Varnbühler, 1467 Ratsherr und Säckelmeister, 1471 Hofrichter, 1476 Feldhauptmann der St.Galler bei Grandson und Murten in Burgund, 1481/90 abwechselnd Amtsbürgermeister, Altbürgermeister und Reichsvogt in St.Gallen
Jahr
1433
15. Juni
Abt Eglolf von St.Gallen gibt der Äbtissin Verena und dem
Konvent des Gotteshauses Maggenau die Leibeigene Anna Langenauer, Ehefrau des Hug Benz von Maggenau im Tausch gegen die Leibeigene Gret Sütin.
Jahr
1433
Im Rechen an der Sitter wird eine Walke gebaut.
Jahr
1434
Durch kaiserliche Vermittlung kommt es zwischen dem Kloster und Tabulatum zu einem Vergleich, denn nebst der Stadt, hat sich während der Appenzellerkriege auch das zu Wittenbach gehörende Tabulatum vom Kloster abgewendet und diesem über viele Jahre die Steuern und Abgaben verweigert.
Jahr
1434
26. Januar
Kaiser Sigismund befielt der Stadt St.Gallen, aller Gemeinschaft mit den Appenzellern zu entsagen.
Jahr
1434
25. Februar
Kaiser Sigismund bewilligt den St.Gallern, vorübergehend mit den
geächteten Appenzellern Kontakte zu pflegen.
Jahr
1434
Abt Egloph reisst den zuvor der Stadt übergebenen Leinwandreif, sein Vorbehaltsrecht nutzend, wieder an sich und leiht ihn dem Stadtbürger Hans Keller und seine Frau aus.
Ergänzung
Jahr
1435
Abt Eglolf Blarer lässt zwischen Müllertor und St.Otmarkappelle eine Mauer erstellen.
1435 Die Gemeindsgenossen von Bernhardzell, die den Stift St.Gallen nur als Schirmherrn anerkennen, verweigern Abt Eglolf die Steuerentrichtung. Ein Schiedsgericht bestätigt aber dem Abt das Recht in Berhardzell Steuern einzutreiben.
Jahr
1436
Nebst dem neuen Namen Neugasse wird die benannte Gasse weiterhin noch Gerber- und auch Ledergerbergasse genannt.
Jahr
1437
21. März
Papst Eugen IV. gestattet den St.Gallern exklusiv, während der Fastenzeit Milchspeisen geniessen zu dürfen.
Jahr
1437
Der Schwyzer Landammann Ital Reding d.Ä. schliesst in St.Gallen ein 20jähriges Landrecht zwischen Schwyz und dem St.Galler Abt Egloff Blarer von Wartensee.
Jahr
1437
Ein Teil des heutigen Restaurant Papagei ist auf diese Zeit verbrieft.
Jahr
1438
Das Rezept der St.Galler-Bratwurst wo nur Schweinefleisch und -därme verwendet wurde, wird geändert. In den Satzungen der Metzgerzunft wird in einem neuen Rezept festgehalten, dass die Bratwurst muss nun aus Kalbfleisch, Speck, Gewürzen und frischer Milch bestehen muss.
Jahr
1438
Verfassung einer Zunftsatzung, welche die Grundlagen eines gesetzlichen Anteils der Handwerker an dem Stadtregimente enthält.
Jahr
1438
Der St.Galler Bürger Hugo von Watt kauft dem finanziel darbenden Kloster die Rechte für den Handelshafen Steinach ab.
Ergänzung
Jahr
1439
Im Kloster beginnen die insgesamt 44 Jahre dauernden Bauarbeiten für den neuen Chor, der alte war beim Stadtbrand von 1418 stark beschädigt worden.
Jahr
1439
17. Juli
Das Konzil zu Basel bewilligt Kaspar Ruchenacker den verfallenen Klosterfriedhof in St.Gallen in Stand zu setzen und auf ihm eine Kapelle zu Ehren der leiden Christi zu errichten.
Jahr
1440
4. Oktober
Die Stadt muss sich vor dem Hofgericht in Rotweil (De) verantworten, weil sie den in die
Acht erklärten Eberhard von Ramschwag bei sich aufgenommen hat.
Ergänzung
Jahr
1440
Die Mötteli, Besitzer des Schlosses Martinstobel, von ihnen Rappenstein genannt, erhalten von Kaiser Friedrich III. die Bewilligung, sich «Mötteli von Rappenstein» zu nennen.
Jahr
1440
Das Heiliggeist-Spital erhält eine eigene Kapelle.
Jahr
1440/41
Riesige Schneemengen lassen in der Stadt etliche Häuser einstürzen.
Jahr
1441
18. Juli
König Friedrich bestätigt die Rechte und Freiheiten der Stadt St.Gallen.
Jahr
1442
18. Juni
Papst Eugen (IV.) teilt Kaspar von Landenberg mit, dass er ihn als Abt über das Kloster St.Gallen gesetzt habe und befiehlt ihm, sich dieser Aufgabe mit Eifer zu unterziehen.
Jahr
1442
30. November
Die Krönungsreise des Habsburgers Friedrich III. führt ihn auch nach St.Gallen wo er von Bürgern und Priestern ehrenvoll empfangen wird.
Jahr
1442
Abt Kaspar von Breitenlandenberg, Abt bis 1457.
Ergänzung
Jahr
1442
Abt Kaspar von Breitenlandenberg anerkennt die von der Stadt St.Gallen errungenen Rechte und Freiheiten nicht, worauf ihm die Stadt den Huldigungseid verweigert.
Jahr
1442
Das Katharinenkloster wird mit einer Mauer umfasst.
