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1801 — 1900
1801 Frühjahr
Die Theatergruppe „Deutsche Löhlein'sche Theatergesellschaft” bekommt von der Stadtbehörde keine Erlaubnis, in der Stadt aufzutreten. Ihr Bühnenstück, „Die edle Lüge” von August von Kotzebue, wird deshalb in einer Bretterbude im
Langacker gezeigt.
1801 14. Oktober
Nachdem das Provisorium im
Langacker nicht genügt, lassen sich die Stadtbehörden schliesslich doch erweichen und stellen der Theatergruppe „Deutsche Löhlein'sche Theatergesellschaft” den Kloster-Marstall zur Verfügung. Zur Premiere des ersten St. Gallertheaters wird „Die Silberne Hochzeit oder das Glück des zufriedenen Landmanns” von Kotzebue aufgeführt.
1801 23. Dezember
Erstmals erscheint das neue „St. Gallische Wochenblatt”. Es gilt als eigentliche Vorgängerin des „Tagblatts der Stadt St. Gallen”, dem heutigen „Tagblatt”.
1801 Freigabe der Stadtmauer, sie kann jetzt in Privatbesitz übergehen. Häuserbesitzer an der Mauer dürfen nun Fenster einbauen oder unter Umständen sogar Mauerstücke abtragen.
1801 Der Waadtländer Marc-Antoine Pellis führt mit der Spinnerei - Aktiengesellschaft St. Gallen die ersten Spinnmaschinen der Schweiz ein, es handelt sich um englische Spinnmaschinen mit Mules und Göpelantrieb. Die Spinnerei wird im Ostteil des aufgehobenen Klosters installiert, das durch die helvetische Konfiszierung aller klösterlichen Güter leer stand.
Ergänzung
1802 Caspar Zylis Sohn erwirbt für die Bank Zyli das Haus zum Nothveststein (Notenstein).
1802 Ausserhalb der Stadtmauer, am Multertor in Richtung Süden, werden am oberen Graben die ersten Häuser gebaut.
1802 Die französische Besatzungsmacht unter General Rey verordnet für die Stadt die Ablieferung aller Waffen zuhanden des Platzkommandos, ausgenommen vom Befehl sind 20 Mann der Bürgerwache und die Bleicher.
1803 4. Februar
Unter der Leitung von Hauptmann Wipf aus Schaffausen gehen über 600 Mann der dritten helvetischen Halbbrigade an Bord des französischen Kriegsschiffes Le Redoutable, darunter viele Stadt St. Galler. Sie kämpfen in der Folge auf
Saint Domingue für den französischen Konsul der die seit 1797 verbotene Sklaverei wieder einführen will.
Ergänzung
1803 15. April
Ausrufung des Cantons St. Gallen durch den ehemaligen äbtischen Obervogt Karl Müller-Friedberg. Dieses Datum wird als eigentlicher Gründungstag des Kantons St. Gallen bezeichnet. Die Stadt St. Gallen wird Kantonshauptort.
1803 29. Dezember
Ernennung des in königlich-spanischen Diensten gewesenen Josef Stierli aus St. Fiden zum ersten Kommandanten des neu gegründeten St. Gallischen Landjägerkorps.
1803 Abt Pankraz Vorster flieht mit einem grossen Teil des klösterlichen Vermögens nach Wien.
1803 Rotmonten wird zusammen mit St. Georgen der Gemeinde Tablat zugeteilt.
1803 Die Druckerei Johannes Zollikofer übernimmt das St. Gallische Wochenblatt.
1803 Karl Müller-Friedberg, ehemaliger Statthalter auf Oberberg, erhält von Napoleon den Auftrag eine konstituierende Versammlung einzuberufen.
1803 Der Kanton errichtet im „Grünen Turm” an der Südwestecke der Stadtmauer, dort wo heute die Gallusstrasse vom oberen Graben abzweigt, eine Strafvollzugsanstalt für Kettensträflinge.
Ergänzung
1803 bis 1814 Kaspar Steinlin wird Syndicus, bis 1814.
1803 bis 1848 18. Mai
Das Appelationsgericht fällt in dieser Zeit 27 Todesurteile wovon 17 auf der Laimat vollstreckt werden.
1804 18. Mai
Die kantonale Militärorganisation hält an der bisherigen Verpflichtung fest, Wehrmänner müssen sich die Waffen und die Bekleidung weiterhin selber beschaffen.
1805 8. Mai
Der Grosse Rat beschliesst mit 36 zu 33 Stimmen das Kloster aufzuheben. Die Regierungsmehrheit war der Auffassung, dass das Kloster schon 1798 aufgehoben worden sei, demnach war es eher eine Bestätigung als ein Beschluss.
Kommentar
1805 Der Umbau im Kloster manifestiert sich vor allem in der leichten Versetzung des Abttrohns und die Umfunktionierung des Hochaltars in einen Gemeindealtar.
1805 An den Häusern der Stadt werden, um das Auffinden von Personen zu erleichtern, Assekuranznummern angebracht.
Ergänzung
1805 Der erste Landammann des neuen Kantons St. Gallen, Karl Müller-Friedberg, gründet die „Theater-Actionnairs-Gesellschaft”, aus dem schliesslich das Theater St. Gallen wird.
1806bis 1885 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Carl Arnold Gonzenbach, Maler, Kupferstecher und Zeichner.
1806 25. September
Gründung der Heimatschutzsektion St. Gallen.
1806 Karl Müller-Friedberg, Mitbegründer des Kantons St. Gallen und Gallus Jakob Baumgartner „Kantonsrat” aus Altstätten gründen die Zeitung „Der Erzähler”.
1806 Dammbruch am mittleren Burgweiher, dieser muss mit Erde und Lehm neu befestigt werden.
1806 Das St. Katharinenklösterchen bekommt eine Orgel im Louis XVI Stil.
1806 Der Rat lässt zwischen Multertor, via Kugelmoos nach Platten die Blattenstrasse anlegen.
1806 Nach der Klosteraufhebung wird unter anderem auch das bis dahin in dessen Besitz gewesene Schloss Roggwil an Güterhändler verschachert.
1806 Das dem Kloster St. Gallen gehörende Wasserschloss Hagenwil, wird nach Aufhebung des Klosters vom damaligen Verwalter, Benedikt Angehrn, gekauft.
Ergänzung
1806 Der Kanton St. Gallen verkauft die ehemals dem Koster St. Gallen gehörende Gemeinde Ebringen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald an Baden De.
1807 8. Mai
Liquidation des Klosters und seines Besitzes, die Besitztümer und Vermögenswerte der Abtei werden zwischen dem Kanton und den Katholiken aufgeteilt.
1807 31. Juli
Obwohl die Behörden den Einsturz der sich kurz vor ihrem Abbruch befindenden Holzbrücke in Kräzern befürchteten, kann ein Glockentransport von über neun Tonnen, gezogen von 18 Pferden die Brücke passieren und zur protestantischen Kirche in Herisau weitergeführt werden.
Ergänzung
1807 Die barocke Schutzengelkapelle vor dem nordwestlichen Eingang zur Stiftskirche wird nach nur 41 Jahren wieder abgerissen.
1807 Bruggen erhält eine eigene, katholische Pfarrei (St. Martin-Bruggen).
1808bis 1868 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johann Jacob Rietmann, Zeichner und Kupferstecher.
Ergänzung
1808bis 1868 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Carl August von Gonzenbach, Historiker, Nationalrat, Kantonsrichter und Präsident des Kaufmännischen Directoriums.
Ergänzung
1808 Baubeginn für das Bleicheliquartier.
1808 Der Pulver- oder Ladererturm bei St. Mangen, sowie der Harzturm oben an der Metzgergasse und grosse Mauerteile werden geschleift, die Steine werden für den Bau des neuen Waisenhauses an der Rosenbergstrasse verwendet.
1808 Das um 1150 herum entstandene romanische Kreuz des Klosters St. Gallen bekommt im Kreuzgang des Klosters Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg einen neuen Platz.
1808 bis 1810 Bau des heutigen Hochaltars im Kloster.
1808 Der klösterliche Herrschaftssitz, die Rehburg an der Rorschacherstrasse, wird gebaut.
1808 Die seit 1801 bestehende „Spinnerei - Aktiengesellschaft St. Gallen”, die im Ostteil des leerstehenden Klosters einquartiert, mit modernsten englischen Baumwollspinnereimaschinen arbeitete, muss aus finanziellen Gründen ihre Fabrikation im Tuchhaus an der Neugasse weiter betreiben.
Ergänzung
1808 bis 1810 Der einstige Otmarschor im Westen der Kathedrale wird abgebrochen. Joseph Simon Moosbrugger erstellt an dessen Stelle eine Empore.
1808/9 Das Gymnasium Katholischer Fundation, später Katholische Kantons Realschule, öffnet im ehemaligen Klostergebäude seine Tore.
1808/9 Die St. Martinskirche in Bruggen bekommt einen Glockenturm.
Ergänzung
1809 Georg Leonhard Hartmann schafft eine Kupferplatte mit den Grundrissen der Stadt St. Gallen, wobei sich die Genauigkeit hauptsächlich auf das Abschreiten des zu skizierenden Teils beschränkt. Das Original ist im Besitze des Vermessungsamtes.
1809 Abbruch der Mauer zwischen Brühl- und Pletztor, mit dabei ist leider auch der zur Befestigung gehörende Michaelsturm der etwa in der Mitte zwischen den beiden Toren stand.
1809 In der Stadt werden 7388 Reformierte und 730 Katholiken, insgesamt also 8118 Personen gezählt.
1810 Aus einem Bauernhaus auf dem vormals Studegüggi oder Chrützberg genannten Stadthügel, wird das Restaurant Freudenberg errichtet.
Ergänzung
1810 Der Holzerker, Metzgergasse 7, wird erstellt.
1810 bis 1980 Der um ca. 1518 erstellte Runde Turm neben dem Karlstor, einst Teil der Befestigungsanlagen, wird als Gefängnis genutzt.
1811 12. Juli
Das neue Waisenhaus am Fusse des Rosenbergs, später Verkehrsschule, kann bezogen werden. Das Fundamentmaterial stammt aus dem abgebrochenen Pulverturm bei St. Mangen und dem Harzturm oben an der Metzgergasse.
1811 16. Oktober
Die Kräzernbrücke wird eingeweiht, es handelt sich hiermit um die erste Vollsteinbrücke die in derartig enormer Höhe (Zeitchronik), 25m einen Fluss, die Sitter überspannt. Für den Bau, der vier statt zwei Jahre dauerte und fünfmal mehr Kosten verursachte als veranschlagt, wurden auch Sträflinge eingesetzt.
Anekdote
1811 Der Turm des Karlstores wird zum Kantonalen Untersuchungsgefängnis umgebaut.
1811 Michael Weniger und Johann Jakob Rieter bauen am Standort der einstigen oberen Klostermühle und späteren Maestrani Schokoladenfabrik eine Spinnerei.
Ergänzung
1811 Gründung der Zinstragenden Ersparungs-Cassa der Stadt-Gemeinde St. Gallen.
1811 Das Restaurant der Brauerei Stocken wird eingeweiht.
1812bis 1791 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Friedrich Albert Wenner, Industriepionier im Bereich der Textilproduktion in Süditalien..
1812 15. August
Dämme, Brücken, Stege werden zum Spielball der hochgehenden Steinach, in der Abraham Hofmann mit Holzfischen beschäftigt, sein Leben lassen muss.
1812bis 1888 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Arnold Halder, Kaufmann und Liederdichter.
1812 Das Kaufmännische Direktorium (Handelskammer) stellt in einer Eingabe an die Kantonsregierung fest, dass wegen der französischen Zollpolitik mehrere tausend Menschen bitterste Not erleiden müssen.
1812 Bartholome Rheiner eröffnet in der Spiservorstadt das momentan einzige öffentliche Bad der Stadt.
1812 In der Stadt sind vier Pflastermeister für den Unterhalt von Strassen und Plätzen zuständig.
1812 Neun Lohnkutschereien unterhalten den Verkehr in der Stadt und der Umgebung.
1812 Die Stadt St. Gallen hat 8900 Einwohner.
1812 Die Buchdruckerei Zollikofer und Züblin an der Neugasse geben das erste Adressbuch von St. Gallen heraus.
1812 Die Klosterfrauen des St. Wiboradaklosters in St. Georgen werden angewiesen keine Novizinnen mehr aufzunehmen, dass Verdikt führt zum Untergang des kleinen Klosters.
1812 Die Besitzer des Geländes, auf dem später der Stadtpark entstehen wird, die Familie Scherer, erbaut einen Pavillon, heute Stadtpark-Pavillon genannt. Vorab die städtische Oberschicht frönt dort dem Badevergnügen.
1812 Eröffnung der Landstrasse vom Schibenertor bis Zürich.
1813bis 1904 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Gaspard Gsell, Glasmaler.
Ergänzung
1813bis 1893 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Marrhäus Hipp, Uhrmacher und Erfinder.
Ergänzung
1813bis 1898 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johann Christoph Kunkler, Architekt.
Ergänzung
1813 Teile des 1807 von der Stadt St. Gallen konfiszierten Klosterbesitzes werden den Katholiken zurückgegeben.
1813 Die Verwaltung der katholischen Kirchengüter wird dem Kath.- Administrationsrat als Rechtsnachfolger der Abtei anvertraut.
1814 31. August
Der katholische und evangelische Konfessionsteil erlangen öffentlich-rechtliche Anerkennung.
1814 25. September
Um dem Zorn der anrückenden Rheintaler-Bauern zu entgehen flieht Karl Müller-Friedberg, zusammen mit den Regierungsräten Julius Zollikofer und Dominik Gmür, nach Romanshorn.
1814 Teilweise mit Waffengewalt schafft es Karl Müller-Friedberg, den Mediationskanton St. Gallen gegen partikulare Interessen zu verteidigen.
1814 syndicus: Johann Jakob Mayer, bis 1816.
1815bis 1896 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Jacob Laurenz Gsell, beteiligt an einem Handelsunternehmen in Rio de Janeiro, später nach seiner Rückkehr Gründungsmitglied der Helvetia-Versicherung, Bankpräsident der Deutsch Schweizerischen Creditbank und Bezirksrichter.
Ergänzung / Kommentar
1815 Für die Stadt sind vier Polizeidiener angestellt.
1815 Die ehemaligen Bleichen werden als Pflanzplätze an die Bürger vermietet.
1815 Auf der zuvor geschaffenen Westempore in der Kathedrale St. Gallen kann eine Orgel geweiht werden.
1815 Vom grünen Turm oben bei der heutigen Einmündung der Gallusstrasse in den Oberen Graben wird in Richtung Norden der Stadtgraben ausgefüllt.
Ergänzung
1815 8. Juni
Die Bürgerliche Witwen- und Waisenstiftung wird gegründet.
1816 16. Januar
Die erste St. Galler Loge, die Eintracht, wird gegründet.
1816bis 1897 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Arnold Otto Aepli, Jurist, Politiker und Diplomat.
Ergänzung
1816 Die von den Winterthurer Unternehmer Hans Ulrich Graf und Johann Jacob Rieter erbaute Spinnerei Buchenthal nimmt mit 36 Spinnstühlen den Betrieb auf.
1816 Präsident des Stadtrates: Hermann Fels, bis 1829.
1816 Eine Hungersnot mit gegen 2000 Toten bewirkt, dass die Hülfsgesellschaft der Stadt St. Gallen wieder ins Leben gerufen wird.
Ergänzung
1816 Gemüts- und Geisteskranke Menschen bekommen im Näfenacker beim Steingrübli eine abgesonderte Unterkunft „Tollhaus”.
Ergänzung
1816 Präsident des Stadtrates: Joachim Steinmann, bis 1831.
1816 Das neue Organisationsgesetz bestimmt, dass sich der Gemeinderat neu Stadtrat nennt.
1816/17 Mit dem Ziel, der Hungersnot etwas entgegen zu wirken, wird die „bürgerliche Kuhweide” am Bernegghang in zahlreiche Bödenen (Pflanzplätze) aufgeteilt und günstig verpachtet.
1817 17. September
Christoph, der eine Sohn von Anna Maria Högger, fällt in der Neugasse, etwa auf der Höhe von Gerber Scheitlin, an der tiefsten Stelle in den Wasserkanal. Ein anderer Knabe, armer Bursche genannt, rettet ihm das Leben.
