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1501 — 1600
1501 bis 1585   Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Bartholome Schobinger, Ratsherr, Gelehrter, Besitzer der Schobinger Handelsgesellschaft mit Schwergewicht Eisen und Textilhandel, Alchimist und Mitglied der Gesellschaft zum Notenstein.
1501 Nahezu 100 eidgenössiche Reisläufer, darunter sieben Bürger der Stadt St. Gallen, die sich dem Ruf des französchischen Königs folgend auf den Weg in die Lombardei machten, werden am Sankt Bernhardberg (Grosser St. Bernhard) im Wallis von einer Schneelöwin ergriffen und kommen elend ums Leben.
1502 15. Oktober
Meister Ulrich Trünkler aus Zürich, ein Goldschmied, liefert gerade noch rechtzeitig zum Gallustag einen Sarg nach St. Gallen, er hat ihn für die Gebeine des hl. Gallus hergestellt.
1502 bis 1574   Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johannes Kessler (Ahenarius), Chronist der Reformation und Reformator, macht sich auch im Schulwesen einen Namen.
Ergänzung
1502 Die Siechenhausordnung besagt, dass die Insassen 2 mal täglich zur Kirche gehen müssen. Dort müssen Sie jeweils 50 Pater noster und 50 Ave Maria beten.
1503 Die Reisläuferei wird verboten.
1503 Auf dem Rindermarkt wird ein Kornhaus erstellt.
1503 Sämtliche Bürger der Stadt St. Gallen werden verpflichtet denn sogenannten Bürgereid zu leisten.
1504 Unter der Vermittlung des deutschen Königs Maximilian I. kommt es zum Ausgleich zwischen der Stadt St. Gallen und den Söhnen des früheren Bürgermeisters Ulrich Varnbühler, ihnen müssen alle entzogenen Güter unverzüglich zurückerstattet werden.
1504 Verordnung der Metzgerzunft. Alle neun in St. Laurenzen tätigen Priester müssen die Namen der jeweils verstorbenen Zunftmitglieder mit lauter Stimme verlesen.
1504 Abt Franz von Gaisberg, Abt bis 1529.
1505 3. Juni
Papst Julius II. schlichtet einen Streit zwischen dem Kloster und der Stadt, wobei die Rechte der beiden Parteien in St. Laurenzen geregelt werden.
1505 bis 1508 Beginn der Bauarbeiten für den neuen, heute noch bestehenden Turm von St. Mangen auf dem Irahügel.
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1507 Der Stadtbürger Lienhard Keller erwirbt in Rom drei Bullen die besagen, dass künftig jede Person die in St. Laurenzen den neuen Jakobsaltar zieren, verehren, besuchen und äufnen will, für 100 Tage von Sündenstrafen befreit sei.
1507 Der 1503 begonnene Bau des Kreuzgangs im Katharinenklösterchen wird fertig gestellt.
1507 In einem Wirtshaus am Rindermarkt bricht Feuer aus, bei dem schliesslich drei Häuser zu Asche werden. Zu beklagen ist auch, dass sich ein Mann mit einem Leintuch aus dem Haus retten wollte, aber beim Einsturz desselben ums Leben kommt.
1508 Die Rechte über das Kloster Paradies bei Schlatt TG gehen an das Kloster St. Gallen.
1510 Das Stift St. Gallen erwirbt die Gerichtsbarkeit über Balgach.
1510 Der Bischof von Konstanz bewilligt bei St. Leonhard die Anlage eines Gottesackers.
1511 18. September
In St. Laurenzen wird eine Orgel eingeweiht.
1511 Im Zunftbuch wird festgehalten, dass sich, von Samstagen und Feiertagen abgesehen, nur Gürtler und Krämer als Bimenzelter betätigen dürfen. An den ausgenommenen Tagen dürfen zwischen St. Lorenzen und dem Klostertor auch die Spengler Bimenzelten anbieten.
1512 Für den Einsatz am erfolgreichen grossen Pavierzug in der Lombardei belohnt Pabst Julius II. die St. Galler Krieger mit einem reich geschmückten Banner mit Bärenmotiv.
Ergänzung
1512 Joachim von Watt (Vadian) ist Inhaber des Lehrstuhls für Poetik an der Wiener Universität.
1513 Der St. Galler Schulmeister, Christoph Schappeler (Sertorius), wird als Prediger nach Memmingen an die Martinskirche berufen, wo er bereits schon seine reformatorischen Ansichten kundtut.
1513 St. Gallen ist mit einem Reisläuferkontingent unter Hauptmann Kästli an der Schlacht von Novarra gegen die Franzosen beteiligt, sein Fähnlein hat an der Schlacht einen recht hohen Anteil.
1513 bis 1515 Die St. Laurenzenkirche wird mit einem Nordannex erweitert und darüber eine Empore errichtet.
1514 12. März
Kaiser Maximilian I. überreicht Joachim von Watt „Vadian” in Linz den nicht alltäglichen Titel „Poeta laureatus” und die Dichterkrone.
1514 Das Predigerhaus, zu unterst an der Neugasse an den Rathausturm grenzend, wird von der Stadt übernommen und dient nun als Stadtschreiberei.
Ergänzung
1515 13./14. September
Auf der Seite des Papstes gegen die Franzosen und die Venetianer kämpfend verlieren bei der blutigen Schlacht von Marignano (I) 41 von
Vadian aufgelistete St. Galler ihr Leben.
1515/18 Zur Erweiterung des St. Otmarspitals wird das „Blaue Haus” erbaut.
1517 Joachim von Watt „Vadian” beendet sein Medizinstudio mit dem Doktortitel.
1517 Der St. Galler Augustin Schürf, Freund und Hausarzt von Reformator Martin Luther, sitzt im Senat der philosophichen Fakultät in Wittenberg.
Ergänzung
1518 25. August
Katharina von Watt, die Schwester von (Vadian), legt im Katharinenkloster als letzte ihr Professgelübte ab.
Ergänzung
1518 Vadian wird Stadtarzt.
1518 Hinter dem „blauen Haus” wird das Bruderhaus des St. Otmarspitals erstellt „weisses Haus”.
1518 Gais kauft sich von allen Verpflichtungen gegenüber dem Kloster St. Gallen los.
1518 Der Runde Wehrturm südlich vom Karlstor wird erstellt.
Ergänzung
1519 August
Der schlimmste
Pestmonat, täglich sind 30 und mehr Pesttote zu verzeichnen, es sind in diesem Jahr schlussendlich gegen 1700.
Ergänzung
1519 Der Stadtarzt, Vadian flieht vor der verheerenden Pest aus der Stadt.
1519 Turm und Teile des Chores zu St. Leonhard stürzen in sich zusammen.
Ergänzung
1520 Vadian erwirbt das Haus zum tiefen Keller an der Hinteren Lauben.
1520 In der Irervorstadt wird der Irabach überdeckt.
1521 Vadian wird in den kleinen Rat aufgenommen, es ist der Start zu seiner politischen Karriere, wo er sich bald als einflussreiches Mitglied etabliert.
1521 Der Jurist Hieronymus Schurff, Sohn des sehr bekannten Arztes und späteren Bürgermeisters von St. Gallen, Johann Schurff, begleitet Luther als Rechtsberater auf den Wormser Reichstag.
1521/22 Vadian gerät mit Johannes Camers, seinem Freund und einstigen Lehrer in Wien, einem philologisch orientierten Theologen, betreffs der Antipodenfrage in Streit.
1522 Der jüdische Arzt Dr. Antoni Löw besitzt an der Spisergasse ein eigenes Haus, infolge der Repressalien gegen die Juden wird er fünf Jahre später ausgewiesen.
1522 Johannes Kessler (Ahenarius), eben erst von seinem Theologiestudium an der Universität Basel in die Stadt zurückgekehrt, reist mit Empfehlungen nach Wittenberg um unter Martin Luther seine Studien fortzusetzen.
