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Jahr
1601
Brachmonat (Juni)
Innert zwölf Tagen werden fünf Brandstifter und Mörder, die unabhängig voneinander insgesamt über 100 Morde begannen haben sollen, zum Tode verurteilt.
Jahr
1601
18. September, morgens etwas nach 1 Uhr
Starkes Erdbeben, dass Kamine zum Einsturz bringt.
Ergänzung
Jahr
1601
Regula Köchin wird infolge ihres Vergichts vom 3. April wegen Zauberei hingerichtet.
Jahr
1601
Barbara Kunzin, Lachamennin, wird vom Vorwurf der Zauberei freigesbrochen.
Jahr
1601
Katharina Buchlin, wird vom Vorwurf der Hexerei freigesbrochen.
Jahr
1601
Der zweistöckige Holzerker zum (Sonnenhof), Gallusplatz 28, wird erstellt.
Jahr
1601
Magdalena Weiblerin aus Chur wird infolge ihres Vergichts vom 4. Mai wegen Zauberei hingerichtet.
Jahr
1601
Die Stadt gibt sich eine neue Satzung (exekutive Rechtsnorm) die jene von 1508 ersetzt.
Jahr
1601
Straal (Vorname unbekannt) gesteht 29 Morde, er muss den Tod durch grausames Rädern erleiden.
Jahr
1601
Margreth Straiffin, wird vom Vorwurf der Zauberei freigesbrochen.
Jahr
1601 bis 1620
Bürgermeister: Joachim Reutlinger, aus der Schmiedezunft.
Jahr
1602
Mit der Weisung des Dekans von St.Gallen nehmen die Beginen vom Klösterchen Tann die Ordensregel der Kapuzinerinnen an, zu denen sie ab dem Zeitpunkt als Tertiarinnen zugehören.
Jahr
1602
Das Kloster St.Gallen zieht das Lehen von Norsingen (De), nachdem die Lehensherren ausgestorben sind, wieder ein.
Ergänzung
Jahr
1603
Um den Gassenbettel zu unterbinden wird das Bindhaus geschaffen. Arme, kranke und alte Personen, Hintersassen, können jeden Freitag im Bindhausschopf vor dem Schibenertor ein Almosen empfangen. Um die Alimentierung zu gewährleisten geht ein dafür bestimmter Bürger wöchentlich an bestimmten Tagen von Haus zu Haus und sammelt Almosen.
Jahr
1603
Kathrin Hofstetterin wird infolge ihres Vergichts vom 1. Juni wegen Zauberei hingerichtet.
Jahr
1603
Das Haus der «Gesellschaft zum Löwenkopf» an der Westecke Schmiedgasse/Schmittengässlein wird erbaut.
Ergänzung
Jahr
1603
Der 39 jährige Daniel Zollikofer wird wegen Falschmünzerei hingerichtet, er hatte 200 falsche Dukaten aus Kupfer mit einem Goldüberzug hergestellt.
Jahr
1604
Auf Geheiss von Abt Bernhard Müller wird am Kräzerenbach eine Papiermühle (Poppemüli genannt) in Betrieb genommen.
Jahr
1604
Anna Weyermännin, Ehefrau des Spisertorwächters Heinrich Huber, wird infolge ihres Vergichts vom 8. Juni wegen Zauberei hingerichtet.
Jahr
1604
Margreth Straiffin, wird wie schon 1601 vom Vorwurf der Zauberei freigesbrochen.
Jahr
1604
Canisius S.J., Rektor der Universität Ingolstadt, macht die wissenschaftliche Öffentlichkeit auf den in der Klosterbibliothek St.Gallen entdeckten Klosterplan aufmerksam.
Ergänzung
Jahr
1604
Regula Kellerin, wird infolge ihres Vergichts vom 22. August wegen Zauberei, Ehebruch und Diebstahl hingerichtet.
Jahr
1606
Streit um Kirchengesangsbuch, weil es den Gegnern zu lutherisch erscheint.
Jahr
1606
Der Goldschmied, Melchior Frank wird Zunftmeister der Schmiedekunst.
Ergänzung
Jahr
1606
Der Mauerwerk-Runderker (Grüner Hof), Gallusstrasse 26, wird erstellt.
Jahr
1607
Samuel Oberhausers Tochter Barbara, Sailerin genannt, bekennt sich trotz Folterverhör nicht zu den Vorwürfen des Schadenzaubers. Sie wird gegen Ausstellung einer Urfehde freigelassen und muss mit ihrem Kind die Stadt verlassen.
Ergänzung
Jahr
1607
Im Deutschen Reich für den Papst geworbenen Truppen dürfen mit erhobener Fahne, aber auf schnellstem Weg die Stadt passieren. Die Bevölkerung wird angehalten sich ruhig zu verhalten.
Jahr
1607
Der Turm des Brühltores wird um zwei Stockwerke erhöht.
Jahr
1608
Der zweistöckige Steinerker (Tiefer Keller), Hintere Lauben 10 wird erstellt.
Jahr
1608
Die Abtei kauft das Schloss Neuravensburg (De), ein Schloss das in die Geschichte eingehen wird, da es in unruhigen Zeiten den Äbten als Zufluchtsort dient.
Jahr
1610
14. Juni
Die Nonnen vom
Klösterchen Tann unterstellen sich dem Kapuzinerorden und dem Schutz des Abtes von St.Gallen.
Jahr
1610
Grabung der Eich-, Knaben- und Kreuzweiher auf Dreilinden.
Ergänzung
Jahr
1610
Die Jahresproduktion an guten Tüchern (Leinwand) erreicht 27'645 Stück à je 130 Ellen (gut 101m) Länge und ca. 1.12m Breite. Um der Nachfrage nachkommen zu können wird die Grosse Bleiche «Kreuzbleiche» geschaffen.
Jahr
1610
Mathias Haubenreich, ein Vagant aus Freiburg im Breisgau, wird der Zauberei beschuldigt und enthauptet.
Jahr
1610/11
Die grosse Seuche
451 Kinder und 602 Erwachsene Einwohner, 20% der Stadtbevölkerung werden durch die Pestseuche dahingerafft.
Jahr
1611
Von der wohlhabenden Anna Schlappritzi-Stauder wird am Burggraben das Landhaus (Weekendhaus) zur Hechel, auch Kleinburg genannt, mit zweistöckigem Mauerwerkerker errichtet.
Ergänzung
Jahr
1611
In einer Verordnung die sich gegen Missbrauch bei Begräbnissen wendet, wird unter anderem festgehalten, dass wundersüchtige Leute, Weibsbilder, Töchter, Mägde und Knaben, die nicht direkt in eine Beerdigung involviert sind, sich von dieser fernzuhalten haben.
Jahr
1611
Sebastian Schobinger wird Stadtarzt.
Ergänzung
Jahr
1611
Ein Edikt verbietet jegliches Beschenken, eigene Kinder, Enkelkinder und Taufpaten ausgenommen.