Jahr
1442
Schoranshuoba, eine der grössten Getreidehöfe des Heiliggeistspitals, muss laut Zinsbuch dem Spital, 24 Malter Hafer und Dinkel abliefern.
Jahr
1443
Ratsherr Caspar Wirt, Leiter der Diesbach-Watt'schen Gesellschaft aus St.Gallen wird auf dem Weg nach Leibzig von Raubrittern, den Gebrüder von Waldenfels, überfallen, zwölf Scheiben Wachs wurden ihm gestohlen.
Jahr
1443
Aus Protest gegen die Misswirtschaft des Abtes verlassen sechs Mönche den Konvent.
Jahr
1445
Die Lehen von Junker Rudolf von Rosenberg zu Zuckenriet fallen mit Burg und Zuckenriet an das Kloster St.Gallen zurück.
Jahr
1448
21. Januar
Werner von Holtzhusen verkauft dem Heiliggeistspital St.Gallen Güter in Eschlikon.
Jahr
1448
12. Mai
Im Heiliggeistspital wird durch den Generalvikar von Konstanz eine Kapelle geweiht.
Jahr
1448
Die Juden der Judescheit werden wieder des Ritualmords beschuldigt und aus der Stadt St.Gallen ausgewiesen.
Jahr
1449
St.Annaschloss kommt in den Besitz der Fürstabtei und wird Sitz des äbtischen Vogtes der ab 1464 auch den Blutbann ausübt.
Ergänzung
Jahr
1449
Das nach dem Brand von 1418 zerstörte und provisorisch im Portnerhof untergebrachte Rathaus wird nach seinem Wiederaufbau an der Marktgasse wieder seiner Bestimmung übergeben. Der Portnerhof kommt in den Besitz von Beginen.
Jahr
1450
Innerhalb der Stadtmauern werden 473 Häuser gezählt.
Jahr
1451
17. August
Abt Kaspar Landenberg schliesst mit den Zürchern, Luzernern, Schwyzern und Glarnern ein ewiges Bündnis.
Jahr
1451
St.Jörgen bekommt eine Kaplaneipfründe.
Jahr
1451
Das Stift St.Gallen tritt der Eidgenossenschaft als zugewandter Ort bei.
Jahr
1452
12. Mai
Bürgermeister und Rat zu Wangen im Allgäu warnen in einem Brief die St.Galler, dass auf ihrem Handelsweg auf der Ruckburg bei Bregenz Knechte liegen, die Kaufleute überfallen wollen.
Jahr
1452
Das Kloster St.Gallen erlangt die Landesherrschaft über das Gebiet der nachmaligen politischen Gemeinde.
Jahr
1452
Das Heiliggeistspital kauft von Hans dem jüngeren von Andwil für 4000 rheinische Gulden das nach einer Brandschatzung wieder aufgebaute Schloss Oberberg ab.
Jahr
1452
Der Schenken- später Freihof, nördlich am Multertor angebaut, wird erstmals urkundlich erwähnt. Das Haus, eine stattliche Stadtvilla, stand dort wo heute die UBS in einem mindestens ebenso stattlichen Gebäude ihren Sitz hat.
Jahr
1452
Auf Sant Görgen wird erstmals ein eigener Friedhof erwähnt.
Jahr
1452
Die Leinwandschau, eine Qualitätskontrollstelle wird eingeführt.
Jahr
1452
An der Schmidgasse 15 wird das Haus zum Pelikan ein Bohlenständerhaus errrichtet.
Ergänzung
Jahr
1453
30. August
Eine Kältewelle bewirkt heftigen Schneefall bis zur Notkersegg.
Jahr
1453
Beim Tann wird eine Kapelle geweiht und wird nun Kloster genannt.
Ergänzung
Jahr
1454
St.Gallen wird zugewandter Ort der Eidgenossenschaft.
Jahr
1454
Ulrich Zidler ermöglicht durch Vergabe, dass die Siechen vom Linsinböl wöchentlich einmal Weissbrot erhalten. Alljährlich am Todestag des Stifters sogar eine Mass Wein.
Jahr
1454
Trogen kauft sich vom Kloster frei.
Jahr
1455
Die Stadt ist bestrebt, die verbliebenen weltlichen Güter des Klosters zu übernehmen, Abt Kaspar ist bereit alle Hoheitsrechte des Klosters an die Stadt zu verkaufen. Die Verwirklichung scheitert am Widerstand des Klosterpflegers Ulrich Rösch und den Untertanen des Klosters.
Jahr
1457
5. Februar
Der Berner Schiedsspruch bekräftigt die freie Wahl des Rates und Ammanns sowie das Recht zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit. Der Schiedsspruch ermöglicht der Stadt sich mit 7000 Gulden politisch vom Kloster frei zu kaufen, was den Aufstieg zur Reichsstadt bedeutet.
Jahr
1457
November
Der
Konvent entzieht Abt Kaspar von Breitenlandenberg die Verwaltung des Klosters.
Ergänzungen
Jahr
1457
30. August
Das finanziell angeschlagene Kloster verkauft der Stadt die letzten Freiheitsrechte, was schliesslich zur autonomen Stadtrepublik führt.
Jahr
1458
22. August
Nach vielen Bemühungen des Abtes werden die Grenzen zwischen dem Gotteshaus und den Appenzellern festgelegt. Die Eidgenossen versammeln sich zu diesem Zweck in Einsiedeln.
1458 16. Oktober
Das Klösterchen St.Katharinen ersteht die von Ammann und Hofleuten aus Berneck angebotene
Torkelhofstatt am Kobel.
Jahr
1458
Ulrich VII. Freiherr von Sax-Forstegg wird Bürger von St.Gallen.