1522 Die wenigen Waldenser die in St. Gallen Zuflucht gesucht und gefunden haben, rufen ihre Anhänger auf, ihre Kinder an den Abendmahlssonntagen einer Nachmittagskatechisation zuzuführen, die Eltern werden angehalten Ihre Kinder zuvor entsprechend vorzubereiten.
1522 Die Briefwechsel zwischen den miteinander befreundeten Joachim von Watt „Vadian” und Huldrich Zwingli zeigen deutliche Kritik an der Römisch-Katholischen Kirche.
1522 Joachim von Watt (Vadian) zieht um ins Haus „Zum Tiefen Keller” Hinterlauben, im Haus „Zum Goldapfel” gleich daneben war er am 29. November 1484 zur Welt gekommen.
1523 22. April
Der von Luthers Schriften überzeugte Waldshuter Pfarrer Dr. Balthasar Hubmaier wird von den Bürgern der Stadt zu einer Predigt aufgefordert. Diese erste evangelische Predigt in der Stadt findet in der Kirche zu St. Mangen statt. Weitere Predigten hält er wegen Platzmangel unter freiem Himmel bei St. Leonhard und auf dem Rindermarkt.
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1523 9. November
Vadian bekennt sich offen zur neuen reformatorischen Lehre und übernimmt als einer der drei Präsidenten die Leitung über das wichtige 2. Zürcher Glaubensgespräch.
1523 9. November
Ein frischer Wind kommt mit der Rückkehr von Johannes Kessler (Ahenarius), in die reformatorische Volksbewegung. Er studierte zuvor bei Martin Luther in Wittenberg.
1523 Die drei Jahre zuvor vorgenommene Überdeckung des Irabaches wird ausgeebnet und mit einer Kopfsteinpflästerung versehen, es handelt sich dabei um den heute noch bestehenden Marktplatz und den Bohl.
1523 Der Stadtbürger Christoph Schappeler (Sertorius), Pfarrer in Memmingen (De), kann als Gastprediger die Massen in der Stadt begeistern. Bei dieser Gelegenheit fordert er den bei der Bürgerschaft unbeliebten Münsterprediger Dr. Oswald Wendelin zur Disputation auf. Der angesprochene lehnt ab, da ihm der Abt dies nicht erlaube.
Ergänzung
1523 bis 1526 Aufständische Bauern vordern die Aufhebung der Leibeigenschaft, es kommt deshalb zu längeren Auseinandersetzungen im Klosterstaat.
1523 Da er am katholischen Glauben festhält wird Beat Rudolf, Ratsherr zu St. Gallen, seiner Bürgerrechte verlustig.
1523 Vadian schreibt auf Latein seine eigene Interpretation der Apostelgeschichte und stellt diese interessierten Gelehrten vor.
1524 Januar
Joachim von Watt (Vadian), Johannes Kessler (Ahenarius) und Christoph Schappeler (Sertorius) überzeugen die Bürgerschaft für das reine Evangelium. Johannes Kessler, erst knapp 22 jährig, beginnt ab Januar im Saal der
Metzg, aber auch in privaten Zirkeln, mit seinen Lesinen, sie sind in der Stadt bald sehr beliebt und gehören mit zum Ursprung der städtischen Reformation.
Ergänzung
1524 4. April
Der Grosse Rat verlangt von den Priestern von St. Laurenzen, hell und klar, gemäss der richtigen christlichen Auslegung zu predigen, was eigentlich für die Stadt das Startsignal zur Reformation bedeutet.
1524 Fronleichnam
Weil sie an der Prozession des Abtes mit dem Allerheiligsten durch die Webergasse, ihre Ablassbriefe an Stangen aufgehängt und gerufen hatten, „Lössend ab den Ablass”, werden fünf Bürger mit je zwei Pfund gebüsst.
1524 Juli
Die zwei Kampfgefährten Zwinglis, Leo Jud und Sebastian Hofmeister aus Schaffhausen halten in der Stadt predigten ab.
1524 August
Die Eidgenössischen Tagsatzung verbietet Johannes Kessler (dem Winkelprediger), seine
Lesinen, die er ab Oktober allerdings wieder durchführt.
1524 Dezember
Die Meinung der
Täufer sich zu eigen machend erklärt Vadian, die Glaubenstaufe werde sich schon durchsetzen, es brauche nur Zeit und Geduld.
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1524 Die St. Jakobskapelle wird in eine Ziegelei umgebaut.
1524 Der Rat der Stadt bestimmt, es dürfen ab sofort nur noch Arme aus der Stadt und Umgebung von Haus zu Haus um Almosen betteln.
1524 Reformationsbedingte konfessionelle Trennung vom Kloster.
1524 Der Konvent der unteren Klause von St. Leonhard, bestehend aus 12 Frauen unter Führung der Vorsteherin Frau Mutter Wiborat Mörli, wehrt sich vehement gegen den Plan Vadians, den Konvent aufzulösen.
1524 Johannes Kessler erfüllt den Bürgern den Wunsch einer deutschsprachigen Bibel.<Ergänzung
1525 9. April, Palmsonntag
Die
Wiedertäufer führen unter der Führung des von Zürich angereisten Konrad Grebel etwa 500 Taufwillige vor die Stadt zur Sitter um sie dort zu taufen.
1525 1. Mai
Vom St. Galler Fürstabt wird anlässlich einer Zusammenkunft von Ostschweizer Gemeinden in Lömmenschwil mehr Freiheit für die Bauernschaft gefordert, darunter unter anderem die Aufhebung der
Leibeigenschaft.
Ergänzung
1525 6. Juni
Der Grosse Rat beschliesst, den
Täufer die Tauf- und Abendmahlsfeiern zu verbieten, Lesungen hingegen zuzulassen.
1525 9. Juni
Truppen des Schwäbischen Bundes erobern im Kampf gegen den
Bauernaufstand die Stadt Memmingen (De). Christoph Schappeler (Sertorius), dortiger Reformationsprediger aus St. Gallen, Mitverfasser von Sebastian Lotzer's Zwölf Artikeln, die vermutlich den Aufstand auslösten, gelingt es mit 40 Gleichgesinnten zu fliehen. In der Folge tritt er in St. Gallen als reformatorischer Prediger auf.
1525 9. Juni
Aus Furcht vor einem Aufstand der
Täufer veranlasst der Rat, aus verlässlichen Männern eine Bürgerwehr zu bilden.
1525 März
An einer der Lesinen von Johannes Kessler, meldet sich der 1523 von Zürich wegen gewalttätigem Bildersturm ausgewiesene Laurenz Hochrütiner zu Wort. Der sich inzwischen zur
Wiedertäuferei bekennende erklärt, dass die Kindstaufe nicht dem Gebot Christi entspreche.
1525 Juni
Johannes Kessler beziffert die Zahl der
Wiedertäufer auf etwa 800 Personen.
1525 Der Täuferprediger Hyppolit Eberle aus Lachen Schwyz zieht mit seine Rednergabe in der Stadt St. Gallen eine grosse Menschenmenge an.
1525 Die Stadt erlässt das Gebot des Schriftprinzips, wonach sich Predigten allein auf die Bibel gründen müssen.
1525 St. Georgen ist im Besitz einer Bücherei mit 102 Bänden unter Aufsicht einer Buchmeisterin.
1525 Weil nur eine einzige Treppe in den Saal der Metzg führt für die Lesinen jeweils jedoch ein grosses Gedränge herrscht, werden diese nach St. Lauenzen verlegt.
1525 Vadian schützt die Nonnen des Klosters St. Leonhard vor Übergriffen der Wiedertäufer und anderer radikaler Anhänger der Reformation, indem er im Stadtrat für die Bevogtung des Kloster sorgt. Gegner von Vadians Aufruf, mit Gegnern schonungsvoll umzugehen, nennen ihn spöttisch Sankt Schonlich.
1525 Die Kirche St. Laurenzen wird mit einer neuen Kirchenordnung, dem reformierten Bekenntnis folgend, formell geöffnet.