Jahr
1611
Bürgermeister und Räte lassen ein 36 Seiten starkes Büchlein (Mandat und Ordnung) verteilen.
Ausschnitte
Jahr
1612
6. Juli
Ein Wolkenbruch lässt die Steinach dermassen hochgehen, dass sie die Wuhr bei der Mühleck zerreisst und zu Lämmlisbrunnen das Waschhaus neben drei Röhren (Dreiröhren-Brunnen) und weiterhin alle Mühlenwuhren und alle Stege mitreisst.
Jahr
1612
Weihnachtszeit
Heftige Stürme mit Böen verursachen grossen Schaden an den Häusern. In den Waldungen der Stadt müssen mehrere tausend umgeworfene oder zerrissene Tannen beseitigt werden.
Jahr
1613
Das immer noch im Linsebühl pfarrgenössige Speicher im äusseren Rhoden erhält für ein Endgeld die gänzliche Befreiung.
Jahr
1613
Jakob Fugger (aus dem berühmten Kaufmannsgeschlecht der Fugger), Fürstbischof von Konstanz iniziiert mit dem Kloster St.Gallen ein Konkordat (1624 ergänzt), dass die Rechtsauffassungen der Bischöfe und Äbte festlegt.
Jahr
1613 bis 1625
Bürgermeister: Joachim Zollikofer von Altenklingen, aus der Gesellschaft zum Notenstein.
Jahr
1613 bis 1638
Bürgermeister: Georg Huber, aus der Weberzunft.
Jahr
1614
6. Juli
Im Krieg von Kaiser Carl Emanuel von Savoyen gegen König Philipp II. von Spanien hilft das Kloster letzterem mit einem
Fahnen Hilfsvölker, die in Savoyen grossen Schaden anrichten.
Ergänzung
Jahr
1614
Balthasar Haim übernimmt das ehrenvolle Amt des Obmanns der Windwächter.
Ergänzung
Jahr
1614
St.Laurenzen verliert die kirchgenössige Speicherer Bevölkerung, Speicher bekommt eine eigene Kirche.
Jahr
1614
An der Südostecke des Kreuzganges im Katharinenklosters wird ein Treppenturm angebracht.
Jahr
1614
Stahringen und Homburg, heute zu Radolfszell gehörend, werden dem Benediktinerkloster St.Gallen überschrieben.
Jahr
1614
Fürstabt Bernhard Müller macht sich an den Wiederaufbau von Schloss Ravensburg, dass während des Bauernkrieges 1568 niedergrbrannt wurde.
Jahr
1615
31. Mai
Barbara Bruggbacherin aus Waldkirch wird wegen harmlosen Diebereien, aber vor allem weil sie sich dem sogenannten bösen Feind (Hexerei) ergeben habe, auf der Leimat durch das Schwert hingerichtet. Ihr
Vergicht machte sie am 31. Mai.
Jahr
1615
4. November
St.Gallen gründet zusammen mit weiteren Klöstern eine Benediktiner
kongregation.
Jahr
1615
Die Reformierte Kirche der Stadt übernimmt nach langem Zögern den Katechismus.
Jahr
1615
Der dreistöckige Holzerker zur (Jägerei), Gallusplatz 34, wird erstellt.
Jahr
1615
Dorothea Lampartin, wird der Hexerei schuldig befunden und hingerichtet. Ihr wird vorgeworfen, in Montlingen und in St.Margrethen Hagelwetter herabgezaubert zu haben.
Jahr
1616
14. Juni, 5:00 Uhr
Ein Blitzschlag beschädigt recht stark das Uhrwerk der St.Laurenzenkirche.
Jahr
1616
Nördlich des Dorfes Berg SG. erbaut die vornehme Stadt St.Galler-Familie Zollikofer das Schloss Gross-Hahnberg.
Jahr
1616
Abt Bernhard Müller von St.Gallen löst die Klostergemeinschaft der Waldschwestern im Hundtobel im Tübacherholz, zwischen Mörschwil und Tübach, auf und lässt die Frauen ins neu erbaute Kloster St.Scholastika in Rorschach umziehen.
Jahr
1616
Hieronymus Gesus aus Konstanz giesst die sich in der Stiftskirche befindende 403 kg schwere Armen-Seelen-Glocke mit Schlagton dis″.
Jahr
1616/17
Barbara Bauwelin aus Altstätten wird vom Vorwurf der Zauberei freigesprochen.
Jahr
1617
Niklaus Morer aus Urseren UR wird des Diebstahls, wegen Mordes in 63 fällen, Brandstiftung, Sodomie und Zauberei überführt und hingerichtet.
Jahr
1617
Der Holzerker zur (Waldegg), Spisergasse 32, wird erstellt.
Jahr
1617
Ein Dammbruch beim Knabenweiher auf Dreilinden, verwüstet auf den Bleichen die Leinwandtücher.
Jahr
1618
Mai
Beginn des 30 jährigen Krieges, ausgelöst durch den
2. Prager Fenstersturz der für Stadt und Kloster manches zu lösende Problem ergibt. Obwohl mit alten Streitereien unter sich reich befrachtet, fanden sie sich mehrere Male an der Ostgrenze der Eidgenossenschaft zusammen um gemeinsam mögliche Gegner, gleich welcher Gesinnung, abzuwehren.
Jahr
1618
Ein Hochwasser reisst bei der Sitterwalche das Wuhr mit sich. Im Frohn arbeiten pro Tag bis zu 400 Stadtbürger bis alles wieder hergestellt ist.
Jahr
1618
Aus Angst, die Bündner-Unruhen könnten auch die Stadt in Mitleidenschaft ziehen werden die Wachen verstärkt und zwei Fahnen Bürger in Alarmbereitschaft gehalten.
Jahr
1618
Das am Bohl stehende und baulich vom Katharinenklösterchen getrennte Refektorium, seit 1554/55 als Zeughaus der Stadtrepublik St.Gallen benützt, wird erweitert.
Jahr
1619
Die Stadt St.Gallen verfügt, Juden dürfen nur noch mit obrigkeitlichem Geleit in die Stadt kommen.
Jahr
1619
Abt Bernhard Müller erstellt an der Hinterseite des Rest. Hirschen in St.Fiden, das unter anderem auch als Gerichtsgebäude dient, einen Gefängnisturm.
Jahr
1619
Der dreistöckige, hölzerne Eckturm oder Eckerker zur (Stärke), Schmiedgasse 21, wird erstellt.
Jahr
1620
Gründung der Schützengesellschaft St.Fiden, mit Standtort Scheibenacker.
Jahr
1620
Das Multertor wird mit Fallbrücke und Fallgatter verstärkt.
Jahr
1620
Die Stadt nimmt 150 Überlebende des berüchtigten Veltlinermordes mit christlicher Milde bei sich auf.
Jahr
1620
Am Pletztor (später Platztor) wird ein Einlass mit einem starken Zwinger erbaut. Der Einlass dient Hebammen und Ärzten bei Notfällen.