Jahr
1459
16. Juli
Ein grosser Wolkenbruch lässt den Irabach dermassen anschwellen, dass dieser über den Damm in den Stadtgraben fliesst. Die Stadtbürger müssen auf den Bleichen die Leinwand einsammeln damit diese von der auch hochgehenden Steinach nicht fortgeschwemmt wird.
Jahr
1459
30. August
Starke Schneefälle die die Höhen rund um die Stadt zu Winterlandschaften macht.
Jahr
1459
Tablat, bisher der Reichsvogtei Wittenbach zugehörig, wird zum eigenen Niedergericht erhoben.
Jahr
1459
Die Stadt erwirbt von Kaspar Ruchenacker, gezwungen durch die starke Handelsentwicklung am Bodensee, die Vogtei Steinach mit Gerichtsrechten und dem Handelshafen, der nun als Haupthafen und Lagerplatz dient.
Jahr
1459
Auf der Westseite des Hauses zum Pelikan wird eine eingeschossige Mange erstellt.
Jahr
1459 bis 1486
In besagtem Zeitraum amtet Johannes Bernezutirer als Kaplan in St.Georgen. Im Pfarrhaus führt er nebenbei eine Gaststätte.
Jahr
1460
Ein zum Heiliggeistspital gehörendes und jetzt noch bestehendes Haus an der Kugelgasse wird gebaut.
Jahr
1460
Das zum Kloster St.Gallen gehörende Kölliken AG wird von den Stadtbernern gekauft.
Jahr
1460
Das Heiliggeistspital erwirbt über seine Besitzungen in Almensberg (Amriswil) die Gerichtsbarkeit (Spitalgericht).
Jahr
1460
Um seinen Fischbestand zu mehren erstellt das Kloster St.Gallen zwischen Bettenau und Oberuzwil die Bettenauerweiher.
Jahr
1460
Den Stadtbürgern wird verboten, in Trinkstuben und auf den Gassen bevorstehende Wahlen zu besprechen.
Jahr
1460
Die einst im ganzen europäischen Raum erfolgeich tätige Diesbach-Wattsche Handelsgesellschaft löst sich auf.
Ergänzung
Jahr
1460
31. Mai
Eidgenössische Boten entscheiden im Streit zwischen dem Kloster und der Stadt St.Gallen über den Standort der vier Grenzkreuze (Friedkreuze) die im neuen Grenzvertrag zwischen der Stadt und der Abtei festgehalten werden.
Jahr
1460
Die Bewohner von Trogen ersuchen den Bischof von Konstanz und den Abt von St.Gallen darum, ihre neugebaute Kapelle zur unabhängigen Pfarrkirche zu erheben, was ihnen auch gewährt wird.
Ergänzung
Jahr
1461
St.Galler-Milizen beteiligen sich an der Seite der eidgenössischen Truppen an der Belagerung der stark befestigten Stadt Winterthur.
Jahr
1462
Da der Administrator Ulrich Rösch nach Meinung der Stadt einen unschuldigen Stadtbürger gefangen nahm, verhaftet die Stadt zwei Untertannen des Klosters.
Ergänzung
Jahr
1462
Eine sogenannte Öffnung fixiert die Rechte der Stadt St.Gallen am Handelshafen Steinach.
Jahr
1463
Ulrich Rösch, ein Bäckerssohn aus Wangen im Allgäu, wird erster nicht adliger Abt von St.Gallen. Abt bis 1491.
Jahr
?bis 1463
Kaspar von Breitenlandenberg, 1442 bis 1463 Abt von St.Gallen.
Jahr
1463
8. September
Der Bischof von Konstanz erklärt sich bereit, die Vereinbarung die Abt Ulrich Rösch und die Besitzer von Schloss
Sulzberg, Hans und Aberhans Gnaepser zuvor festlegten, anzuerkennen. Somit erhält das Kloster St.Gallen die Gerichtsherrlichkeit über Obergoldach.
Jahr
1463
Die Stadt baut an der Heidengasse (Schwertgasse), zwischen Brühl und Pletztor (Platztor) einen Wehrturm dem sie den Namen St.Michaelsturm gibt.
Jahr
1463
Dort wo heute vom Unteren Graben, westlich vom «Alt St.Gallen», eine Öffnung in die Augustiner- und Engelgasse führt, wird zur Stadtbefestigung das sogenannte Spitztürmli erstellt, später wurde es zum Arrestlokal umfunktioniert.
Jahr
1463
Die Stadt erbaut an Stelle der Siechenkapelle im Linsinböl eine Kirche.
Jahr
1463
Im Egelmoos, westlich von Gossau lässt Fürstabt Ulrich Rösch einen Fischweiher ausstechen, es handelt sich dabei um den grössten Fischweiher der Abtei.
Jahr
1463
Die Kirchgenossen von Trogen dürfen eine eigene Pfarrei einrichten, sie müssen somit für den obligatorischen Kirchenbesuch nicht mehr den beschwerlichen Weg zur Stadt unter die Füsse nehmen.
Jahr
1464bis 1545
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johannes Varnbühler, Sohn des St.Galler Bürgermeisters Ulrich Varnbüler und dessen Ehefrau Agnes, bekleidete das Amt des Bürgermeisters von Lindau neun mal.
Jahr
1464
Die Fürstabtei wird nun auch im städtischen Rat zu Wil von einem Hofammann vertreten.
Jahr
1466
Kaiser Friedrich III. erteilt Burgermeister, Rath und Burgerschaft der Stadt St.Gallen die Freiheit, Gred, Kaufhäuser zu bauen und für die aufbewahrten und besorgten Kaufmannsgütern Zoll, Niederlage und Hausgeld zu beziehen.
Jahr
1466
Die Burg Forstegg bei Sennwald, zuvor von der Stadt St.Gallen vom Stadtbürger Ulrich VII. übernommen, wird an den Bürger Lütfried Mötteli verpfändet.