Ergänzung
1525 Mit Hilfe von Glarus und Zürich wird das Kloster aufgehoben.
1525 27. Juli
Nachdem sich die
Wiedertäufer in der Folge grober Ausschweifungen schuldig gemacht hatten und zum Teil martialisch bestraft wurden, ebbte die Bewegung wieder ab. Der Hilfslehrer Hans Krüsi, der zum Pfarrer gewählt in Tablat eine täuferische Reformation durchführte, ermutigte die Bevölkerung zur Verweigerung des Zehnten. Obwohl die Bevölkerung dessen Gefangennahme einige Male verhindern konnte, wurde er auf Befehl des Aptes entführt, er starb in Luzern auf dem Scheiterhaufen.
1525 9. Oktober
Der für den Abt arbeitender Tischler Vincenz Wetter, der Schäfte für Gewehre herstellen muss, bringt an den Tag, dass der Abt seine Mönche in Rorchach und St. Gallen mit Waffen ausrüstet.
1525 bis 1531 In dieser Zeitperiode ist die Kirche St. Fiden ein reformiertes Gotteshaus.
1356 13. Oktober um 16:00 Uhr
Das Erdbeben das die Stadt Bssel zum grössten Teil verwüstet, wird auch in St. Gallen verspürt.
1525/26 Niklaus Guldi, Tuchscherer in St. Gallen, wird für seine offensichtliche Zuneigung zur Täuferschaft mehrmals ins Gefängnis geworfen.
1526 Februar
Sporadisch machten die
Täufer immer wieder von sich reden, ihrem fanatischen Eifer war kaum bei zu kommen. Thomas Rüscher vom Möslengut, genannt Schugger, köpfte vor den Augen der ganzen Familie und im Einverständnis des achtzigjährigen Vaters im religiösen Wahn seinen Bruder Leonhard, der selber auch damit einverstanden war. Der Täter wurde eine Woche später hingerichtet.
1526 12. Oktober
Felix Manz, Gründer der Zürcher Täuferbewegung, wird in Begleitung von Jakob Schaufelberger ab dem Schaufelberg in St. Gallen gefangen genommen, zum Ärger der Zürcher wird er danach aber wieder freigelassen.
1526 Dezember
Aus St. Laurenzen werden infolge der Reformation die „Götzen” und Bilder entfernt.
1526 bis 1551 Bürgermeister: Joachim von Watt.
1526 Die Stadtbevölkerung zählt ca. 4500 Personen.
1526 Zwinglianische Prädikanten und Täufer treffen sich zu einer Disputation über die Taufe.
1526 Erstmals wird in der Linsebühlkirche ein reformierter Gottesdienst abgehalten.
1526 Weite Ausschnitte bei Frauen mit sichtbarer Haut und entblösstem Busen (Pfudich oder Schand) sind untersagt.
1526 An Ostern werden im Kloster Teile des Kirchenschatzes gestohlen. Der Dieb wird mit einzelnen Stücken des Raubes erwischt und als Kirchenräuber hingerichtet.
1526 17. Dezember
Sämtliche zum alten Glauben stehende Priester werden aufgefordert den Bürgereid zu leisten und von der Messe abzusehen oder die Stadt zu verlassen.
1527 Ostersonntag
In St. Laurenzen besiegelt das erste evangelische Abendmahl die Annahme der Reformation.
1527 18. Juni
Auf Anordnung des Rates werden „al taflen und bilder zu St. Katrina umgeworfen und zerbrochen”.
1527 7. August
Der grosse Rat der Stadt beschliesst die Bevormundung des Katharinenklosters, es werden vier Vögte eingesetzt, darunter sind auch Mitglieder des kleinen Rates.
1527 20. November
Die Appenzeller, vertreten duch Ammann Isenhut, bitten vor dem Gerichtsrat der Stadt St. Gallen um Gnade für Heini Kern von Gais, der in der Stadt falsches Geld in Umlauf brachte. Ausnahmsweise wird dem Begehren stattgegeben, Heini Kern wird frei gelassen, muss aber zuerst die falsch ausgegebenen Batzen gegen gute einlösen.
1527 Einführung des Taufbuches. Die Diakone werden verpflichtet ab sofort jedes Kind mit Namen und dem Tag der Taufe für die Zukunft einzutragen.
1527 Anordnung des Rates, niemand darf hier oder anderswo „zerhauene Kleider” machen lassen.
1527 Die Stadt bringt einen „Batzen” mit dem Bild des heiligen St. Laurentius in Umlauf.
Ergänzung
1527 Der Rat der Stadt St. Gallen verbietet den Frauen weisse Schuhe zu tragen, da dies nicht zur Zucht der Reformation passe.
1527 Die Stadt vertreibt den Abt, hebt das Kloster auf und übernimmt die Schirmhoheit über die (Alte Landschaft), deren Bevölkerung hat zum grössten Teil den neuen Glauben angenommen.
1527 St. Gallen erlässt, zusammen mit Bern und Zürch den sogenannten Wiedertäuferabschied (verabschiedet).
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1528 6. Januar
Unter der Führung von Dr. Joachim von Watt (Vadian) findet in der Barfüsserkirche zu Bern eine
Disputation über die Auslegung der Bibel statt.
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1528 2. Mai
Auf Beschluss des Rates werden die Nonnen des Katharinenklosters gezwungen, immer am Mittwoch und am Sonntag, die reformierte Predigt in St. Mangen zu besuchen. Ab 25. Juli müssen sie das „verdammte Kleid des Ordens abziehen und ein Christliches anziehen”. Das gleiche gilt auch für die Feldnonnen zu St. Leonhard.
1528 Oktober
Franz Gaisberg, der Abt von St. Gallen, verlässt Wil wohin er ein Jahr zuvor Zuflucht genommen hat und zieht sich ins Kloster Rorschach und dann auf St. Annaschloss zurück.
Ergänzung
1528 Oktober
Zürich schliesst mit der Stadt St. Gallen ein Christliches Burgrecht, ein Bündnis das Prediger und Untertanen auf ihrem Gebiet vor übergriffen schützt.
1528 Das Katharinenkloster wird infolge der Reformationsturbulenzen aufgehoben und das Glockentürmchen herunter gerissen.
1528 Die Reformation ermöglicht die Einrichtung eines eigenen städtischen Ehegerichtes.
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1528 Für katholische Messen wird auf dem ganzen Stadtgebiet ein offizielles Verbot ausgesprochen.
1528 Einführung des Ehebuches.
1528 Die immer stärker werdende Konkurrenz des Leinwandgewerbes durch Konstanz zwingt betreffs Qualität zu hartem Durchgreifen, betroffen sind alle Produkte die mit der Leinwand zu tun haben. Auf dem Marktplatz sind Menschen in Not zu finden, die weinend um den Kauf ihres Garnes bitten. Das sich nach und nach für St. Gallen positiv auswirkende Resultat rechtfertigt im Nachhinein die Strenge.
1528 Die Gassen der Stadt bekommen eine Pflästerung.
1529 23. Februar
Reformationswirren, Bildersturm mit der Zerstörung der Sakralkunst und des Grossteils der Gallus-
Reliquien sowie die Klosterbesetzung durch den Rat. Die verbannten Konventualen lassen sich zum Teil in Wil nieder, eine andere Gruppe bringt die Reliquien des hl. Otmar und Notker nach Einsiedeln in Sicherheit.
Ergänzung
1529 Februar
Die Räte beschliessen infoge der unruhigen Zeiten die Schliessung des Brühltores, die anderen Tore müssen von nun an mit je vier Mann in
Harnisch bewacht werden.
1529 27. Februar
Nach Rücksprache mit dem seit Jahrzehnten in St. Mangen amtierenden Leutpriester Hermann Miles, erlauben die Räte, die Bilder und Geräte aus St. Mangen zu entfernen.
1529 7. März
Im von der Stadt besetzten Dom wird durch Dominik Zilli vor 3000 bis 4000 Personen die erste Predigt im Geiste der Reform abgehalten.