1817 Die Zahl der Polizeidiener wird um eine Person erhöht, es sind jetzt insgesamt deren fünf Mann.
1817 bis 1819 Um die Rissbildung und deren Verbreiterung in den Mauern des Klosters zu eliminieren, werden in den Wänden Balken und Klammern zur statische Sicherungen eingebaut.
1817 Das Elend der Hungersnot im weiteren Umfeld der Stadt zeigt sich eindrücklich, wenn Mütter Ihre Kinder wie Schafe auf die Weide schicken um dort das Gras zu essen. Ein kleiner Lichtblick kommt aus Russland, Zar Alexander I. sendet immerhin 100'000 Rubel als Hilfsgelder.
1818bis 1898 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dr. med. Theodor Gsell Fels, Sachbuchautor Kunsthistoriker und Mediziner.
1818 15. Mai
Eine Verordnung des kleinen Rates über Aufenthalt und Verkehr der Juden, erweitert etwas deren Bewegungsfreitheit.
1819bis 1896 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johann Jakob Weilenmann, Alpinist.
Ergänzung
1818 Der Russlandfeldzug bewirkt einen starken Bestellrückgang von Tuch aus St. Gallen. In der Folge wird auf den ehmealigen Bleichen Korn angesäht.
1818 Stillegung der Spinnereibetriebe im aufgehobenen Kloster.
1819 29. Januar
Die St. Gallische Naturwissenschaftliche Gesellschaft (NWG) wird gegründet.
1819 Der Gefängnisturm auf der Hinterseite des Rest. Hirschen in St. Fiden wird abgebrochen.
1819 Christian Fischbacher aus dem St. Gallischen Toggenburg legt als 16jähriger den Grundstein für eine Textilfirma in St. Gallen die heute weltweit bekannt ist.
1820 Der Rat ersteht das Rietmännische Haus zu St. Gallibrunn (Wassergasse) um das neue Fremdenspital einzurichten.
Ergänzung
1820 Der Holzerker zur (Klarheit), Webergasse 20, wird erstellt.
1820bis 1904 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Emil Rittmeyer, Sohn des Stickereiunternehmers Jacob Bartholome Rittmeyer, Maler mit Vorliebe für Genre- und Historiengemälde, wie z.B das Gemälde wo Johannes Kessler die Bibel erklärt usw.
1821 Michael Weniger aus Sigmaringen (De) eröffnet in St. Georgen (Schlipf) am Bach eine kleine Giesserei.
1821 Der Männerchor Harmonie der Stadt St. Gallen wird gegründet.
1822 Die in der Stadt niedergelassenen Katholiken gründen eine eigene Schulgemeinde.
1823 Die Bulle von Pius VII. bestätigen nun auch die kirchliche Aufhebung des Klosters.
1823 Zwecks Nutzung der Wasserkraft, erstellt Michael Weniger im Philosophental einen Stauweiher (Wenigerweiher).
1823 Die Torbogen der äusseren Vorwerke des Müller- und des Spisertores werden abgerissen.
1824bis 1883 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Theodor Hahn, Apotheker, Heilpraktiker.
Ergänzung
1824 27. September
Gründung des Doppelbistums von St. Gallen und Chur, Bischof wird Karl Rudolf von Buol-Schauenstein, die Stiftskirche St. Gallen wird Kathedrale. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1833.
1824 Das Gregoriusfest wird erstmals Jugendfest genannt, heute Kinderfest.
Ergänzung
1824 Im Moos bei Bruggen wird ein römischer Münzenschatz gefunden.
1824 Gründung der Zofingia am Gymnasium St. Gallen.
Ergänzung
1824 Der Stadtrat erachtet es als notwendig den Polizeiverwalter anzuweisen, den Harschieren rund um unsere Hauptkirche (St. Laurenzen) ein besseres Benehmen beizubringen.
1824 bis 1841 Im Tuchhaus an der Neugasse, auch Bürgermange genannt, wird die Bürgerliche Knabenrealschule eingerichtet.
1825 20. April
Die Finanzkommission im Regierungsgebäude in St. Gallen versteigert die dem Kanton gehörende „Burg Waldegg”. Neuer Besitzer ist der St. Galler Kaufmann Johann Jakob Täschler, der darin eine Rotfärberei einrichtet.
1825 Die Stadt zählt, Straubenzell und Tablat einberechnet, 177 Quellen und Brunnenstuben. Von Ausnahmen abgesehen werden diese von einem Brunnenmeister, einem Unterbrunnenmeister, vier Brunnenknechten und drei Handlangern unterhalten.
1826 In der Multergasse werden die ersten Gaslaternen aufgestellt.
1826 Der übliche Weinzehnt von Wasserburg am Bodensee an das Kloster St. Gallen wird aufgehoben.
1826 Der Metzger und Wirt Johann Jakob Müller wird Besitzer des einstigen Zunfthauses der Metzger in der Metzgergasse. Er nennt es Restaurant zum goldenen Lamm, 60 Jahre später wird erstmals der Name zum goldenen Schäfli genannt.
1826 Beim Schützengarten wird eine neue Schiessanlage eröffnet.
1827 Der Kunstverein wird gegründet.
1827 Die Durchfahrt beim Spisertor wird erweitert.
1827 Die Leinwandschau, eine einst für die Qualitätstücher unserer Stadt sehr wichtige Kontrolle, wird aufgehoben.
1828 31. März
Im Protokoll der Baukomission heisst es, der Wasserkanal im Gänglein ist in sehr schlechtem Zustand und bedarf dringend einer Wiederherstellung.
Ergänzung
1828bis 1914 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Otto Henne am Rhyn, Schriftsteller, Staatsarchivar in St. Gallen.
1828 Michael Weniger gründet die Maschinenfabrik St. Georgen, die in der Folge bis zu 420 Arbeiter beschäftigt.
1828 Zum Trocknen von gefärbten Stoffbahnen wird der Tröckneturm errichtet, er gehört zu einer Rotfärberei die nach Aufhebung des Klosters in der Burg Waldegg eingerichtet wurde.
1828 Das Schuh- und Schmalzhaus an der Marktgasse, oben bei der Schiedmauer, wird abgerissen und an selbiger Stelle ein neues Markthaus erstellt.
1828 Der Zugang zum Klosterhof, bis dahin eine Verlängerung der Kugelgasse durch das Hoftor in der Schiedmauer, wird um ca. 50m nach Westen verschoben.
Ergänzung
1828 Johann Zuber erstellt den ersten trigonometrisch vermessenen Stadtplan.
1828 Die aus dem Spätmittelalter stammende Hüslibrücke im Martinstobel (Martinsbrücke), wird durch eine gleichgeartete Brücke ersetzt.
1829 Über das frühere St. Fiden steht im „Neujahrsblatt” unter anderem folgende Beschreibung: Dieses Dörfchen liegt auf einer schönen Ebene, eine Viertelstunde nordöstlich von St. Gallen, für dessen katholische Bevölkerung es der Begräbnisort ist.
1829 Karl Müller-Friedberg, bittet den einstigen Abt Pankraz Vorster um Verzeihung. Er hatte aus Sicht des Klosters im Toggenburg die Interessen des Klosters verraten. Der ehemalige Abt vergibt ihm mittels eines Briefes.
1829 Bankraz Vorster, der letzte Abt von St. Gallen, stirbt im Kloster Muri AG.
1829 Präsident des Stadtrates: Dr. med. Bernhard Wild, bis 1830.
1830 27. Januar
Während 6 Tagen wütet an der St. Magnihalde ein Grossbrand dem acht Menschen zum Opfer fallen und 12 Gebäude zerstört werden.
1830bis 1902 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Friedrich Bernhard Wartmann, Botaniker und Pflanzensammler.
1830 Der Brunnen auf dem Brunnenplatz vor der Hexenburg in der Hinteren Lauben wird durch einen neuen aus Eichenholz ersetzt.
1830 Ein junger Mann wird wegen öffentlichem Karessieren einer Jungfrau ins Gefängnis gebracht.
1830 Präsident des Stadtrates: Karl August Gonzenbach, bis 1831.
1830 Das Fehrsche Schössli am Höhenweg erhält einen Treppenturm.
1830 Johann Früh aus Mogelsberg kauft dem Wirt im „Gänglein” (Restaurant an der Verbindung zwischen Schmid-Multergasse) dessen Haus für 12'0000 Gulden ab und nennt das Restaurant neu „Toggenburg”, damit wird das „Gänglein” zum Toggenburggässlein.
Ergänzung
1831 3. Januar
Eine freisinnige Zeitung mit Namen „St. Galler Zeitung” kommt auf dem Markt.
1831 12. Januar
Der kantonale Verfassungsrat wird unter Druck gesetzt. Zahlreiche Demokraten aus Altstätten sorgen vor der Türe des Verfassungsrates im Regierungsgebäude für Unruhe, damit dieser das Referendum bejahe, was er unter dem Druck auch macht.
Ergänzung
1831 9. Oktober
Die Stadt sieht sich veranlasst, die archivarische Trennung zwischen Ortsbürger- und politischer Gemeinde einzuleiten.
1831 Dezember
Der Gemeinderat setzt die Polizeiorganisation fest, da ein eigentlicher Gründungstag offiziell nicht beschrieben ist, wird dies aus heutiger Sicht als Gründungszeit der Stadtpolizei genannt.
1831 Gemeindeammann: Karl August Gonzenbach, bis 1835.
1831 bis 1833 Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Johann Jacob Zollikofer.
1831 Sein autoritärer, diktatorisch wirkender Führungsstiel macht Karl Müller-Friedberg zum Feindbild der radikal-liberalen Opposition, die im Zug der Regeneration seinen Sturz herbeiführt. Karl Müller-Friedberg zieht sich verbittert nach Konstanz zurück.
1831 1816 vom Stadtrat zum Gemeinderat zum umbenannt, wird letzterer neu wieder zum Stadtrat.
1832 2. April
Die Polizeikommission stellt fest, dass die Brunnensäule des am Tag zuvor neu erstellten Brunnens beim Rathaus an der Marktgasse zu niedrig und zu geschmacklos ist. Die Kommission beantragt dem zustimmenden Gemeinderat die Erhöhung der Säule mittels eines Aufsatzes von zwei bis drei Schuh, so das die Proportionen einigermassen stimmen.
1832 27. Mai
Ein Tuch in St. Gallen hergestellt und bedruckt, das Hambachertuch, schreibt Geschichte. Es bekommt als Erinnerungsstück an das Hambacherfest, in tausenden von Exemplaren, sehr grosse Verbreitung und wurde mit dem Fest zusammen zum Symbol der Demokratie in Deutchland.
Ergänzung
1832 26. Juli
Eine Vereinbahrung regelt die Rechte und Pflichten der Stadtpolizei und der Feuerwehr in dem zu
Tablat gehörenden Stiftsumfang.
1832 Die „Kranken-, Invaliden und Sterbekasse der Typographen” wird gegründet.
1832 An der Kunst- und Industrie-Ausstellung, die im Spätherbst im Saal „Zum Antlitz” an der Neugasse stattfindet, sind unter anderem auch Radierungen von Jacob Rietmann zu sehen.
Ergänzung
1832 Eine Pedition von 102 Bürgern verlangt den Abbruch des Multertores.
1832 Die Steinach betreibt zur Zeit 14 Mühlen, 3 Spinnereien, 5 Sägen, 6 Appretierereien, 2 Schleifmühlen, 2 Bleichen und 3 andere mechanische Einrichtungen.
Ergänzung
1832 Eine Ausscheidungsurkunde regelt zwischen der Politischen- und der Genossengemeinde den Besitz der Ortsbürgergemeinde. Das Stadtarchiv wird letzterer übereignet.
1833 Im Hl. Geistspital können arme Menschen eine Nacht gratis übernachten, wer länger bleibt wird aus der Stadt gebracht, Armen- oder Bettelschub genannt.
1833 bis 1834 Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Peter Ehrenzeller.
1833 Das Restaurant Freudenberg wird mit einem Turm versehen, was einen burgähnlichen Anblick ergibt.
1833 Franz Saurer aus Sigmaringen tritt in die Maschinenwerkstätte St. Georgen von Michael Weniger ein, wo er bald in die Geschäftsleitung aufsteigt. Ergänzung.
1833 Die bischöfliche Kurie enthebt den Pfarrer und Professor Alois Fuchs wegen seines Eintretens für eine demokratische Kirchenverfassung aller seiner Ämter.
1833 Das Gesetz über die Einteilung des Kantons in Ortsgemeinden tritt in Kraft und bestimmt welches Territorium die Ortsbürgergemeinde St. Gallen ausmacht. Dies sind Altstadt, Kreuzbleiche, St. Leonhard, Nest, Bernegg, Mühlegg, Harfenberg, Linsebühl, St. Jakob, Leimat, Rosenberg. Der Gemeinderat mit fünfzehn Mitgliedern und 11 Mitgliedern aus dem Verwaltungsrat der Ortsbürgergemeinde sind fortan für die Gemeinde zuständig.
1834 9. November
Bischof von St. Gallen und Chur, Johann Georg Bossi. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1836.
1834 Der 1809 abgesetzte König von Schweden, Gustav der IV. kommt nach vielen Jahren unsteter Herumreiserei unter dem pseudonym Oberst G.A. Gustafsson nach St. Gallen wo er im Gasthaus zum „Weissen Rössli” beim Multertor Wohnsitz nimmt und 1837 stirbt.
1834 Das Frauenkloster St. Wiborada in St. Georgen wird aufgehoben.
Ergänzung
1834 Der Würtemberger Matthäus Hipp, entwirft in St. Gallen das elektrische Pendel für Uhren, englisch und französisch.
1834 Das Metzgertor am Hirschengraben, auch Kutzer-, Koster-, Lainbühler- oder Frankentor genannt, wird abgerissen.
1834 Die erstmals in Ercheinung getretene Neuteufer-Gemeinde in der Stadt beunruhigt die Öffentlichkeit und steht deshalb unter staatlicher Beobachtung.
Ergänzung
1834 Katholisch-Tablat gründet eine Schulgemeinde.
1834 Gegen den Willen der städtischen Obrigkeit, die den Verlust des Aus- und Einlasslohns geltend macht, verfügt der kleine Rat des Kantons St. Gallen, dass das nächtliche Sperren der Stadttore aufgehoben wird.
1834 bis 1839 Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Hironymus Wegelin.
1835 23. April
Das kantonale Gesetz betreffs Einbürgerung der geduldeten Heimatlosen, bescherrt der Stadt auf Anhieb 13 reformierte Erwachsene und zwei Kinder, sowie 18 katholische Erwachsene mit acht Kindern.
Ergänzung
1835 Gemeindeammann: Dr. jur. Christian Friedrich Fels, bis 1839.
1835 „Der St. Gallische Wahrheitsfreund”, eine neue Wochenzeitung in der Stadt, erblickt das Licht der Welt.
1835 Die den Warenverkehr behindernden Flügel der Stadttore werden allesamt an einem einzigen Tag ausgehängt.
1835 Auf Peter und Paul wird das Gasthaus Frohe Aussicht erstellt, heute Restaurant Peter und Paul.
1835 Das Kind des Wiedertäufers, Georg Joachim Engwiller wird gegen seinen Willen mit der Polizei zur Kirche gebracht und dort getauft.
1835 Nördlich des Eichweihers am östlichen Waldrand wird der Buchwaldweiher, Totenweiher genannt, angelegt.
Ergänzung
1835 Die Heidengasse wird in Schwertgasse umbenannt.
1835 Gründung der „Ersparnisanstalt des Kaufmännischen Directoriums”, ab 1966 „Bank des Kaufmännischen Direktoriums”.
1835 An Stelle des ehemaligen Schwitz- und Wasserbades Lämmlisbrunn eröffnet die Brauerei Bierhof an der Kreuzung Lämmlisbrunnen- Rorschacherstrasse, zwischen Steinach und Sägebach, seine Pforten.
1835 Der löbliche Schulrat der Stadt St. Gallen legt den Lehrern nahe, zuweilen mit dem Ziel die Heimat besser kennen zu lernen, mit den Schülern Spaziergänge zu unternehmen.
