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Jahr
1701
17. Juni
Der Rat verwarnt die Brunnen
sudler vor Strafe.
Jahr
1702
18. April
Die 1689 aus ökonomischen Gründen aufgehobene Zucht und Waisenanstalt St.Leonhard wird mit seiner ganzen Organisation
retabliert.
Jahr
1702
11. Oktober
Die Schweizerische Benediktiner
kongregation feiert im Kloster St.Gallen ihr hundertjähriges Bestehen.
Jahr
1702
Leodegar Bürgisser, Fürstabt von St.Gallen, schliesst ein Schirmtraktat mit Österreich, mit der Verpflichtung sich gegenseitig mit bis zu 4000 Mann zu helfen.
Jahr
1702
Johann Baptist Ernst aus Lindau und Andreas Aporta aus Feldkirch giessen die sich im Kloster befindende 1700 Kg schwere Gallus- oder Konventsglocke mit Schlagton d'.
Jahr
1702
Der Holzerker zum (Mohrenkopf), Spisergasse 20, wird erstellt.
Jahr
1702 bis 1725
Bürgermeister: Georg Wartmann, aus der Schuhmacherzunft.
Jahr
1703
Das Wachhäuschen auf St.Wendelinsbild, Hochwacht genannt, fällt einem Brand zum Opfer. Die beiden Nachtwächter auf St.Mangen und St.Laurenzen haben den Brand verschlafen, was laut Amts-Bürgermeister auf das dort übliche Zehren zurückzuführen sei.
Jahr
1704
16. Juni
Anstelle des ein Jahr zuvor abgebrannten Wachhäuschen auf
St.Wendelinsbild muss ein neues erstellt werden. Der Rat genehmigt die Visierung und bewilligt ein Wachhaus aus Stein.
Ergänzung
Jahr
1705
22. April
Der Abt erlässt die Verordnung, dass ohne seine Erlaubnis, keine Bücher und Handschriften den weltlichen (nicht dem Klerus angehörenden) ausgeliehen werden dürfen.
Jahr
1705
Obrigkeitliches Dekret: Die Männer werden angehalten in einem Leichenzug das Schwatzen zu unterlassen und das Weiberklagen sei den Nächstgefreundeten vorbehalten.
Jahr
1705
22. April
Der Abt erlässt die Verordnung, dass ohne seine Erlaubnis, keine Bücher und Handschriften den weltlichen , also nicht dem Klerus angehörenden, ausgeliehen werden dürfen.
Jahr
1706
Die Konstabler, Meister Jacob Stehelin und der Büchsenschmied Hans Jakob Stieger bitten den Rat, ihnen die Weiterbildung in der Artilleriekunst (Konstablerei) zu gewähren. Der Rat bewilligt das Ersuchen und schickt sie nach Lindau zum Herrn Stückleutnant, der sie im Stückschiessen und in der Lustfeuerwerkskunst unterrichtet.
Jahr
1707
J. B. Ernst und Andreas Aporta aus Feldkirch giessen die sich in der Stiftskirche befindende 492 kg schwere St.Johannesglocke mit Schlagton c″.
Jahr
1707
Am Haus zum Pelikan an der Schmiedgasse wird ein zweigeschossiger Holzerker bewilligt.
Ergänzung
Jahr
1707
Einige Kaufleute werden im kleinen Rat vorstellig, indem sie darum bitten, auf ihre Kosten in der Kirche St.Laurenzen eine Orgel aufstellen zu lassen. Mit einem extra zu schaffenden Fonds wollen sie auch gleich für mehrer Jahre den Organisten bezahlen.
Ergänzung
Jahr
1708
Abt Leodegar Bürgisser ernennt Hauptmann Kaspar Felber aus Kaiserstuhl zusammen mit Hauptmann Johann Hessi aus Glarus zu Oberkommandierenden der äbtischen Truppen.
Jahr
1708
Der Holzerker zur (Flasche), Spisergasse 11, wird erstellt.
Jahr
1708
Der Steinerker am Haus zum Bären, Spisergasse 13, wird erstellt.
Jahr
1709
16. März
Zürich und Bern ermahnen den Abt von St.Gallen, zur Räumung der Schlösser Schwarzenbach und Iberg.
Jahr
1709
Abt Bürgisser erhöht den pyramidenförmigen Klosterturm um 90 Fuss und versieht die Spitze mit einer Kuppel.
Jahr
1709
Das Haus zum Freieck, an der Abzweigung Turm- Spisergasse, erhält gegen die Spisergasse einen Erker.
Jahr
1709
Der Steinerker zum (liegender Hirsch), Spisergasse 41, wird erstellt.
Jahr
1709
Der zweistöckige Holzerker zum (Felsen), Webergasse 19, wird erstellt.
Jahr
1710
2. Juli
Bernhard Ziegler, Handelsmann aus St.Gallen bekommt von Kaiser Joseph I. die Erlaubnis für 8 Jahre mit einer Landkutsche wöchentliche Postfahrten nach Innsbruck und zurück durchzuführen.
Jahr
1710
8. November
Zwischen Zürich, Bern und St.Gallen wird ein Postvertrag unterschrieben.
Jahr
1710
Der Bischof von Konstanz und der Abt von St.Gallen werden von der Stadtobrigkeit mit Salutschüssen zu einem üppigen Mahl ins Haus zum Notenstein eingeladen.
Jahr
1710
Die mehrheitlich reformierten Toggenburger besetzen die fürstäbtischen Schlösser, Iburg (Wattwil), Lütisburg und Schwarzenbach.
Jahr
1710
Der einstmals im Kloster als Kapitelsaal dienende Raum wird zur Herz-Jesu-Kapelle umgebaut.
Jahr
1710
Der wegen wiederholtem Ehebruch, vom äbtischen Blutgericht in St.Fiden verurteilte Joseph Thaler wird begnadigt und zu 10 Jahren Galeerenstrafe verurteilt.
Jahr
1710
In Bruggen (Zweibruggen), an Stelle der Hüslibrücke die 1479 urkundlich (Schmidlinsbrücke) genannt wurde, wird eine neue Brücke über die Sitter erstellt.
Jahr
1711
Drei hochherzige Sponsoren schenken der Vadiana einen Himmels- und einen Erdglobus, diese finden ihren Platz im Bibliothekszimmer, damals in den Räumen von St.Katharinen.
Jahr
1711
An der Fassade des Café-Restaurant Tiger an der Ecke Spiser-, Marktgasse wird ein Erker angebracht.
Ergänzung
Jahr
1712
5. Februar
Der Abt lässt an allen Kirchen im Toggenburg ein Mandat anschlagen, worin er alle welche ihm ihre Treue entziehen, mit schwerer Strafe bedroht.
Ergänzung
Jahr
1712
17. April
Ein Manifest der Zürcher und Berner legt gegen den Abt von St.Gallen die Unterstützung für das Toggenburg fest.
Jahr
1712
26. April
Bern und Zürich ergreifen die schon lange vorbereitet Offensive gegen den Abt von St.Gallen. Bern hilft als erstes den Zürchern indem sie diese bei der Eroberung des Thurgaus unterstützt.
Jahr
1712
Mai
3000 Zürcher, 2000 Berner, 2000 Toggenburger und 1800 Thurgauer, rücken im Kampf gegen den Abt von St.Gallen, in das Fürstenland ein und erobern nach kurzer Belagerung das Städtchen Wil.
Jahr
1712
Mai
Abt Leodegar Bürgisser flieht mit seinem
Konvent auf seine Besitzung, Schloss Neuravensburg nördlich von Lindau, er hat nach dem 2. Villmergerkrieg die Unterzeichnung des Friedensvertrages mit den Zürchern und Bernern verweigert.
Jahr
1712 bis 1718
Die im 2. Villmergerkrieg genannten Befreiungskampf gegen den Abt von St.Gallen die Toggenburger unterstützenden siegreichen Berner und Zürcher plündern kostbare Schätze (Globus usw.) aus dem Stiftsarchiv und der Stiftsbibliothek und bringen sie in ihre Hauptorte.
Ergänzung
Jahr
1713
Auf der Bitziweid wird der grösste und am westlichsten gelegene Weiher auf Dreilinden (Mannenweiher) erbaut.
Jahr
1713
Fürstabt Leodegar Bürgisser fordert von den Zürchern die gestohlenen Kulturgüter zurück, er weigert sich zeitlebens, den ausgehandelten Frieden zu unterzeichnen.