1529 26. Juni
Der 1. Kappelerkrieg, war eigentlich gar keiner, denn die Vermittlungen durch den Glarner Landammann Hans Aebli verhinderte einen solchen. Es wurde vereinbart, dass jede Gemeinde durch Mehrheitsbeschluss den alten oder neuen Glauben annehmen durfte. Auch bekam die Stadt die Gelegenheit, das Kloster und eine Toggenburgergebiete käuflich zu erwerben.
1529 Die Prediger der Stadt führen eine erste Synode durch.
1529 Das Bergkirchlein St. Peter auf Rotmonten wird infolge der Reformation all seiner Zierden beraubt.
1529 Auf Joachim von Watts Initiative hin wird das Kloster St. Gallen säkularisiert.
1529 Abt Kilian Germann, Abt bis 1530.
1529/30 Den ganzen Winter hindurch fällt kein einziges Mal Schnee.
1530 30. August
Abt Kilian Germann stürzt und ertrinkt beim Durchreiten der Furt in Wolfurt (A).
1530 19. September
Im Kloster Mehrerau bei Bregenz wird Diethelm Blarer von Wartensee zum Abt von St. Gallen gewählt. Abt bis 1564.
Ergänzung
1530 Abt Kilian Germann kauft das Schloss Wolfurt bei Bregenz.
1530 Die Stadt erwirkt die käufliche Erwerbung des Stiftsbezirks.
1530 Ulrich Zwingli der sich als Gast in der Stadt aufhält wird gebeten in St. Laurenzen eine Predigt zu halten, was er dann auch macht.
1530 Die Stadt kauft von den Schwestern von Notkersegg den von ihnen 1449 erstandenen Portnerhof wieder zurück.
1530 Die 1150 oben auf dem Büchel erbaute Kirche zu St. Leonhard, 1519 durch Einsturz stark beschädigt und danach durch Baumeister Lienhard Strub wieder instand gesetzt, wird abgerissen.
1530 Niklaus Guldi, St. Galler Täuferführer, mit guten Verbindungen nach Zürich, Strassburg und Süddeutschland, wird die Stadtbürgerschaft aberkannt. Weiterer Druck seitens der Oberen veranlassen ihn schliesslich sich offiziell vom Täufertum zu distanzieren.
Ergänzung
1530 Die Jahresproduktion an guten Tüchern (Leinwand) erreicht deren 10'000 à je 130 Ellen (gut 101m) Länge und ca. 1.12m Breite.
1531 11. Oktober
Das unter Hauptmann Christian Fridbolt zuvor bereitgestellte St. Galler-
Fähnlein wird von den Zürchern zum ausrücken aufgerufen. Sie erreichen am 13. Oktober das aber schon an Ausrückungstag in Kappel geschlagene 1. Zürcher-Aufgebot, wo unter vielen anderen auch Huldrych Zwingli sein Leben lassen muss.
1531 24. Oktober
Die
Schlacht am Gubel, letztes Gefecht im zweiten Kappelerkrieg, hinterlässt 22 gefallene St. Galler, darunter Alt-Bürgermeister Conrad Meyer und Wachtmeister Anton Güge.
1531 Abt Ulrich Röschs Grab im Kreuzgang des alten St. Galler Münsters wird in den Reformationswirren (gebrochen und zerschlagen).
1531 Paracelsus, Leibeigener des Fürstabtes von Einsiedeln, beschäftigte sich in St. Gallen mit theologischen Fragen. Der etwas schwierige und nicht gerade beliebte Zeitgenosse wurde zuvor mit Schimpf und Schande aus Basel verjagt, betätigte sich auch als Leibarzt von alt Bürgermeister Christian Studer, jedoch ohne Heilungserfolg, und betrieb zusammen mit Bartholomäus Schobinger alchemistische Versuche.
Ergänzung
1531 Joachim von Watt, Johannes Kessler und gleichinteressierte beobachten auf der Bernegg eine, für viele Menschen beunruhigende Himmelserscheinung, nämlich den Kometen, der später nach dem Astronomen Halley benannt wird.
1532 28. Februar
Nach dem verlorenen 2. Kappelerkrieg wird die Stadt bei Verhandlungen in Wil verpflichtet, den gekauften Klosterbesitz in St. Gallen und im Toggenburg wieder rückgängig zu machen.
Ergänzung
1532 2. Juni
Ausserhalb von St. Jakob wird an Leimat ein neuer Galgen erstellt.
1532 27. Juli
Die 1530 von Kaiser Karl V. verfügte die Halsgerichtsordnung,
Carolina genannt, wird am Reichstag in Regensburg ratifiziert und daraufhin im Gebiet der Fürstabtei St. Gallen angewendet.
1532 20. November
Der zweite Kappeler Landfriede ermöglicht die Wiederherstellung der Fürstabtei St. Gallen. Abt Diethelm Blarer zieht in der Folge vom Exil in den verwahrlosten Klosterbezirk zurück, Teile des Toggenburgs werden zwangsrekatholisiert.
1532 Beat Rudolf von Rappenstein, 1523 Ratsherr zu St. Gallen, muss, weil er dem katholischen Glauben nicht abschwört, sein Bürgerrecht aufgeben.
1532 Auf dem Bletztor, die Neuzeit machte es zum Platztor, ist eine Faggune stationiert.
1532 bis 1540 Bürgermeister: Ambrosius Schlumpf aus der Weberzunft, nochmals Bürgermeister von 1548 bis 1566, Grossvater des Bürgemeisters von 1620 bis 1635 mit gleichem Vornamen.
1532 Der städtische Scharfrichter Meister Conradt, gibt sein Amt auf und schliesst sich der immer noch grassierenden Täuferbewegung an. Nachfolger wird sein Onkel Bernhard Anker aus Lindau.
Ergänzung
1533 bis 1534 Der Lehrer und Pfarrer an der Stadtkirche St. Laurenzen, Dominik Zili, erschafft das erste in deutscher Sprache geschaffene Kirchengesangsbuch der Schweiz.
1533 bis 1534 Sebastian Cunz, ein in mehren Sprachen kundiger Mann, wird als Leiter und Lehrer in die wieder zum Leben erweckte Lateinschule berufen.
1534 Der Abt von St. Gallen (Gerichtsherr von Sommeri) weist den Prädikanten, den Pfarrer Johann Tschanul wegen seiner reformierten Gesinnung aus dem Sommerer Pfarrhaus und Gericht weg.
1534 Die Verwaltung der städtischen Getreidevorräte wird einem „Amtsmann zum Korn”, auch Kornmeister oder Kornherr genannt, übertragen.
1534 Die reformierten Pfarrer werden aus dem Fürstenland vertrieben.
1535 Die Obrigkeit gibt bekannt, dass für Hochzeiten in einem Wirtshaus nicht mehr als 60 Personen eingeladen werden dürfen, zu Hause gibt es keine Beschränkung.
1535 Das in einem Schopf hinter dem Kornhaus gehaltene Wappentier, ein Bär, zerfleischt den Buben des Palis Hans, der sich unglücklicherweise Zutritt verschaffen konnte.
1535 Um dem aufblühenden Leinwandhandel begegnen zu können, errichtet die Obrigkeit eine neue Bleiche, die den Namen Schibenersbleiche bekommt.
1535 Vadian vertritt in seiner Schrift (Aphorismorum de consideratione eucharistiae libri VI) seine reformistischen Ansichten.
1535 Unter Mitwirkung von Bürgermeister Joachim von Watt (Vadian) und diverser Schriftgelehrter wird in Basel an einer Religionsdisputation nach einem Konsens zwischen Luther- und Zwinglianern gesucht, das Resultat ist die spätere Trennung in Reformierte und Lutheraner.
1535 In einem Brief an Vadian beschreibt der St. Galler Söldner Niklaus Guldi die Strapazen des Söldnerlebens bis zur Schlacht von Tunis, an der er im Heer von Kaiser Karl V. gegen die Osmannen teilgenommen hat.