1835 Im Haus vor dem Müllertor (St. Georgenstr. 9) wird eine Hebammenschule, mit dreimonatiger Ausbildung, eingerichtet.
Ergänzung
1836 22. Juli
Karl Müller-Friedberg stirbt verbittert in Konstanz, wo er seine Erinnerungen zu Papier brachte.
1836bis 1916 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Konrad Menet, Textilhandelsfirma Menet & Cie. in Montevideo, Konsul in Uruguay, Bezirksrichter, Präsident der St. Galler Kantonalbank.
Ergänzung
1836 9. Dezember
In der Zeitschrift „Erzähler” ist zu lesen; Auf der Hauptstrasse zwischen Bodensee und Zürich ist endlich das eine der alten unnützen Bollwerke, das Brühltor, ganz abgetragen worden, statt einer unsichern und gefährlichen Schlucht erfreut sich der Verkehr nun einer sehr bequemen und breiten Einfahrt.
1836 Das vermutlich nach dem Stadtbrand von 1368 erbaute Müllertor wird abgerissen, und jubelnd wird verkündet, dass nun für Sonne und Licht freier Zugang herrsche.
1836 Am Zusammenfluss vom Rütibach und dem Nottentöbelibächli wird der Rütiweiher erstellt. Mit dem Weiher als Wasserspeicher wird sichergestellt, dass die Wasserwerkbesitzer an der Steinach für ihre Fabrikanlagen immer genügend Wasser haben.
1836 Die Siftsbibliothek kommt in den Besitz einer Mumie.
Ergänzung
1836 Nach dem Tode des Churer Bischofs, Karl Rudolf Graf von Buol-Schauenstein, reklamiert der Kanton St. Gallen das Approbationsrecht placetum regium” für sich allein, was Papst Gregor XVI. bewegt, dass Doppelbistum Chur-St. Gallen zu zerschlagen.
1836 Die Hilfsgesellschaft stellt den unbemittelten Mitbürgern einen Armenarzt zur Verfügung, heute Gemeinnützige und Hilfsgesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG).
1836 Gründung des weiblichen Krankenvereins der Stadt St. Gallen.
1837 17. Oktober
Gallus Jakob Baumgartner, Querdenker und Visionär aus Altstätten, stellt im „Erzähler”, einer zweimal pro Woche erscheinenden Zeitung, fest, dass es zwischen St. Gallen und Rorschach unbedingt eine Eisenbahnlinie braucht.
1837 24. November
Der Kantonsrat geht nicht auf das von Kantonsrat Gallus Jakob Baumgartner aus Altstätten geäusserte Begehren ein, eine Eisenbahnlinie zwischen der Stadt und Rorschach zu erstellen und entscheidet sich statt dessen zu Gunsten einer neu zu erstellenden Kantonsstrasse St. Gallen - Rorschach.
1837 Das Schibenertor wird abgebrochen.
1837 Eine Zählung der Hausadressen ergibt, dass jetzt ausserhalb der Ringmauer um die Stadt mehr Häuser vorzufinden sind als in der Stadt.
1837 Die Baufälligkeit des Heiliggeistspitals als ganzes gibt zu denken. Speziell Sorge bereitet, dass sich die Dicken Aussenmauern immer mehr in Richtung Marktgasse verschieben. Eine Renovation kommt nicht mehr in Betracht, was den Bürgerrat veranlasst sich für einen Neubau auszusprechen.
1837 Gründung der „Bank in St. Gallen”, sie gewährt in grossem Stil Investitionskredite.
1837 Stephan Schlatter gründet die Freie Evangelische Gemeinde St. Gallen.
1838bis 1922 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Leopold Iklé, Textilunternehmer.
Ergänzung
1838bis 1891 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Alphonse Bory, Finanzfachmann, Ständerat und Ständeratspräsident.
1838 In der Metzgerei Rietmann an der Engelgasse wird die erste St. Galler-Bratwurst mit der heute noch geltenden Rezeptur hergestellt, sie wiegt in etwa 110gr.
1838 Das Spitztürmchen in der Stadtmauer beim Hopsgermoos, dort wo heute die Augustinergasse in den Unteren Gaben mündet, wird abgebrochen.
1838 Die Blattenstrasse nun korrigiert, führt jetzt vom Kugelmoos direkt via Platten bis an die Grenze der Gemeinde Straubenzell, sie wird zur grenzgesetzlichen Gemeindestrasse erklärt
1838 Fabrikanten aus Salerno und englische Partner gründen die Spinnerei Sittertal.
1838 Mai
Eine neue Strasse über den Ruppenpass ermöglicht die Einrichtung einer Eilpost zwischen St. Gallen, Altstätten, Feldkirch und zurück.
1838 Ein acht Tage dauerndes Eidgenössisches Schützenfest auf dem unteren Brühl.
1838/39 Die immer noch vom Erdbeben von 1774 beschädigte St. Mangenkirche wird renoviert, dabei wird die Männerempore im nördlichen Querschiff entfernt.
1839 Gemeindeammann: Albert Kunkler, bis 1860.
1839 Edmund Erpf wird Bürgerratspräsident.
1839 Zwei Kinder des „Dissidentenpredigers” Wilhelm Wild werden in St. Gallen durch Pfarrer Zollikofer zwangsgetauft.
1839 Erstausgabe des „Tagblatts der Stadt St. Gallen”, heute „St. Galler Tagblatt”.
1839 Der alte Brauch des Armen- oder Bettelschubs bekommt eine neue Grundlage. Die neue Armenfuhrordnung ist fortan Sache der politischen Gemeinde.
1839 Die Bürgerschaft beschliesst, dass der zur Stadtmauer gehörende Neuturm abgerissen werde und an dessen Stelle eine Verbindung vom Burggraben zur Brühlgasse (Glockengasse) ermöglicht werden soll.
1839 Die Linsebühlkirche wird selbständige evang. Pfarrei.
1839 Der grüne Turm oder Gallusturm, der an Stelle des ehemaligen Gallustores auch Gallitor genannt am Eingang zur Gallusstrasse stand, wird abgebrochen.
Ergänzung
1839 Obligatorisch müssen St. Galler Postillione nun wieder das schon seit langem verstummte Posthorn blasen.
1839 Diakon Jakob Heim gründet mit gleichgesinnten den Verein „Rettungsanstalt St. Gallen”.
Ergänzung
1839 Abriss des Multertores, wegen der Wirtschaft zum „Weissen Rössli” innerhalb neben dem Tor oft auch Rösslitor genannt.
1839 Auf dem Leimat wird der Galgen abgebaut.
1839 Das Zuchthaus St. Jakob wird seinem Zweck übergeben. Kriminalstrafen und Korrektionsmassnahmen werden nach dem sogenannten Silent System vollzogen.
1840 31. Oktober
Wegen einem erlegten, der Wuth verdächtigen Hund wird in der Stadt der Hundebann ausgerufen.
Ergänzung
1840 Der Maler und Kupferstecher Johann Baptist Isenring organisiert in seinem Haus vor dem Multertor die erste je durchgeführte Kunstausstellung für Daguerreotypien.
Ergänzung
1840 Die Landstrasse vom Pletztor bis zur Thurgauergrenze wird gebaut.
1840 Die Spinnerei, Stickerei und Färberei Sittertal nimmt ihren Betrieb auf, um die Wasserkraft zu nutzen musste für die Färberei ein Seitenkanal erstellt werden.
1840 Der österreichische Eisenbahnpionier, Alois Negrelli, Erbauer der Spanisch-Brötlibahn (Baden - Zürich) später Planer des Suezkanals, erstellt die Rorschacher Strasse neu.
Ergänzung
1840 November
In Zusammenarbeit mit dem 1839 gegründeten Verein „Rettungsanstalt St. Gallen” gründet der
Appreturarbeiter Hensel eine Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder.
1841bis 1920 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Adolf Saurer, Unternehmer.
Ergänzung
1840 Die Stadtmauer der nördlichen Altstadt, vom Spiser- bis zum Platztor, wird geschleift.
1841bis 1910 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Alexander Baumgartner, Jesuit und Literaturwissenschafter.
1841 Christian Hieronimus Girtanner wird Bürgerratspräsident.
1841 Die Landstrasse nach Speicher wird über Tivoli und Notkersegg gebaut.
1841 Die Stadt verfügt über insgesamt 49 Gaslaternen. Zehn davon werden duch die Polizei und die übrigen durch Anwohnern besorgt.
1841 In der Stadt wird ein Handwerkergesellenverein ins Leben gerufen.
1841 Hauptgläubiger der Maschinenfabrik Weniger, Gottlieb Freiherr von Süsskind, übernimmt die in Schwierigkeiten geratene Fabrik.
1841 Die Knabenschule kann seine Tätigkeit im Grabenschulhaus aufnehmen.
1841 Dem Anbau des Zeughausflügels an die Pfalz im nördlichen Teil des Klosterhofes muss ein weiterer Teil der Schiedmauer und damit auch das Hof- oder Klostertor weichen.
Ergänzung
1841 In der Gemeinde Straubenzell, wird an der Zürcherstrasse 126 ein Bürgerasyl erbaut.
1842 4. August, 12:00 Uhr
Das Restaurant Freudenberg fällt einem Brand zum Opfer.
1842bis 1901 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Jakob Müller, Gemeinderat, Gemeindeammann, Bezirksgerichtspräsident, St. Galler Kantonsrat, Kantonsratspräsident und Nationalrat.
1842 In St. Gallen erscheint die erste Ausgabe der „Schweizer Zeitung”, vom Alstätter, Gallus Jakob Baumgartner herausgegeben. Nach vier Jahren wird der Titel geändert in „Die Neue Schweiz”.
1842 In einem Artikel des St. Galler Tagblattes wird bauwilligen das Recht für einen Erkerbau abgesprochen. Die Strasse gehöre schliesslich der Polizei und Eigentum dürfe nicht von Dritten in der Luft überbaut werden.
1843 29. November
Auf der Leimat wird die letzte Hinrichtung im Kanton St. Gallen vollzogen. Der Mörder Peter Waser wird durch den bekannten
Scharfrichter Johannes Bettenmann aus Altstätten hingerichtet.
Ergänzung
1843 Joh. Mich. Scheitlin wird Bürgerratspräsident.
1843 Das Haus Schwertgasse 22 wird gebaut, dort stand zuvor der zur Stadtbefestigung gehörende Miachelsturm.
1843 Die Zinstragende Ersparungs-Cassa der Stadt-Gemeinde St. Gallen nennt sich neu Ersparniskasse.
1843 Industrie- und Gewerbeausstellung, 11. Kantone beteiligen sich.
1843 Die „Leinwand- und Anlehenscassa” wird aufgehoben.
1843 Johann Zuber verkauft der Stadt für 25 Gulden den von ihm erstellten trigonometrischen Stadtplan.
1843 bis 1846 Beim Kloster wird an der Stelle des früheren Bruderhauses die Kinder- und Schutzengelkapelle erstellt.
1843 bis 1847 Die Ärzte Johannes Seitz und Friedrich Vonwiler rufen an der Ecke Ilgen-, Bogenstrasse die Nervenheilanstalt Paradies ins Leben.
Ergänzung
1843 bis 1844 Auf der Nordseite des Klosterplatzes entsteht nach den Plänen von Felix Wilhelm Kubly der Zeughausflügel und die katholische Schule, sowie die Kinderkapelle.
1844 bis 1845 Bau der Landstrasse nach Heiden und Rehetobel.
1844 Die Wachthütte auf der Hochwacht auf Bernegg wird zum Abbruch verkauft.
1844 Auf dem Freudenberg wird an Stelle des abgebrannten Gasthauses ein neues erstellt.
1844 Franz Elysäus Rittmeyer richtet an der Webergasse mit 12 Maschinen die erste Stickfabrik ein.
1845bis 1923 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Gottfried Julius Kunkler, Architekt.
Ergänzung
1845 2. Oktober
Das auf der Linsebühlbleiche gebaute Bürgerspital wird eingeweiht, es dient nun an Stelle des Heiliggeistspitals an der Marktgasse.
1845 Belegt ist die Hauptwache der Polizei im alten Spitalgebäude des Heiliggeistspitals.
1845 Naturheilarzt Dr. Theodor Hahn gründet die Kuranstalt „Untere Waid”.
Ergänzung
1845 Der die Stunde ausrufende Nachtwächter hat ausgedient, er wird durch eine Polizei-Patroullie ersetzt.
1845 Eine überbaute Verbindung, die vom Martplatz aus gesehen die ersten Häuser in der Spitalgasse, links die Ilge und rechts das Heiliggeist-Spital verbunden hat, wird abgebrochen.
Ergänzung
1845 In den Spinnereien Buchental und St. Georgen kommen die ersten Dampfmaschinen zum Einsatz.
1845 Der Springbrunnenplatz, heute Grabenpärkli, wird angelegt.
1845 Im äusseren Klosterhof wird zwischen der Kinderkapelle und dem Schulhaus ein kleiner Brunnen erstellt.
1845 bis 1865 Ab St. Gallen fährt täglich ein Eilpostwagen via Ruppenpass nach Feldkirch.
1846 25. Februar
Gründung des vom Kaufmännischen Direktorium und der gemeinnützigen Gesellschaft geförderten „St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn-Vereins”, mit dem Ziel die Stadt von Westen und von Osten mit einer Eisenbahn zu erschliessen.
Ergänzung
1846 15. Mai
Der Steinmetz Wild kann dem Gemeinderat die Erstellung des neuen Brunnens auf dem
Lindenplatz bekannt geben.
1846bis 1938 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Victor Fehr, Politiker, Präsident der schweizerichen Landwirte und Gutsbesitzer, Kantonsrat TG, Oberst und Brigadekommandant der Kavalleie.
Ergänzung
1846 7. Juli
Die Polizeiwache bezieht Räumlichkeiten im Rathaus am Markt.
1846bis 1900 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Roderich Kunkler, St. Galler Bezirksammann, Grossrat und Nationalrat.
1846 22./23. August
Die Steinach zu einem ausserordentlichen Wildwasser angeschwollen, reisst die
Blöcher der Mühleggsägerei durch die Mühlenenschlucht wo sie die Stützmauern von den Gärten zwischen Müller- und Karlstor sowie die Brücke zur Haberdarre wegreissen.
1846 10. Oktober
Bischof Johann Peter Mirer. Er bekleidet sein Amt als Bichof bis 1862.
1846 Der Biersieder Hock erstellt im Krontal das Gasthaus Krone.
1846 Gesamtrenovation der Klosteranlage Maria vom Guten Rat (Notkersegg).
1846 Erwähnt wird zu St. Laurenzen eine Turmwache die Feuer und sonstige Vorkommnisse melden muss.
1847 30. August
Johann-Peter Mirer wird zum ersten Bischof von St. Gallen geweiht und waltet seines Amtes bis 1862, er nimmt Sitz im westlichen Teil des Hofflügels. Die beiden Halbkantone von Appenzell unterstehen der apostolischen Administration des Bistums St. Gallen.
Ergänzung
1847 Carl Johannes Greith der in München studierte, übernimmt die Leitung der Gesangsgesellschaft und unterrichtet Musiktheorie und Praxis an der Oberstufe.
1847 Im ehemaligen St. Wiboradakloster in St. Georgen wird ein Seminar- und Bildungshaus des Bistums eingerichtet.
1847 Die Bank in St. Gallen zieht in ihren Neubau beim Portnerhof an der Bankgasse ein.
1847 Die Bürgergarde und das Kadettenkorps der Stadt empfangen in Bruggen die vom Sonderbundskrieg heimkehrenden Appenzeller und begleiten diese in einem Triumphzug bis zur Kantonsgrenze vor Vögelinsegg.
Ergänzung
1847 Über die Steinach an der Säge, bei der Abzweigung Rorschacher-, Lämmlisbrunnenstrasse wird eine Brücke erstellt.
1847 Die „Bank in St. Gallen” kann ihr Domizil an der Schmidgasse einweihen, später Sitz der Nationalbank.
1847/48 Bau der St. Georgenstrasse.
1848bis 1922 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dr. jur. Emil Heinrich Niklaus Weydmann, Jurist und Politiker und Kantonsrichter Innerrhoden.
1848bis 1914 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Carl Theodor Curti, Politiker und Publizist, gilt als eigentlicher Gründer der heutigen Universität St. Gallen.