Jahr
1713
Im süddeutschen Eblingen kann der Fürstabt von St.Gallen sein Schloss für die Verwaltung einweihen. Das Schloss dient heute als Rathaus.
Jahr
1714
29. März
In Rorschach wird zwischen Zürich, Bern und dem Fürstabt von St.Gallen ein Friedensvergleich unterschrieben.
Jahr
1714
Rekordjahr in der städtischen Leinwandindustrie, es wird die Produktion von 38'000 Tüchern à je 130 Ellen (gut 101m) Länge und ca. 1.12m Breite erreicht.
Jahr
1717
Abt Joseph von Rudolphi, Abt bis 1740.
Ergänzung
Jahr
1717
Nachreformatorischer Kirchenfrevel (Bildersturm) im Kloster St.Gallen.
Jahr
1717
Der Holzerker (Blauer Himmel), Spisergasse 30, wird erstellt.
Jahr
1717 bis 1742
Bürgermeister: Christoph Hochreutiner.
Jahr
1717
Peter Bion, ein Mann mit hugenottischer Abstammung, erwirbt das Stadtbürgerrecht, er gilt als Grundsteinleger für die St.Galler Stickereiindustrie.
Jahr
1718
Ein Grossbrand zerstört das gesamte Kapuzinerinnenkloster Notkersegg bis auf die Grundmauern, nur das westlich gelegene Gästehaus bleibt weitgehend unbeschadet.
Jahr
1718
Die Berner- und Zürchertruppen ziehen nach sechsjähriger Besetzung aus der Fürstabtei und seinem Territorium ab.
Jahr
1718
Der Rat gestattet den Predigern der Stadt bescheidene Perücken tragen zu dürfen.
Jahr
1718
Im Friedensvertrag von Baden findet der 2. Villmergerkrieg endlich seinen definitiven Abschluss. Es folgen informelle Zusicherungen der Berner wie der Zürcher, den St.Gallern die gestohlenen Kulturgüter (Globus) wieder zurück zu erstatten.
Jahr
1719
Pater Gabriel Hecht zeichnet einen Plan des Stiftsbezirks.
Jahr
1719
Das Baden auf Dreilinden während der Predigt wird verboten.
Jahr
1719
5639 von den Bernern, anlässlich des Villmergerkrieges aus der Stiftsbibliothek gestohlene Bände, werden dem Kloster zurückgegeben.
Jahr
1720
Nach dem Grossbrand von 1718 kann auf Notkersegg, mehr nördlich, bereits schon wieder ein Klosterneubau benefiziert werden.
Jahr
1720
Das Restaurant Hörnli am Marktplatz wird erstmals als Taverna zum Posthorn im Grundbuch erwähnt, dass Erdgeschoss dient als Warenremise und Pferdestall.
Jahr
1720
Teile der von den Zürchern aus dem Siftsarchiv und der Stiftsbibliothek geplünderten Schätze werden zurück gegeben.
Ergänzung
Jahr
1720
An der oberen Markgasse wird am Haus zum Kamel im oberen Stock ein zweiter Holzerker erstellt, für die Verbindung zwischen beiden Erkern wird ein kunstvolles hölzernes Kamel-Relief eingeschoben, was schlussendlich optisch einen Doppelerker ergibt.
Jahr
1720 bis 1729
Bürgermeister: Jakob Züblin, aus der Weberzunft.
Jahr
1721bis 1791
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Jakob Wegelin, Historiker, Theologe und Philosoph.
Jahr
1721
Peter Bion stellt Barchent her, damit begündet er den Niedergang des bis dahin blühenden Leinwandgewerbes.
Jahr
1722
Von den im Villmergerkrieg von den Bernern und Zürchern gestohlenen 26 Glocken werden derren sechts zurückgegeben.
Jahr
1722
In St.Laurenzen werden von nun an Posaunen und Zinkebläser jeweils sonntags und mittwochs den Kirchengesang begleiten.
Jahr
1724bis 1781
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
John Joachim Zubly, Politiker der amerikanischen Revolution.
Jahr
1724
Die Stadt übernimmt nach langem zögern den verbesserten Gregorianischen Kalender, weil das Osterfest nun in die Berechnungen aufgenommen wurde.
Jahr
1725bis 1796
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Beda Angehrn (Johann Konrad), 1767 bis 1796 Fürstabt von St.Gallen.
Jahr
1725 bis 1740
Bürgermeister: David Stäheli, aus der Schmiedezunft.
Jahr
1727
Der Abt verfügt mit dem Einverständnis der Schwestern für das Kapuzinerinnen-Kloster «Maria der Engel» in Wattwil die Klausur.
Jahr
1727
Das Kloster Maria vom guten Rat (Notkersegg) übernimmt die tridentinische Klausur, die den Bau von Klostermauern nötig macht.
Jahr
1728
Ein Ehepaar wird wegen verschwenderischem, heillosem, leichtfertigem, versoffenem, ärgerlichem und gottlosem Lebenswandel zu einer Kirchenbusse verurteilt. Es muss in St.Mangen, St.Laurenzen und in der Linsebühlkirche auf einem Stuhl im Chor sitzend je eine öffentliche Strafpredigt über sich ergehen lassen.
Jahr
1728
In der Otmarkirche auf dem heutigen Klosterplatz erstellt Pater Maurus eine Orgel.
Jahr
1729
Juli
Stadtmajor Daniel Zollikofer inspiziert die Grenadierwacht unter den Stadttoren und muss den Schibenertorhüter, Sebastian Schobinger, ermahnen, sein Seitengewehr zu tragen. Der Gerügte befolgt den Befehl nicht und beleidigt den Major zusätzlich, was dazu führt, dass er vor dem Kleinen Rat antreten muss. Dieser verschont ihn zwar von der wohlverdienten Gefangenschaft, befiehlt ihm aber sich von Trink- und Wirtshäusern fern zu halten und dem Stadtmajor Abbitte tun.
Jahr
1729 bis 1756
Bürgermeister: Hans Jakob Rietmann, aus der Weberzunft.
Jahr
1730bis 1788
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Georg Joachim Zollikofer, Theologe und Kirchenliederdichter.
Jahr
1730
Der zweistöckige Holzerker zum (Disteli), Spisergasse 4, wird erstellt.
Jahr
1730
Pater Gabriel Hecht zeichnet einen Grenzatlas mit dem Grenzverlauf der Fürstabtei.
Jahr
1730
Im Haus zum Tiger, beim heutigen Bärenplatz eröffnet das Postamt seinen Betrieb.
Jahr
1730
Aus dieser Zeit stammt das noch heute bespielbare Örgelchen im Kloster Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg.
Jahr
1731
6. Juni
Ein Blitzschlag mit anschliessendem Turmbrand zerstört das Dach der Kirche St.Mangen und lässt die Glocken schmelzen, die Glockengiesserei Melchior Ernst in Lindau fertigt vier neue Glocken, bei denen auch das Material der geschmolzenen Glocken verwendet wird. Der Turm, jetzt neu mit Kupferhelm, bekommt auch eine Uhr mit Werk von H. Jakob Kessler.
Jahr
1731
Das mächtige Haupthaus des St.Wiboradaklosters in St.Georgen wird seiner Bestimmung übergeben.
Jahr
1731
Um der Pietistenbewegung mit ihren Zusammenkünften in Privathäusern begegnen zu können, verordnet die Stadt für sie die Sonntagabendlehre in St.Laurenzen und stellen zu diesem Zweck vier Prediger ein.
Ergänzung
Jahr
1732
8. Juni
Die Bürgerliche Witwen- und Waisenkasse der Stadt St.Gallen wird aus der Taufe gehoben.
Ergänzung
Jahr
1732
Der zweistöckige, hölzerne Erker am Haus zum Engel, Spisergasse 5, wird erstellt.
Jahr
1732
Der Biersieder Johannes Feurer baut am Roschacher Weg eine Biersiederei, die spätere Brauerei Hock, dessen Gebäude neben dem Rest. Blume jetzt noch steht.
Jahr
1732
Abt Joseph von Rudolphi richtet die Skapulierbruderschaft ein.
Jahr
1732
Die Stadt verwickelt sich mit dem Stand Appenzell-AR, betreffs Neuregelung des Transitzolls durch die Stadt in langwirrige Streitereien, die schliesslich aber doch beigelegt werden können.