Jahr
1466
Die Notensteiner (Vorgängerin der Industrie und Handelskammer IHK) geben sich Satzungen und führen einen Matrikel ein. Ihr Lokal, die Trinkstube zum Antlitz, wird mit Wappen verziert.
Jahr
1467
24. Juli
Ein von zehn Kardinälen unterzeichneter
Ablassbrief bestätigt denjenigen die St.Mangen und die Wiboradakapelle besuchen, einen Sündenablass von hundert Tagen.
Jahr
1467/8
Die Stadt und die Abtei stellen für die Belagerung von Waldkiche, durch eidgenössische Freischaren, je 100 Mann zur Verfügung.
Ergänzung
Jahr
1468
Abt Ulrich Rösch erwirbt von den Herren von Raron das Toggenburg, gründet einen St.gallischen Territorialstaat und kauft sich den Fürstentitel. Er gilt als zweiter Klostergründer.
Jahr
1468
Die Luzerner, unter eidgenössischem Bündnis im Schwarzwald gegen Herzog Sigismund von Österreich kämpfend (Sundgauerzug), ermahnen die Stadt zur Beihilfe, die dann eine Kompanie rot gekleideter Mannen, vermutlich die erste eigentliche Uniform, entsendet. Mit diesen 160 Mann zusammen schädigen sie den Feind bis sich dieser mit der Abtretung vom Thurgau den Frieden erkauft.
Jahr
1468
Die um 1200 von den Freiherren von Sax erstellte Wildenburg bei Wildhaus kommt in den Besitz des Klosters St.Gallen.
Jahr
1468
Die Abtei St.Gallen erwirbt die Vogtei Niederbüren.
Jahr
1468 bis 1798
Das um 1214 erbaute Schloss Lütisburg dient als Vogteisitz der St.Galler Fürstabtei.
Jahr
1468
In der schnell wachsenden Stadt St.Gallen werden 690 Häuser gezählt.
Jahr
1469
Abt Ulrich Rösch erlässt für die Dörfer Gossau und Mörschwil eine Öffnung, eine Art Gemeindeverfassung, die Hof- und Dorfrecht, sowie die Rechte und Pflichten der bäuerlichen Einwohner regelt.
Jahr
1469
Neben dem Siechenhaus auf dem Linsinböl wird eine Kirche erstellt. Die Kranken können über einen gedeckten Steg direkt zur Kirchenempore gelangen, somit sind sie von den anderen Kirchgängern im Erdgeschoss getrennt. Dort müssen sie zweimal täglich 50 Paternoster und Ave Maria sprechen.
Jahr
1470
Die Juden werden aus der Stadt ausgewiesen.
Jahr
1470
Unterhalb des Frauenklosters St.Leonhard, dass auf dem Büchel steht, ist eine Kapelle verbürgt.
Jahr
1470
Abt Ulrich Rösch lässt in St.Fiden ein Wirts-, Gemeinde- und Gerichtshaus bauen, dessen Mauern noch heute das Restaurant Hirschen beherbergen.
Jahr
1470
Bürger dürfen nicht mehr ohne Einverständnis des Rates in fremdem Sold laufen. Zuwiederhandlung wird mit Bürgerrechts- und Zunftverlust bestraft.
Jahr
1470
Andwil wird samt Vogtei an das Heiliggeistspital verkauft.
Jahr
1470
Die Feldnonnen zu St.Leonhard übernehmen die Regeln der Terzinanerinnen, leben aber nicht in Klausur.
Jahr
1471
Kloster und Stadt erstellen die erste gemeinsame Wasserleitung mittels Teuchel von Quellen auf Hofstetten und St.Leonhardshölzli bis zum Loch (Gallusplatz) von wo das Wasser in verschiedene Brunnen der Stadt weitergeleitet wird.
Jahr
1471
Vertreter der Stadt St.Gallen setzen mit den vier Höfen Altstätten, Marbach, Berneck und Balgach einen Rebbrief auf, der Aufwand und Ertrag zwischen städtischen Grundbesitzern und Rebbauern regelt.
Jahr
1471
Abt Ulrich Rösch, erwirbt Salmsach mitsamt Kirchensatz und vereinigt es mit dem Gericht Romanshorn (bis 1798).
Jahr
1472 bis 1551
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Christoph Schappeler (Sertorius), Stadtbürger, Schulmeister und Reformator, Pfarrer zu Memmingen (De).
Ergänzung
Jahr
1473
Die Stadt beschliesst, an der Nüwengassen, kein neues Gerbhaus mehr bauen zu lassen.
Jahr
1473
Die Räte der Stadt setzen fest, dass Bürger und Bürgerinnen die Urteile aus einem Streithandel akzeptieren müssen, also keine Appelation mehr möglich ist.
Jahr
1473
Das Kloster kauft das einst schon mal in seinem Besitz gewesene Rebstein wieder zurück.
Jahr
1473
Ein heisser Sommer bewirkt einen Wassermangel, dies zwingt die Stadtleute das Wasser stundenweit von Flüssen herzuholen.
Jahr
1474
Abt Ulrich Rösch kauft dem Bischof von Konstanz die noch nicht zur Abtei gehörenden Teile von Eggersriet und Umgebung ab.
Jahr
1474bis 1868
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ulrich Varnbühler, Diplomar und Verwalter der Rechskammergerichtskanzlei in Speyer.
Jahr
1474
Die Burg Waldegg an der Burgstrasse wird erbaut, sie ist Sitz des Landeshofmeisters.
Jahr
1474
Hauptmann Willhelm Ringgli eilt mit einer städtischen Truppe in den Burgunderkrieg um Kaiser Karl Friedrich III. gegen den Herzog Karl der Kühne zu unterstützen.