1848 Auf „Drei Linden” wird ein Wassersammler mit Namen Altmannweiher angelegt, heute nennt er sich Altmannenweiher.
Ergänzung
1848 Die Stadt übernimmt alle öffentlichen Quellen, Bäche, Brunnen, Weiher, Leitungen und Kanäle von den Ortsbürgern.
Ergänzung
1842 Die Eröffnung der Strasse von St. Gallen via Trogen nach Altstätten wird wahr.
Ergänzung
1849bis 1921 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Hans Eduard von Berlepsch-Valendas, Archidekt und Kunstmaler.
1850bis 1928 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Arnold Billwiler, Brauereiunternehmer.
Ergänzung
1850 Der Musselin wird mit Stickerei veredelt, was schliesslich zum Stickereiboom führt.
1850 Der Brunnen am Übergang von der Bank in die Schmiedgasse, vor der Apotheke im Neubad, wird entfernt.
1850 Die städtische Textilindustrie stellt für Kaiserin Eugénie ein in Alençon-Spitze gefertigtes Ballkleid her.
Ergänzung
1850 Folgende Postkutschenverbindungen sind aufgezeichnet.
Weinfelden-St. Gallen (über Gossau), Lokalkurs
 St. Gallen-Zürich (über Aadorf) als Tag-Eilwagenkurs
  St. Gallen-Konstanz (über Romanshorn)
   St. Gallen-Feldkirch (über Trogen-Altstätten)
    St. Gallen-Rorschach, Lokalkurs
     St. Gallen-Appenzell (via Teufen-Gais)
      St. Gallen-Heiden (alle jeweils auch umgekehrt).
1850 bis 1854 Die St. Laurenzenkirche, ein niederer gedrungener Bau, wird während vier Jahren zu einer Basilika im neugotischen Stil umgestaltet und der neue Turm mit neuem Geläut versehen, gegossen in Konstanz.
1850 bis 1864 Die Handelsniederlassung der 1798 offiziell verbotenen Milizgesellschaft der Stadt St. Gallen, beliefert in Shanghai die Truppen des blutigen Taiping-Aufstandes sowie aufständische in Mittel- und Lateinamerika.
1850 Die Brauerei Scheitlin (später Uhler) eröffnet Ihren Betrieb.
1850 Gründung der freien Schule von Evangelisch-Tablat.
1850 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 17'858 Einwohner.
1850 Die Brauerei Schönenwegen übernimmt an der Ecke Zürcher- Rechenstrasse seinen Betrieb.
1850 Im Restaurant Brand wird die (St. Gallische Sektion des östlichen Feldschützenvereins) gegründet.
1851 4./5. August
Eidgenössisches Turnfest.
1852 14. April bis 2. Mai
Schweizerische Kunstausstellung im Schützengartensaal.
1852 15. Juli, 13:00 Uhr
Erster öffentlicher Telegrafendienst zwischen St. Gallen und Zürich.
1852bis 1938 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Adolf Schlatter, evang. Theologe und Professor für Neues Testament und Systematik in Bern, Greifswald, Berlin und Tübingen.
1852 Eröffnung des Brauereibetriebes der Brauerei Felsenkeller, später Bavaria, an der Speicherstrasse.
1852 Carl Rosenlächer aus Konstanz giesst für St. Laurenzen eine 5.9 Tonnen schwere Glocke mit Schlagton g°.
1852 Evangelisch Tablat gründet eine Schulgemeinde.
1852 bis 54 Mit der Zusage aus Menzingen, eine Novizin und eine Schwester würden nach St. Gallen kommen, gründet Pfarrektor Popp in der Rehburg an der Rorschacher Strasse in St. Fiden eine Schule und ein Pensionat für Katholische Mädchen. Allerdings zog die Schule schon zwei Jahre später, nun als Meitlirealschule, in das Haus zur Akazie am Bruggraben um.
1852 Die Zahl der Polizeidiener wird auf 10 Mann aufgestockt.
1853 In einem Neujahrsblatt steht, in der Gesellenstube der Handwerkersleute habe am 26. Dezember ein Tannenbäumchen gestanden das mit Kerzen und kleinen Geschenklein geschmückt gewesen sei, letztere zum abschütteln.
Ergänzung
1853 Die Giesserei von Michael Weniger in St. Georgen wird von Franz Saurer übernommen, von dessen Söhnen Emil und Adolf weitergeführt.
Ergänzung
1853 Spatenstich auf sanktgallischem Terrain für den Bahnbau der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später SBB, der auch die dafür nötigen Exproprirationen einleitet.
1853 Ein Hamburger Geschäftsmann verkauft einem New Yorker Unternehmen eine grosse Menge von Maschinenstickereien die er „Hamburghs” nennt, die aber in Tat und Wahrheit aus St. Gallen stammen. Die New Yorker kommen ihm auf die Schliche und importieren nun selber direkt aus St. Gallen.
1853 Infolge der Säkularisierung werden die Bestände der Klosterbliothek Pfäffers ins Stiftsarchiv von St. Gallen überführt.
1854 7. Dezember
Gründung der „Creditanstalt in St. Gallen”, ab 1919 „St. Gallische Creditanstalt”.
1854 Die St. Galler Palmsonntagskonzerte finden mit dem Oratorium von Louis Sphor und Felix Mendelssohn ihren Ursprung, die Konzerte werden ab 1859 jährlich durchgeführt.
1854 Das Waisenhaus am Fuss des Rosenbergs kann für Fr. 42'720.- seine Anstaltsbesitzungen ausdehnen. Das neu hinzugekommene Land bis auf die Höhes des Rosenberges ist ein mit Obstbäumen besetztes Berggut.
1854 Der alte Brunnen beim Portnerhof, Ecke Rosengasse, wird abgebrochen.
1854 Der St. Galler Daniel Steinmann gründet in Antwerpen die Auswandereragentur Steinmann und Cie. die in Spitzenzeiten mit über 20 gemieteten Schiffen, Nord- und Südamerika ansteuerte.
1854 An der Blattenstrasse ungefähr hinter dem Haus Nr. 170 ist eine Teuchelrose belegt.
1854 Gründung der Katholischen Mädchenrealschule, geleitet von Lehrschwestern aus Menzingen, (Flade), heute Katholische Kantons Realschule. Sie nimmt ihren Schulbetrieb im Haus zur Akazie am Bruggraben auf.
1854 Der Laurenzenbrunnen vor der Kirche St. Laurenzen wird entfernt.
1854/55 Im Berggasthaus Äscher beim Wildkirchli schreibt Joseph Victor von Scheffel den bekannten Historienroman „Ekkehard”, zur Lebensgeschichte des St. Galler Mönchs Ekkehard II.
Ergänzung
1855 Mai
Der Gastwirt A. Höchle-Sequin stellt im Tagblatt das Restaurant Tivoli als Molkenkuranstalt mit Sälen, Zimmern und Gartenanlage vor.
1855 12. Juli
Das Gebäude der heutigen Kantonsschule „Am Burggraben” wird feierlich eingeweiht.
Ergänzung
1855 25. Juli, 13:00 Uhr
Ein heftiges Erdbeben erschüttert die Stadt und Umgebung, man befürchtet schlimmes für das sich im Bau befindende Sitterviadukt der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB. Zum Glück muss aber kein Schaden festgestellt werden.
1855bis 1913 Architekt Wendelin Heene, er erstellte unter vielen anderen auch das an der Rosenbergstrasse gelegene Haus Washington.
Ergänzung
1855 Da die Reitschule dem (alten) Bahnhof weichen muss, wird am unteren Brühl eine neue Reithalle erstellt, 1877 wird unmittelbar daneben das heutige Kunstmuseum erbaut.
Ergänzung
1855 Vor der „Bank von St. Gallen”, auf dem heutigen Grüningerplatz wird ein Brunnen erstellt.
1855 Nachdem die Mittelschule aus dem ehemaligen Klösterchen St. Katharinen in das neue Kantonsschulgebäude umgezogen ist, scheint das Schicksal für St. Katharinen besiegelt. Sorge bereitet nämlich der Maurer Ambrosius Schlatter, der das Klösterchen als Steinbruch erwirbt. Zum Glück überlegt er es sich anders und stellt es der „Freien Evangelischen Kirche” zur Verfügung.
1855 Zusammenlegung des kath. Gymnasiums und des Lehrerseminars mit dem evang. Gymnasium und der Industrieschule der Stadt.
1855 Gründung des „Verein gegen Haus- und Gassenbettel” der sich karikative Ziele setzt.
1856 24. März
Einweihung der 61 Meter hohen, eingleisigen Eisengitter-Bahnbrücke der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB, über die Sitter. Zwei Lokomotiven mit 18 vollbesetzten Personenwagen rollen über die Brücke.
1856 24. März, (Ostermontag)
Eröffnung der Eisenbahnstrecke Winterthur - St. Gallen - der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB. Krönung der Feierlichkeiten war die Einfahrt des ersten Eisenbahnzuges, dessen Lok den Namen St. Gallen trug, durch eine Ehrenpforte in den sich noch im Rohbau befindenden „alten” Bahnhof St. Gallen, der seine Funktion als solche bis 1913 inne hatte.
1856 7. April
Die Waisenanstalt Riederenholz wird eröffnet.
1856 14. September
Das Volk bestimmt die Einführung der Gasbeleuchtung in den Gassen.
1856 25. Oktober
Eröffnung der Eisenbahnstrecke St. Gallen - Rorschach der Schweizerischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB. Die Bahnlinie führte damals noch im Bahngraben auf der Südseite der Grabenturnhalle hindurch, danach auf einem Damm dem Magniberg entlang um dann über die Blumenaubrücke via Schellenacker den Bahnhof St. Fiden zu erreichen.
1856 3. November
16 Monate nach Fetigstellung des Kantonsschulgebäudes beginnt am „Am Burggraben” auch „kleiner oder oberer Brühl” die Vertrags-Kantonsschule, heute „Kantonsschule” mit ihrem Unterricht.
1856 Auf dem Platz St. Gallen erscheint überraschend eine neue Zeitung, das „Neue Tagblatt aus der östlichen Schweiz”.
1856 Eidgenössisches Sängerfest.
1856 Frau Carolina Zollikofer-Bayer eröffnet am heutigen Bärenplatz einen Spielwarenladen (Zollibolli).
1856 Gründung der Kleinen Leihkasse, im Volksmund Schelmenbänkli genannt, 1875 geschlossen.
1856 Die „Deutsch-Schweizerische Creditbank” wird gegründet, und geht 1889 über in die „Schweizerische Kreditanstalt”.
1856 Gründungsdatum der Vertrags-Kantonsschule die direkt zur heutigen Kantonsschule führt.
Ergänzung
1856/57 An der Steinachstrasse wird das erste mit Holz und Torf betriebene Gaswerk erstellt. Es diente zunächst der öffentlichen Strassenbeleuchtung.
1857 Bau der Kavalleriekaserne an der Steinachstrasse.
Ergänzung
1857 1. Mai
Die Vereinigten Schweizerbahnen übernehmen die bis dahin von der „St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn” unterhaltene und 1855/56 gebauten Strecke; „Winterthur, Wil, Flawil, St. Gallen Winkeln, St. Gallen HB nach Rorschach”.
Kommentar
1857bis 1927 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Arthur Hoffmann, 4. April 1911 zum Bundesrat gewählt, 19. Juni 1917 zurückgetreten.
1857bis 1945 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johann Künzle, kath. Pfarrer und Publizist.
Ergänzung
1857 September
Die um 1853 gegründete Stickmaschinenfabrik Johannes Burkhardt in St. Fiden hat die ersten beiden Stickmaschinen an einen Kunden im sächsischen Plauen verkauft.
Ergänzung
1857 1. November
Die Gasbeleuchtung wird in Betrieb genommen, in den Gassen leuchten jetzt insgesamt 212 Gaslaternen.
1857 5. November
Auf dem ehemaligen Areal des Klostergartens von St. Katharinen und des Zeughauses, früher
Refektorium, wird das Stadt- und Aktientheater mit der Oper „Don Giovanni” eröffnet.
1857 Anwohner beschweren sich ob des üblen Geruchs beim Gemeinderat und verlangen, die Gerberei von Johann Jakob Billwiller von der Neugasse (früher Gerbergasse) zu verlegen oder zu verlangen dass diese zumindest wieder in früher geübter Weise betrieben wird.
1857 Die FDP des Kantons St. Gallen wird im Saal der Brauerei Schützengarten ins Leben gerufen.
1857 Der erst 19 jährige Leopold Iklé aus Hamburg bekommt in der Stadt das Aufenthaltsrecht und gründet erfolgreich eine Maschinenstickerei.
1858bis 1932 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Adolf Fäh, Kath. Priester, Stiftsbibiothekar, Kunsthistoriker, Kirchenbauexperte, Schrifststeller.
Ergänzung
1858bis 1922 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Salomon Schlatter, Vorreiter der Heimatschutzbewegung und Archidekt.
Ergänzung
1858bis 1927 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
August Hardegger, Architekt und Kunstschriftsteller.
Ergänzung
1858 Unter dem Namen Helvetia wird die erste schweizerische Transportversicherung gegründet.
Ergänzung
1858 Die politische Gemeinde übernimmt von den Ortsbürgern das Fremdenspital an der Wassergasse.
1858 bis 1860 An der Steinach wird auf dem Areal des heutigen Trolleybusdepots ein neuer, schon zu Beginn viel zu kleiner Schlachthof gebaut.
1859 9. Mai
Babette Steinmann gründet, durch das Schicksal ihres tauben Bruders angeregt, im Buchental eine
Taubstummenanstalt.
1859 1. Juli
Die bis anhin ein Departement bildende protestantische Stadtkirche St. Gallen wird zur unabhängigen evangelischen Kirchgemeinde.
1859bis 1925 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Robert Curjel, Archidekt.
Ergänzung
1859 Das Turner-Rettungscorps wird gegründet, mit dem Zweck Menschenleben zu retten, Hab und Gut zu bergen und Feuer wirksam zu bekämpfen.
1859 Der Schokolatie Ludovico Acquelino Maestrani aus Aquila im Bleniotal Tessin, der zuerst in Luzern Schokolade produzierte, eröffnet in St. Gallen an der Multergasse im Haus zur Meise eine kleine Schokolateria.
1859 Der erste Stenographenverein der Schweiz wird gegründet.
1859 Mit einer recht weitgehenden Entflechtung von Kirche und Staat wird das Staatskirchentum weitgehend aufgehoben.
1859/60 Auf der Webersbleiche wird die Poststrasse erstellt.
1860 August
August Naef wird Bürgerratspräsident.
1860 Gemeindeammann: Gustav Adolf Saxer, bis 1861.
1860 Bei der St. Mangenkirche wird der alte Brunnen durch einen neuen gusseisernen Brunnen mit gotischem Spitztürmchen ersetzt.
1860 Um das Jugendfest zu sichern kauft die Stadt die grosse Wiesenfläche am Höggersberg.
1860 Erstmals ist auf einem Plan der früher Spinnerei- oder Beckenhaldenweiher genannte Brandweiher ersichtlich.
Ergänzung
1860 An der Kugelgasse 19 wird die „Freiwillige Fortbildungsschule für Lehrlinge” geschaffen, sie gilt als anerkannter Ursprung der heutigen Gewerbeschule GBS.
1860 Der Schlossermeister Benjamin Kessler baut den Liebeggweiher, auch Riethüsli-, oder Wattweiher genannt.
1860 Der untere Brühl wird ab sofort nicht mehr als militärisches Übungsgelände benützt.
1860 Der Trägerverein der Taubstummenanstalt kauft das Restaurant Kurzenburg auf dem westlichen Rosenberg, dem heutigen Standort.
1860 Auf dem Bahnhofplatz in Richtung Helvetiaplatz wird das Kornhaus gebaut, darum der Name Kornhausstrasse, es ersetzt das Kornhaus vom Rindermarkt.
1860 50.7% der Stadtbevölkerung sind katholisch und 48,7% evangelisch-reformiert, 0,6% gehören anderen Glaubensgemeinschaften an. Die Katholiken haben in der einstigen Reformationsstadt St. Gallen die Mehrheit übernommen.
1860/61 Das Post- und Brauereigebäude, das später zum Hotel Walhalla-Terminus umgebaut wurde, wird erbaut.
1861 3. Juni
Die Session des grossen Rates im Regierungsgebäude wird von Angst und Spannung begleitet, Gewalt liegt in der Luft. Nur eine Verfassungsänderung kann einen Volksaufstand verhindern.