Ergänzung
Jahr
1732
Gründung der Bürgerlichen Witwen- und Waisencassa der Stadt St.Gallen, Domizil, Kugelgasse 16.
Jahr
1733
Bei der grössten der neuen, zwei Jahre zuvor gegossenen Glocken von St.Mangen wird ein Riss festgestellt. Der Glockengiesser Melchior Ernst von Lindau giesst in der Folge die beiden grössten Glocken um.
Jahr
1734bis 1816
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Adrian Zingg, Maler, Zeichner Kupferstecher und Radierer.
Jahr
1734
Im Kornlager des Gewölbes zu St.Laurenzen machen sich eine Unmenge von Ratten breit, die während des Gottesdienstes für Verwirrung sorgen.
Jahr
1735
Die Fürstabtei St.Gallen, die über das Schloss Zuckenriet die Oberhoheit hat, wird nun auch Besitzerin desselben.
Jahr
1736
Das Tanzen wird auf behördlichen Erlass bei allen und jeden Hochzeitsmählern verboten.
Jahr
1736
Die Abtei St.Gallen ersteht die Höfe Staubhausen, Ebner und Ebersol.
Jahr
1737
8./9. Mai
Abt Joseph von Rudolphi führt in St.Gallen, zusammen mit seinem
Klerus eine Synode durch.
Jahr
1737
Die städtische Grenadierkompanie zu Fuss, nach dem Kreuzkrieg geschaffen, hat sich in «Schimpf und Ernst» bewährt. Nun auf 120 Mann fixiert, wird künftig jedem Mann der Kompanie nach der jährlichen Musterung jeweils 15 Kreuzer und ein Mass Wein gegeben.
Jahr
1737
Abt von Rudolphi ernennt in seinem Gebiet den St.Josefstag vom 19. März zum Feiertag.
Jahr
1738bis 1791
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Josef Anton Siegmund von Beroldingen, Domherr im Fürstbistum Speyer und im Fürstbistum Hildesheim.
Jahr
1738
Das Schloss Roggwil kommt in den Besitz des Klosters.
Jahr
1739
Nach allzu forschem Vorgehen der preussischen Werbeoffiziere (sogar Entführungen sollen vorgekommen sein) wird das Werben für Solddienste untersagt.
Jahr
1739
Fürstabt Joseph Rudolfi verbietet das Privileg Adeliger, sich in Kirchen begraben zu lassen.
Jahr
1739
Um Arbeitsplätze mit sicherem Einkommen zu sichern, versucht die Obrigkeit die Florettseidenspinnerei zu fördern, leider ohne Erfolg.
Jahr
1740
23. März
Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach, Abt bis 1767.
Jahr
1740bis 1816
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Franz Cölestin von Beroldingen, Geologe und Theologe.
Jahr
1740
17. November
Salomé Rietmann, Witwe des Daniel Hogguer, verkauft ihre Anteile an der Plantage L’Helvétie in
Berbice. In den Verkauf eingeschlossen sind nebst Grund und Boden auch Kulturpflanzen, Sklaven, bewegliche Güter, Gerätschaften und Tiere.
Jahr
1740
Der im Häuschen ob dem Mannenweiher wohnende Schuhmacher, David Müller, bekommt von den Behörden den Auftrag, im Gebiet der Weiher für Sitte und Anstand zu sorgen.
Jahr
1740 bis 1753
Bürgermeister: Friedrich Girtanner, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1741
Gründung der Einzelunternehmung namens Leinentuchhandel, Speditionshandlung und Bank Caspar Zyli durch umittelbare Famliensukzession ab 1893 Wegelin & Co.
Ergänzung
Jahr
1741
Eine Tagebuchnotiz besagt, dass täglich rund 200 Personen im Kloster gegessen haben, Pilger und Arme nicht mitgezählt.
Jahr
1741
Ein starkes Hochwasser verwandelt die Bleichen in grosse Seenlandschaften.
Jahr
1741
Abt Gugger von Staudach gelingt die Beilegung des jahrzehnte dauernden Jurisdiktionsstreites mit Konstanz.
Jahr
1741
Ein zweirädriges Cabriolet für zwei Personen verkehrt regelmässig zwischen Zürich und St.Gallen.
Jahr
1742
Die Webereien der Stadt exportieren 38000 Tuchballen a 120 Ellen länge, dass ergibt eine Gesamtlänge von 3000 Kilometer.
Jahr
1742
Aus dem Kloster wird der Vorwurf laut, dass auf drei Weihern Leute beiderlei Geschlechts nebeneinander Baden und einige sogar ohne niedere Kleider (Badehosen).
Jahr
1742 bis 1752
Bürgermeister: Kaspar Fels, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1743
Oktober
Während des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748), wird im Kloster überprüft ob die eidgenössischen
Defensionale betreffs Feuerzeichen auch eingehalten würden.
Jahr
1744
Beda Angehrn, Sohn eines bekannten Wundarztes in Hagenwil, wird in den Orden des Stiftes St.Gallen aufgenommen.
Ergänzung
Jahr
1745
Auf einem Plan wird die genaue Grenze zwischen der fürstlich St.Gallischen Landschaft und den Stadtgerichten löblicher Stadt St.Gallen, also von der «Crütz-March» an der Langgasse bis zum «Crütz» beim Pfarrhof in St.Fiden genau festgehalten. Unterzeichner war Deliniauit Johannes Nötzlinus, Geometer.
Ergänzung
Jahr
1745
Die St.Galler Stadt Miliz Gesellschaft wird als städtische Militärakademie gegründet, Ziel ist, den Offiziersnachwuchs für die Milizen der Stadt St.Gallen mit Fachwissen und für ehrenvolles Verhalten auszubilden.
Jahr
1745
Eine Inspektion im Zeughaus am Bohl ergibt den Bestand von 400 zweilötigen Flinten mit Bajonett und 200 Stück eindreivietellötige Flinten.
Jahr
1745
Das äbtische Blutgericht in St.Fiden verurteilt Margaretha Sulser von Untereggen als Hexe zum Tod durch Enthauptung.
Jahr
1745
Etwas nordöstlich der Einmündung Grossacker- in die Flurhofstrasse wird der Langenackerweiher erstellt, er dient als Feuerweiher, das Wasser darf aber auch von der Bleicherei in der Brühlbleiche genutzt werden, auch wird später damit die Eisbahn etwas östlich davon gespiesen.
Jahr
1745 bis 1758
Auch Friederich Näher, der Sohn des St.Galler Scharfrichters und Wasenmeisters Jakob Näher, arbeitet als Scharfrichter, er amtet in Basel.
Jahr
1746 bis 1748
Im Auftrag von Abt Coelestin Gugger wird in Rorschach, dem wichtigsten Kornmarkt der Eidgenossenschaft, ein Kornspeicher errichtet.
Jahr
1748bis 1820
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johannes Girtanner, Generalagent der lothringischen Salzwerke.
Ergänzung
Jahr
1748
Das Bistum Konstanz verzichtet vertraglich auf sein Visitationsrecht in den Pfarreien des St.Galler Stiftes.
Jahr
1748
Die Gebeine des Katakombenheiligen Julianus wird in das Kloster Maria vom gutem Rat in Notkersegg überführt.
Jahr
1749
18. Januar
Seine Hochfürstlichen Gnaden, der Bischof von Konstanz und der Fürstabt von St.Gallen genehmigen sich im Festsaal der Pfalz ein Versöhnungsmahl.
Jahr
1749
Auf Befehl des Offizials, Pater Hermann Bautz, wird über das hl. Kreuz bei der späteren Wallfahrtskapelle Heiligkreuz ein Dach gebaut.
Jahr
1749
Fürstabt Cölestin II. gibt die Wünschbarkeit einer neuen Klosterkirche kund. Das Kapitel beschliesst daraufhin den Bau einer Kirche mit einem Langbaues.
Ergänzung
Jahr
1750
Die Pflichten der Amtsdiener werden in einer Bestallung niedergelegt.
Jahr
1751/52
Der Klosterbruder Gabriel Loser fertigt mit einem kostbaren Baummodell die künftige barocke Kathedrale.
Jahr
1751
Der Steinmetz Sebastian Gerung ersetzt die alte Spisertor-Fallbrücke mit einer neuen aus Stein.
Jahr
1752
Die städtische Milizgesellschaft errichtet ein eigenes Handelshaus.