Jahr
1620
Nachdem im Veltlin spanische Truppen gegen die Protestanten wüteten, verstärkt die Stadt ihre Truppen.
Jahr
1620
Acht Jünglinge gehobener Kreise gründen das (Collegium musicum) dessen Gesänge durch Bassgeige oder Orgel begleitet werden.
Jahr
1620 bis 1635
Bürgermeister: Ambrosius Schlumpf, aus der Weberzunft.
Jahr
1621
Die Abtei kauft die Herrschaft Ebringen im Breisgau.
Jahr
1621
Im Ratsprotokoll wird die Bestrafung eines Frevlers erwähnt, der es im Übermut gewagt hat die Stadtmauer zu überklettern.
Jahr
1622
24. April
Die Chronik meldet, der auf Sulzberg wohnende Hauptmann Josua Studer, ein äbtischer Untertan der viele Jahre dem König in Frankreich diente und aktiv an der Pariser
Bartoholmäusnacht, auch Pariser Bluthochzeit genannt, mitwirkte, ist mit bösem Gewissen verstorben.
Jahr
1622
24. April
Die
Herren von den Bäuen und die Bürgermeister beschliessen das Müllertor durch ein weiteres Tor zur Stadt hin (Doppeltor) zu verstärken.
Jahr
1623
August
Die Musterung der Bürgerschaft unter Oberst Jacob Zörnlin ergibt den Bestand von 230
Musketieren und 120 Spiessträgern.
Jahr
1623
3. September
Protokolleintrag, der Balken des
Hochgerichts auf dem Leimat sei «ganz und gar verfault» und sollte neu gemacht werden.
Jahr
1623
Die Vadianische Bibliothek, wird neben dem säkularisierten Stift zu St.Katharinen untergebracht.
Jahr
1623
Der Stadtbibliothek in der Knabenschule zu Katharinen, wird ein «gar greulich Thier», ein ausgestopftes Nilkrokodil geschenkt. Die Schenkung dient dem Zweck, die Zierde der Bibliothek zu erhöhen.
Ergänzung
Jahr
1623
Ludwig Cunz erhält die Erlaubnis, an der Hinteren Lauben 4 einen Stubenerggel aus Steinwerk zu erstellen.
Jahr
1623
Die Stadt verstärkt ihre Verteidigungsanlagen und an der Ringmauer werden mehrere Wachthäuschen angebracht. Ein Bürger, der sich widerrechtlich ein Fenster in die Stadtmauer machte, wird mit dreissig Pfund gebüsst und eingekerkert.
Jahr
1624
Das Hotel Hecht am Bohl wird erstmals erwähnt.
Jahr
1624
Die Abtei St.Gallen sichert sich das Recht, die Pfarrei Montlingen visitieren zu können.
Jahr
1525
Das Haus «Zum Vögeli» mit seinem Steinerker, Spisergasse 25, wird erstellt.
Jahr
1625
Infolge der Kriegsgreuel in Bünden und in Deutschland wird Hans Jakob Zörnli von Basel mit der Befestigung unserer Tore und Türme betraut, er bekommt in der Folge das Bürgerrecht.
Jahr
1626
Um die Reform des Klosters Fulda in Fulda voranzubringen, werden St.Galler Mönche beigezogen.
Jahr
1627
Der Zustand des Turmmauerwerks zu St.Laurenzen macht eine Renovation desselben unabdingbar.
Jahr
1628
21. Juni
Heftiger Schneefall in der Stadt.
Jahr
1628
Infolge der Teuerung ist die Stadt gezwungen, an Bedürftige Korn und Brot abzugeben.
Jahr
1628
Die frühbarocke St. Otmarkirche im Klosterhof wird eingeweiht.
Ergänzung
Jahr
1629
Pestjahr
Der Abt offeriert den Mönchen die
Pest verseuchte Stadt verlassen zu können, zwei ziehen weg.
Jahr
1629
Pestjahr
1536 Einwohner der Stadt fallen der Seuche zum Opfer, über ein Drittel der Stadtbevölkerung.
Jahr
1629
Der zweistöckige Holzerker zur (Gerechtigkeit), Spisergasse 3, wird erstellt.
Jahr
1630
15. April
Abt Pius Reher, Abt bis 1654.
Ergänzung
Jahr
1630
Der Holzerker, Gallusplatz 30, wird erstellt.
Jahr
1630
Es war wohl der savoyische Kaufmann Andreas Peruquett der sich in St.Fiden ein Schlösschen erbauen lies.
Ergänzung
Jahr
1630
Der Genferbote, Johannes Nüsch aus St.Gallen ist betrunken vom Ross gefallen und hat deshalb Post und Pferd verloren. Verloren hat er nachträglich auch seinen Arbeitsplatz, zudem musste er für 8 Tage bei Wasser und Brot ins Gefängnis.
Jahr
1632 bis 1652
Bürgermeister: Sebastian Schobinger.
Jahr
1633
Das Müller-, Brühl- und das Schibenertor müssen zeitweilig geschlossen werden.
Ergänzung
Jahr
1633
Abt Pius Reher errichtet im Kloster eine Stiftseigenen Druckerei.
Jahr
1633
Die Schweden, Konstanz belagernd, versichern den Eidgenossen keine Gefahr solange sie sich ruhig verhalten. Die Stadt trotzdem besorgt, erneuert auf der Bernegg (St.Wendelinsbild) ihre Hochwacht und hält die Tore immer verschlossen.
Jahr
1633
Jean Girard aus La Mothe giesst die sich im Dom befindende 2750 kg schwere Muttergottesglocke mit Schlagton h°.
Jahr
1634
Im Zusammenhang mit dem 30-jährigen Krieg werden alle Juden aus der Stadt vertrieben.
Jahr
1635
7. April
Der künftige Befreier des Veltlins, der berühmte
Hugenottenführer Herzog Henri de Rohan weilt als Gast bei Junker Cornelius Zollikofer im Schlössli an der Spisergasse, seine Truppen übernachten in vier Zelten und in Holzverschlägen vor dem Brühltor.
Jahr
1635
Pestjahr
1420, etwa 20% der Stadtbewohner fallen der Seuche zum Opfer.
Jahr
1635/36
Durchzug französich kaiserlicher Truppen, Abt und Rat verständigen sich untereinander. Sie lassen nie mehr als 10 bis 12 fremde Offiziere gleichzeitig die Stadt vom Spiser- zum Multertor passieren, ihre Soldaten müssen den Weg ausserhalb der Stadtmauern nehmen.
Jahr
1636 bis 1655
Bürgermeister: Kaspar Friedrich, aus der Weberzunft.
Jahr
1637
Abt Pius Reher schliesst mit Spanien ein Militärbündnis.
Jahr
1637 bis 1638
Bartholomäus Anhorn fungiert in der Stadt als Pestprediger, er bekommt dafür das Stadtbürgerrecht geschenkt und wird Stadtpfarrer.