1535 bis 1539 Bannerhandel, die Appenzeller berichten triumphierend über einen sich in ihrem Besitz befindenden Laurentiusbanner, den sie den St. Gallern bei der Schlacht von Vögelinsegg (15. Mai 1403) abgenommen hätten. Der St. Galler Rat kann dann schliesslich, pikanterweise mittels in Appenzell hinterlegten Urkunden beweisen, dass es sich um ein Herisauer Banner handelt.
Ergänzung
1535 bis 1542 Nach heftigen Auseinandersetzungen in den Leinwandhändeln, zur Hauptsache mit Appenzell, kann die Stadt ihr Schau- und Handelsmonopol behaupten.
1536 17. Mai
Den Stadtbürgern ist es ausdrücklich untersagt, einen katholischen Gottesdienst zu besuchen, denjenigen die am „alten” Glauben festhalten wird das Bürgerrecht entzogen.
1536 Obwohl vom städtischen Rat verboten ziehen über 150 Männer aus der Stadt für den König von Frankreich in den Krieg, geführt werden sie von Hauptmann Franz Studer.
Ergänzung
1537 September
Der steinige Brunnen am
Markt (Justitiabrunnen) wird vollendet, diesem musste zuvor der Pranger weichen.
1537 Graf Hugo XVI. von Montfort erhält von Abt Diethelm Blarer von Wartensee als Geschenk das Schloss Wasserburg (Bodensee).
Ergänzung
1537 Auf der Ostseites des Spitztürmlis an der Augustinergasse wird an Stelle eines alten, ein neues Haus mit einem Wirtsbetrieb angebaut „Zum Augustiner”, seit ca. 1886 +/- trägt es den Namen Alt St. Gallen.
Ergänzung
1538 11. Januar
Es wird verboten, am Bronnen am Markt Garn und anderes zu waschen.
1538 28. Januar
Die Appenzeller bitten den Rat der Stadt St. Gallen darum, sie sofort zu orientieren, wenn der
Siechenschauer von Konstanz nach St. Gallen kommt, damit sie auch ihre Siechen zur Schau bringen können.
1538 April/Mai
Vadian, als Gesandter St. Gallens am Theologenkonvent in Zürich weilend, trifft sich mit den aus Genf vertriebenen Johannes Calvin und Guillaume Farel, die sich am Konvent über die Genfer Vorkommnisse rechtfertigen.
1538 15. November
Die Reliquien des hl. Otmar, vor dem Bildersturm nach Einsiedeln in Sicherheit gebracht, kehren mit feierlichem
Gepränge an seine Ruhestätte im Kloster zurück.
1538 Zwischen dem Multertor und der Münz wird die Stadtmauer erneuert.
Ergänzung
1540 Der gelehrte Bürgermeister, Joachim von Watt, schreibt einen Beitrag zu einer Chronik seines Freundes Johannes Stumpf.
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1541 An der Tagsatzung von Baden wird der Statthalter des Abtes von St. Gallen, P. Markus Schenkli, als neuer Abt von Fischingen postuliert.
1541 Eine Pestseuche rafft etwa einen fünftel der Stadtbevölkerung dahin.
1542 Johannes Kessler bekommt von der Stadt den Auftrag, regelmässig von den Kanzeln zu Predigen, er wird zum einen der drei St. Laurenzenprediger.
1542 Der berühmte Christoph Schappeler (Sertorius) geht in seinem Predigteifer in der Linsebühlkirche soweit, dass er angehalten werden muss, die jeweils um 6 Uhr in der Früh beginnenden Predigten bis spätestens 9:30 Uhr zu beenden.
Ergänzung
1543 Der St. Galler, Hauptmann Studer befehligt während eines Feldzugs die Eidgenössichen Truppen bei Macon.
1543 Der reiche Stadtbürger Peter Graf erbaut sich auf Gut Dottenwil bei Wittenbach ein Schlösschen.
1545 Heinrich Vogtherr malt ein Bild der Stadt, es ist die älteste bekannte Darstellung.
1545 Die Beginen des Katharinenklosters die dem alten Glauben die Treue halten wollen werden in Bichofszell aufgenommen und können bald danach am Nollenberg in Wuppenau die verlassene Klause beziehen.
1546 Im unteren Teil der Neugasse wird das Tuchhaus erbaut.
1548 bis 1566 Bürgermeister: Ambrosius Schlumpf aus der Weberzunft, zuvor schon Bürgermeister von 1532 bis 1540.
1549 Die Ortsbürgergemeinde erwirbt mit einem Tauschhandel vom Kloster das untere oder grosse Brühl und muss im Gegenzug den Langenacker bei St. Fiden an das Kloster abtreten.
Ergänzung
1549 In einem Dokument werden bereits drei Brücken über die Sitter erwähnt.
1549 Die in eine Ziegelei umgebaute Kapelle St. Jakob kommt in den Besitz der Stadt.
Ergänzung
1550 Die Anschrift des Abtes lautet folgendermassen: Dem Hochwirdigen Fürsten und Herren, Herrn Diethelmen, Apte des gotzhauss Zu Sanet Gallen.
1551 28. Januar
Vadian beruft im Bewusstsein seines nahen Todes den Bürgermeister Ambrosius Schlumpf, die Unterbürgermeister Jakob Merz und Joseph Friedrich, Tochtermann Laurenz Zollikofer, Stadtschreiber Augustin Fechter, sowie die Pfarrherren und Kirchendiener zu sich nach Hause und vermacht in deren Anwesenheit der Stadt seine 400 bändige Bibliothek, sie ist Grundstein der heutigen Vadiana.
1551 6. April
Der Tod
Vadians stürzt die ganze Stadt in tiefe Trauer.
1551 Die gesamte Vadianische Bibliothek, zusammengefasst im Index librorum, wird in der Sakristei der Kirche St. Mangen aufbewahrt.
1551 Der Besuch einer öffentlichen Bad- und Schwitzstube kostet für Männer drei Pfennige, Frauen und Kinder zwei Pfennige Badegeld (mit und ohne Schröpfen).
1551 In der Jahresrechnung wird der Standort der Korn-Notlager erwähnt. Korn-, Fesen- und Habervorräte sind im grünen Turm, sowie in den Türmen des Pletz- und des Schibenertores gelagert
1551 Mit der Erweiterung des Rathauses wird gleich auch eine Wendeltreppe zum überwölbten Irabach hinunter installiert. So ist bei einem möglichen Aufruhr eine Fluchtmöglichkeit für die Stadtväter vorhanden.
1552 18. Mai
Ein riesiger Wolkenbruch lässt die Steinach anschwellen so dass die obere Brücke beim Müllertor weggerissen wird.
1552 Das Pfarrhaus an der Gallusstrasse 4, in dem seit 1835 das Wirtshaus Alte Post (Pöstli) untergebracht ist, wird erstellt.
1553 Durch die Kaufmannschaft wird die Nürnberger Ordinari ins Leben gerufen. Immer am Montag macht sich ein berittener Bote nach Nürnberg auf den Weg, er führt Geld, Gold und Briefe mit sich.
1553 Dem Spitalmeister und Linsibühlpfleger wird obrigkeitlich befohlen, mit Käse und Schmalz machen so lange inne zu halten, bis man andere Mittel gefunden habe, dem verspürten Milchmangel abzuhelfen.
1553 Der zunehmende Bestand des Kloster-Buchschatzes wird in einer zweistöckigen Librey untergebracht.
1554 Die Stadt ernennt den ersten Schulrat ihrer Geschichte.
1554 Die letzte Hinrichtung im Läufter muss Ursula Burckhard aus Biessenhofen erleiden.
Ergänzung
1554 Johann Gutensohn, Münzmeister am Spisertor, wird wegen Beherbergung von Wiedertäufern verwarnt.
1554/55 Ein Vertrag zwischen der Stadt und dem Katharinenkloster erlaubt, dass das baulich getrennte Refektorium des Klosters am Bohl in ein Zeughaus umgebaut werden kann.