Jahr
1752
Gründung der obrigkeitlichen Leinwandcassa. Sie gewährte gegen Hinterlegung von Leinwandballen mittelfristige Kredite.
Jahr
1752/53
Das Tafelzimmer im östlichen Hofteil der Pfalz, wo der Fürstabt hochgestellte Mitarbeiter und Gäste bewirtet, wird mit Stuckmarmor und Deckenstuck ausgeschmückt.
Jahr
1752 bis 1764
Bürgermeister: Kaspar Bernet, aus der Weberzunft.
Jahr
1753bis 1829
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Pankraz Vorster, 1796 bis 1805, letzter Fürstabt von St.Gallen.
Jahr
1753
Dieses Jahr wird als Geburtsjahr der Stickerei bezeichnet. Die Firma Gonzenbach, Schlumpf und Söhne sendet erstmals Mousselinestücke zum Besticken ins Vorarlberg hinaus.
Jahr
1753 bis 1754
Bürgermeister: Johannes Vonwiller, aus der Pfisterzunft.
Jahr
1754
Das Rathaus an der Marktgasse wird umfassend renoviert. Die reichhaltige Fassadenmalerei, vom Maler Heinrich Tanner, auf der Südseite wird weiss überkalkt.
Jahr
1754 bis 1784
Bürgermeister: Daniel Högger, aus der Schmiedezunft.
Jahr
1755bis 1833
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ildefons von Arx, Schriftsteller und Mönch und des Klosters St.Gallen.
Ergänzung
Jahr
1755
Leonhard Hochreutiner eröffnet in der Stadt einen Eisenwarenladen, daraus erwächst die heute noch bestehende Debrunner AG.
Jahr
1755
Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach bestätigt die Gemeindeordnung von Gaissau (A) aus dem Jahr 1680, Gemeindebeschlüsse müssen von diesem jedoch weiterhin genehmigt werden.
Jahr
1755
Schloss Zuckenriet wird Eigentum des Klosters St.Gallen.
Jahr
1755
Eine nach Cantharidin benannte Affäre der Stadtmilizgesellschaft erschüttert die Stadt. Skandalöse, freiheitliche Exzesse mit genötigten Damen der städtischen Oberschicht in den geheimen Gewölben des Gesellschaftsgebäudes kommen ans Tageslicht.
Jahr
1755 bis 1767
Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach veranlasst den Bau der barocken Klosteranlage mit der Kathedrale, durch den Vorarlberger Baumeister Johann Michael Beer.
Jahr
1756
Eine Untersuchungskommission, die die Ausschweifungen der Milizgesellschaft vom Vorjahr unter die Lupe nimmt, entdeckt eine geheime Pulver- und Waffenkammer mit einer Kanone. Spekulationen den siebenjährigen Krieg betreffend sind darauf hin in aller Munde.
Jahr
1756
Fürstabt Coelestin Gugger von Staudach auf offiziellem Staatsbesuch in der Stadt, die hierfür ein grosses Bankett aufstellt.
Ergänzung
Jahr
1756 bis 1760
Bürgermeister: Christoph Wegelin, aus der Schmiedezunft.
Jahr
1756 bis 1760
Am Haus zur Jägerei an der Gallusstrasse 34 wird ein in der Stadt einmaliger dreigeschossiger Erker angebracht.
Jahr
1757
17. Juni
Fürstabt Cölestin Gugger vergibt dem Freiburger Bildhauer Christian Wenzinger die künstlerische Ausstattung von Schiff und Rotunde der neuen Klosterkirche.
Jahr
1757
Das Kloster St.Gallen kauft für 12000 Gulden das Schloss Wartensee.
Jahr
1757
Zu aller Vergnügen ist zwischen Stadt- und Klosterrepublik ein Zollvertrag zustande gekommen.
Jahr
1757
An der Kirchgasse, nach der Stadtverschmelzung in Greithstrasse umbenannt, erstellt das Kloster für den Hofapotheker ein Haus, Hausnummer 6.
Jahr
1758
21. Juli
Im Ratsprotokoll steht geschrieben, sofern die Waisenkinder in Gesundheit aufwachsen und zu einer rechten Taille kommen sollen, ist ihnen eine
Recreationszeit zur Bewegung und Erlustung zu gestatten.
Jahr
1758
Die Renaissance-Bibliothek des Klosters wird abgebrochen, im Lapidarium des Klosters können 12 polychrome Schlusssteine der besagten Bibliothek besichtigt werden.
Jahr
1758 bis 1767
Abt Cölestin Gugger von Staudach erstellt die neue Stiftsbibliothek.
1758 Auf Gesuch der sechs Zünfte, die mit den immer grösser werdenden finanziellen Belastungen unzufrieden waren, beschliesst der Rat die Aufhebung der Zucht- und Waisenanstalt St.Leonhard.
Jahr
1759
Der 24jährige Kaufmann Ulrich de Gaspard Vonwiler gründet in unserer Stadt das erste Stickereiunternehmen der Welt.
Ergänzung
Jahr
1760
Unter der Leitung von Pater Iso Walser vom Kloster St.Gallen wird anstelle eines wundertätigen Wegkreuzes die erste Wallfahrtskapelle Heiligkreuz erbaut.
Jahr
1760 bis 1792
Bürgermeister: Hans Joachim Steinmann, aus der Weberzunft.
Jahr
1761
In St.Laurenzen übernimmt nun eine Orgel den Kirchgesang, sie löst die seit 1722 tätigen Posaunen- und Zinkenbläser ab.
Jahr
1762
Die vier Turmwächter der Stadt werden ihres Dienstes enthoben, keiner von ihnen hat einen in Herisau entstandenen grösseren Brand wahrgenommen und Alarm geschlagen.
Jahr
1763bis 1836
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Karl Müller von Friedberg, der gegen den Willen von Fürstabt Pankraz Vorster die Landschaft Toggenburg in die Unabhängigkeit entliess, wurde erster Landamann des Kantons.
Jahr
1763bis 1836
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Michael Georg Weniger, Fabrikant.
Ergänzung
Jahr
1764bis 1836
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Georg Leonhard Hartmann, er machte sich mit seiner «Geschichte der Stadt St.Gallen», als Publizist und Archivar einen Namen.
Jahr
1764bis 1838
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Hermann von Fels, Teilhaber und Leiter der Leinwandproduktion und Stickereifirma Gonzenbach & Co, Regierungsrat, Landamman, Stadtrat und Verfassungsratspräsident.
Jahr
1764
Die Konsequenzen der strengen spanischen Inquistion befürchtend treten 30 Söldner aus dem Regiment St.Gallen zum katholischen Glauben über.
Ergänzung
Jahr
1764 bis 1783
Bürgermeister: Heinrich Schlumpf, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1765
Das Bedahaus an der Grossackerstrasse, ein barockes Landhaus wird erstellt.
Ergänzung
Jahr
1766
Einweihung des neuen Klosters mit der am Kloster angebauten Schutzengelkapelle, die Kapelle stand nur durch einen Torbogen über einem kleinen Durchgang getrennt unmittelbar vor dem nordwestlichen Eingang zur Stiftskirche.
Ergänzung
Jahr
1766
Johann Heinrich Ernst aus Lindau giesst für die Stiftskirche die 1202 kg schwere Schutzengelglocke mit Schlagton f°.
Jahr
1766/67
Das prächtige Amts und Schützenhaus der Feldschützengesellschaft, später Gemeindehaus, in St.Fiden wird erbaut.
Jahr
1767
Abt Beda Angehrn, Abt bis 1796.
Jahr
1767
Peter Ludwig I. Keiser giesst für die Stiftskirche die 5400 kg schwere Herz Jesu-Glocke mit Schlagton g° und die 1950 kg schwere Michaels- oder Ave Maria-Glocke mit Schlagton cis'.
Jahr
1767
Das kunstvolle und sehr wertvolle Wappenschild von Abt Beda Angehrn wird geschaffen, es ist mit Zeichen der kirchlichen und weltlichen Macht geschmückt.
Ergänzung
Jahr
1767
Abt Beda Angehrn beginnt seinen Amtsantritt mit der «Begnadigung» einer zum Tode verurteilten Frau. Sie wird vom Galgenplatz ins Wirtshaus zu St.Fiden zurückgeführt, darf dort eine Suppe essen, dann werden ihr die Adern geöffnet.
Jahr
1767
Peter Ludwig I. Keiser giesst für die Stiftskirche die 8100 kg schwere Dreifaltigkeitsglocke mit Schlagton e°.