Jahr
1637
Der Abt verbietet den 1634 vertriebenen und wieder zurückgekehrten Juden aus der Stadt St.Gallen, in Rorschach den Markt zu besuchen.
Jahr
1637
Bruggen erhält einen eigenen Friedhof.
Jahr
1637
Schriftlich nachgewiesen ist der Espen weiher etwas südlich von der heutigen Verzweigung Harzbüchel- Lukasstrasse. Vermutlich 1914 aufgefüllt.
Jahr
1637
Die Kauf- und Ladenleute erstellen gemeinsam eine Marktordnung, dies gilt als Ursprung der Kaufmännischen Direktion.
Jahr
1638
Das Schwitz- und Wasserbad Lämmlisbrunn mit seinen grossen Badegewölben wird eröffnet.
Jahr
1638 bis 1654
Bürgermeister: Johannes Hildbrand, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1639
4. April
In der Stadt findet der erste Dank-, Buss- und Bettag statt, jedermann ist verpflichtet, diesen Tag in der Kirche zu verbringen. Ablauf: 07:30, 11:00 und 15 Uhr je eine Predigt, in den Zwischenzeiten Gesang und Anhörung schöner Gebete und Bibelabschnitte.
Jahr
1640
18. August
Im Kirchlein St.Peter und Paul wird ein Altar geweiht.
Ergänzung
Jahr
1640
Um die Rüstungen betreffend mit einem möglichen Gegner mithalten zu können, werden alte Harnische verkauft um für unbemittelte Bürger neue anschaffen zu können, begüterte Bürger müssen ihr Rüstzeug selber beschaffen.
Jahr
1640
Anna Huberin (Huber) aus Wittenbach wird infolge ihres Vergichts wegen Zauberei hingerichtet.
Jahr
1640
Die 1633 von Abt Pius Reher im Kloster Neu St.Johann errichtet Klosterdruckerei wird nach St.Gallen verlegt.
Jahr
1641
Behördliche Vorschrift die männliche Haartracht betreffend. Die Haare müssen so geschnitten werden damit sie nicht mehr als (das halbe oder aufs längste das ganze Ohr damit bedecken mögen).
Jahr
1641
Wolfsplage. Die Gottshausleute im St.Gallerland werden verpflichtet für jedes Stück Ross und Vieh 4 Kreuzer zu zahlen. Damit kann jedem der einen Wolf schiesst 30 Gulden bezahlt werden.
Jahr
1641
Am Handelshaus an der Ecke Turm- Marktgasse, erstellt 1685, wird ein Mauererker mit Blick auf die Turmgasse angebtacht.
Ergänzung
Jahr
1642 bis 1644
Der Hauptmann in spanischen Diensten, Johannes Boppart, erbaut den von einer festen Mauer umgebenen Haggenhof, im Voklsmund Haggenschlössli.
Jahr
1642
Der Basler Matthaeus Merian zeichnet sein berühmtes Stadtbild aus der Vogelperspektive.
Jahr
1642
Die Klausnerinnen zu Santjörgen unterstellen sich dem Benediktinerorden.
Jahr
1643
Verordnung des Rates. Das beieinander stehen von schwatzenden Frauen und Töchtern nach dem Kirchgang wird verboten, sie sollen jede für sich heimgehen, ansonsten sie mit 1 Pfund gebüsst werden.
Jahr
1644
11. Juni
Explosion der Pulvermühle am Bach (Bachstrasse).
Jahr
1644
Infolge der Eroberung von Bregenz durch schwedische Truppen, wird der Rheinübergang nach Bregenz durch städtische und fürstäptische Truppen besetzt.
Jahr
1646
Der Abt bewilligt den Straubenzellern eine eigene Schule, sie wird bei den Nussbäumen, in der Nähe der Burg Waldegg in einem Privathaus eingerichtet.
Jahr
1646
Abt Pius Reher bittet den Unterburgermeister und die Häupter beim Hof- oder Klostertor zum Augenschein. Grund, es seien sechs grosse Steine über die Mauer geworfen worden. Die Vertreter der Stadt finden aber, dass durch die Grösse der Steine bedingt, eine solche Tat nicht möglich gewesen sei.
Jahr
1646
Unter dubiosen Umständen gelangen 52 Schriften, die von Vadian vor dem Klostersturm von 1529 gerettet wurden, in den Besitz der Stadt Bremen, darunter auch die berühmte Henauer-Urkunde.
Ergänzung
Jahr
1647
26. Januar
Leutnant Studer reist im Namen der Stadt St.Gallen nach Bregenz. Dort übergibt er dem schwedischen Besetzer, General Wrangel, der sich anschickt mit seinen Truppen Bregenz zu verlassen, wegen vielfältig und bezeugtem guten Willen, ein Fuder des allerbesten Rheintalerweines. Der General hatte bei der Besetzung von Bregenz einer Delegation versichert, dass er nichts gegen die Stadt St.Gallen unternehmen werde.
Jahr
1647
Die Burg Anwil bei Buhwil kommt in den Besitz der Stadt St.Gallen.
Jahr
1647
Sybilla Peuschlerin von Bayern wird zwar vom Vorwurf der Zauberei freigesprochen wird aber aus der Stadt ausgewiesen.
Jahr
1647
Neubau der St.Wolfgangkapelle im Haggen, später wurde ein Türmchen mit den dazugehörenden Glocken gebaut.
Ergänzung
Jahr
1647
Das Müller-, Brühl- und das Schibenertor müssen zeitweilig geschlossen werden.
Ergänzung
Jahr
1648
Der Westfälische Friede, der das Ende des Dreissigjährigen Krieges in Europa bedeutet, ermöglicht der Stadt- und der Klosterrepublik die formelle und endgültige Unabhängigkeit vom deutschen Reich.
Jahr
1648
Der Fürstabt erbaut in Altätten eine Kapelle, die er dem hl. Placidus weiht.
Jahr
1648
Die Nürnberger und Lindauer Boten müssen von den St.Galler Kaufherren einmal mehr zu fleissiger Verrichtung ihrer Reisen ermahnt werden.
Jahr
1649
4. Juni
Die private
Ordinari des Handelshauses Hess in Zürich schliesst mit St.Gallen einen Vertrag die Aufgaben des Genferboten betreffend. Der Bote soll wöchentlich einmal von Zürich und St.Gallen nach Genf reisen.
Jahr
1649
Die Abtei kauft die Glattburg bei Oberbüren (später Kloster St.Gallenberg) zurück.
Jahr
1649
Die Stadt beteiligt sich mit Darlehen am Auskauf der 5 Gerichte Davos, Klosters, Casteis, Schiers und Churwalden aus dem österreichischen Herrschaftsbereich.
Jahr
1649
Um die Zunft der Wundärzte ist es so schlecht bestellt, dass der Abt seinen Untertanen verbietet Wundärzte aus der Stadt zu konsultieren.