Jahr
1474
13. November
Auf der Seite von Kaiser Heinrich III. kämpfen bei Hericourt auch 100 Stadt St.Galler und 200 äbtische Soldaten gegen Herzog Karl von Burgund mit Erfolg. Dieser muss das Schlachtfeld mit 3000 Mann Verlust verlassen.
1474 Ein heftiger Sturm reisst in der ganzen Stadt Ziegel von den Dächern und zerstört ein sich im Bau befindendendes Klostergasthaus und eine Kapelle.
Jahr
1475
5. Juli
Die getreuen Dienste im Burgunderkrieg ehrend, verleiht Kaiser Friedrich III. der Stadt St.Gallen mittels Wappenbrief eine besondere Gnade. Der St.Galler Bär, im Stadtwappen mit Gold in den Ohren, goldenen Augenbrauen und Krallen versehen, darf ab sofort auch ein goldenes Halsband tragen.
Ergänzung
Jahr
1475
64 äbtische und 37 städtische Soldaten beteiligen sich am Entsatz von Neuss, dass schon nahezu ein Jahr lang von Karl dem Kühnen belagert wird.
Jahr
1475
Das Hofgut Watt (Schloss Watt) bei Mörschwil wird vom Frauenkloster St.Katharinen erworben.
Ergänzung
Jahr
1475
Auf dem Marktplatz wird die Metzg erstellt, in der auf der ersten Etage auch ein Saal für verschiedene Anlässe integriert ist.
Jahr
1476
Engel Varnbühler, Schwester des Ulrich (Bürgermeister der Stadt) wird zur Klostervorsteherin des Klösterchens St.Katharinen gewählt.
Jahr
1476
Ulrich Varnbühler befehligt die St.Gallertruppen bei Grandson und Murten.
Jahr
1477
An der Frankfurter-Messe wird ein Arboner überführt, der mit einem (G) gefälschtes Leinengewebe anbot. Das (G) war Zeichen der Qualitätssicherung der Stadt St.Gallen.
Jahr
1477
Da im Archivgewölbe im Irertor offenbar eine grosse Unordnung herrscht, werden der Stadtschreiber und und der Altbürgermeister beauftragt umgehend für Ordnung zu sorgen.
Jahr
1478
Ein ungeheurer Platzregen bringt der Steinach soviel Wasser, das mehrere Mühlen, kleine Häuser und Städel sowie Brücken und Stege weggerissen werden.
Jahr
1478
In St.Katharinen wird der Kreuzgang erstellt.
Jahr
1478
Der Rat beschliesst, im Irertor ein Gewölbe einzubauen.
Ergänzung
Jahr
1479
Die Stadt kauft Ulrich Brendler für 590 Pfund Pfennige die Berneckweide, als künftige Gemeindeweide ab.
Jahr
1479
Ulrich Varnbühler, Bürgermeister der Stadt St.Gallen, als Feldhauptmann soeben mit reicher Beute aus den Burgunderkriegen zurückgekehrt, baut das Schloss Weinstein in Marbach aus.
Jahr
1479
Gründung des Spendamtes, dass der Armenunterstützung, unter anderem mit Brotspenden dient.
Jahr
1479
Die Schwestern im Kloster Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg sind als Franziskaner-Terziarinnen bezeugt.
Jahr
1479
Die städtische Polizeistunde wird auf 21:00 Uhr festgesetzt.
Jahr
1479
Abt Ulrich Rösch erlaubt den Einwohnern von Teufen, sich selber eine Kirche zu bauen, somit müssen Sie für den Kirchgang nicht mehr den Weg nach St.Georgen unter die Füsse nehmen.
Jahr
1479
Die Wolfgangkapelle beim Schlössli Haggen wird erstmals erwähnt.
Jahr
1479
Die Hüslibrücke über die Sitter bei Zweibruggen, auch Schmidlinsbrücke genannt wird erstmals erwähnt.
Jahr
1479
Erwähnung des Burgstalls auf der Bernegg, der nur Befestigungszwecken dient.
Jahr
1480
St.Gallen entwickelt sich zu einem Zentrum der Textilindustrie.
Jahr
1480
Ein Schiedsspruch der Eidgenossen untersagt dem Kloster die offene Klosterschenke, dass Gasthaus gab immer wieder Anlass zu Streitigkeiten zwischen Stadt und Kloster.
Jahr
1480
Die zu dieser Zeit grösste Münze, der Madonnen-Plappart, wird mit dem Motiv des Wallfahrtsbildes im Kloster herausgegeben.
Jahr
1481bis 1554
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Hierronymus Schurf, Rektor an der Universität von Wittenberg.
Ergänzung
Jahr
1481
Konstanz ersucht erfolglos um die Bewilligung, auf seiner Leinwand das St.Galler-Leinwandzeichen setzen zu dürfen.
Jahr
1481
Abt Ulrich Rösch schreibt die kurze Chronik des Gotzhaus St.Gallen mit der Begründung der Verlegung des Klosters nach Rorschach.
Jahr
1481
Fürstabt Ulrich Rösch baut den Hof zu Wil.
Jahr
1481 bis 1521
In dieser Zeitperiode werden von den frommen Frauen in St.Katharinen 111 Bücher hergestellt.
Jahr
1482
Im Klösterchen St.Katharinen wird die Klausur eingeführt, ab sofort dürfen sich die Nonnen nur noch innerhalb der neu erstellten Klostermauern bewegen und müssen sich der Umwelt für ihr ganzes Leben entsagen.
Jahr
1483 bis 1805
Das Schloss Schwarzenbach kommt in den Besitz der Äbte von St.Gallen und wird Sitz ihrer Obervögte.