Jahr
1767/68
Johann Ferdinand Beer, Baumeister aus dem Bregenzerwald, erstellt an der westlichen Ecke Greith- Rorschacherstrasse den prachtvollen Verwaltungssitz der Klosterrepublik.
Ergänzung
Jahr
1768
Aus dem Nachlass des Schweizer Historikers und Staatsmanns Aegidius Tschudi gelangt der um 1260 geschaffene Codex 857 in den Besitz von Abt Beda Angehrn.
Jahr
1768 bis 1770
Die Orgelbauer Victor Ferdinant und Karl Joseph Marta Bossard bauen im Kloster auf beiden Seiten des Chores je eine Orgel, sie gehören zu den wichtigsten historischen Chororgeln der Schweiz.
Jahr
1768
Peter Ludwig Kaiser, Glockengiesser aus Zug, muss die erst ein Jahr zuvor gegossene 8100 Kg schwere Dreifaltigkeitsglocke der Stiftskirche mit Schlagton e° neu umgiessen. Sie war beim Läuten für die seit zwölf Jahren erste Prozession zersprungen.
Jahr
1769
Die Verwaltung des Stiftsgebietes erstellt ein Inventar über alles was in ihrem Gebiet lebt und steht, wie Pfarreien, Kirchen, Gemeinschaften und Institutionen.
Jahr
1770
Das an einen Galgen erinnernde Bildstöcklein am Gottshusweiher wird durch eine kleine Kapelle ersetzt, sie bekommt den Namen (Maria Einsiedeln) und enthält eine Kopie des Einsiedler Gnadenbildes.
Jahr
1770 bis 1783
Zollstreitigkeiten zwischen dem Abt und Appenzell, den Transit nach Rorschach betreffend.
Jahr
1770/71
Die Hungersnot veranlasst den Abt für die Bevölkerung seiner Klosterrepublik in Wien ungarisches Korn und in Venedig ägyptischen Weizen zu kaufen.
Jahr
1771
Das den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Kirchlein auf Rotmonten, in der Frühzeit nur St.Petrus geheissen, wird abgerissen.
Ergänzung
Jahr
1771
In der Stadt lebende Hintersassen können nun auch verbilligtes Korn beziehen, allerdings ist der Preis höher als für die Bürger und die Menge ist beschränkt.
Jahr
1771
Hinrichtung der jungen aus der Bahn geworfenen Veronika Schmid aus Wasserburg, sie war Magd in der «Krone» Rorschach, sie tötete das von ihr verheimlichte Kind unmittelbar nach der Geburt.
Jahr
1771
Die schwere Hungersnot veranlasst das Handelshaus Gonzenbach, Schlumpf und Comp. einen Betrag zur Verfügung zu stellen und unter hochherzigen Mitbürgern für die Ärmsten zu sammeln. 160 Bürger können wöchentlich ein Gemüse aus Erdäpfeln, Rüben und Brot gratis entgegen nehmen.
Jahr
1771
Um der Hungersnot entgegen zu wirken, lässt die Mitbürgerin, Baronesse Locher von Coppet, eine grosse Menge Reis und Geld verteilen.
Jahr
1771
Josef Meyer aus Bütschwil schafft für das Kloster das mit dem Wappen von Abt Beda Angehrn verzierte Chorgitter.
Jahr
1772
18. Oktober
Das heilige Kreuz, etwas oberhalb der neuen Kirche im Heiligkreuz stehend, wird in Gegenwart von Fürstabt Beda und zahlreichen Mönchen aus dem Kloster, von vier Männern in die Kirche verbracht.
Jahr
1772
Johann Leonhard IV. Rosenlächer aus Konstanz giesst für die Stiftskirche die 552 kg schwere Heiligkreuzglocke mit Schlagton a'.
Jahr
1772
Die bei­den Alt­ar­figuren von Peter und Paul werden in die Heilig­kreuz­kirche ver­bracht.
Jahr
1772
Das Schlössli auf dem Rosenberg kommt in den Besitz der Stadt und dient als Sommersitz für einen der drei Bürgermeister.
Jahr
1772
Errichtung einer Anstalt unter dem Namen Arbeitskommission, von welcher der unschuldig Arbeitslose in Tätigkeit versetzt wurde und sich Müssiggänger sichtbar als solche bezeichnen mussten.
Jahr
1773bis 1826
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Anna Schlatter-Bernet, Laientheologin und Autorin, Spielte in der
Erweckungsbewegung eine bedeutende Rolle.
Jahr
1773
Im erst kürzlich fertiggestellten Kloster muss die bautechnisch und statisch schlecht ausgeführte Kuppelkonstruktion mit dem Einbau eines Gerüstes gesichert werden.
Jahr
1773
Um der Arbeitslosigkeit unter arbeitsfähigen und arbeitswilligen Bürgern zu begegnen, wird vom Rat eine Armen- und Arbeitskommission ins Leben gerufen.
Jahr
1774
Ein Erdbeben macht die Renovation der St.Mangenkirche nötig, was gleichzeitig auch den Abbruch der Wiboradakapelle bedeutet.
Jahr
1774
Abt Beda, erhört die Bitten des Gemeindeammans von Untereggen, Franz Hädener, und lässt eine Mühle bauen (Lochmühle).
Jahr
1774
Die übergehende Steinach reisst auf Ihrem Weg von der Mühleck bis zum Lämmlisbrunnen sieben Brücken und Stege mit.
Jahr
1774 bis 1778
Abt Beda erbaut die Strasse von Staad nach Wil (Fürstenlandstrasse).
Jahr
1775
16. März
Der zuvor zum Tode verurteilte Mörder, Josef Antoni Egger, ein Bauer aus
Tablat der unter anderen auch Catharina Himmelberger aus Rotmonten ermordet hatte und auch der Leichenschändung schuldig befunden wurde, wird durch Abt Beda begnadigt und zur Galeerenstrafe nach Frankreich geschafft.
Jahr
1775
14. September
In einer grossen und feierlichen Prozession werden die Gebeine des
Katakombenheiligen Pius in die Heiligkreuzkirche verbracht.
Jahr
1775
Der Stadtrat erstellt auf Stadtgebiet die Rorschacherstrasse neu, sie führt nun direkt von St.Fiden westwärts zum Brühltor.
Ergänzung
Jahr
1775
Michael Schlatter baut das Prunkhaus «Zum Goldenen Apfel», Hinterlauben 6.
Jahr
1776
Ein Delinquent wird wegen wiederholtem Einbruch zu Pranger, zu Schandstuhl und schliesslich zu 20 jährigem Zuchthaus mit Schlägen und Klotz verurteilt.
Jahr
1776 bis 1778
Neubau der Barockkirche St.Fidelis in St.Fiden.
Jahr
1776 bis 1778
Im Auftrag von Abt Beda wird in Rorschach ein Kornspeicher «Kornhaus» errichten, er prägt noch heute das Stadtbild von Rorschach.
Ergänzung
1776 Im St.Wiboradakloster in St.Georgen wird die strenge päpstliche Klausur durch die Ewige Anbetung ersetzt.
Jahr
1777
Die Stadt unterzeichnet zusammen mit sämtlichen Eidgenossen einen Schutzvertrag mit Frankreich.
Jahr
1777
Maria Gertrud Hungerbühler, Schwester im Klösterchen Wiborada in St.Georgen wird von ihrem Beichtiger Pater, Notker Grögle, der Hexerei bezichtigt. Sie solle ihm eine Krankheit angezaubert haben.
Ergänzung
Jahr
1778
Ein Hochwasser zerstört alle Brücken und Stege längs der Urnäsch, darunter auch den wichtigen Übergang im Kubel.
Jahr
1778
Fürstabt Beda reist als erster mit einer sechsspännigen Kutsche bis nach Wil. Das berittene Pferd und die Litière für den Verkehr wird langsam aber sicher abgelöst.
Ergänzung
Jahr
1778
Abt Beda erstellt bei Kräzern eine Hüslibrücke mit Zollhaus, Bedabrücke genannt.
Jahr
1778
Der Arzt Kaspar Wetter und der Bankier Daniel Girtanner rufen den Verein «Die Freunde des Guten» ins Leben, der ein Jahr später eine Lesebibliothek für die Jugend einrichtet.
Jahr
1778
Schloss Bergsteig in St.Margrethen kommt in den Besitz des Schaffneramtes der Stadt St.Gallen.