Jahr
1650
28. Februar ca. zwischen 21: und 22 Uhr
Haberdarre in der Spiservorstadt bricht ein Feuer aus, eine Dienstmagt kommt zu Tode und neun Häuser werden zu Asche.
Jahr
1650
Blaues Haus, der zweistöckige Mauerwerk-Runderker, Gallusstrasse 20, wird erstellt.
Jahr
1651
28. April
Den Bürgern, wie auch den Fremden wird das Rauchen im freien und in den Trinkstuben verboten, begründet wird das Verbot mit der Feuer- und Suchtgefahr.
Jahr
1651
Barbara Hofstätterin wird, befreit vom Vorwurf der Zauberei, freigesprochen.
Jahr
1651 bis 1750
In dieser Zeit, immerhin 100 Jahre, werden fünf Neubürger aufgenommen.
Jahr
1652
Der St.Galler, Paulus Stunzt, bekleidet in Basel das Amt des Scharfrichters.
Ergänzung
Jahr
1652
Zum Schutz vor der lothringischen Bedrohung bei Solothurn und Basel, wird auch eine Mannschaft aus der Stadt St.Gallen als Grenzschutz eingesetzt.
Jahr
1652 bis 1664
Bürgermeister: David Cunz, aus der Schmiedezunft.
Jahr
1653
Kaufleute erheben Klage gegen den Boten Lorenz Ruosch, den Boten der Ordinari, der in Lindau ein Paket Briefe verloren hatte. Der Schaden war deswegen so gross, weil Standesbriefe sowie Briefe von hohen Orten und an fromme Herren fehlten. Wegen seines Fehlers und Unfleisses musste Lorenz Ruosch drei Monate lang mit seinem Ritt nach Nürnberg still stehen.
Jahr
1653
Die Tagsatzung verpflichtet alle Orte, den von Bauernaufständen bedrohten Regierungen beizustehen, so hilft auch die Stadt mit zwei Fahnen, die im Bernbiet die Bauern zurückschlagen.
Jahr
1654
Abt Gallus Alt, Abt bis 1687.
Jahr
1654
Die Stadt kauft das Klösterchen St.Leonhard aus Privathand zurück. Zweck ist, in Pestzeiten ein Absonderungshaus zu besitzen.
Jahr
1654 bis 1663
Bürgermeister: Sylvester Hiller, aus der Schmiedezunft.
Jahr
1655
In alten Schriften wird eine Brugg erwähnt die in Zweibruggen gegen St.Gallen über die Sitter führt. Danach musste über die Hundwilerleiter Haggen bei der St.Wolfgangskapelle erreicht werden.
Jahr
1655
Das Schloss Elgg kommt mittels eines fingierten Schuldschein in den Besitz des Klosters St.Gallen.
Ergänzung
Jahr
1655
Als Merkwürdigkeit verzeichnet die Appenzeller Chronik von Walser, dass am Herbstjahrmarkt in St.Gallen 1 Mass Wein, 1 Mass Milch und ein birkener Besen gleichviel gegolten hätten, nämlich 6 Pfennig.
Jahr
1657
Die Hingerichteten und die Selbstmörder bekommen im Linsebühl-Friedhof einen eigenen ummauerten Platz (Schelmenfriedhof).
Jahr
1657
Der heutige Festsaal des Stadthauses erhält eine kostbare Kassettendecke, erstellt durch Daniel Mader.
Jahr
1657
Das Kirchenschiff von St.Mangen wird nach Westen verlängert.
Jahr
1657
Meinrad der sechsjährige Sohn des Nürnbergerboten Lorenz Ruosch ertrinkt im Burggraben.
Jahr
1658
Zu den schon bestehenden Weihern kommt der Nellusweiher hinzu, bedingt durch das vergrössern der Brühlbleiche. Der Nellusweiher war bis 1923 dort wo heute die Liegewiese des Familienbades ist.
Jahr
1658
Ein gefährlicher Bauernaufstand im Gebiet, Bern, Luzern, Solothurn und Basel veranlasst die zu Hilfe gerufene Stadt St.Gallen, unter Hauptmann Christoph Studer und Hauptmann Leonhard Laurenz Zollikofer je ein Fähnlein Volk zu entsenden, sie warfen in Mellingen die Bauern zurück.
Jahr
1658
Der Fürstabt Gallus Alt von St.Gallen richtet einen Protest gegen ein Zürcher Tagsatzungsprotokoll, in dem ein Teil seines Titels, nämlich der dem Reichsfürsten zustehende Zusatz «Souvereän» fehlt.
Jahr
1658
Die Feinds-, Feuer- und Wasserordnung unterteilt die Stadt in neun Quartiere.
Jahr
1658
In Lindau wird die Glocke für das Spisertor gegossen, sie ziert noch heute den Dachreiter auf der Ostseite der Spisergasse.
Jahr
1658
Katharina Stüdlin, Hobsgerin genannt, wird weil sie unter anderem auf dem Studengüggi (Freudenberg), auf dem Tanzplatz der Hexen herumgetanzt sei, in einem Malefizprozess als Hexe zum Tode verurteilt. Nach ihrem Tod wurde der Platz auf dem Studengüggi oft auch Hobsgerplatz genannt. Dem Übernamen nach wohnte sie vermutlich im Hobsgermoos auch Fröschenmoos genannt, Gebiet zwischen Vordergasse und Hintergasse.
Jahr
1658
Magdalena Horberin, der Hexerei bezichtigt wird freigesprochen, muss jedoch die Stadt verlassen.
Jahr
1658
Wiederholt wird Christoph Hofstätter vom Vedacht der Hexerei freigesprochen, muss jedoch die Stadt verlassen.
Jahr
1659
Das Rathaus an der Marktgasse bekommt einen Anbau mit Gewölben für die Kanzlei und die Aufbewahrung des Stadtarchivs.
Jahr
1660
Aus Handwerkerkreisen bildet sich ein Collegium für Gesang, dem vom Rat ein leerstehendes Gewölbe, an der St.Magenkirche angebaut, zur Verfügung gestellt wird.
Ergänzung
Jahr
1660
Die Burg Spisegg wird abgebrochen.
Jahr
1660
Die Stadt St.Gallen kauft das Hochrütener Bürgli dessen rote Riegelbalken immer mehr zum Namen rotes Haus beitrugen. Es darf vom Bürgermeister als Sommersitz benützt werden.
Jahr
1660 bis 1687
Bürgermeister: Hans Joachim Haltmeyer, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1660
Juni
Der Briefbestelldienst (Briefboten) wird jetzt innnerhalb der Stadt St.Gallen auch durch Frauenspersonen besorgt.
Jahr
1660
Die eine der zwei Glocken im Türmchen von St.Peter auf Rotmonten ist gesprungen und wird von der Lindauer Giesserei Ernst umgegossen.
Ergänzung
Jahr
1661
Mit einer feierlichen Einweihung übernehmen die evangelisch-reformierten Kirchgenossen von Winkeln das neue Kirchgemeindehaus mit Glockenturm.