Ergänzung
1861 6. Juni
Der Eigentümer des Restaurants Frohe Aussicht, Johannes Heer, zündet geistig verwirrt und betrunken sein Gasthaus an, es brennt bis auf die Grundmauern nieder.
Ergänzung
1861bis 1922 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Johann Babtist Jung, Theologe, Mitbegründer der christlichsozialen Bewegung der Schweiz. Ruft die ersten christlichsozialen Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegungen ins Leben.
1861 Gründung des Historischen Vereins.
1861 Trennung der Orts- und Kirchgemeinde.
1861 Im Tuchhaus in der Neugasse wird die erste Versammlung der Evangelisch-methodistischen Kirche abgehalten.
1861 Gründung der Freimaurerloge „Concordia”.
1861 Die Helvetia Allgemeine gründet die Helvetia Schweizerische Feuerversicherungsgesellschaft in St. Gallen.
Ergänzung
1862bis 1940 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Robert Emden, Physiker, Astrophysiker und Meteorolog, Professor für Physik und Meteorologie an der Technischen Universität München.
1862bis 1940 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dr.jur. Eduard Scherrer, Staatsanwalt, Regierungsrat, Stadtammann von St. Gallen, machte sich vor allem betreffs Stadtverschmelzung vom 1. Juli 1918 mit Straubenzell und Tablat einen Namen.
1862 Da der in die Jahre gekommene morsche Holzbrunnen unten an der Goliathgasse genau in der Mitte bei der Einmündung der Magnihalden dem Verkehr sowieso im Wege stand, wird er abgebrochen. Ein neuer Brunnen aus Stein wird neben dem Eckhaus Goliathgasse/Magnihalden installiert.
1862 Gründung der Israelitischen Gemeinde St. Gallen. Registriert sind zur Zeit 78 jüdische Einwohnerinnen und Einwohner.
1862 Der St. Martinschor Bruggen, ein Chor im Dienste der Liturgie, wird gegründet.
1862 Gemeindeammann: Johann Jakob Züblin, bis 1867.
1862 Im Café Hecht findet die Gründung des St. Galler Schach-Vereins statt.
1863 11. September
Bischof Karl Johann Greith,
Präkonisierung durch Papst Pius IX. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1882.
1863 30. November
Gründung des Bienenzüchtervereins St. Gallen und Umgebung.
1863bis 1930 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dr. phil. Otto Feuerlein, Physiker, Elektrotechniker und Pionier der Glühlampen-Herstellung, ab 1902 Leiter des Glühlampenwerks von Siemens in Berlin.
1863 Der erste von Amteswegen verfügte Stadtplan wird durch den im Januar zum Stadtbaumeister gewählten Ingenieur Johann Jakob Fierz und Ingenieur J. Eugster fertig gestellt.
1863 21. Juni
Gründung der Stadtmusik.
1863 Die Katholische Mädchenrealschule (Flade) zügelt ins „Türmli”, einem Anexbau, in welchem einst die Brüder des Klosters wohnten.
1863 Der grösste Teil der neu Nedergelassenen Juden schliessen sich in einem Israelitichen Kultusverein zusammen.
1863 Die Bank in St. Gallen und Kaufmännischem Direktorium gründen die „St. Gallische Hypothekarkasse”, ab 1913 ist sie eine AG.
1863 „Der St. Gallische Wahrheitsfreund”, eine Wochenzeitung, verschwindet aus der Presselandschaft.
1864 1. Oktober bis 5. Dezember
77 der Stadt zugeteilte Polnische Flüchtlinge werden von ihr mit Kleidern und Wäsche versorgt.
Ergänzung
1864 Das Kornhaus auf dem Rindermarkt (Marktplatz) wird abgebrochen.
1864 Gründung der „Freie Evangelische Gemeinde Stadtmission St. Gallen”.
1864 Erste Bauordnung der politischen Gemeinde St. Gallen.
Ergänzung
1864 27. bis 21. August
Eidgenössisches Turnfest.
1864 Auf dem oberen oder kleinen Brühl wird ein Weiher, 25 m lang und 12 m breit, gebaut.
1864 bis 1911 Die Steinach wird in verschiedenen Etappen unter die Erde verlegt (Steinachüberwölbung).
1865 23. März
Das Neubad wird offiziell in Bankgasse umbenannt. Die Zeughausgasse bekommt ihren heutigen Namen, vorher hiess sie „Hinter Mauren”. Der Lindenplatz (Loch) wird vom Gemeinderat offiziell zum Gallusplatz umbenannt.
1865 April
Das Irertor auch Stadt-, Markt- oder Färbertor genannt, wird abgerissen.
Ergänzung
1865 17. Juli
Eröffnung der von der Ortsbürgergemeinde erbauten Mädchenbadanstaltan an der Nordostecke des heutigen Bubenweihers.
Ergänzung
1865 1. November
An der Langgasse wird eine Poststelle eröffnet.
1865 Das Land Appenzell und Hundwil beklagen den schlechten Zustand der Hundwilerleiter.
1865 Die Polizeihauptwache und die Post wird im Gredhaus untergebracht, es trägt nun den Namen Kaufhaus, heute Waaghaus.
1865 Das Zoll- und Niederlagsgebäude, dessen Baubeginn 1863 war, ist nun fertig gestellt
Ergänzung
1865 Westlich der Einmündung der Bachweid-, in die St. Georgen-Strasse wird durch die Maschinenfabrik St. Georgen der Bachweidweiher erstellt, aufgehoben in der 1960er Jahren.
1865 Friedrich Wenner, Sohn eines St. Galler Industriellen, wird zusammen mit drei Angestellten für eine Lösegeldforderung von 200'000 Lire entführt. Täter sind Briganten aus Italien die die Entführten für längere Zeit in den Bergen versteckten.
1865 Der Rathausturm am Rindermarkt wird abgebrochen.
1865 Abbruch der Metzg (Schlachthaus) auf dem Rindermarkt (Marktplatz).
Ergänzung
1866 Der Bohl wird in Theaterplatz umbenannt.
1866 14. Januar
Die kaum merkliche Erleichterung der Niederlassungsbewilligung für Juden, 1818 beschlossen, wird etwas aufgeweicht und 27 Israeliten ihr Niederlassungsantrag gutgeheissen.
1866 Die Maschinenfabrik St. Georgen zählt um die 300 Arbeiter.
1866 Das ungefähr am heutigen Standort des Vadiandenkmals sich befindende Rathaus, wird von den Ortsbürgern in den Besitz der Politischen Gemeinde übergeben.
1866 Der Gesellenverein, ein Sozialwerk, wird gegründet.
1866 Der Fabrikant Elysäus Rittmeyer kauft für seine Fertigung eine einst mit Wasserkraft betriebene Flachsspinnerei im Sittertal.
1866 Die Orstbürgergemeinde übergibt der Stadt die neu gebaute Mädchenbadanstalt an der Nordostecke des Bubenweihers zum Eigentum.
1866 In einem Mietlokal im Hinterhof des Hauses zum Stein am Bohl wird die erste Synagoge der Stadt St. Gallen errichtet.
1866 Mit der ersten Kingergärtnerin, Frau Hedwig Zollikofer, wird als Schweizernovum an der Zwinglistrasse 5 in St. Gallen zugleich auch der erste Kindergarten eröffnet.
1866/67 Im Kloster werden die ursprünglichen Deckengemälde des Malers Josef Wannemacher gemäss dem Zeitgeschmack von Orazio Moretto übermalt.
1867bis 1931 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Gustav Laager, Unternehmer.
Ergänzung
1867 Gründung der Sekundarlehramtsschule „SLS”, heute Pädagogische Hochschule.
1867 Gemeindeammann: Dr. jur. Albert Bärlocher, bis 1873.
1867 Das Platztor wird abgerissen.
1867 Gründung der spezialisierten Zeichnungsschule für Stickereien, später Textilfachschule.
1867 Gegenüber dem Bürgerspital wird der Bau des Gemeindespitals mit 100 Betten verwirklicht.
1867 Das grosse, hohe oder halbe Haus an der Gallusstrasse, vormals Postgebäude, wird als Stadthaus zum Verwaltungssitz der Ortsbürgergemeinde und Sitz der Ersparnisanstalt, heute Vadianbank.
1867 bis 1869 Das Gemeindeschulhaus Blumenau wird erstellt, für den Bau wird auch Material des abgebrochenen Platztores verwendet.
1867 Die Feldschützen bauen die neue Schiessanlage auf dem Gut der Zollerschen Liegenschaft nächst dem westlichen Dorfteil von St. Georgen im Tal der Demut.
1867 Das Restaurant Zeughaus an der Schiedmauer in der Zeughausgasse (früher Hintermauer) wird das erste mal als Restaurant erwähnt, zuvor diente das Häuschen als Pferdestall.
1868 13. Februar
An der Gallusstrasse kann, westlich ans blaue Haus angebaut, die Volksküche ihrer Bestimmung übergeben werden.
Ergänzung
1868 27. Februar
Entgegen der Meinung der evangelischen Kirchenvorsteherschaft, die eine Ausuferung befürchtete, genehmigt der Gemeinderat einen Fasnachts-Kinderball.
1868bis 1960 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Robert Rittmeyer, Architekt.
Ergänzung
1868 Juni
Für das Kantonalschützenfest wird auf der Weiherweid im Tal der Demut ein Schiessplatz eingeweiht.
1868 Laut Ortslexikon ist Riethäusle eine kleine Häusergruppe mit den Wirtshäusern „Zum Nest” und „Kleines Riethüsli” und gehört zur politischen Gemeinde Tablat.
1868 Sechs junge Männer aus der Gemeinde Tablat treffen sich regelmässig zur Ausübung der Instrumentalmusik. Bald darauf erfolgt die offizielle Vereinsgründung der Musikgesellschaft Harmonie Tablat.
Ergänzung
1868 Der Israelitische Frauenverein wird ins Leben gerufen.
1869 27. Januar
An der Marktgasse werden infolge einer Feuersbrunst mehrere Häuser in Mittleidenschaft gezogen.
1869 3. März
Mit der ersten Beisetzung wird der jüdische Friedhof im Hagenbuch
inauguriert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde in Hohenems beigesetzt.
1869 26. Mai
Gründung der Studentenverbindung Rhetorika.
Ergänzung
1869 4. Juli
Die Bürgerversammlung als letzte Instanz, stimmt nach jahrelangem Kampf von Dr. med. Laurenz Sonderegger aus Altstätten endllich der Erweiterung des Gemeindespitals zu einem Kantonsspital zu.
1869bis 1927 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Otto Pfleghard, Archidekt, bekannt für seine von ihm konzipierten Geschäfts- und Warenhäuser.
1869 Joseph Wyler aus Endingen wird als erstem Juden das St. Galler Bürgerrecht erteilt.
1869 Gründung des Stadtsängervereins Frohsinn, aus dem 2003 der Oratorienchor St. Gallen wird.
1869 Brand des Waisenhauses an der Rosenbergstrasse.
1870 Die Wasserheilanstalt Oberwaid übernimmt ihren Betrieb.
1870 Erstmals führt die Kantonspolizei einen Rekrutenkurs durch.
1870 Die Bevölkerung der Stadt ist aktuell bei 26'398 Personen angelangt.
1870 Die Familie Scherrer vom unteren Brühl, durch Handel und Heirat reich geworden, verkauft der Stadt Ihre Parkanlage, mit dem auf dem Areal stehenden Pavillon, es handelt sich dabei um den heutigen Stadtpark.
Ergänzung
1870 Die Textil-Handelsfirma Ulrich de Gaspard Vonwiller kauft das ehemalige Bürgermeisterhaus zur Münze, sowie das ehemalige Hotel du Lion und ein weiteres Haus zwischen Löchlebad und Schibenertor und baut die Häuser für ihre Zwecke um. Ab 1892 nennt sich die Firma Hoffmann, Huber & Co. und wird später zur Union AG.
1870 Die Badeanstalt St. Leonhard wird erweitert.
1871 5. Februar
Die 90'000 Mann der geschlagenen französischen Bourbaki-Armee werden in der Schweiz verteilt. Die Stadt muss 1'437 Soldaten übernehmen. Als Notunterkünfte dienen die St. Leonhards-, St. Mangen- und Katharinenkirche sowie das Tuch- und Kornhaus und die Kavalleriekaserne am Brühl.
1871bis 1946 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Carl August Liner, Maler, Zeichner, Grafiker und Erfinder.
1871 Auf dem Friedhof beim Pfrundhaus (Pfarrhaus) in St. Fiden werden Soldaten der geschlagenen franzöischen Bourbaki-Armee bestattet.
1871 Im Moos wird eine Natureisbahn erstellt.
1871 Eröffnung der Postkutschenlinie St. Gallen - Rehetobel.
1871 Eröffnung der Postkutschenlinie St. Gallen - Heiden.
1871 Der Hirschen in St. Fiden dient während des Arbeiterstreiks als Versammlungsort.
1872 1. September
Gründung des
Taubstummenvereins St. Gallen.
1872 9. März
Gründung der Bürgermusik, die sich später „Blechmusikgesellschaft St. Georgen” und heute „Musikgesellschaft St. Georgen” nennt.
1872 Bohrversuch für einen artesischen Brunnen auf dem heutigen Vadianplatz, nach 60m ohne Resultat eingestellt.
1872 Übernahme der Handwerkerbank durch die Creditanstalt in St. Gallen.
1872 Das obere Prestenhaus wird abgebrochen, es schafft Platz für den Bau des Doppelpfarrhauses an der Steingrüeblistrasse.
1873 29. Januar
Der Verein
liberale Katholiken wird gegründet.
1873bis 1946 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Karl Nef, Musikwissenschaftler.
1873 10. Oktober
An der Zwinglistrasse 5 wird der „Fröbelsche Kindergarten” eingeweiht. Er entspricht den Vorstellungen des Pestalozzi-Schülers Friedrich Fröbel.
1873 Gemeindeammann: Eduard Steiger, bis 1883.
1873 Gründung des Bürgerturnvereins.
1873 Baubeginn für eine Hochdruckleitung vom Mühleggweiher ins Hydrantennetz der Stadt.
1873 Im Tuchhaus an der Neugasse, auch Bürgermange genannt, wird erstmals eine ständige Feuerwache eingerichtet.
1873 Der erste Katholik wird in die Bürgergemeinde aufgenommen.
1873 Das „Neue Tagblatt aus der östlichen Schweiz” erscheint zum letzten Mal.
1873 Auf Dreilinden wird das Waisenhaus als Zweiganstalt des Waisenhauses an der Rosenbergstrasse eröffnet.
Ergänzung
1873 Ein Vertrag zwischen der Politischen Gemeinde und dem Kanton führt zur Eröffnung des Kantonsspitals.
Ergänzung
1873 Die evangelisch-methodistische Kirche erstellt an der Kapellenstrasse ihre Zionskapelle.
1874 3. Januar
Erscheinen der ersten Ausgabe der „Ostschweiz”.
Ergänzung
1874bis 1946 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Otto Fischbacher, Textilkaufmann und Kunstsammler, seine bedeutende Segantini-Sammlung ist im Segantinimuseum in St. Moritz als Dauerleihgabe untergebracht.
1874bis 1952 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Prof. Dr. med. Ernst Rüdin, Arzt, Psychiater, aktives Mitglied der „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei” (NSDAP),
Eugeniker.
Ergänzung
1874 19. bis 27. Juli
Eidgenössisches Schützenfest bei St. Fiden.
1874bis 1946 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Hans Fehr, Rechtshistoriker.
1874 Die Zwiebelkuppel auf dem Kirchturm St. Fiden wird durch einen Spitzturm ersetzt.
1874 Am eidgenössichen Schützenfest in St. Gallen übermittelt ein Scheibentelegraph mit einer Unzahl von Drähten die Resultate vom Scheibenstand ins Schützenhaus.
1874 Die Postkutschenlinie St. Gallen - Heiden wird wegen der Rorschach-Heiden-Bergbahn wieder eingestellt.
1874 Erstmals wird das kleine Häuschen (Käsehalle) an der Magnihalden 13 als geschlossenes Sommerhaus erwähnt.
Ergänzung
1874 Laut Dienstreglement haben die Polizeimänner der Stadpolizei eine Dienstzeit von über 14 Std. pro Tag zu absolvieren..