Jahr
1483
Hans und Rudolf von Rappenstein, Mötteli genannt, stiften mit viel Geld zu St.Katharinen-Altar eine ewige Messe.
Jahr
1483
Der Konvent stimmt der Aussiedlung des Klosters St.Gallen nach dem Kloster Mariaberg in Rorschach zu.
Jahr
1483
Im Kloster, oft auch Münster genannt, wird ein gotischer Chor vollendet.
Jahr
1483
Die Abt Ulrisch Rösch nahestehende und wohlhabende Familie von Walter Kuchimeister-Baumann aus St.Gallen stiftet in Appenzell 60 Hektaren Land für das «Armengut Ried».
Ergänzung
Jahr
1483
Im St.Katharinenkloster können sich Mädchen schulisch Ausbilden lassen.
Jahr
1483
Das Schloss Schwarzenbach kommt in den Besitz der Äbte von St.Gallen.
Jahr
1484bis 1551
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Joachim von Watt, später Vadian genannt, Spross einer St.Galler Kaufmannsfamilie, die im Namen der Diesbach-Watt'schen Gesellschaft einen weltweit regen Leinwandhandel betrieb.
Ergänzung
Jahr
1484
30 Metzger kaufen sich Haus, Hofstatt und Garten an der Hindergassen, für 300 Taler. Hier werden Versammlungen und gesellige Treffen abgehalten, kurz, es wird als Zunfthaus genutzt, heute Restaurant zum Goldenen Schäfli.
Jahr
1484
Barbara Wirth überschreibt ihrem Gatten, Georg Mötteli, das Haus zum Papagei hinter der Brotlaube.
Jahr
1485
19. Juli bis 12. August
Grosses Schützenfest.
Jahr
1485
29. September
Luzerner Friedensvertrag zwischen Bern, Fribourg, Glarus, Luzern, St.Gallen Stadt, Schwyz, Solothurn, Unterwalden, Obwalden, Uri, Zug, Zürich und Mailand.
Jahr
1485
Am Irertor wird auf der Nordseite ein Wappenrelief angebracht.
Jahr
1485
In den Büchern wird ein Kaplan erwähnt, der in der Armsünderkapelle nahe beim Hochgericht zur Leimat seines Amtes waltet.
Jahr
1485
Abt Ulrich Rösch bekommt die kaiserliche Einwilligung zur Errichtung einer ausgedehnten neuen Klosteranlage in Rorschach, die Kirche, Glockenturm, Schlafraum, Kreuzgang, Mühle, Weiher usf. umfassen sollte.
Jahr
1486
Die Abtei muss nach langen Rechtsstreitereien seine Vogtei Rheintal an Appenzell abtreten.
Jahr
1486
Herrschaft und Gerichtsbarkeit von Burgau bei Flawil gehen an das Kloster St.Gallen.
Jahr
1486
Abt Ulrich Rösch bestätige, dass er der Kirche St.Dions in Esslingen Gallusreliquien zukommen lässt.
Jahr
1487
21. März
Abt Ulrich Rösch legt den Grundstein für ein neues Kloster in Rorschach.
Ergänzung
Jahr
1487
Die Stadt errichtet (bei Martinsbrücke) durch Baumeister Anton Falk eine gedeckte Holzbrücke, die erste Brücke die die Stadt mit Untereggen und Eggersriet verbindet.
Ergänzung
Jahr
1487
Die Stadt bekommt von Kaiser Friedrich III. das Privileg, weitere Wochen- oder Jahrmärkte, die der Stadt näher kommen als zwei Meilen, zu verbieten.
Jahr
1487
Der Abt erlaubt den Rebsteinern den Bau einer dem heiligen Sebastian gewidmeten Kapelle.
Jahr
1487
Kaiser Friedrich III. erteilt der Stadt das Privileg, Fälscher die sich im Zusammenhang mit der Leinwand schuldig gemacht haben, auf dem Gebiet des Klosters verhaften zu können. Abt Ulrich, natürlich nicht einverstanden und betreibt die Kraftloserklärung des Privilegs, was ihm schlussendlich auch gelingt.
Jahr
1488
11. August
Ein Blitzschlag zerstört den
Dachreiter von St.Mangen.
Jahr
1488
Der Rat bestimmt, es dürfe in St.Gallen keine fremde, überseeische Leinwand gefärbt werden.
Jahr
1489
28. Juli
Klosterbruch zu Rorschach. Der schon fertig gestellte Kreuzgang, 80 Zellen und der Kapitelsaal werden vom Bürgermeisters der Stadt St.Gallen, Ulrich Varnbühler zusammen mit Stadtbürgern, Appenzellern und Rheintalern zerstört, geführt wurde der Bruch von Hermann Schwendiner.
Jahr
1489
21. Oktober
In Waldkirch vereinigen sich Stadt St.Galler, Appenzeller und Gotteshausleute zu einem Bund (Waldkircher-Bund) um gemeinsam gegen die mit dem Kloster verbündeten eidgenössischen Truppen vorzugehen.
Jahr
1489
Die Appenzeller haben vom Klosterbruch in Rorschach noch immer nicht genug, sie zerstören auf der Weiherweid im Tal der Demut auch noch die Fischteiche des Abtes.
Ergänzung
Jahr
1489
Ulrich Varnbühler und der Appenzeller Landamann Hermann Schwendiner verlangen in Wil vom Fürstabt Ulrich Rösch die sofortige Einstellung des Klosterbaus in Rorschach, der aber weigert sich auf die Forderung einzugehen.
Jahr
1489
An der Urnäscher-Chilbi beschliessen St.Galler- und Appenzellerbürger, kriegerisch gegen das sich im Bau befindende Kloster von Abt Ulrich Rösch in Rorschach vorzugehen.