Jahr
1661
Abt Gallus Alt weiht die Kirche in St.Josefen ein, 1960 wurde sie abgerissen.
Jahr
1661
Zum Vorläufer unseres Kinderfestes, dem Gregoriusfest, werden erstmals Mädchen zugelassen. Am auch Rutenfest genannten Fest werden im Wald die Züchtigungsruten für die Schüler geschnitten.
Jahr
1661
Die Brüder Zollikofer aus St.Gallen werden Besitzer von Schloss Castell in Tägerwilen.
Jahr
1661
Eröffnung des Arbeits- und Zuchthauses, auch Korrektionshaus genannt, im ehemaligen Kloster St.Leonhard.
Ergänzung
Jahr
1662
Die Ehebrecherin Anna Schüssin wird zu 8 Tagen Arrest bei Wasser und Brot verurteilt. Danach muss sie in St.Laurenzen vor dem Kirchenvolk im Chor sitzend eine auf sie gemünzte Predigt anhören und öffentlich ihre schwere Sünde bekennen.
Jahr
1662
Das zuvor in Goldach pfarrgenössige Eggersiet, darf die mit Bewilligung des Abtes erbaute Kirche einweihen.
Jahr
1663 bis 1670
Bürgermeister: Friedrich Buchmann, aus der Weberzunft.
Jahr
1663 bis 1669
Auf dem von Abt Gallus II. erstandenen Feld beim Hof Wiesen auf Notkersegg wird für die Kapuzinerinnen ein weitläufiges Kloster erstellt und somit das Klösterchen Tann aufgelöst.
Jahr
1664
Die Stadt wird erstmals zur Eidgenössischen Tagsatzung eingeladen.
Jahr
1664
Johann Studer wird nach einem Prozess wegen Ehebruchs und schlechtem Geschäften enthauptet.
Ergänzung.
Jahr
1664 bis 1687
Bürgermeister: Otmar Appenzeller, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1665
Das Collegium musicum, gegründet 1620, kann sich mit Hilfe der Stadt ein eigenes Lokal, nämlich das 1931 abgebrochene Sängerhäuschen am Bohl, leisten.
Jahr
1665
Die Stadt St.Gallen schenkt den Luzernern für die Belebung ihres zum Teil trockengelegten Festungsgrabens zwei Damhirschkühe.
Ergänzung
Jahr
1666bis 1740
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Joseph von Rudolphi, 1717 bis 1740 Fürstabt von St.Gallen. Gewählt wurde er im Exil auf Schloss Neuravensburg.
Jahr
1666
Die Petruskirche wird zusammen mit der Gallus- und der St.Katharinenkapelle abgebrochen um dem Bau des Hofflügels Platz zu machen.
Jahr
1666
Die Kapelle St.Barbara im Bild wird erstellt. Sie soll wie der zuvor dort gestandene Bildstock an die von Abt Ulrich von Sax auf dem Breitfeld verlorene Schlacht gegen Bischof Wernher von Konstanz im Jahr 1208 erinnern.
Jahr
1666/67
Bau des Hofflügels, südlicher und zugleich ältester Teil der Pfalz der den Klosterplatz vom kleineren Brunnenhof trennt.
Jahr
1667
31. März
Feierlich bekommt die kürzlich erstellte
Bildkapelle St.Barbara eine Glocke in den Dachreiter.
Jahr
1667
Die Stadt St.Gallen wird zum regelmässigen Teilnehmer der Tagsatzung.
Jahr
1668
Die Einnahme der Grafschaft Burgund durch König Ludwig XIV. veranlasst die Eidgenossenschaft zur Schaffung einer Defensionale, die je nach Bedrohungslage einen bis zu dreifachen Auszug bereitstellen muss. Die Stadt St.Gallen musste demnach für einen einfachen Auszug 200 Mann mit einem sechspfünder groben Geschütz zur Verfügung stellen.
Jahr
1668
Martin Undersee wird vom äbtischen Blutgericht in St.Fiden wegen Brandstiftung zum Feuertod verurteilt, erhält jedoch die Gnade, vor der Verbrennung erwürgt zu werden.
Jahr
1669
März
Der Hofmeister und Kanzler des Abtes spricht bei Bürgermeister und Rat der Stadt vor. Grund, der restaurierte Turm des Müllertores wurde mit Schusslöchern und Guggeren versehen, die sich gegen das Kloster richten. Der Protest wurde vom Rat abgewiesen, denn es sei nur um der Luft und des Anblicks willen geschehen.
Jahr
1669
Johann Conrad Scheuss errichtet im Kubel eine Papiermühle.
Jahr
1670
Hans Albrecht Schobinger der es wagte zum katholischen Glauben überzutreten, hat zusammen mit seinen sonstigen Übertretungen den Bogen überspannt, er wird als ehrlos erklärt und sein Vermögen verfällt.
Jahr
1670
Abt Gallus erlässt für die Brücke in Schwarzenbach einen Zoll auf Handelswaren, damit kann die Gemeinde Jonschwil den Unterhalt der Brücke finanzieren.
Jahr
1670 bis 1695
Bürgermeister: Joachim Kunkler, aus der Pfisterzunft.
Jahr
1670
Wie vor 10 Jahren schon, ist jetzt auch die zweite Glocke im Türmchen von St.Peter auf Rotmonten gesprungen, sie wird auch diesmal wieder von der Lindauer Giesserei Ernst umgegossen.
Ergänzung
Jahr
1671
Die Toggenburger erreichen bei Abt Gallus Alt die Absetzung des äbtische Landvogts Wolfgang Friedrich Schorno.
Jahr
1671
Im Kloster wird im äusseren Klosterhof die Hofkapelle (Galluskapelle) geweiht.
Jahr
1672
Nachgewiesen sind Theatergastspiele, die teilweise im Garten des Katharinenklosters oder auf dem Marktplatz aufgeführt werden.
Jahr
1672
In Bruggen wird die St.Martin, St.Otmar und St.Leonhard geweihte Kappelle zur Kirche erweitert.
Jahr
1673bis 1740
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Georg Gsell, Barockmaler, Kunstberater und -händler.
Jahr
1673
In der Stadt gilt die Schulpflicht.
Jahr
1673
Die Stadt verordnet für die weibliche Hutmode zuhanden von vier verschiedenen Gesellschaftsständen je eine Hutordnung, die die breite der Bräme und den jeweiligen maximal zu bezahlenden Preis betrifft.
Jahr
1673
Dem Stadtsatzungsbuch ist zu entnehmen, das Bürgermeister, sowie kleine und grosse Räte als von Gott aufgesetzte Obrigkeit zu gelten haben.
Jahr
1673
Der Mauerwerkerker zur (Hexenburg), Hintere Lauben 12, wird erstellt.
Jahr
1673
An der oberen Markgasse wird am Haus zum Kamel ein Holzerker erstellt (Kamelerker).