1555 Die Fürstabtei St. Gallen unterstellt sich das Kloster St. Johann im Thurtal (Alt St. Johann).
1555 Mit Erlaubnis der Stadt errichten die Notensteiner neben dem Brühltor, am heutigen Standort der Bank Notenstein, ein festes Bauwerk zur Verteidigung der Stadt.
Ergänzung
1555 Nach dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens, Cuius regio, eius religio, müssen die Stadtbürger den evangelischen Glauben annehmen oder ausziehen.
1555 Das Antlitz, dass ehemalige Notensteiner-Gebäude, dort wo heute an der Neugasse das Amtshaus steht, wird abgebrochen. Der nun entstandene Platz bis zum Tuchhaus wird als Obstmarkt bezeichnet.
1555 Die Stadt St. Gallen wird Besitzerin des Hofgutes Watt (Schloss Watt) bei Mörschwil, einst den Vorfahren Vadians gehörend.
1555 St. Peterzell wird dem Kloster St. Gallen einverleibt.
1555 Nach nahezu dreissig Jahre langem streiten ist die Stadt am Ziel, sie kann für 24'000 Gulden das Katharinenkloster kaufen. Dazu gehören alle anderen Häuser und Wirtschaftsbauten in der Stadt sowie die Mühlen, Höfe und landwirtschaftlichen Güter im Umland. Dies reicht den Nonnen um auf dem Nollen und danach in Wil ein Katharinen-Kloster zu bauen.
1555 Eine Anhäufung von Mordtaten in der Gegend von Untereggen bewegen den Abt Diethelm Blarer zur Klage, dass viele Bewohner der benannten Gegend nichtreligiös und sittlich verkommen seien.
1556 28. April
In einem Ratsprotokoll wird festgehalten, dass „Stadtlöffer” Boten zu Fuss oder berittene Bürger sein müssen.
1556 Grundsteinlegung für das auf der Nordseite des Bohls zu bauende Zeughaus.
1556 Durch Zukäufe zwischen Markt-, Kugel- und Spitalgasse kann das Heiliggeistspital erweitert werden, somit ist der Gebäudekomplex um einen Innenhof arrondiert.
1558 11. März
Die Äbte von den befreundeten Klöstern St. Gallen und Mehrerau bei Bregenz tauschen
Leibeigene.
1558 5. August
Magdalena Brugger von Josen Schüss geschwängert, wird wegen Kindstötung zum Tode im
Läufter verurteilt.
Ergänzung
1558 Vom Thal der Demut wird in einem Protokoll des Abts, Weiher hinter der Bernegg aufgeführt, daher wohl der Name Weiherweid.
1560 Das neue Spisertor wird fertig gestellt.
1560 Zwischen Müllertor und dem Grünen Turm wird die Stadtmauer erneuert.
1560 Der Leinwandhändler Laurenz Zollikofer, verheiratet mit der Dorothea von Watt, hat von seinem Schwiegervater (Vadian) als Mitgift die Ländereien am Steinernen Tisch oberhalb von Thal bekommen, er erstellt dort das schmucke Landschlösschen Greifenstein.
1560 Hans Gutensohn aus St. Gallen erwirbt Schloss und Herrschafft Sonnenberg in Stettfurt.
1562 Die Stadt kauft dem Siechenhaus Linsebühl den Steinbruch (Steingrübli) ab.
1562 Das Irertor wird um zwei Stockwerke erhöht und gleichzeitig ein feuerfester Treppenturm angebaut.
1563 Die zuständige Behörde beschliesst, Waisenkindern denen ein Vermögen zufällt (Erbe usw.) wird das Geld zunächst nicht ausgehändigt, es wird benützt um die Kinder als Lehrknaben bei Handwerkern zu verdingen. Das dann noch übrige Geld wird ihnen wenn sie erwachsen sind ausgehändigt.
1564 Die Metzgerzunft der Stadt St. Gallen hält in einer Satzung Rezeptur- und Qualitätsvorgaben für die Bratwurst erneut fest.
1564 Der St. Galler Seckelmeister und Edelmann Léonard Zollikofer von Altenklingen ertsteht das Schloss Pfauenmoos in Berg SG.
Ergänzung
1564 Ein Ratsbeschluss hält fest, dass fremde Buchhändler, in der Stadt nur am Freitag und am Samstag verkaufsberechtigt sind.
1564 Dort wo heute das Vadiandenkmal steht wird an Stelle des beim Stadtbrand von 1418 abgebrannten Rathauses ein neues Rathaus seinem Zweck übergeben.
1564 Abt Otmar Kunz, Abt bis 1577.
1564 An der Spisergasse 19 wird das Haus zum Sternen errichtet, seit 1984 ist es Teil des Spisermarktes.
Ergänzung
1565 Den Bürgern wird nun gestattet, innerhalb der Ringmauer auch Häuser an eben diese anzubauen.
Ergänzung
1566 21. September
Der Rorschachervertrag und der Wilerspruch bewilligen für Stift und Stadt einen territoriale Trennung durch eine zu errichtende Mauer, Schiedmauer genannt. Abt Otmar Kunz erhält das Recht in die Stadtmauer ein Tor zum Klosterbezirk brechen zu dürfen, zuerst „neues Tor», oder „Gotteshaustor”, später „
Karlstor” genannt.
1566 Eröffnung einer städtischen Badeanstalt, Neubad genannt, an der heutigen Bankgasse.
1566 St. Laurenzen erhält einen eigenen Friedhof.
1566 In St. Fiden wird ein Friedhof angelegt.
1566 Auf dem Bürgli, ihrem Wohnsitz, wird der Bürgermeister Ambrosius Schlumpf und seine Frau durch die Pest dahingerafft.
1566 Am südlichen Ende der Kugelgasse wird in die sich im Bau befindende Schiedmauer das Hoftor mit eingebaut.
1566 Die Gebäulichkeiten des Klösterchens St. Leonhard kommen in den Besitz der Stadt.
1566 bis 1567 Die völlige Trennung der Stadt vom Kloster wird mit der Schiedmauer endgültig besiegelt.
1566 Der Wilervertrag bewirkt, dass das sich im Klosterturm befindende Geschütz entfernt werden muss, dasjenige im Turm zu St. Laurenzen bleibt erhalten.
1567 Januar
Damit die
Schiedmauer fertig gestellt werden kann beschliesst der kleine Rat die Aufhebung des Friedhofes beim Schmalzmarkt, die Beerdigungen werden nach St. Mangen verlegt.
1567 11. September
Der Rat beschliesst (umb Sannt Kathrina) Katharinengasse einen
Marstall zu bauen, er stand in etwa dort wo heute das Jugendhaus steht. Die Gasse wurde dann Marstall und später Marstallgasse genannt und wurde in den Jahren um 1837 herum zur Katharinengasse.
1567 13. Oktober
Das Hoftor am südlichen Ende der Kugelgasse wird jetzt, zwei Tage nach der Fertigstellung der Schiedmauer am Abend jeweils geschlossen. Um trotzdem jederzeit in die Stadt gelangen zu können, eröffnet der Abt am östlichen Rand von Hintermauer „Zeughausgasse” eine ihm schon in Rorschach 1566 zugebilligte kleine Pforte, „Abtstor” genannt.
Ergänzung.
1567 Die Wiboradakapelle auf der Nordseite des Chors zu St. Mangen dient als Aufbewahrungsraum der Vadiana-Biliothek.
1567 In der Hätteren ist am heutigen Standort ein Steg nachgewiesen.
1568 Urkundlich erwähnt ist in Bruggen die Eröffnung eines Siechenhauses für Kranke und Aussätzige.
1568 Die hölzerne Glockenstube und das Pyramidendach des Kirchturms von St. Mangen wird durch einen steinernen Aufbau mit Spitzhelm ersetzt.