Jahr
1779
Johann Ulrich Schefer von Rotmonten, Bauwart des Klosters, erstellt die Hüslibrücke in der Spisegg.
Jahr
1779
Nachdem der (wohledle und wohlvornehme Conrad Fehr dem ehrsamen und bescheidenen Meister Johann Ulrich Tobler) einen Acker samt Haus verkauft hat, erstellt der letztere eine Biersiederei, denn späteren (Schützengarten).
Jahr
1780
Nachdem zwei Jahre zuvor ein Hochwasser sämtliche Brücken über die Urnäsch zerstört hatte baut Hans Ulrich Grubenmann für 3712 Gulden und 51 Kreuzer eine neue gedeckte Holzbrücke.
Ergänzung
Jahr
1780 bis 1792
In nur 12 Jahren ist unter Abt Beda der Bestand der Stiftsbibliothek um über 4000 Bände angewachsen.
Jahr
1781
Der Fürstabt lässt im ehemaligen Siechenhaus in Bruggen ein Zuchthaus errichten.
Jahr
1781
Abt Beda Angehrn, stellt den Benediktinerinnen vom hl. Sakrament das dem Stift St.Gallen gehörende Schloss Glattburg bei Oberbüren als Kloster St.Gallenberg zur Verfügung.
Jahr
1781
Der Rat erlässt ein Verbot für das an Sonn- und Feiertagen so höchstärgerliche als unnötige übers Land gehen (Sonntagsspaziergang).
Jahr
1781
Die Linde auf auf dem Lindenplatz (Gallusplatz) wird mit einer drei Schuh hohen Mauer aus gehauenen Steinen eingefasst.
Jahr
1781
Um der Jugend in Geschichte etwas aufzuhelfen wird von Friedrich Bernet und Schulrat Dr. Kaspar Wetter eine kurze Geschichte über die Stadt, von der Gründung bis 1777, verfasst.
Jahr
1783
Die Fürstabtei erstellt am Rosenfeldweg die Villa Rosenfeld, sie dient als Sommersitz des Abtes.
Ergänzung
Jahr
1783 bis 1795
Bürgermeister: Julius Hironymus Zollikofer von Altenklingen, aus der Gesellschaft zum Notenstein.
Jahr
1784
Josef Moser gründet und eröffnet die Brauerei Stocken.
Jahr
1784
In Bruggen wird die erste St.Martinskirche erbaut.
Jahr
1784
Das Stadthaus geht an das Kaufmännische Directorium über, das dort gleich die bis dahin im Tiger sich befundene Postanstalt einrichtet.
Jahr
1784 bis 1785
Bürgermeister: Hans Albrecht Schirmer, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1785
Das kaufmännische Directoriums sendet folgende Supplique an den Rat der Stadt St.Gallen. Es ist ein allgemeiner und unwidersprechlicher kaufmännischer Grundsatz: je weniger der Handel an einem Ort durch Gesetze und Einschränkungen behindert wird, je grösser der Zusammenfluss von Waren und die Anzahl der Käufer und Verkäufer ist, desto blühender wird auch der Handel selbst sein.
Jahr
1785 bis 1794
Bürgermeister: Hans Joachim Bernet, aus der Weberzunft.
Jahr
1786
30. März
Karl von Schenk, Landvogt von Bregenz, schenkt Fürstabt Beda Angehrn die Gallusglocke aus der Bregenzer St.Gallus Pfarrkirche.
Ergänzung
Jahr
1786bis 1848
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Jakob Rittmeyer, Textilkaufmann.
Jahr
1787
Bei zwei Bruggen wird durch Jakob Altherr von Speicher eine Hüslibrücke erstellt.
Jahr
1787
Der Kleine und der Grosse Rat beschliessen, die Holzbrücke zum Brühltor durch eine steinerne Brücke mit Quaderstücken und einem gewölbten Bogen zu ersetzen.
Jahr
1787
Der Gassenbettel wird nun endgültig verboten.
Jahr
1787
Johann Martin Reutiner, der 1780 den ersten Buchladen der Stadt mit einer Lesebibliothek eröffnete ist zum katholischen Glauben übergetreten und muss deshalb auf das Bürgerrecht der protestantischen Stadt St.Gallen verzichten. Grund genug, damit auch sein Geschäft aufgeben zu müssen.
Ergänzung
Jahr
1787
Die Holzbrücke über den Stadtgraben beim Schibenertor wird durch eine Steinbrücke ersetzt.
Jahr
1788
31. Januar
In den städtischen Anstalten werden insgesamt 234 Insassen gezählt.
Ergänzung
Jahr
1788
In der Buchbinderei Ehrenzeller im Haus zum Freieck, an der Abzweigung Turm- Spisergasse, bricht ein Brand aus, dessen angebrannte Papiervorräte bis in Bleicheli verweht werden und die dort ausgelegte Leinwand verwüstet.
Jahr
1788
Der Abt verbannt den Mönch Ildefons von Arx ins süddeutsche Ebringen, dieser hatte es gewagt, seine Schuldenwirtschaft zu kritisieren.
Jahr
1788
Gründung der Mousselinecassa, Vorschusskasse für Baumwollwaren, ab 1800 Mousseline- und Leinwandcassa, 1824 Leinwand- und Anlehenscassa.
Jahr
1788
Der spätere Abt, Pankraz Vorster wird als Aufwiegler in die sanktgallische Exklave Ebringen bei Freiburg im Breisgau strafversetzt. Er hatte zuvor die selbstherrliche Verwaltung durch Abt Beda kritisiert.
Ergänzung
Jahr
1789
Fürstabt Beda Angehrn erbaut in Gossau, Verzweigung Flawil - Wil, das immer noch bestehende Zoll- und Lagerhaus.
Jahr
1789
Gründung der «Literarischen Gesellschaft» mit dem Ziel der Anschaffung und Besprechung von Büchern, dies «zur Ausbildung des Verstandes und zur Veredelung des Herzens gegenseitig beizutragen und ächte Aufklärung zu fördern».
Jahr
1789
Die Obervögte des Fürstabtes wohnen auf Schloss Oberberg und halten dort auch Gericht.
Jahr
1789
Auf dem Salzmarkt, vermutlich am heutigen Bärenplatz, wird der erste öffentliche Briefeinwurf aufgestellt.
Jahr
1790
Das schöne Tal zwischen Nest/Riethüsli und St.Georgen wird vom Stadtarzt und Ratsherrn Bernhard Wartmann, seiner Ruhe wegen, Tal der Demut genannt.
Jahr
1790
Der Scheitlinsbüchel wird bis dato immer noch Linsebühlerweid genannt, sie gehört zum Besitz des Siechenhauses im Linsebühl.
Jahr
1790
Die letzte St.Gallermünze wird geprägt, es ist ein Sechskreuzerstück.
Jahr
1790
In der ganzen Ostschweiz arbeiten etwa 40'000 Textil-Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter für die St.Galler Handelsherren.
Jahr
1790
Die Stadt zählt ca. 8000 Einwohner.
Jahr
1790
Das lange bewährte (G), ein Qualitätszeichen der Stadt für beste Tücher, wird vom Rat abgeschafft.
Jahr
1790
Die Truppen der Republik St.Gallen bestehen aus einer Grenadierkompanie zu Pferd mit 60 Mann, einer 120 Mann starken Grenadierkompanie zu Fuss, drei Ausschussfahnen, jede etwa 150 Mann. Die erste Fahne besteht aus Männern im Alter von 18 bis 30 jahren, die zweite aus 30 bis 40 jährigen und die dritte aus 40 bis 48 jährigen. Jeder Fahne sind zwei Feldgeschütze mit 20 Kanonieren zugeteilt. Die Bollwerke und Wehren sind mit 100 Mann besetzt. 80 Konstabler bedienen die Geschütze, insgesamt etwa 1000 Mann.
Jahr
1791bis 1791
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ferdinant Fürchtegott Huber, Komponist.
Ergänzung
Jahr
1791
Der Altstätter Baumeister Johann Ulrich Haltiner, von Abt Beda beauftragt, kann die Thur-Brücke bei Lütisburg ihrer Bestimmung übergeben.
Jahr
1791
Das darniederliegende Leinwandgewerbe erlaubt dem Rat erstmals Bleicheboden als Bauland zu vergeben.