Jahr
1489
Vor der Belagerung der Stadt durch Truppen der Eidgenossen werden vor den Stadttoren aus strategischen Gründen etliche Häuser niedergebrannt und Bäume gefällt. Vor dem Pletztor, die Neuzeit machte es zum Platztor, wird gar eine hübsche Vorstadt vernichtet.
Jahr
1490
19. Januar
Der
Waldkircher-Bund eröffnet mit der Besetzung des äbtischen Schlosses Romanshorn und der Belagerung von St.Annaschloss in Rorschach die Kampfhandlungen.
Jahr
1490
November
Arrestbefehl vom Rat. Der Hochverschuldete Hans Obenzhofer darf weder sein Haus mit dem Laden oder aus diesem etwas verkaufen bis er alle seine Schulden bezahlt hat.
Jahr
1490
Eidgenössische Truppen (8000 Mann) belagern die Stadt, dies weil die Stadt sich an der Zerstörung des Klosters in Rorschach beteiligte. Heinrich Zili organisiert die Verteidigung der Stadt (400 Mann). Über der Glockenstube der St.Laurenzenkirche wird aus einem Wachraum mit einer Kanone auf die Belagerer geschossen.
Jahr
1490
Die Burg Oberberg kommt in den Besitz der Fürstabtei St.Gallen und erhält die Bezeichnung Schloss.
Jahr
1490 bis 1528
Lorenz Hochrütiner, Bilderstürmer, tritt an einer Bibellesung von Johannes Kessler gegen die Kindertaufe auf. Sein radikaler Täuferaktivismus führt schliesslich zu seiner Ausweisung aus der Stadt, dem auch seine ganze Familie Folge leisten muss.
Jahr
1490
Der Friede von St.Fiden beendet den St.Gallerkrieg. Der St.Galler Bürgermeister Ulrich Varnbühler und der Appenzeller Landamann Hermann Schwendiner werden verbannt und ihre Vermögen eingezogen. Die Abtei muss aber auf eine Klosterverlegung verzichten.
Jahr
1490
Die Stadt, die einst den Hafen Steinach dem Kloster abgekauft hatte, muss diesen als Strafe für den Klosterbruch zusammen mit dem Gredhaus dem Kloster übergeben.
Jahr
1490
Das 1470 an das Heiliggeistspital verkaufte Andwil wird als Straffolge des Rorschacher Klosterbruchs der Eidgenossenschaft einverleibt und dann dem Kloster verkauft.
Jahr
1490
Die Schwyzer die die Stadt belagernden Eidgenossen unterstützen lagern in St.Georgen und Mühlegg. Sie plündern Häuser und Ställe und entwenden die Kirchenglocken die heute noch im Kirchturm zu Brunnen hängen.
Ergänzung
Jahr
1490
Das Nebentor (Metzgertor) oben an der Metzgergassen wird zugemauert und in den Jahren bis 1540 in einen Turm (Harzturm) umgestaltet.
Ergänzung
Jahr
1490
Das Kloster zählt zur Zeit 30 Mönche.
Jahr
1490>
Die Stadt hat aus der Belagerung durch die Eidgenossen gelernt, sie erhöht die einst nur mannshohe Mauer in der Nördlichen Stadt und erstellt Wachtürme.
Jahr
1490
Europaweite witterungsbedingte Missernten bewirken, dass sogar der grosse zum Heiliggeistspital gehörende Getreidehof Schoretshueb seine eigenen Leute nicht mehr ernähren kann. Das Heiliggeistspital muss nun umgekehrt aus Vorräten Schoretshueb mit Getreide beliefern.
Jahr
1491
10. Februar
Ein von der Weber- und Schuhmacherzunft ausgehender Aufruhr gegen die Selbstherrlichkeit der gewaltigen Räte wird bald niedergeschlagen. Am 19. Februar werden die fünf Hauptanführer vor dem Rathaus enthauptet.
Ergänzung
Jahr
1491
18. März
Abt Gotthard Giel von Glattburg, Abt bis 1504.
Jahr
1491
Eine Urkunde erwähnt die Existenz eines Frauenhauses an der Statt Graben (Irervorstadt).
Jahr
1491
Wohl als Reaktion auf das Vorkommnis vom 10. Februar bildet die Stadt mit zuverlässigen Bürgern eine Schutzgarde für die Räte. Die Garde ist auch für Feuersnot zuständig und muss mit Waffen und Harnisch allzeit für Sondereinsätze bereit sein.
Jahr
1491
Abt Ulrich Rösch errichtet das Oberbergeramt, es handelt sich dabei um einen von vier neuen Verwaltungsbezirken des Klosterstaates. Das Amt umfasste die Gemeinden Gossau, Oberdorf, Niederwil, Oberarnegg, Waldkirch und Sitterdorf.
Jahr
1491 bis 1810
Die Musketen- und Büchsenschützen, vorher beim Müllertor hinter der Klostermauer, haben von nun an eine Schiessstatt beim Thalgarten.
Jahr
1492
9. Februar
Abt Gotthard schliesst unter der Vermittlung Schirmorte einen Vertrag der seine Rechte gegenüber der Stadt Wil festlegt.
Jahr
1492
Abt Gotthard erreicht, dass die Gossauer wieder ihren Zehnten entrichten.
Jahr
1492
Die Glattburg bei Oberbüren (später Kloster), geht als Lehen des Klosters St.Gallen an die Schenk von Kastel.
Jahr
1492
Etliche Stadtbürger ziehen mit Kaiser Maximlian, dem Sohn und Nachfolger Kaiser Friderich III., nach Ungarn und helfen ihm Stuhlweissenburg einzunehmen.