1568 Abt Otmar Kunz verzichtet im Fall Mariaberg Rorschach, auf den Bau des Südflügels und der Kirche sowie auf die Klosterverlegung.
1568 Lienhard Schmid, Mitglied einer Mörder- u. Brandstifterbande, wird mit feurigen Zangen gezwickt und dann langsam zu Tode gebraten.
1569 3. August
Der dankbare Bürger Ulrich Philipp von Hohensax schenkt der Stadt einen präparierten Bären der in der rechten Tatze ein Stadtfähnlein hält. Dieser Bär wird als Wahrzeichen der Stadt auf einer Konsole beim Restaurant Bären in der
Brotlaube angebracht.
1569 Der Hofmeister und der Kanzler des Klosters sprechen im Auftrag des Abtes bei der Stadt vor, Grund, von der Turmlucke des Müllertores werden dauernd verächtliche Worte und Spotgesänge zum Kloster hinüber gerufen, was dem Dekan und dem Konvent sehr missfällt.
1570 Eine enorme Teuerung veranlasst die Obrigkeit den notleidenden Bürgern das Korn weit unter dem Marktpreis zu verkaufen. Spendensammlungen erlauben an Weihnachten an 1228 Personen je einen Kreuzer zu abgeben.
1570 Auf dem Espen im Weiler Semmishausen wird ein Wegkreuz erstellt.
Ergänzung
1570 Der Holzerker zum (Rebstock), Multergasse 6, wird erstellt.
1570 Von nun an werden Verstorbene gezählt und schriftlich in Totenbüchern festgehalten.
1571 Johannes Kessler (Ahenarius), wird vom Rat zum ersten offiziell gewählten protestantischen Pfarrer.
1572 Im Linsebühl wird ein Kirchhof angelegt, dieser ist nun nicht mehr nur Leuten aus Speicher, Gesetzesbrechern, Insassen vom Siechenhaus und Selbstmördern vorbehalten, auch Leute vom Brühl-, vom Lämmlisbrunnen und aus der Spiservorstadt können nun dort begraben werden.
1572 Die Obrigkeit erlässt folgendes Dekret: Vor geendigtem Gottesdienst soll sich niemand aus der Kirche entfernen, wer aber diese nicht besuche müsse inzwischen zu Hause bleiben.
1572 Die Frühbarockkapelle St. Wolfgang, oberhalb des Schlössli Haggen wird umgebaut.
1573 19. Februar
Pater Erhard Spuol, Statthalter des Klosters St. Gallen zu Mariaberg in Rorschach schreibt über die Seegfrörni; Urban Hartmann, Schulmeister in St. Gallen und sein Bruder, Johannes,
Kaplan zu St. Gallen und Pfarrer zu St. Fiden schreiten über den See nach Langenargen, sie zählen 16114 Schritte, was rund 12 Kilometer ergibt.
1573 Das Brühltor wird von Grund auf neu gebaut.
1573 Dezember
Der Fürstabt erlässt ein Gesetz, indem Stadtbürger mit Besitz auf äbtischem Gebiet verpflichtet werden, bei dortigen Aufenthalten die katholische Kirche zu besuchen und dort auch zur Beichte zu gehen.
Ergänzung
1573 Hauptmann Stauder, Führer der der äbtischen Truppen wird erlaubt, mit seinen Fahnen vom Brühltor bis zum Schibenertor die Stadt zu passieren.
1573 Ober- und Unterstammheim müssen dem Kloster als Zehnten 16'000 Liter Wein liefern.
1574 7. März
Tod von Johannes Kessler (Ahenarius), Chronist der Reformation und Reformator.
1574 Das heute «Das blaue Haus” genannte Gebäude mit den langen runden Erkern wird erstellt.
1574 Das ehemalige Kloster St. Katharinen wird auch als Salzlager benützt, zur Zeit sind es 44 Fässer.
1575 Am Brühltor wird eine Fallbrücke installiert.
1575 Die Lyoner Ordinari wird geschafft. Alle 14 Tage wird der Weg zu Fuss zurückgelegt, er führt über Wil, Winterthur, Zürich, Aarau, Olten, Solothurn, Avenches, Lausanne und Genf nach Lyon, nur bei schlechtem Wetter wird ein Ross zu Lehen genommen.
1575 Unterhalb der Linsebühlkirche wird ein Prestenhaus gebaut.
1576 Das Haus zur Linde an der Gallusstrasse 29, einer der zwei einzig noch erhaltenen Ständerbauten (der andere ist an der Turmgasse 6), wird in Riegelbauweise aufgestockt.
1576 Das Heiliggeistspital von St. Gallen erwirbt das Gericht Mühlebach bei Amriswil.
1576 Für ihre Pferde baut die Stadt hinter dem St. Katharinenklösterchen einen Marstall.
1577 29. Januar
Mit noch nicht einmal 30 Jahren wird Joachim Opser Fürstabt von St. Gallen. Abt bis 1594.
Ergänzung
1577 St. Laurenzen wird durch den Anbau der Südlateralen vergrössert und das Walmdach auf dem Turm durch einen Spitzhelm ersetzt.
1577 Neubürger müssen sich innert vier Wochen einen Harnisch anschaffen. Wer dem Gebot nicht nachkommt verliert wieder das Bürgerrecht und muss Stadt und Gericht verlassen.
1577 Die Steinerburg in Obersteinach geht in den Besitz des Klosters über.
1578 Mai
Leonhard Straub bekommt vom Magistrat die Erlaubnis für die erste Buchdruckerei, die er dann an der Webergasse eröffnet. Er muss aber einen Eid schwören, dass er sämtliche Drucksachen zuvor der Bücher-Zensur zur Begutachtung vorlegt und ohne Zusage der Obrigkeit nichts drucken darf.
1578 Das Frowenhuss im Hopsgermoos, Gebiet zwischen Vorder- und Hintergasse (Engel- und Augustinergasse) in der Irer Vorstadt an der „Statt Graben”, wird geschlossen und schliesslich abgerissen.
1578 Über der Südannex der St. Laurenzenkirche wird eine Empore errichtet.
1578 Der Portnerhof an der Bankgasse wird erstellt.
1578 Unredliches Verhalten wird dem Bürgermeister Bilgeri Spiser zum Verhängnis, er wird für hundert und ein Jahr der Stadt verwiesen.
1578 Der Holzerker (Vier Winde), Webergasse 15, wird erstellt.
1578 An der Rosengasse erstellt Daniel Studer das Haus zur Rose.
Ergänzung
1579 Die Stadt erwirbt von den Herren Landenberg zu Altenklingen Schloss und Herrschaft Bürglen und setzt einen Obervogt ein. Das strenge Regime lastet schwer auf der Bürgler-Bevölkerung.
1579bis 1652 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Sebastian Schobinger, Philosoph, Arzt, Stadtarzt, Bürgermeister, Stiftsarzt.
1579 Die erste Druckerei der Stadt sorgt gleich mit seiner ersten Druckauflage für diplomatische Unruhe. Drucker und Besitzer Leonhard Straub veröffentlicht einen Kalender mit den Wappen der eidgenössischen Orte. Die Appenzeller stellen erzürnt fest dass ihr Bär mangels männlicher Attribute eine Bärin darstellt, ein Affront der beinahe zum Krieg führt.
Ergänzung
1580 bis 1613 Bürgermeister: Jakob Spengler, aus der Schuhmacherzunft.
1580 bis 1613 Neu werden jetzt auch Waisen mit eigenem Vermögen im Heiliggeistspital aufgenommen.
Ergänzung
1581 Michael Sailer, ein reicher Kaufmann, ermöglicht der Stadt durch Schenkung von viertausend Gulden denn Bau des „Schulhaus hinter Laurenzen”, Kugelgasse 19 für eine Knabenschule.
Ergänzung
1581 Johann-Geord Rinckh, Obervogt zu St. Gallen, übernimmt von seinem Vater, Lutius Rinckh von Baldenstein die Burg Feldegg bei Johnschwil.