Jahr
1791
Ein als erster behördlicher, im modernen Sinn bewilligter, Überbauungsplan ermöglicht den Bau der Biedermeierhäuser an der Rorschacher Strasse 1 - 25.
Jahr
1792
Dreikönigstag
Unter dem Motto, Zahl nünt, du bist nünt scholdig, bezahlen die Gossauer dem Abt von St.Gallen keine Steuern mehr.
Jahr
1792
Mai
Das revolutionäre Frankreich erklärt den Monarchien Österreich und Preussen den Krieg, die an der Nordwestgrenzen der Eidgenossenschaft durch das Kriegsgeschehen bedrohte Eidgenossenschaft beschliesst die Entsendung von Truppen zum Grenzschutz nach Basel. Die Stadt und der Fürstabt entsenden je ein Kontingent.
Ergänzung
Jahr
1792
Die Stadt verkauft dem Pächter Jakob Ebneter das Löchlebad. Das Restaurant nennt sich nach einem Umbau «Löchlebad Restaurant, Cafe du Pavillon und Mineralbade-Anstalt», der Badebetrieb als solcher muss allerdings wegen mangelndem Besuch bald wieder geschlossen werden.
Jahr
1792
Die Familie Orlandi aus Bevers (GR) kann mit dem Einverständnis von Abt Beda Angehrn die Burg Mammertshofen erwerben.
Jahr
1792
Die Säge an der Einmündung der Lämmlisbrunnenstrasse in die Rorschacherstrasse wird verkauft, Bedingung ist, diese auf ewige Zeiten zu erhalten.
Jahr
1792
Das Kloster zählt, den Fürstabt nicht mitgezählt, 68 Mönche und 27 Brüder, letztere nicht in Priesterwürde.
Jahr
1792 bis 1798
Bürgermeister: Paul Züblin, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1793
12. August
Die letzte Hinrichtung auf dem äbtischen Richtplatz, dort wo heute die reform. Heiligkreuzkirche steht, gilt dem Tiroler Anton Raschbüheler.
Jahr
1793/94
Der Girtannersche Kalender, der schon im 16. Jahrhundert existierte, wird als St.Gallischer neueingerichteter allgemeiner Kalender weitergeführt. Aus diesem erwuchs das «St.Gallische Wochenblatt», das «Tagblatt der Stadt St.Gallen und der Cantone St.Gallen und Appenzell» und schliesslich via «St.Galler Tagblatt» schliesslich das «Tagblatt».
Jahr
1793 bis 1798
Das Regiment unter Oberst Bachmann steht mit 8 Füsilier- und 2 Grenadierkompanien mit insgesamt 1208 Mann, je zur Hälfte aus St.Gallern und Glarnern, im Dienst von Sardinien.
Jahr
1794 bis 1798
Bürgermeister: Kaspar Steinlin, aus der Weberzunft.
Jahr
1794bis 1856
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
David Vonwiler, Industriepionier und erfolgreicher Textilindustrieller in Neapel.
Jahr
1795
23. November
Abt Beda nimmt unter grossem Missfallen persönlich an der Landsgemeinde von Gossau teil.
Jahr
1795
Recht unter revolutionärem Druck stehend, hebt Fürstabt Beda Angehrn, entgegen der Meinung des Konvents, im gütlichen Vertrag von Gossau die Leibeigenschaft und sonstige Rechte auf.
Jahr
1795
In seinem Manuskript zur Geschichte der Stadt St.Gallen schreibt der Stadtarzt Dr. Bernhard Wartmann, «Jedes Stadtquartier stellt eine Bürgerkompanie mit je einem Hauptmann, Leutnant, Fähnrich, Quartiermeister sowie vier Wachtmeistern und vier Korporalen.»
Jahr
1795
Der Hof Diepoldsau kauft sich mit 1200 Gulden von der Abtei St.Gallen frei.
Jahr
1795
Der Ratsherr und Stadtarzt Bernhard Wartmann schreibt über das Brühltor: Wenige Strassen in der Welt werden so stark gebraucht wie die Strasse von St.Gallen bis Rorschach; Tag und Nacht findet man immer auf derselben Menschen, Pferde, Kutschen und Wagen.
Jahr
1795
In der Mühlenenschlucht werden neun Mühlbetriebe gezählt.
Jahr
1795 bis 1798
Bürgermeister: Daniel Girtanner, aus der Schneiderzunft.
Jahr
1795 bis 1798
Am Rathaus wird auf der Seite zur Marktgasse der Treppengiebel mit einem geschwungenen Giebel ersetzt.
Jahr
1796
18. Januar
Der
Konvent des Klosters stimmt dem von Abt Beda gütlich beschlossenen Vertrag von Gossau, betreffs Auflösung der Leibeigenschaft, endlich ebenfalls zu.
Jahr
1796
Dezember
Um Korn für die Bevölkerung zu erbitten (für das Schweizergebiet herrschte eine Getreidesperre), besucht Abt Bankraz im Heerlager zu Offenburg Karl von Österreich. Die Hoffnung erfüllt sich nicht, er bekommt stattdessen eine ansehnlich Menge Früchte.
Ergänzung
Jahr
1796
Abt Pankraz Vorster (letzter St.Galler Abt), Abt bis 1805.
Ergänzung
Jahr
1796
Um gegen die aus Süddeutschland heranrückenden Franzosen gewappnet zu sein, lässt der Feldkircher Stadtrat das weniger wertvoll eingestufte Kirchensilber Kistenweise zum einschmelzen in die Münzwerkstätte der Stadt St.Gallen transportieren, mit dem Erlös kauft er Kriegsmaterial.
Jahr
1796
Der Rat untersagt das Tanzen, egal ob Privat oder in Wirtshäusern.
Jahr
1797bis 1869
Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Gallus Jakob Baumgartner, Staatsarchivar, Grosser Rat, Staatsschreiber,
Legationsrat, Regierungsrat, Landammann, Ständerat.
Ergänzung
Jahr
1797
Abt Pankraz Vorster vollendet die neue Pfalz.
Jahr
1797
Februar
Bauern aus Straubenzell, Gaiserwald und Gossau stossen nach St.Gallen vor, sie wollen zwei durch äbtische Richter verurteilte Volksführer befreien. Das misslingt, den die Tore zum Kloster werden rechtzeitig geschlossen, nach mehrstündigem Ausharren ziehen sie sich wieder zurück.
Jahr
1797
Abt Pankraz Vorster gewährt der alten Landschaft ein eigenes Siegel und den Gotteshausleuten die Wahl eines Landrats.
Jahr
1797
Der täglich am Mittag zu hörende Auftritt der Turmbläser zu St.Mangen und St.Laurenzen wird eingestellt.
Jahr
1797
17/18. Juli
Die städtische Grenadier-Kompanie zu Fuss feiert mit grossem Pomp ihr hundertjähriges Bestehen. Scheibenschiessen und militärische Übungen, wie auch das Übernachten in Zelten, werden in diesen zwei Tagen vor grossem Publikum demonstriert.
Jahr
1798
1. Februar
Da Abt Pankraz Vorster dem Volk stur keine Rechte abtreten will erklärt sein Landvogt Karl Müller von Friedberg, Müller-Friedberg genannt, die
Toggenburger von sich aus für frei.
Jahr
1798
21. März
Das Stift St.Gallen entsagt allen seinen weltlichen Rechten im Thurgau.
Jahr
1798
24. März
Im städtischen Postgebäude weigern sich delegierte der Stadt, des Toggenburgs, des Rheintals und des Thurgaus, die von Frankreich geforderte Einheitsverfassung anzunehmen.
Ergänzung
Jahr
1798
29. April
In der St.Laurenzenkirche findet die letzte Burgerversammlung der alten Stadtrepublik statt. Unter dem Zwang der Verhältnisse nehmen sie die Helvetische Konstitution, mit dem Kanton Säntis an.
Ergänzung
Jahr
1798
April
Das Rathaus am Markt, inzwischen zum Gemeindehaus umbenannt, beherbergt eine den Franzosen genehme provisorische Regierung, Munizipalrat.
Jahr
1798
April
Mit der Revolution wird unter anderem auch die Zunftordnung liquidiert, damit ist es mit den Versammlungen und geselligen Treffen der Zünfter, inspesondere jener der Metzger in ihrem Zunfthaus an der Metzgergasse, dass später Gasthaus zum Goldenen Lamm wird (heute Goldenes Schäfli), vorbei.