Jahr
1493
Ein Schlosser wird, weil er heimlich einen Schlüssel zu einem städtischen Tor angefertigt hat, zusammen mit Weib und Kind aus der Stadt verbannt.
Jahr
1494
8000 Eidgenossen, darunter auch ein Fähnlein St.Galler ziehen mit König Carl III. von Frankreich nach Italien und erobern das Königreich Neapel.
Ergänzung
Jahr
1494bis 1576
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Benedikt Burgauer, Theologe und Reformator. Seine zuerst zwinglianische Richtung wechselte mit der Zeit zur lutheranischen, was zu Streitigkeiten mit Mittpfarrern führte. Schliesslich wirkte er dann 30 Jahre in Isny (De).
Jahr
1494
Die Stadt St.Gallen liefert schon am Tag nach dem grossen Brand von Arbon viele Wagenladungen von Lebensmittel.
Ergänzung
Jahr
1495
Das Frowenhus in Irrer Vorstatt ist unter den Lehen und Hofgütern aufgeführt, die nach dem Tode von Abt Ulrich Rösch vom Kloster an die Stadt übergehen.
Jahr
1495bis 1548
Augustin Schurf, Physiker, Mediziner.
Jahr
1495
Der Holzerker zum (Zitronenbaum), Schmiedgasse 1, wird erstellt.
Jahr
1496
Altbürgermeister Varnbühlers Söhne und Landammann Schwendiner klagen beim Reichskammergericht. Dieses bestätigt, dass ihr Vermögen betreffs Klostersturm in Rorschach zu Unrecht beschlagnahmt worden sei. Da die St.Galler und Appenzeller die Rückgabe verweigern, verhängt König Maximilian I. die Reichsacht, damit wird rechtens, dass sich die Varnbühlers auf allen Reichsstrassen am St.Galler Leinwandhandel schadlos halten können.
Jahr
1497
16. März
Der Abt, Gotthard Giel von Glattburg bekommt von Papst Alexander VI. die Erlaubnis, für das Dorf Mörschwil eine eigene, von den Arbonern unabhängige Pfarrei einzurichten. Arbon und Konstanz verhinderten ihrer
Pfründe wegen erfolgreich bis 1629 die Umsetzung.
Jahr
1497
Bau des Grünen Turmes am Oberen Graben.
Ergänzung
Jahr
1497
Ulrich Hochrütener erbaut an der Nordseite der Bernegg das damals im Volksmund genannte Hochrütener Bürgli. Es diente auch als Lusthaus.
Jahr
1497
Dem Schneider Mathias Bötzge wird wegen Gotteslästerung die Zunge aus dem Lasterrachen geschnitten.
Jahr
1497 bis 1518
Die Klosteranlage Marienberg in Rorschach wird als klösterliche Statthalterei fertig gestellt.
Ergänzung
Jahr
1497 bis 1566
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johann Valentin Furtmüller, Tischler und Theologe.
Ergänzung
Jahr
1499
2. Februar
Der
Schwabenkrieg veranlasst die Eidgenossen die Rheingrenze zu sperren, die St.Galler sind mit grobem Geschütz und dem Stadtbanner mit dabei. Eine Kompanie St.Galler wird am 12. Februar nach St.Margrethen gesandt wo sie bei einem Ausfall nach St.Johann Höchst einige Feinde erschlagen.
Jahr
1499
März
1500 St.Galler Soldaten erkämpfen auf Seite der Eidgenossen im
Schwabenkrieg bei Schwaderloh, trotz Unterlegenheit einen Sieg über die Truppen des Schwäbischen Bundes.
Jahr
1499
20. April
230 St.Galler Soldaten kämpfen im
Schwabenkrieg bei der Schlacht von Frastanz (Österreich) erfolgreich gegen die Truppen des Schwäbischen Bundes, sie verlieren dabei sechs Mann.
Jahr
1499
22. Mai
Gegen 5000 St.Galler und Appenzeller kämpfen in der Schlacht an der Calven (Val Müstair) auf Seite der drei Bünde siegreich gegen Habsburg-Österreich, (Schwabenkrieg).
Ergänzung
Jahr
1499
20. Juli
St.Galler Soldaten kämpfen im
Schwabenkrieg bei den Gefechten von Staad.
Jahr
1499
Die Fürstabtei zu St.Gallen erwirbt vom Stift Lindau die Vogtei Balgach.
Jahr
1499
Das Ende des Schwabenkrieges, Folge der Spannung zwischen der Eidgenossenschaft und Maximilian 1., bewirkt, dass der Rechtshandel zwischen Varnbühlers und der Stadt St.Gallen im sogenannten «Frieden von Basel» beigelegt wird.
Ergänzung
Jahr
1500
19. April
Maximilian I. übergibt der Stadt das Privileg selber Silbermünzen bis zur Grösse von 24 Kreuzer prägen zu dürfen.
Ergänzung
Jahr
1500 bis 1542
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dominik Zili, Schulmeister und Prediger in St.Laurenzen, Mitglied der vierköpfigen Reformationskommission und Schöpfer des ersten Kirchengesangbuches.
Jahr
1500 bis 1530
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Wolfgang Ulimann, Täuferprediger.
Ergänzung
Jahr
1500
Am Schibenertor, dort wo seit 1954 das Uniongebäude steht, wird eine Münzprägestätte eingerichtet.
Jahr
1500 bis 1578
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ambrosius Aigen, Offizier der St.Gallertruppen in französischen Diensten. Er studierte bei Vadian in Wien, war in der Stadt St.Gallen Altbürgermeister, Reichsvogt, Amtsbürgermeister und Mitglied in der Notensteingesellschaft.