1874 Die „St. Galler Zeitung” stellt ihr Erscheinen wieder ein.
1874 Die Brotlaube mit dem Gasthaus zum Bären, in der sich einst die Leinwandbank befand und durch die ein Durchgang in die Hinterlauben führt, wird abgerissen.
1874 Die Hülfsgesellschaft der Stadt St. Gallen errichtet ein paar Schritte vom Tempelacker entfernt eine Kleinkinderbewahranstalt.
1874 Während der Stickereiblüte wird weit weg von der Stadt, im Vorderfeldgut als grossstädtische Anlage im Stil eines englischen Parks der Friedhof Feldli angelegt, erste Bestattung 1876.
1875 Nachdem an der Marktgasse 28, im laufe der Jahre verschiedene Mode- und Fachgeschäfte domiziliert waren, eröffnet Ludwig Ferrai dort das Café Ferrari, seit 1939 Conditorei-Confiserie Scherrer.
Ergänzung
1875 Das Familienunternehmen Maestrani übernimmt für die Herstellung von Schokolade ein Fabrikgebäude an der Espentobelstrasse, dass es mit modernsten Wasserkraft und Wasserdampf-Maschinen einrichtet.
1875 Erste christkatholische Messe in der St. Laurenzenkirche.
1875 Erste schriftliche Erwähnung der Musikgesellschaft Harmonie Tablat.
Ergänzung
1875 Die Schweizerische Gesellschaft für Localbahnen nimmt das Teilstück von Winkeln via Herisau nach Urnäsch in Betrieb.
1875 Die Gemeindeversammlung beschliesst, wohlwissend dass ein Servitut von 1848 einen derartigen Bau ausschliesst, die Erstellung des neuen Rathauses auf dem unteren Brühl.
Ergänzung
1875/76 Die Brühlgasse wird gegen den Bohl hin geöffnet (Tempeldurchbruch).
1876 13. März
Weil Wasser fehlt zerstört ein Brand das Tivoli bis auf die Grundmauern.
1876 19. April
Im Tagblatt der Stadt St. Gallen ist zu lesen; Es gibt wohl wenige Städte in der Schweiz, welche mit so schönen Hügeln und Höhen geziert sind, wie St. Gallen mit seinem Rosenberg und dem freundlichen Plateau gegen Rotmonten hin, sicherlich aber keine, die ihre schönsten Umgebungen in einem so unzugänglichen Zustande lässt, wie St. Gallen den Rosenberg.
1876 September
Mit Hilfe von Spenden und der damals für solche Zwecke zuständigen Polizeikasse kann eine Passarelle über die Ostseite des Bahnhofareals eingeweiht werden. Die Passarelle war quasi die Verlängerung der Schlösslitreppe zum Bahnhofplatz.
1876 Die Christkatholiken gründen eine eigene Kirchgemeinde.
1876 Im Feldli wird ein Friedhof erstellt, dazu kommt eine von Katholiken wie Protestanten genützte Abdankungskapelle.
1876 Zeitungsartikel zum Besuch der doch recht weit von der Stadt entfernten Eisbahn im Moos.
1876 Die Brücke bei der Nordmühle, die über den Wattbach führt wird 95 Fuss neben der alten Brücke erbaut, die 1787 von Jörg Altherr erbaut wurde. Die Brücke verbindet die Hauteten-Stein und St. Gallen-Haggen.
1876 Das Waaghaus wird mit dem charakteristischen Treppengiebel versehen.
1876 An der Museumsstrasse wird das Wohnhaus des Stickereikaufmanns Oberst Paul Kirchhofer (Kirchhoferhaus) gebaut.
1876 bis 1878 Johann Christoph Kunkler und sein Sohn Gottfried Julius errichten das klassizistische Helvetiagebäude am Helvetiaplatz, heute steht dort die Kantonalbank.
1877bis 1962 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dr. med. Frida Imboden-Kaiser.
Ergänzung
1877 Das Naturmuseum (altes Museum) im Neoklassizistischen Stil, erbaut durch Architekt Johann Christoph Kunkler, öffnet seine Tore, jetzt Natur- und Kunstmuseum.
1877 Die 1828 erbaute Holzbrücke (Hüslibrücke) im Martinstobel wird abgebrochen und durch eine Eisenfachwerkbrücke ersetzt.
1877 In der Neugasse wird ein Durchbruch realisiert (Neugasse-Durchbruch), er erlaubt nun eine direkte Verbindung zum Oberen Graben und zur Poststrasse.
1877 Domkapellmeister Johann Gustav Stehle kann den locker geführten Kirchenchor zu einem festgefügten Domchor zusammenfüren.
1877 Der Konzertverein St. Gallen gründet das Sinfonieorchester.
1877 Bei der Spisegg „Filtrox AG” wird eine eiserne Fachwerkbrücke eingeweiht.
1877 Das 300 Jahre alte Rathaus am Markt muss wegen Verlotterung abgebrochen werden.
Ergänzung
1878bis 1946 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ernst Löpfe, Verleger und Politiker.
1878 3. bis 6. August
Eidgenössisches Turnfest.
1878 August
Ruckstuhl gründet die Fuhrhalterei an der Bahnhofstrasse in St. Gallen.
1878 Dort wo am Marktplatz bis 1877 das Rathaus stand wird eine Parkanlage erstellt, in dessen Mitte etwas nördlich vom heutigen Vadiandenkmal trohnt eine Wettersäule in genau 9° 22' 42' öSt.  Länge. und 47° 25' 36' nördlicher Breite, die zugleich auch die Mitte der Stadt repräsentiert.
1878 Der Plan, aus dem Seealpsee Wasser für die Stadt zu beziehen, scheitert am Eigentümer des Seealpsees, es ist dies der Kirchenrat Appenzell.
1878 Die Christkatholiken bekommen in der evangelischen Kirche St. Mangen für ihre Messen das Gastrecht.
1878 Ein Kondom aus Schafsdarm dient in einem Gerichtsfall gegen Josephine Jucker, die in der Stadt verbotenerweise ein Etablissement betreibt, als Beweisstück.
1878 Prof. Dr. Bernhard Wartmann, Museumsdirektor, gründet nordöstlich des heutigen Natur- und Kunstmuseums einen Botanischen Garten.
1878 Gründung der Strassenbeleuchtungs-Gesellschaft Langgass-Heiligkreuz.
1878 Fertigstellung und Inbetriebnahme der Militärkaserne auf der Kreuzbleiche.
1878 Die Schiessanlage Grütli beim Krontal wird erstellt.
Ergänzung
1878 Artikel in der St. Galler-Zeitung: Die politische Gemeinde St. Gallen ist Willens, das Eis von den Mühleck-, Kreuz- und Eichweihern für das Winterjahr 1879/80 zu verpachten.
Ergänzung
1878 Arnold, der Sohn des Braumeisters und Schützengartenbesitzers David Billwiler, übernimmt die Brauerei zum Preis von Fr. 170'000.-, die Anzahlung beträgt Fr. 56.70.
1879 19. April
Beat Stoffel, ein Mann aus der Dynastie der Textilfirma Stoffel AG, der bei einem Studium in England das Fussballspiel entdeckte, gründet mit ein paar Kollegen im Restaurant Hörnli den FC St. Gallen, der in der Folge lange zur Hauptsache aus Angestellten der Stoffel AG besteht.
Ergänzung
1879 14. Juli
Die Ornithologische Gesellschaft der Stadt St. Gallen wird gegründet, sie stellt im Stadtpark auch gleich die erste
Volière auf.
1879bis 1973 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Otto Schlaginhaufen, Anthropologe, Ethnologe.
1879 31. Dezember
Unmittelbar an der Stelle der späteren Vonwilbrücke entgleist ein von Zürich kommender Zug mit zwei Lokomotiven. Der Zugführer und ein Passagier sterben bei diesem Unfall.
Ergänzung
1879 Stefan Rothenhäusler, ein Bierbrauer, eröffnet an der Hinterlauben 4 das Restaurant Papagei.
1879 Der eiserne Fachwerk-Billenbergsteg wird infolge eines Erdrutsches an den heutigen Standort verlegt und mit einer Holzkonstruktion verlängert.
1879 Die Städter können an einer Demonstration an der Vadianstrasse erstmals ein elektrisches Licht bestaunen.
1879 Das letzte Stadttor, dass Spisertor, wird abgerissen.
1879 Verschmelzung der konfessionellen Schulen in der Stadt St. Gallen, davon ausgenommen sind die Realschulen des katholischen Konfessionsteils.
1880bis 1945 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Rudolf Miescher, Politiker und Berufsoffizier (Kommandant der 4. Division).
1880bis 1955 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Wilhelm von Gonzenbach, Professor für Hygiene und Bakteriologie an der ETH in Zürich.
Ergänzung
1880bis 1974 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Heinrich Greinacher, Physiker und Experimentator, Erinder des Magnetrons zur Erzeugung elektromagnetischer Strahlung.
1880 30. Mai
Die Bürgerschaft beschliesst, die
Gädmen-Quelleitung teilweise als Wasserversorung der Stadt zu benützen.
1880bis 1971 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Wilhelm Meier, Bildhauer, er schuf unter vielem anderen auch den Globusbrunnen (Marktfrauen).
1880 14. Oktober
Versuche mit einem Bellschen Mikrotelefon zwischen der Polizeiwache im Waaghaus und dem Rathaus sind zur grossen Zufriedenheit aller beteiligten Personen ausgefallen. Verwunderung löst dabei auch die vorzügliche Übertragung eines Harmonikaspiels aus.
1880 Theodor Herzig startet in einer Fabrik an der Mühlenenstrasse 30 seine Teigwarenproduktion.
1880 Im Zusammenhang mit der Quartierplanung Davidsbleiche wird der St. Leonhardspark erstellt.
1880 Ludovico Acquelino Maestrani, Gründer der Schokoladefabrik in St. Gallen. Seine drei Söhne führen das Unternehmen weiter.
1880 Die Brauerei Hirschen öffnet die Tore und produziert Biere nach Münchner- und Pilsnerart.
1880 Einweihung des Schulhauses Haggen-Bruggen.
1880 An Stelle des 1878 abgebrannten Tivoli, wird ein neues eingeweiht, es wirbt mit Konzerten, Tanzveranstaltungen und einer Rollschuhbahn.
1880 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 34'265 Einwohner.
1880 Louis Bamberger eröffnet im Tigerhof das erste Warenhaus in der Stadt St. Gallen.
1880 Die Stickereiproduktion der Stadt St. Gallen deckt sagenhafte 20% des gesamten Weltbedarfs.
1880 Arnold Billwiler installiert in seiner Brauerei, später Schützengarten, ein technisches Wunderwerk, nämlich eine Kältemaschine.
1880 Die Firma Iklé-Frères an der Feldlistrasse 31/31a richtet die erste Schifflistickerei der Ostschweiz ein.
1881bis 1951 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Konrad Nägeli, Redakteur St. Galler Tagblatt, Kantonsrat, St. Galler Stadtammann.
Ergänzung
1881 26. Februar
Gründung der Standschützen St. Gallen Ost.
1881 21. September
Einweihung der
Synagoge an der Frongartenstrasse im Bleicheliquartier.
1881 31. Dezember
Die freisinnige St. Galler Zeitung beendet ihre Erscheinen.
1881 Gemeindeammann: Jakob Müller, bis 1901.
1881 Gründung der Baptisten-Gemeinde St. Gallen.
1881 bis 1912 Eisbahn auf dem Grossacker, sie war Westlich der Schulanlage Gossacker, und wurde mit Wasser aus dem damals noch vorhandenen Langenackerweiher, etwas nördlich der Einmündung Grossacker-, Flurhofstrasse, gespiesen.
1881 Der jüdische Stickerifabrikant Leopold Iklé erstellt im Rosenfeld die in der Ostschweiz erste Schifflistickerei.
Ergänzung
1881 Einweihung des Bachschulhauses.
1881 Erstmals erscheint der „St. Galler Stadtanzeiger”.
1881 Auf drei Linden werden Weiheranteile (Eisrechte) verpachtet um für Kühlzwecke Eis aus den Weihern zu gewinnen. Kunden sind vor allem die zahlreichen Brauereien.
1881 Der einst barocke Grossratssaal wird vom Kantonsbaumeister Theodor Gohl vollständig umgebaut. Die Profanmalereien sind die ältesten, noch in der Leimfarbentechnik erhaltenen im Kanton St. Gallen.
1882 25. Mai
Bischof Augustin Egger,
Präkonisierung durch Papst Leo XIII. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1906.
1882bis 1950 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Saly Mayer, Textilunternehmer, Präsident des Dachverbandes der jüdischen Gemeinden in der Schweiz. 1930 Einbürgerung in St. Gallen. Mitglied (
FDP) des Stadtparlamentes. Gegen Ende des Krieges hat er mit viel Engagement und Geld die (illegale) jüdische Einwanderung nach Palästina unterstützt.
1882 Bernhard Scherrer wird Bürgerratspräsident
1882 Die Brauerei Felsenkeller wird in Bavaria umgetauft.
1882 12. März
Eröffnung des Polizeiaussenpostens im Birkenfeld an der Oberstrasse 23.
1882 Die Union bezieht ihr neues, mächtiges Geschäftshaus, der Standort am Schibenertor wird im Volksmund heute noch Unionplatz genannt.
1882 Der 65.65m lange Rechensteg wird durch die Eisengiesserei und Faconschmiede Romanshorn erstellt.
1882 Um der Wasserknappheit Herr zu werden, starten private Investoren auf der Davidsbleiche eine Bohrung für einen artesischen Brunnen, geben jedoch nach 78m auf.
1883bis 1942 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Fritz Platten, Sohn des Schreiners Peter Platten von St. Fiden, Gründungsmitglied der KPS (Kommunistische Partei der Schweiz).
Ergänzung
1883 September
Bekanntmachung: Zum Zwecke der neuen
Katastervermessung in der Stadtgemeinde müssen auf öffentlichem und privatem Boden Signale (Stangen, Pfähle, Steine) gesetzt werden. Die Grundbesitzer werden eingeladen, dem Vermessungspersonal den Zutritt zu ihren Grundstücken ..........
1883 6. Dezember
Gründung des Linsebühlquartier-Vereins als Nachfolge der Vorstadtgesellschaft.
1883 bis 1925 Eine Zweispännige Kutsche verbindet nun St. Gallen mit Engelburg.
1883 Der Friedhof St. Georgen wird erstellt.
1883 Gründung des Frauenverbandes St. Gallen.
1883 Den Protestanten steht an der Vonwilstrasse nun ein eigenes, dass Lachenschulhaus zur Verfügung.
1883 Da sich der jüdische Marxist und Kaufmann Bamberger aus Zürich im Stadtanzeiger kritisch über die schweizerische Landesaustellung äussert, kommt es zum sogenannten (Bamberger-Handel).
Ergänzung
1883 Die Zentralstation des ersten Telefonnetzes des Kantons St. Gallen, nimmt im Dachgeschoss des Zeughausflügels des Regierungsgebäudes seine Arbeit mit 66 Anschlüssen auf.
1883 Gründung des Männerchors Frohsinn.
1883 Um den Forderungen der genauen Stadtvermessung gerecht zu werden wird das Vermessungsamt gegründet.
1883 Ein Brauchwasserreservoir am Gallusplatz, die Wetti wird zugeschüttet, sie diente der Flutung der Wasserkanäle in den Gassen, als diese nicht mehr gebraucht wurde benützte man sie auch als Rosswetti.
1883 Erstmals erscheint auf einem Plan eine Teuchelrose auf Dreilinden, sie musste aber schon wesentlich früher entstanden sein.
1883 bis 1894 Zweite amtliche Vermessung der Stadt St. Gallen, die schon bald die Mängel der amtlichen Vermessung von 1863 bemerkbar machen.
1884bis 1951 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Regina Ullmann, Dichterin und Erzählerin.