Ergänzung
Jahr
1674
In zwei Bruggen, unterhalb der heutigen Haggenbrücke an der Sitter, wird eine Mühle erstellt (Zweibruggenmühle).
Ergänzung
Jahr
1675
Der Erker zum (Greif), Gallusstrasse 22, wird erstellt.
Jahr
1676
Mit dem sogenannten «Rheintaler Kommunell» festigt sich das Kloster St.Gallen im Rheintal seine weltliche Herrschaft.
Jahr
1676
Der Holzerker, Marktgasse 17, wird erstellt.
Jahr
1676
Die Bernecker und Balgacher verweigern dem Abt von St.Gallen, den Eid für ihre untertänigste Gefolgschaft zu schwören.
Jahr
1676
Den Mesmern wird verboten auf dem Friedhof ihre Schafe weiden zu lassen.
Jahr
1677
Katharina Huberin aus Siegershausen, des Leinwanddiebstahls angeklagt, kann wegen mangelndem Beweismaterial nicht zum Tode verurteilt werden, deshalb werden ihr gemäss Urteil «nur» die Finger abgehauen.
Jahr
1677
Ravensburg, durch den Dreissigjährigen Krieg total verarmt, erhält vom Hl. Geistspital in St.Gallen eine bedeutende Anleihe.
Jahr
1677
Anna Hellerin wird vom Vorwurf der Zauberei freigesprochen.
Ergänzung
Jahr
1678
Das baufällige Schibenertor wird renoviert.
Jahr
1678
Der Versuch, dass Schloss Sonnenberg an die protestantische Stadt St.Gallen zu verkaufen, scheitert an der durch die katholischen Orte der Eidgenossenschaft verwehrten Zustimmung.
Jahr
1679
Innerhalb der Stadtmauern werden 521 Häuser gezählt.
Jahr
1680
15. September
Mit einem grossen
Translationsfest werden die in Rom erworbenen Reliquien von Sergius, Bacchus und Hyazinthus, dem Kloster übergeben.
Jahr
1680
Die Stadtbürger werden unter Strafandrohung gezwungen in Fronarbeit die Weiher auf Dreilinden zu entschlammen und den Knabenweiher zu vergrössern.
Jahr
1680
Nach langewährender Verhandlungen kommt zwischen der Fischerschen Postadministration von Bern und den kaufmännischen Postverwaltungen von Zürich und St.Gallen ein Vergleich zu Stande.
Ergänzung
Jahr
1680
Die Stadt zählt 6'000 Einwohner.
Jahr
1680
Anna Hellerin wird im 2. Prozess vom Vorwurf der Zauberei freigesprochen.
Ergänzung
Jahr
1681
10. Dezember
Gelehrte, wagemutige Herren aus der Stadt erreichen mit einem Innerhoder Führer als zweite den noch schneefreien Gipfel des Säntis. Dieser wurde ein Jahr zuvor Erstbestiegen.
Jahr
1681
Tablat erhält eine Gemeindeordnung.
Jahr
1681
Die neue Botenordnung (Postortnung) besagt, dass die Boten vom November bis Februar pünktlich um 6 Uhr und die restlichen Monate um 7 Uhr die Stadt verlassen müssen und auf niemanden warten dürfen.
Jahr
1681
Der Rat verordnet das unreinliche Pfründer in das Blatternhaus (Krankenhaus) hinter der Bernegg versetzt werden.
Ergänzung
Jahr
1682
Stadtarzt Tobias Baumgartner bemerkt, dass das Barbier-Handwerk in St.Gallen ziemlich stark sei und fordert deshalb die Einführung eines Examens für Bader und Barbiere.
Jahr
1682
Das Heiliggeist-Spital vermietet ausserhalb der Stadtgrenze in der eigenständigen Gemeinde Straubenzell seine Felder an städtische Bleicher.
Jahr
1683
Der Klosterhofbrunnen wird erstellt. Der Brunnentrog als solcher besteht heute noch.
Jahr
1683
Marx Haltmeyer schreibt die Stadtgeschichte nieder «Beschreibung der Eidgenössichen Stadt St.Gallen».
Jahr
1683
Anna Hellerin wird im 3. Prozess vom Vorwurf der Zauberei freigesprochen.
Ergänzung
Jahr
1684bis 1735
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Peter Bion, Kaufmann und Unternehmer.
Ergänzung
Jahr
1684
Im Küsterhaus des Klosters bricht Feuer aus, dass zusammen mit der Weinschenke zum Raub der Flammen wird.
Jahr
1684
Abt Gallus Alt baut das Schloss Hagenwil zu einem Erholungsort für Mönche des Klosters St.Gallen und als Sommerresidenz für die Äbte aus.
Jahr
1685
Die Kaufmännische Corporation der Stadt St.Gallen gründet die Eglise Francaise de Saint Gall, die ihre evangelischen Gottesdienste im ehemaligen St.Katharinenkloster in französisch durchführen.
Ergänzung
Jahr
1685
Abrahanm Zollikofer erbaut an der Kugelgasse 10 den zweistöckige Holzerker zum (Schwan).
Jahr
1685
In der Nähe eines Bildstöckleins am Gottshusweiher (Lerchenfeldweg) ersteht Straubenzell ein älteres Haus, das umgbaut künftig als Schulhaus dient.
Jahr
1686
5./6. November
Die zweite
Waldenserverfolgung in Frankreich, treibt 36 Flüchtlinge aus dem Val Pragela, darum auch Pragelaner genannt, über Mailand und Graubünden in unsere Stadt. Ein Teil davon wurde von den Dragonaden zwangskatholisiert. Vier fanatisierte Bauern, Untertanen des Abtes, attackieren diese kurz vor der Stadt und verletzen zwei mit ihren Heugabeln.
Jahr
1686
Fidel von Thurn überreicht Abt Gallus Alt den Annuntiatenorden, den nunmehr alle Äbte St.Gallens tragen dürfen.
Jahr
1686
Anna Hellerin wird im 4. Prozess vom Vorwurf der Zauberei freigesprochen.
Jahr
1687
13. März
Abt Coelestin Sfondrati, Abt bis 1696.
Jahr
1687
1. September
Auf einer Strolchenjagd, werden von den Häschern des Abtes auch
Waldenserflüchtlinge aus dem Val Pragela festgenommen und in Eisen gelegt. Sie sind vor der zweiten Verfolgungswelle des französischen Staates geflüchtet. Die Stadt erreicht ihre Herausgabe und verlangt vom äptischen Landhofmeister diese Leute künftig ungehindert passieren zu lassen.
Jahr
1687
Abt Coelestin Sfondrati wird das Recht erteilt, mit den Gesandten der Schirmorte durch die Stadt nach Gossau zu gelangen. Seine Reiterei begleitet ihn mit blanken aufwärts getragenen Degen, was massivste Proteste seitens der Stadt hervorruft.