Jahr
1798
10. Mai
Stadtbesetzung durch etwa 1200 Mann der französische Truppen, dass Kloster wird zu einem grossen Teil in ein Lazarett umgewandelt.
Jahr
1798
4. Juli
St.Gallen wird Hauptort des Kantons Sentis, mit Diplomatie wird Appenzell verdrängt, dass eigentlich zuerst als Hauptort vorgesehen war. Das Gebiet besteht aus der Stadt und Fürstabtei St.Gallen, der Landvogtei Rheintal und den beiden Appenzell, die Epoche der Helvetic beginnt.
Jahr
1798
30. August
Die Stadtbürger nehmen nach dem Verfassungsschwur auf die Helvetic auf dem
kleinen Brühl gemeinsam ein Mal ein.
Jahr
1798
Der Buchdrucker, Johannes Zollikofer gründete eine Buchdruckerei.
Ergänzung
Jahr
1798 bis 1799
September bis Mai
Die Stadt wird verpflichtet in dieser Zeit ca. 500 Soldaten der französischen Besatzungsmacht zu unterhalten. Bemittelte Familie müssen bis zu sechs, ärmere mindestens einen Soldaten beherbergen und verpflegen
Jahr
1798
Nach etlichen Besitzerwechseln ist die Abtei St.Gallen wieder Besitzer der Burg Blatten bei Oberriet
Jahr
1798
Das Haus zum Schifflin an der Multergasse später Hotel Schiff, wird erstmals in einem Kaufschuldenbrief erwähnt.
Jahr
1798
Die armen Schwestern zur Gnadenstätte der Mutter vom guten Rat und des heiligen Antonius von Padua in Notkersegg müssen den sie bedrängenden wilden französischen Soldaten den Wein in Kupfergelten und Kübeln reichen.
Jahr
1798
Nach der Schlacht von Zürich dient beim (Bild) ein Bauernhof als Unterkunft für die sich zurückziehenden Russen.
Jahr
1798
Die obrigkeitliche Leinwandcassa wird liquidiert.
Jahr
1798
Die meisten Stimmberechtigten Appenzeller wehren sich gegen den erzwungenen Bürgereid und verbrennen die noch im Frühjahr errichteten Freiheitsbäume. Der helvetische Regierungsstatthalter in St.Gallen lässt daraufhin Appenzell Innerrhoden durch helvetische Truppenverbände besetzen, was deren Widerstand bricht.
Jahr
1798
Eilpostwagen mit Passgiermöglichkeit erreichen nun jeweils am Dienstag- und Freitagmorgen von Zürich via Winterthur, Wil, Uzwil, Flawil, nach ca. 8 Stunden die Stadt St.Gallen. In umgekehrter Reihenfolge starten die Postwagen jeweils am betreffenden Nachmittag nach Zürich.
Jahr
1798
Die Gesellschaft zum Notvesten (Notensteiner), ein Zusammenschluss von Kaufleuten und anderen Personen, Standeszunft der St.Galler Kaufleute, wird offiziell aufgelöst, eine bestätigende Urkunde fehlt.
Jahr
1798
Zwei Ratsherren und ein Weibel müssen durch die Gassen patrouillieren um während der Predigten das unzeitige Herumschweifen zu verhindern.
Jahr
1798 bis 1918
Tablat existiert als politische Gemeinde.
Jahr
1798 bis 1803
Präsident des Munizipalitätsrats: Kaspar Scheitlin.
Jahr
1798
Fürstabt Pankraz Vorster flieht mit seinen Getreuen in die von der Abtei St.Gallen an die Grafen von Montfort-Tettnang verpfändete Ortschaft Neuravensburg (De).
Jahr
1798
Die Stadtbehörden überlassen dem Regierungsstatthalter des Kantons Sentis, Dr. Johann Caspar Bolt, das ehemalige Bürgermeisterhaus zur Münze, der dem Haus den Namen (Zur Freundschaft) gibt. Es stand zwischen dem Löchlebad und dem Schibenertor, also da wo später die nun auch schon wieder abgerissene Union gebaut wurde.
Jahr
1798
Bürgermeister: Hans Kaspar Girtanner.
Jahr
1798
Präsident der Municipalität: Kaspar Steinlin, bis 1803.
Jahr
1798
An der Stelle des Gesellenhauses der Notensteiner wird das Haus der Bank Wegelin erbaut.
Kommentar
Jahr
1798
Die Stadt St.Gallen verliert ihre Herrschaftsrechte über Bürglen TG.
Ergänzung
Jahr
1798
Mit dem Einzug der französischen Armee in die Stadt wird die Milizgesellschaft verboten.
Ergänzung
Jahr
1799
4. Januar
Die noch verbliebenen
Konventualen des Klosters St.Gallen werden verbannt, indem sie unter militärischer Begleitung bei St.Margrethen auf dem gefrorenen Rhein ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden. Sie finden humanitäre Aufnahme in der Zisterzienserabtei Mehrerau im Vorarlbergischen.
Jahr
1799
21. Januar
Städtischer Nationalfeiertag. Auf höheren Befehl hin, wird die Stadt verpflichtet, sich der Hinrichtung des Bourbonenkönigs Ludwig XVI. vom 21. Januar 1793 festlich zu gedenken. Besatzungsgeneral Lautier Xaintrailles führt mit einem Freiheitsfest und einer feierlichen Truppenparade auf dem Klosterplatz und in der Stadt der Bevölkerung die Vorzüge der neuen Republik vor Augen.
Ergänzung
Jahr
1799
15. Februar
Die Munizipalität, später Gemeinderat, wird gewählt. Dieser Tag wird als Geburtstag der Einwohnergemeinde bezeichnet.
Jahr
1799
2. bis 21. Mai
Koalitionskrieg, nachdem es den Österreichern gelungen ist, über den Rhein in die Schweiz vorzudringen, verlassen die Franzosen die Stadt. Die Österreicher werden herzlich willkommen geheissen.
Jahr
1799
26. Mai
Fürstabt Pankraz Vorster kehrt aus seinem Exil in Neuravensburg (De) nach St.Gallen zurück, er will die Abtei wieder aufbauen, sie aus der Schweiz herauslösen und dem Heiligen Römischen Reich angliedern. Nach dem Sieg der Franzosen gegenüber der Koalition ist es aber endgültig vorbei mit seiner Herrschaft.
Jahr
1799
25./26. September
Die Siege der Franzosen bei Zürich und Schänis veranlassen die Koalitionstruppen sich aus dem Raum Ostschweiz zurück zu ziehen, was natürlich das sofortige Nachrücken und die Wiederbesetzung der Stadt durch französische Truppen zur Folge hat.
Jahr
1799
7. Oktober
Die französische Besatzungsmacht verlangt von der Stadt 150'000 Gulden, wobei die eine Hälfte bereits in 24 Std. und die zweite in vier Tagen fällig ist. Durch Mitglieder der Munizipalität wird die Kürzung des offiziell nicht als
Kontribution geltenden Betrags auf 200'000 Livres erreicht.
Jahr
1799
Das Restaurant Alt St.Gallen dient als Präfektur der Franzosen.
Jahr
1799
Der helvetische Kommisär in der Ostschweiz, Johann Jakob Erlacher von Basel, beauftragt die Konfiszierung des klösterlichen Vermögens sicherzustellen und befielt im weiteren am Hofportal der Abtei den Statuen von Gallus und Otmar die Köpfe abzuschlagen, sowie das Karlstorrelief zu vernichten und in der Stadt alle städtischen Wappen zu entfernen.
Ergänzung
Jahr
1800
Der zweistöckige Holzerker zum (Feigenbaum), Webergasse 9, wird gebaut.
Jahr
1800
Im Kubel erstellt das Kloster St.Gallen für den Saumweg nach Herisau die Holzbrücke «Hüslibrücke» über die Sitter.
Jahr
1800
Der zweistöckige Holzerker (zur Engelburg), Brühlgasse 29, wird erstellt.
Jahr
1800
Die Stadt zählt ca. 8000 Einwohner.
Jahr
1800
An der Kapelle St.Wolfgang im Haggen muss die westliche Langseite neu fundamentiert werden, auch wird eine Glocke umgegossen.
Jahr
1800 bis 1839
Der Grüne Turm, an der Einmündung der Gallusstrasse in den Oberen Graben, dient jetzt als Zuchthaus für Kettensträflinge, diese müssen jeweils die Strassen und Plätze reinigen.