1582 Die Stadt lehnt im Gegensatz zum Kloster, zusammen mit den reformierten Orten im Deutschen Reich die Einführung des Gregorianischen Kalenders ab.
1581 Hans Vitler bekommt die Erlaubnis, beim Osteingang der Hinterlauben einen Erker zu installieren.
1582 Die Klosterrepublik setzt den Gregorianischen Kalender in Kraft.
1582 Der Buchdrucker, Leonhard Straub, der in seiner Wohnung an der Wassergasse die erste Buchdruckpresse der Stadt installiert hat, erstellt am Goldachflüsschen bei Rorchach eine Papiermühle.
1583 Erstes erwähntes Schützenfest, es wird auf mit Lehm gefüllte Körbe geschossen. Bei gleicher Gelegenheit werden auch Sportdisziplinen absolviert und zwar Weitsprung und Schnellauf.
1584 5. Oktober
Wegen Zuwiderhandlung gegen die Auflagen der Buchzensur wird der erste Buchdrucker der Stadt, Leonhard Straub, mit Frau und fünf Kindern aus dieser und seiner Umgebung für immer ausgewiesen.
1584 Nachdem der Leiter der Reformierten, Arzt Antoni Leu, wegen Rechtsstreitigkeiten hingerichtet wird kommt sein (Schloss Appenzell), ein Renaissance-Bau, in den Besitz des Klosters.
1584 Ein Ratsbeschluss besagt, dass Kinder von liederlichen Eltern im Spital aufgenommen werden müssen, damit sie nicht dem schlimmen Beispiel derselben folgen.
1584 bis 1585 Auf dem Bohl, gleich neben dem Brühltor, wird duch Stadtbaumeister Wolfgang Fögeli das Kauf-, Gred- und Waaghaus, anlehnend an die Stadtmauer erstellt.
1585 Eine Pest artige Seuche rafft 208 Personen dahin.
1586 bis 1590 Laurenz Zollikofer baut das Schlössli an der Spisergasse, seine Mutter ist die Tochter von Vadian.
1586 Da die Stadt schon mehrmals durch verheerende Brände heimgesucht wurde, werden alle Hausbesitzer verzeigt die entgegen der amtlichen Weisungen auf ihren Häusern noch Schindeldächer haben.
1586 Das 1503 erbaute Kornhaus auf dem heutigen Marktplatz wird gegen Westen erweitert.
1586 Junker und Ratsherr Leonhard Zollikofer aus St. Gallen baut nördlich von Märstetten an Stelle einer ehemaligen Burg das Schloss Altenklingen, noch heute im Besitz der Familie.
1587 Durch vier Grenzsteine wird beim Friedhof zu St. Laurenzen ein Asyl erstellt, in welcher den Leuten für ein Jahr und ein Tag nichts geschehen konnte (Gebiet der Zeughaus-, Kugelgasse). Eine Kopie dieser Grenzsteine ist an der Ostfassade des Restaurant Schlössli zu sehen.
1587 Zwei äbtischen Hauptleuten mit ihren Truppen wird gestattet, vom Spisertor via Spisergasse zum Kloster und dann via Brotlaube durch die Multergasse zum Multertor hinaus zu ziehen, dies unter der Bedingung keine Schüsse abzugeben.
1587 Der zweistöckige Mauerwerk Eckturm oder Ercker am Schlössli, Spisergasse 42, wird erstellt, er dient als Ausguck für eine militärische Wache.
1587 bis 1613 Bürgermeister: Otmar Rheiner, aus der Metzgerzunft.
1588 17. Juli
Fürstabt Joachim Opser verbietet fremde Kriegsdienste um Kämpfe zwischen Landsmännern zu vermeiden.
1588 17. Juli
Der Klosterturm wird zum Raub einer Feuersbrunst, die Stadtbewohner können die fliegende Glut nur mit grosser Mühe von den Häusern am
Schmalzmarkt abhalten, sämtliche Glocken im Turm sind geschmolzen.
1588 Unter den 15'000 reformierten Schweizern, die im Jahr 1587 zu Gunsten der Hugenotten nach Frankreich ins Felde zogen, waren trotz Verbot der Obrigkeit unter Hauptmann Studer auch deren 70 aus der Stadt St. Gallen. Am Neujahrstag nun kam er nur noch mit 20 Mann zurück. Die Ungehorchsamen wurden in Gefangenschaft gesetzt und Studer für unbestimmte Zeit aus der Stadt verbannt.
1589 27. September
Zehntenvertrag und Ausmarchung zwischen den Klöstern St. Gallen und Einsiedeln.
1589 Handelsmann Hans Schlumpf lässt an Stelle der St. Johanneskapelle an der Gallusstrasse, die schon seit Jahren als Lagerhaus diente, ein Handelshaus, heute Stadthaus errichten.
1590 Der Holzerker, Hinteren Lauben 6, wird erstellt.
1590 Der vierstöckige Mauerwerk-Runderker zum (Falken), Kugelgasse 12, wird erstellt.
1592 Das Goldbrünneli an der wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen Martinsbrücke und St. Gallen, bei den Birnbäumen, ist erstmals belegt.
Ergänzung
1592 In der Spisegg wird eine erste befahrbare Holzbrücke erstellt.
1594 Abt Bernhard Müller, Abt bis 1630.
1594 Ursula Burckhardt aus Biessenhofen im Kanton Thurgau wird als letzte mit dem Tode im Läufter bestraft.
Ergänzung
1595 13. Februrar
Visitation im Kloster. Die Visitatoren sind der päpstliche Nuntius Hiernonymus Portia und der Abt von Weingarten (De).
Ergänzung
1595 Abt Bernhard Müller ersteht für die Stiftsbibliothek einen auf die Grundlagen der Mercator-Karte von 1569 sich stützenden Globus. Dies für den stolzen Preis von 552 Gulden (Laut NZZ hätte man dafür in Konstanz ein mittelgrosses Bürgerhaus kaufen können).
Ergänzung
1596 Melchior Frank, ein Goldschmied, hat mit einer Vedute die Stadt in den Grund gelegt und in Kupfer gestochen, und dem Rat ein Exemplar der Abkonterfeiungen verehrt.
1596 Das Löchlebad erhält bei einem Umbau ein grosse Gewölbe.
1596 Der Gebäudekomplex des Heiliggeistspitals umfasst 12 Häuser, die nebst dem Parterre über zwei weitere Stockwerke verfügen.
1596 Der Steinerker am Haus zur Rose, Gallusstrasse 18, wird erstellt.
1596 An der Webergasse wird das Kaufmannshaus zur grünen Thür erstellt.
1596 bis 1700 103 Mörder, Räuber, Diebe, Brandstifter werden hingerichtet, hinzu kommen 35 Hexen- oder Malefizprozesse, mit insgesamt 13 zum Tode verurteilten Hexen, Folge eines kollektiven Hexenwahns.
1598 St. Gallen verliert infolge der Auflösung von Untertanenverhältnissen im Thurgau das Herrschaftsrecht über Bürglen.
Ergänzung
1599 Die Fürstabtei konfisziert das neu erstellte Schlössli auf dem Rosenberg, den Grund dazu lieferten sodomistische Vorkommnisse durch den Besitzersohn.
1599 Der zweistöckige und hölzerne Halbrunderker, Schlössli Höhenweg wird erstellt.
1599 Der Südtrakt des ehemaligen Dominikanerinnenklosters St. Katharinen wird zur städtischen Knabenschule umfunktioniert, (Volksmund, Buebechloster). Die Knabenschule war zuvor an der Kugelgasse.
1599 An der Kugelgasse, dort wo bis anhin die Knaben unterrichtet wurden, ziehen jetzt die Mädchen ein (Meitlileer).
1600 Die St. Galler Leinwand wird wichtigstes Exportgut der Eidgenossenschaft.
1600 In Bruggen weiht der Konstanzer Weihbischof Jakob Johann Mirgel St. Martin, St. Otmar und St. Leonhard eine Kapelle.