1884 Gründung des Vereins der katholischen Lehrerinnen, Sektion Gallus.
1884 Die Brauerei Hock eröffnet an der Brauerstrasse 25 seine Pforten.
1884 Um seinen Zweck erfüllen zu können wird der Damm des Rütiweihers erhöht.
1884 Der Bundesrat erteilt der Stadt St. Gallen die Konzession für ein Pferdetram.
Ergänzung
1884 Eröffnung der Städtischen Mobiliar-Leihkasse im Haus Moosbrückestr. 4 (Moosbruggstr).
1884 Auf dem Breitfeld werden die ersten Internationalen Pferdesporttage, Vorläufer des CSIO, durchgeführt.
1884 An der Schützengasse 1 wird der Hauptsitz der Kantonalbank erstellt.
1884 Der Bundesrat erteilt eine Konzession für den Betrieb einer Trambahnstrecke Hauptbahnhof - Neudorf.
Ergänzung
1884/85 Das Kongresshaus Schützengarten wird erstellt.
1885 15. Juli
Fünf Sammler gründen den Philatelisten-Club St. Gallen.
1885 Maestrani installiert im Gebäude der ehemaligen Firma Rieter & Co, das zuvor die Klostermühle beherbergte, eine moderne Schokoladefabrik.
1885 Das Löchlebad wird Clublokal des FCSG
1885 Das einstige Waisenhaus im Feldli dient jetzt als Schulhaus, „Feldli-Schulhaus”.
1885 Die evangelische Schulgemeinde erstellt das Schulhaus Krontal.
1885 Gründung des Quartiervereins Vonwil.
1885 An der Kugelgasse wird ein Arbeiterinnenwohnheim seinem Zweck übergeben.
1885 Der Schützengartensaal kann eingeweiht werden.
1885 Gründung des Turnvereins Tablat.
1885 Gründung der Textilkontrollstelle und der Schweizerischen Versuchsanstalt St. Gallen.
1885 Abbruch des Kornhauses beim Bahnhof, es muss dem neuen Postgebäude (später zum Rathaus umfunktioniert) weichen.
Ergänzung
1885 Die Stadt sichert sich in der Gemeinde Hundwil verschiedene Quellrechte.
1885 Das Evangelische Pfarramt am Kantonsspital wird als Dienst der ev.-ref. Landeskirche an den Kranken gegründet.
1885 Gründung der Arbeiterunion der Stadt St. Gallen.
1886bis 1951 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Heinrich Otto Henri Kunkler, Konstrukteur, Flugpionier.
Ergänzung
1886 Franz Rittmeyer nimmt mit seiner Stickereifabrik auf der Engelwiese in Bruggen den Betrieb auf.
1886 Der Verein „Rettungsanstalt St. Gallen” eröffnet im Feldli eine weitere Rettungsanstalt.
Ergänzung
1886 Das im Stil der italienischen Renaissance für das Industrie- und Gewerbemuseum, heute Textilmuseum, erbaute „Palazzo Rosso” wird eröffnet.
1886/87 Die Stadt erwirbt ein Quellgebiet bei Hundwil und erschliesst die Stadt mit einer Zuleitung.
1886 Erstmalige Ausgabe des Verzeichnisses sämtlicher Hausnummern und Hauseigentümer, mit der um etwa 1850 beschlossenen neuen Strassenbezeichnung.
1886 Eidgenössisches Sängerfest auf der Kinderfestwiese.
1886 Die neue St. Leonhardkirche, südlich des alten Kirchleins von 1566 auf dem ehemaligen Girtanner'schen Landgut erbaut, wird eingeweiht, integriert ist auch der Taufstein des erwähnten Kirchleins.
1886 Im Gaswerk wird zur Stromerzeugung eine durch einen Gasmotor betriebene Anlage installiert.
1886 Gründung des Arbeiterinnenvereins St. Gallen.
1886 An der Südwestecke Schützengasse St. Leonhardsstrasse kann die 1868 gegründete Kantonalbank, ihren Sitz übernehmen.
1886 Konsessionsgesuch, eingereicht von den Herren Dr. Weder (Redaktor) und Ingenieur A. Mooser, für eine Bahn von St. Gallen auf den Säntis.
Ergänzung
1886 Die Appenzeller Strassenbahn-Gesellschaft berät verschiedene die Stadt betreffende Varianten, für die Strassenbahn St. Gallen - Gais. Eine davon mit Zahnradbetrieb und Ruckhaldenrank kommt bald danach zur Ausführung.
Ergänzung
1886 Die Arbeitsanstalt des Bürgerspitals bekommt für seine Arbeitsunwilligen Insassen eine Holzspalterei und eine Waschanstalt.
1886 1. Januar
Die Strafanstalt St. Jakob, für etwa 40 Häftlinge gebaut, kann einen Erweiterungsbau für 230 Gefangene in Betrieb nehmen.
1886 Das Restaurant Toggenburg in der Gasse gleichen Namens wird abgebrochen und durch einen Neubau mit einem Café namens Metropole ersetzt.
1887 1. Oktober
Die Kantonspolizei zieht vom Regierungsgebäude in den Klosterhof 12 um. Das Gebäude diente einst unter Fürstabt Beda als
Marstall, wurde später zum Löleinschen Theater umgebaut und diente danach als Wagenremise für das Militär.
1887 2. Oktober
Die deutschen Sozialdemokraten tagen im Saal der Brauerei Schönenwegen, ihnen ist es verwehrt, in Deutschland einen Kongress abzuhalten.
1887 Die Brauerei Schönenwegen stellt dem Bürgerturnverein einen Saal als Turnhalle zur Verfügung.
1887 Gründung des Stadt St. Galler Wirtevereins.
1887 Die zunehmende Arbeitslosigkeit erzwingt die Schaffung eines städtischen Arbeitsamtes.
1887 Erste Telefonverbindung St. Gallen - Zürich.
1887 Verehrer des Dichters Joseph Victor von Scheffel errichten am Westhang der Bernegg einen Gedenkstein.
Ergänzung
1887 Das noch nordöstlich von der neuen St. Leonhardskirche stehende Kirchlein von 1470 wird abgebrochen.
1887 Auf den Vorsitzenden des Grütlivereins, Eduard Saluz, Wirt im Restaurant Insel an der Goliathgasse, wird ein anarchistisches Attentat ausgeführt, er stirbt an den Folgen.
1887 15 Prozent der städtischen Gebäude besitzen einen direkten Wasseranschluss.
1887 Im Dienstreglement der Kantonspolizei werden erstmals Detektive erwähnt.
1887 bis 1890 Bau einer Wassertransportleitung von den Hundwilerquellen nach St. Gallen.
1887 Auf dem Gelände des Kantonsspitals übernimmt die kantonale Entbindungsstation ihre Bestimmung.
Ergänzung
1887 31. Oktober
Das auf der Davidsbleiche als städtische Oberschule erbaute St. Leonhardschulhaus kann seiner Bestimmung zugeführt werden.
1887 Die Ortsbürgergemeinde St. Gallen erwirbt das Gut Peter und Paul mit Wohnhaus, Wirtschaft samt Inventar, Stall, Wiese, Wald und das alte Kirchli.
1887 An Stelle der vormaligen Kornhalle wird das neue Postgebäude am Bahnhofplatz, das von 1915 bis 1977 als Rathaus diente, vollendet.
1887 Die politische Gemeinde übernimmt die Gasfabrik. Das Gas wird ausschliesslich für die Strassenbeleuchtung gebraucht.
1888 März
Ein Dossier im städtischen Bauarchiv, bestätigt das Projekt einer Dampf-Tramway von Bruggen zur Oberen Waid.
1888bis 1961 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Heinrich Rothmund, Chef Eidgenössiche Fremdenpolizei.
Ergänzung
1888 Die Zunahme der Telefonapparate bedingt, dass für die Telefonistinnen auch ein Nachtdienst eingerichtet werden muss.
1888 Zwischen der Blattenstrasse und der Fellenbergstrasse wird der Blattenweiher aufgehoben.
1888 Gründung des Quartiervereins Rosenberg. Erschliessungsaufgaben für Verkehr, Strassenbeleuchtung, Kanalisation und Begrünung waren Anlass der Vereinsgründung.
1888 Gründung der Stadtmusik St. Gallen.
1888 Die Hilfeinstitution für gestrauchelte oder kurzfristig in Wohnungsnot geratene Menschen, die Herberge zur Heimat, wird auf die Beine gestellt.
1888 Das Mädchenheim Wienerberg wird gegründet, es ist ein Heim für gefährdete oder erstgefallene Mädchen.
1888 Der Archidekt und gleichzeitige Bauherr Wilhelm Dürler erstellt hinter dem Bahnhof das Klubhaus mit Restaurant. In den zwei Gebäudeflügeln sind je 4 Kegelbahnen untergebracht.
1888/89 Auf der Kreuzbleiche wird eine Reithalle mit Stallungen erstellt.
1888/89 An der Teufenerstrasse 11, nördöstlichen Ecke Teufenerstrasse, Kruggasse wird das Stickereigebäude der Firma Reichenbach & Co. erstellt.
1889bis 1961 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Dr. Martin Otmar Winterhalter, entwickelt ein vom Schweden Gideon Sundback gekauftes Patent mit der Nr. 99924 weiter und erfindet den heute noch üblichen Reissverschluss, er nennt ihn (
RiRi).
Ergänzung
1889bis 1970 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Carl Böckli, Schriftsteller, Karikaturist und Redakteur.
Ergänzung
1889 1. Oktober
Die Appenzeller Strassenbahngesellschaft eröffnet die Linie St. Gallen - Gais (
Gaiserbähnli SGA).
1889 Das nach neuesten Erkenntnissen gebaute Schulhaus St. Fiden kann seiner Bestimmung zugeführt werden.
1889 Im Stadthaus wird nebst der engen Wendeltreppe die bis zum Dachboden führt eine neue Haupttreppe erstellt.
1889 Das Ausflugsrestaurant Solitüde übernimmt seinen Betrieb, in dieser Zeit wird auch der beliebte Saal angebaut.
Kommentar
1889 An der Bogenstrasse wird anstelle der Bierbrauerei Scheitlin die Brauerei, Conzert und Trinkhalle Uhler eröffnet.
1889 Am oberen Graben 1, beim Schibenertor, auch Unionplatz genannt, wird das Hotel St. Gallerhof erstellt.
1889 Der Verein der Freundinnen junger Mädchen mietet an der Badstrasse eine Wohnung, Ziel ist die Führung und Erziehung gefährdeter und gefallener Mädchen.
1889 Auf dem Areal der einstigen Stadtvilla „Schenken- oder Freihof” baut die neu gegründete Schweizerische Unionbank als Rechtsnachfolgerin von Jakob Brunner und Deutsch-Schweizerische Creditbank ihren Sitz, 1897 Übergang in den Schweizerischen Bankverein.
Ergänzung
1889 Unter der Führung des Stadtrates bildet sich ein Initiativkomitee für eine Bodensee-Toggenburg-Bahn.
1889bis 1946 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Robert Gsell, St. Galler Flugpionier.
Ergänzung
1889 Dr. Johann Ulrich Schmidt-Reiser, zuvor Lehrer an der Mädchen-Realschule „Talhof”, gründet das Knabeninstitut Schmidt, das spätere Institut auf dem Rosenberg.
1890bis 1969 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Paul Scherrer, Physiker, bekannt für Atomwissenschaften und Experimentalphysik. Mitbegründer des CERN bei Genf und vieles mehr.
Ergänzung
1890 1. Mai
Die Arbeiterunion führt mit etwa 1200 Personen das erste Mal eine Mai-Feier durch. Sie findet im St. Leonhardquartier statt und endet nach einem Fackelzug im Schützengarten.
1890 Die Brauerei Bavaria wird Zweigbetrieb der Vereinigten Schweizer Brauereien, Winterthur.
1890 An der Dufourstrasse 77 wird ein Konzerthaus erstellt.
Ergänzung
1890 Die Vereinigten Schweizerbahnen erwerben die Geltenwilerbleiche, die ca. 10 Jahre später planiert wird um darauf den Güterbahnhof zu erstellen.
1890 Der sich an der Verzweigung Multer-, Neugasse befindende (Neugassbrunnen) ist dem Verkehr im Wege und muss entfernt werden. Als Ersatz wird am Eckhaus, der beiden Gassen (an der Westseite am Haus zur Waage) ein Wandbrunnen installiert.
1890 Kantonsschüler gründen den Footballclub Gymnasia, der später in der Umgangssprache zum FC Bühl mutiert, dies weil sie auf dem unteren Brühl, dem heutigen Spelteriniplatz ihrem Sport fröhnten.
1890 Gründung des Quartiervereins Bahnhof-Nest.
1890 Die Gemeinde Tablat erstellt im Schaugenbädli einen Schützenstand.
1890 Die Hülfsgesellschaft kann für ihre Kinderhilfe den Tempelacker erwerben.
1890 Konstituierung des St. Galler Feuerbestattungsvereins.
1891 Am Multertor wird durch den Architekten Wendelin Heene die Unionbank, heute UBS, eingeweiht.
1891 1. Januar
Tablat erlässt ein Reglement wonach die Beleuchtung der öffentlichen Strassen und Plätze Sache der Gemeinde sei.
1891 April
Das Waisenhaus zieht von der Rosenbergstrasse an die Dufourstrasse (Girtannersberg) um.
1891bis 1968 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Karl Kobelt, Regierungsrat (Baudepartement) des Kantons St. Gallen, Bundesrat EMD.
Ergänzung
1891 5. August
Karl Märki Staabskapitän des Heilsarmeekorps St. Gallen eröffnet an der Blumenaustrasse die erste Stadtniederlassung.
1891bis 1972 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Paul Grüninger, Polizeihauptmann in St. Gallen.
Ergänzung
1891 Das heute noch bestehende und zu den schützenswerten Bauten zählende Bahnhofgebäude St. Fiden wird eingeweiht.
1891 Eine Streitschrift in der der St. Galler Historiker Professor Johannes Dierauer die Bedeutung der Schlacht am Hauptlisberg (Rotmonten) glorifiziert, die Schlacht bei Wolfhalden hingegen nicht einmal erwähnt, bringt die Appenzeller in Rage.
Ergänzung
1891 Gründung des Quartiervereins Langgass-Heiligkreuz.
1891 Die Stickereifabrik von Elisäus Rittmeyer an der Austrasse in Straubenzell muss infolge der Stickereikriese bis zu 300 Beschäftigte entlassen und den Betrieb mit 120 Stickmaschinen schliessen.
1891 Die Musikgesellschaft St. Georgen kauft sich die ersten Uniformen und zwar zum Preis von Fr. 27.--. pro Stück.
1891 Ostschweizer Musikfest.
1891 Im Vonwil wird über die Bahnanlagen eine Brücke, Vonwilbrücke, erstellt.
Ergänzung
1892 16. Februar
Ein privates Hirschgehege im Schellenacker muss für das neue Tramdepot aufgehoben werden. Die Gelegenheit nutzend gründet der Jäger- und Wildschutzverein Diana auf Initiative von Forstverwalter Martin Wild den Wildpark Peter und Paul, wo die besagten Hirsche ein neues Zuhause finden.
1892 Erstellung der städtischen Telefonzentrale im Postgebäude, dem späteren und inzwischen auch wieder abgerissenen Rathaus, am Bahnhofplatz.
1892 Emil Nolde (Nolde (7. 8. 1867 - 13. 4. 1956) ein führender Maler des Expressionismus und grosser Aquarellist tritt im St. Galler Gewerbemuseum bis 1998 eine Stellung als Lehrer für ornamentales Entwurfszeichnen an.
Ergänzung
1892 Im Stadtpark wird neben einem idyllischen Weiher eine achteckige Volière erstellt.
1892 Aus der Verschmelzung der beiden konfessionellen Schulgemeinden entsteht in Straubenzell die bürgerliche Schulgemeinde.
1892 Die Katholiken planen auf dem Büchel, gleich über der St. Leonhardskirche, einen monumentalen Kirchenbau. Das dazu benötigte Grundstück ist bereits in ihrem Besitz. Heftiger Widerstand seitens der Reformierten hält sie davon ab und veranlasst sie, einen Bau auf dem Wetzelgut mit der St. Otmarkirche vorzuziehen.
1892 Der Verein der Freundinnen junger Mädchen zügelt ihr Mädchenasyl an die Tannenstrasse. Hier wird die erste Wäscherei und Glätterei eingerichtet, um die jungen Frauen einer als sinnvoll erachteten Beschäftigung zuzuführen.