Jahr
1687
Erwähnt wird erstmals der Vogelherd bei der Achslen, wo auf dem markanten Hügel für das Kloster der Vogelfang, vorwiegend für Drosseln betrieben wurde.
Ergänzung
Jahr
1687 bis 1700
Bürgermeister: Johannes Spengler, aus der Weberzunft.
Jahr
1687 bis 1717
Bürgermeister: Heinrich Hiller, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1688
Der Holzerker zum (Rosenstock), Schmiedgasse 2, wird erstellt.
Jahr
1688
Der französischer Hochstapler Marquis de Villard hat von den Leinwandkaufleuten Sebastian und Franz Kunz grosse Geldsummen erschlichen, indem er vorgab, aus niederen Metallen Gold herstellen zu können.
Ergänzung
Jahr
1689
Der Holzerker am Haus zum Scheggen, Marktgasse 19, wird erstellt.
Jahr
1689
Aus ökonomischen Gründen und auf Ersuchen der sechs Zünfte, wird die Zucht und Waisenanstalt St.Leonhard aufgehoben.
Jahr
1689
1450 geflohene ud bedürftige Hugenotten und Waldenser werden von der Stadt mit Almosen versorgt.
Jahr
1690
22. Juni
Mehrtägiger Regen hat zur Folge, dass die meisten Gärten hinter der Klostermauer weggerissen werden. Die Bleichen und der Brühl stehen halbmannshoch unter Wasser, östlich und westlich der Stadt bietet sich die Ansicht eines Sees.
Jahr
1690
Die städtische Badeanstalt Neubad an der heutigen Bankgasse wird geschlossen.
Jahr
1690
Marx Friedrich Höger bekommt die Bewilligung den eingeschossigen Eichenholzerker an der Kugelgasse 10 auf zwei Stockwerke zu erhöhen.
Jahr
1691
24. Juni
Auf Befehl des Kurfürsten Friedrich III. finden einige protestantische Schweizerfamilien aus St.Gallen in Eberswalde (De) Asyl.
Ergänzung
Jahr
1691
Ein Regelwerk gegen Überfluss, Unmass und Pracht in Kleidungen wird erlassen. Auszug
Jahr
1691
Der von der Ordinari St.Gallen - Lyon, bis jetzt jeweils zu Fuss zurückgelegte Weg wird durch berittene Boten ersetzt.
Jahr
1691
Elisabeth Schindolfin wird nach ihrem Vergicht als Hexe zum Tod verurteilt.
Jahr
1691
Anna Hellerin aus Rheineck wird nachdem sie 1677 / 1680 / 1683 / 1686 jeweils von der Zauberei freigesprochen wurde, mit ihrem Vergicht als Hexe zum Tod verurteilt. Sie wird, nachdem ihr zuvor vor dem Rathaus eine Hand abgehackt wurde, lebendigen Leibes auf dem Leimat verbrannt.
Ergänzung
Jahr
1691
Weibrath Vonwillerin wird von der Hexerei freigesprochen.
Jahr
1692
16. April
Rückkehrwillige
Waldenser werden mit Reisegeld versehen und von Seelmeister Georg Hugentobler bis nach Chur begleitet.
Jahr
1693
Karrfreitag, drei Männer der Familie Himmelberger, tragen das von ihnen restaurierte wundersame Wegkreuz, dass schon um das Jahr 1570 auf dem Espen stand wieder dorthin zurück, heute steht dort das Wallfahrtskirchlein Heiligkreuz.
Jahr
1694
Barbara Müllerin, genannt Böhmerin, der Hexerei bezichtigt, wird freigesprochen.
Jahr
1695
Die Gesandten aller katholischen Stände und des Abts von St.Gallen beschliessen gemeinsam sich Rüstungen anzuschaffen um im Notfall der unkatholischen Religion begegnen zu können.
Jahr
1695
Der zweistöckige Holzerker zur (Kugel), Kugelgasse 8, wird erstellt.
Jahr
1695
Die Kirche des ehmaligen St.Katharinenklösterchens wird den aus Frankreich geflohenen Hugenotten zur Verfügung gestellt.
Jahr
1695
Eine Waffeninspektion in Stadt und Gerichten ergibt, dass 128 Mann gar schlecht ausgerüstet sind, mit der Drohung des Bürgerrechtsverlustes im Rücken, werden sie verpflichtet sich mit brauchbarem Geschoss, Kraut und Lot zu versehen.
Jahr
1695 bis 1702
Bürgermeister: Ulrich Weyermann, aus der Weberzunft.
Jahr
1696
Der auch bei den Protestanten beliebte Abt Coelestin Sfondrati wird von Papst Inozenz XII. in die Würde eines Kardinals erhoben. Beim verlassen des Klosters erteilt ihm auch eine Abordnung der Stadt die Ehre.
Jahr
1696
Abt Leodegar Bürgisser, Abt bis 1717.
Jahr
1696
Die konfessionellen Auseinandersetzungen mit dem Abt erreichen im Toggenburg ihren Höhepunkt.
Jahr
1697
3. Mai
St.Galler
Kreuzkrieg. Anlässlich einer Prozession durch die Strassen der reformierten Stadt werden provozierend einige Kreuze aufrecht getragen, erboste Bürger greifen zu den Waffen und jagen die Wallfahrer ohne Kreuze aus der Stadt.
Jahr
1697
17./18. Mai
Abt Bürgisser droht mit der Beschiessung der Stadt und positioniert die Drohung untermauernd seine Truppen rund um die Stadt und auf dem Rosenberg. Die Differenzen werden aber, wenigstens für kurze Zeit, beigelegt.
Ergänzung
Jahr
1697
Infolge des drohenden Konfessionskrieges wird Kapitänleutnant Abraham Huber zum Führer der städtischen Streitkräfte ernannt, er bekommt hierfür den Titel des Stadtmajors.
Jahr
1697
Abt Leodegar Bürgisser gibt den Bau einer den Saumpfad ersetzenden Karrenstrasse über den Rickenpass bekannt, dies sei auf der Toggenburgerseite durch Frondienst leistende Wattwiler zu geschehen.
Ergänzung
Jahr
1698
Der Stadtbürger und Handelsherr, David Schobinger, ist Eigentümer von Schloss Heerbrugg.
Jahr
1698
Wieder erreichen 300 Waldenser unsere Stadt wo sie für ein halbes Jahr verpflegt werden. Anschliessend wandern sie ins Brandenburgische, nach Holland oder England aus.
Jahr
1698
Das ehemalige Klösterchen St.Katharinen wird zur städtischen Knabenschule, Buebechloster genannt.
Jahr
1699
Der Steinerker zum (Stern), Spisergasse 19, wird erstellt.
Jahr
1700
Der zweistöckige Holzerker, Multergasse 41, wird erstellt.
Jahr
1700 bis 1720
Bürgermeister: Laurenz Werder, aus der Weberzunft.
Jahr
1699
Das Gallusmünster wird von König Ludwig XIV. mit einem kostbaren Kirchenornat beschenkt.