1892 Der Bau des Bürglischulhauses wird vollendet.
1892 Der Quartierverein Winkeln wird aus der Taufe gehoben.
1892 Der Architekt Wendelin Heene erstellt an der Rosenbergstrasse das Haus Washington.
1892 Beschlussfassung: Der Schlachthof- und die Bahnhaltestelle Schellenacker werden elektrisch beleuchtet.
1893bis 1920 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Sebastian Albert Oesch, Zeichner und Kunstmaler.
1893 Eduard Zimmermann, 1852 in Bazenheid geboren, startet mit seinem Ballon Urania, vom unteren Brühl, später Spelteriniplatz genannt.
Ergänzung
1893 Inmitten einer ruhigen Wiesenlandschaft wird östlich von der Bildkapelle das Schulhaus Bild eingeweiht.
1893 Der Brunnen an der Ecke Brühl-, Spisergasse wird entfernt.
1893 Das Bankhaus Zyli wird zur Kommanditgesellschaft und nennt sich vortan Bank Wegelin & Co.
Ergänzung
1893 Die Ortsbürgergemeinde St. Gallen errichtet auf dem Steingrüebliareal die neue Stadtsägerei, die alte Säge stand zuvor dort wo die Lämmlisbrunnenstrasse, in die Rorschacherstrasse einmündet.
1893 14. Dezember
Das erste öffentliche Verkehrsmittel der Stadt St. Gallen wird in Betrieb genommen. Die Mühlenenschlucht wird nun mit einer Wassergewichtsseilbahn (
Mühleggbahn) überwunden. Bei Dunkelheit wird sie mit Petroliumlicht und die Stationen mit Gaslicht erhellt.
Ergänzung
1893 Im Haus Tannenbäumle an der Linsebühlstrasse wird ein Polizeiwachtlokal untergebracht.
1893 Der „Drei-Röhrenbrunnen” im Lämmlisbrunn muss der Steinachüberdeckung weichen.
Ergänzung
1893 Die Idee, für die Stadt eine Dampf-Strassenbahn anzuschaffen, wird in Erwägung gezogen.
1893/94 Die Überwölbung der Steinach erfordert im Lämmlisbrunnen die Eliminierung der Färbergasse.
1894 13. Januar
Ein Offiziersball im alten Museum, für den eigens eine Tanzkapelle von 18 Mann der königlich-würthenbergischen Weingartner Regimentsmusik bestellt worden war erhitzt die Gemüter. Beim spontanen Volksauflauf vor dem alten Museum von ca. 1000 Personen, gehen viele Fenster zu Bruch.
1894bis 1937 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Walter Mittelholzer, Flug- und Luftfahrtpionier.
Ergänzung
1894 1. Juni
Die städtischen Uhren werde nun nach der mitteleuropäischen Zeit gerichtet. Die bisherige Ortszeit (Bernerzeit) ging um 30 Minuten vor.
1894bis 1959 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Werner Näf, Historiker und Gymnasiallehrer an der städtischen Mädchen-Sekundar- und Realschule.
Ergänzung
1894 Die Feldschützengesellschaft führt auf dem Grossacker das Eidg. Schützenfest durch.
1894 Walter Gsell wird Bürgerratspräsident.
1894 Arnold Billwiller, der Eigentümer und Biersieder vom Schützengarten, erstellt im Erlenholz (Wittenbach) ein eigenes Wasserkraftwerk.
1894 Der Gemeinderat der Stadt St. Gallen bittet den Kanton, einheitlich die MEZ einzuführen.
1894 Im Schulhäusern Bürgli und St-Leonhard wird je ein Telefonapparat installiert.
1895 1. Mai
Die Stadt wird nebst dem Quell- nun auch mit Seewasser versorgt. Letzteres wird im
Rietli 372 Meter vom Ufer entfernt aus eine Tiefe von 45m dem Bodensee entnommen. Endlich hat der jahrzehntelange, periodische Wassermangel ein Ende.
Ergänzung
1895bis 1946 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Werner Johannes Guggenheim, Schauspieler und Dramaturg.
1895 10. November
Die Bürgerversammlung der Stadt St. Gallen beschliesst den Bau einer Trambahn, vorerst mit zwei Linie, die eine führt von Stocken bis zum Heiligkreuz, die andere vom Bahnhof bis zum Krontal.
1895 An der Wassergasse wird der Gallusbrunnen erstellt.
1895 Arnold Billwiller von der Bierbrauerei Schützengarten bietet der Stadt aus seinem eigenen Wasserkraftwerk 60 Pferdestärken an elektrischer Energie zur Pacht an.
1895 Die christkatholische Gemeinde erwirbt das Konzerthaus an der Dufourstrasse 77 aus der Konkursmasse und baut es zur Christuskirche um. Bis zu diesem Datum durften sie in der St. Mangenkirche 18 Jahre lang ihre Messen durchführen.
1895 Das steigende, von Medizinern geförderte, Hygienebewusstsein führt dazu, dass die Soldaten in der Stadtkaserne nun regelmässig Duschen müssen.
1895 bis 1897 In den Schulhäusern Talhof und Blumenau werde alle Schulzimmer mit Gaslampen ausgerüstet.
1895 bis 1897 Die neue Linsebühlkirche mit der ersten elektrischen Beleuchtung im Quartier wird auf dem einstigen Friedhof erbaut.
1896bis 1962 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Thomas Holenstein, Kantons-, National- und Bundesrat.
1896 14. Juli
Der Quartierverein Krontal-Neudorf wird aus der Taufe gehoben.
1896 Im Chrützweiher auf Dreilinden wird eine Frauen und Mädchenbadeanstalt erstellt. Über dem Eingang trohnt in einem Dachreiter die Rettungsglocke.
1896 Die Singgesellschaft zum Antlitz und der Gemischte Chor Frohsinn schliessen zum Stadtsängerverein St. Gallen zusammen.
1896 Der Schlachthof Schellenacker an der Notkerstrasse, er verfügt über einen eigenen Geleiseanschluss zum Bahnhof St. Fiden, übernimmt den Betrieb.
1896 Die Ersparniskasse nennt sich neu Ersparnisanstalt der Stadt St. Gallen.
1896 Durch die Ortsbürgergemeinde wird nach Plänen von Archidekt Hermann Gsell im östlichen Teil des Spitalgartens das Blarerhaus erstellt, es dient als Armen- und Arbeitsanstalt.
1896 Nach langem streiten seitens der Befürworter in Eggersriet und Grub (AR) wird die Postkutschenlinie St. Gallen - Heiden endlich wieder eröffnet.
1896 Die Städtische Mobiliar-Leihkasse bezieht ihr neues Domizil in der Liegenschaft „zur Hexenburg” Hinterlauben 12.
1896 Die Friedhöfe St. Mangen, St. Leonhard und Linsebühl werden aufgehoben.
Ergänzung
1896 Zur Erinnerung an die Einweihung der Seewasserversorgung von 1895 wird auf der Linden, anstelle einer grossen Linde vom Toggenburger Bildhauer August Bösch ein monumentaler Brunnen errichtet (Broderbrunnen genannt).
Ergänzung
1896 Die Unionsbank in der einstigen Sickereibörse beim heutigen Vadiandenkmal vereinigt sich mit dem Basler- und Zürcher Bankverein zum Bankverein.
1897bis 1974 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Karl Meier, Schauspieler im Cabaret Cornichon.
1897 20. Mai
Erste kinematographische Vorführung. Veranstaltungsort ist das katholische Gesellenhaus, heute Hotel Ekkehard an der Rorschacher Strasse.
1897 3. bis 5. Juli
11. Eidgenössisches Musikfest.
1897 20. September
Kinematographische Vorführungen im Hotel Schiff in der Multergasse.
1897 9. Oktober
Ein Münzfälscher bringt in der Stadt durch den Kauf von Kleinwaren, wie Krawatten usw. gefälschte 20-Franken-Münzen in Umlauf.
Ergänzung
1897 15. Oktober
Ein Filmzelt ist die Attraktion des diesjährigen Jahrmarktes auf dem Brühl.
1897 20. Mai
Die ersten zwei Linien der St. Galler Trambahn werden eröffnet. Es sind dies, Stocken - Heiligkreuz (6775m) und Bahnhof - Krontal (2517m). Beschäftigt sind 35 Wagenführer und 41 Billeteure, 32 sind auf andere Sparten verteilt. Die geltende Höchstgeschwindigkeit für Tramwagen ist, 12 Kmh im Zentrum und 18 Kmh ausserhalb der Stadt.
1897 Oktober
Der vom Bildhauer August Bösch entworfene Bacchusbrunnen beim Toggenburggässli an der Multergasse wird errichtet.
1897 Oktober
Bei der Martinsbrücke wird eine Wasserfassung mit einem vollständigen Stau der Goldach erstellt. Ein mehrere Kilomter langer Stollen führt das Wasser zur EW-Station der Stadt St. Gallen in der Lochmühle.
1897 Abbruch des alten Linsebühlkirchleins, es stand auf der Flurhofstrassen-Seite neben der zwei Jahre zuvor erstellen neuen Linsebühlkirche. Das Inventar kommt nach Bütschwil.
Ergänzung
1897 Eröffnung des Waisenhauses im Sömmerli, es ersetzt die Zweiganstalt auf Dreilinden. Geführt und finanziert wird das Waisenhaus St. Gallen mit allen Filialen durch die Ortsbürgergemeinde.
1897 Caspar Friedrich Hausmann gründet in Zusammenarbeit mit Wilhelm Conrad Röntgen (deutscher Physiker) an der Marktgasse 11 eines der ersten Röntgeninstitute der Schweiz.
1898 25. Mai
Der Grosse Rat des Kantons St. Gallen beschliesst, in der Stadt St. Gallen eine „Verkehrsschule für Handel, Verkehr und Verwaltung” zu schaffen.
Ergänzung
1898 November
Gründung des St. Galler Fotoclubs
Ergänzung
1898 30. Juli
Ausserordentliche Bürgerversammlung in der Reitschule auf der Kreuzbleiche. Tagesordnung war der Kauf des nördlichen Teils der Widackerbesitzung von der Gemeinde
Tablat.
1898 Mit der Fusion des FC Viktor mit dem FC Phönix und des FC St. Gallen entsteht der Fussballclub „Vereinigter FC St. Gallen”.
1898 Gründung Samariterverein St. Gallen Centrum.
1898 Auf einem Plan der Bleicherei Schönenwegen sind vier Burgweiher aufgeführt, es sind dies der Obere und der Untere Burgweiher, sowie der alte Weiher und noch ein kleines Weiherlein.
1898 Gründung des Quartiervereins Rotmonten, Gründungshintergrund war ursprünglich die Lösung des Strassenbeleuchtungsproblems.
1898 Gründung der Neuapostolischen Kirche St. Gallen.
1898 Hinter dem Stadttheater, heute Mac Donald's wird ein Brunnen erstellt, Theaterbrunnen genannt.
1898 Aus einem Gesangsverein heraus wird der Quartierverein Oberstrasse ins Leben gerufen.
1898 Im ehemaligen Gebiet des Gübsermösli, dem ehamligen Besitz der in die USA ausgewanderten Familie Stähli, wird für die Elektrizitätswerk Kubel AG der erste Stausee mit Gewichtsstaumauer der Scheiz (Gübsensee) fertig gestellt.
Ergänzung
1898 bis 1902 Die Besitzer des Schützengartens, die Familie Billwiler, benützt für den Transport der Biere ein Dampfmobil.
1899bis 1979 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Charles Hug, Maler, Zeichner und Buchillustrator.
1899 Der Architekt und Kantonsbaumeister, Adolf Ehrenzeller, erbaut das Zeughaus an der Burgstrasse.
1899 Die St. Galler Stadtwerke errichten das Kleinwasserkraftwerk Lochmühle in Untereggen.
1899 Julius Brann eröffnet in der Stadt das Warenhaus Brann AG.
Ergänzung
1899 Gründung der Höheren Schule für Handel, Verkehr und Verwaltung, die Vorläuferin der heutigen UNI St. Gallen.
1899 Die 1771 nach dem Abbruch der Kapelle Peter und Paul in die Wallfahrtskirche Hl. Kreuz übernommenen Glocken werden durch neue ersetzt.
1899 Gründung der katholischen Arbeiterbewegung (KAB)
1899 Die Hochschule erfüllt ihre Lehrtätigkeit im Westflügel des Kantonsschulgebäudes.
1899 Der bis dahin bestandene Niveau-Übergang bei der St. Leonhardskirche muss einem Brückenbau (St. Leonhard-Brücke) weichen.
1899 Die Polizeimänner werden vom obligatorischen Militärdienst entbunden.
1899 Im Goldachtobel nimmt das städtische Elektrizitätswerk seinen Betrieb auf.
1899 Gründung des Tennissclub St. Gallen (TCSG)
1899 An der stadtseitigen Ecke von Büschen- und Lämmlisbrunenstrasse wird vom Arbeiterbildungsverein das Volkhaus erstellt.
1900 28. Juni
Der Gemeinderat von Straubenzell richtet eine offizielle Eingabe zuhanden des Gemeinderates der Stadt, in der er darum bittet, die Verschmelzungsfrage einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.
1900 20. Juli
Tablat bittet um Prüfung der Verschmelzung mit der Stadt.
1900 Um die Bierfässer mit Pferdegespann zu den Kunden führen zu können stehen bis zu 40 Pferde im Dienste der Brauerei Schützengarten.
1900bis 1994 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Edmund Richner, Journalist, Redakteur und Politiker.
Ergänzung
1900 19. Oktober
Inbetriebsetzung des Kraftwerkes Kubel, am Zusammenfluss von Sitter und Urnäsch.
Ergänzung
1900 8. November
Obwohl in der Verschmelzungsfrage in der Stadt die Parole „Eile mit Weile” kursiert, wird unter Vorsitz von Gemeindeammann J. Müller halbherzig eine Verschmelzungskommission ins Leben gerufen.
1900 Laut eines Berichtes zum Textilgewerbe in St. Gallen-Tablat stellt das Kaufmännischen Direktorium folgende Zahlen fest: Tablat verfügt über 2 Spinnereien mit 19368 Spindeln und 127 Angestellten, 3 Zwirnereien mit 4156 Spindeln und 89 Angestellten, 2 Färbereien mit 44 Angestellten, 4 Bleichereien, Appreturen etc. mit 160 Angestellten.
1900 Hinter der Stadt Genf hat die Stadt St. Gallen die zweitgrösste Bevölkerungsdichte der Schweiz.
1900 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 53'796 Einwohner.
1900 Im St. Katharinenklösterchen wird eine Orgel mit pneumatischer Traktur in das alte Louis XVI-Orgelgehäuse von 1806 eingebaut.
1900 Das Franziskanerinnenkloster St. Leonhard wird abgebrochen und der dazugehörende Friedhof wird aufgelöst.
1900 Der Orden der „Barmherzige Brüder von Maria-Hilf” nimmt im Krontal einen ambulanten Krankendienst in Betrieb, er ist Vorläufer des Pflege- und Betagtenheims, Josefhaus.
1900 Der Tablater Gemeindeammann Hermann Bernet hält im Restaurant Taube an der Langgasse einen Vortrag, worin er die Notwendigkeit einer Stadtvereinigung erleutert.
Ergänzung
1900 An der Geltenwilenstrasse 2 (nahe der späteren Leonhardbrücke) übernimmt die im florentinischen Landhausstil erbaute Unterstation seine Aufgabe.
1900 Bierbrauer J. Uhler stellt seinen Brauereibetrieb ein.
1900 Das Tagblattgebäude an der Kornhausstrasse wird erstellt.
1900 Das lange Badehaus auf der Südseite beim Gemeinschaftsbad (früher Mannenweiher) wird erstellt.
1900 Um die grasierende Führerflucht etwas einzudämmen wird das lösen einer Fahrradnummer nun zur Pflicht.
1900 Eine grosse Anzahl Juden flüchten vor der zaristischen Verfolgung aus der heutigen Ukraine nach St. Gallen.
1900 bis 1910 St. Gallen verzeichnet mit 12'874 Personen schweizweit den höchsten Zuwachs an italienischen Arbeitsmigranten.
1900 Jüdische Ostflüchtlinge finden im Büschen (Büschenquartier) Unterkunft.
Ergänzung
2018 13. Mai
Offizielle Eröffnung des zwischen dem neuen Naturmuseum und der Kirche St. Maria Neudorf entstandenen Pärkchens.