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901 — 1000
904 15. Juni
König Ludwig IV. schenkt dem Kloster St. Gallen Besitzungen in Dapfen und Eglingen (De).
905 Milo übereignet Abt Salomon die Hälfte seines Besitzes in Sumbri.
?bis 905 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Hartmut von St. Gallen, Mönch im Kloster Fulda, dann 872 bis 883 Abt von St. Gallen.
907 Abt und Bischof Salomo führt in der Aue des Herin die Kirchhöri ein.
908 Bischof Adalbero von Konstanz überreicht anlässlich eines Besuches allen St. Galler Mönchen Handtücher und Kämme.
Ergänzung
909 Salomo III. Abt von St. Gallen und Bischof von Konstanz wird Leiter der königlichen Kanzlei des Ostfrankenreiches.
909 Der Grossgrundbesitzer Winidhere übereignet dem Kloster St. Gallen, für sein Seelenheil, seinen grossen Besitz in Manburon.
911 28. Dezember
Der deutsche König Konrad I. besucht das Kloster St. Gallen. Aus eigenen Beständen bessert er die kärgliche Kost der Mönche auf.
912 Wiborada verbringt mit ihren Dienerinnen Bertherada und Kebeni in Sant Jörgen die nach den Regeln der Trullanischen Synode vorgeschriebenen vier Jahre in strenger Askese, um nach dieser Bewährung ihrer Berufung als Inklusin nachleben zu dürfen.
912 Bau einer neuen Kapelle in Sant Görgen, sie bildet den Kern des Weilers.
914 Die Abtei St. Gallen und der Bischof von Chur streiten sich um das Kloster Pfäffers.
Ergänzung
916 Herzog Burkhard von Schwaben durch die überlegene Macht des Königs Heinrich gedemütigt, plant einen Kriegszug nach Italien. Die Kosten für die Reise verlangt er vom Kloster, dass dieses Ansinnen aber ablehnt. Darauf fällt er über das Kloster her und beraubt es seiner Güter.
916 Pfingsten
Wiborada bezieht die Zelle bei St. Mangen.
916 Cholinchove fällt ans Kloster St. Gallen.
917 Wendilgard von Sachsen nimmt als Klausnerin bei St. Gallen den heiliglen Schleier
Ergänzung
920 Das Kloster Reichenau übernimmt die Güter des Klosters St. Gallen im Hegau (De).
922 Abt Hartmann, Abt bis 925.
922 Im Kloster wird das Candatorium, dass älteste noch vollständig erhaltenes Werk für Choralgesänge mit Neumen versehen, geschaffen.
924/25 Das Kloster St. Gallen befestigt Wasserburg (Bodensee) gegen die Ungarengefahr.
Ergänzung
925 Abt Engilbert (II.), er besitzt ein von König Heinrich bestätigtes Immunität, Wahl- und Inquisitionsrecht, letzteres um der möglichen Häresie willen. Abt bis 933
925 Das St. Galler Cantatorium wird geschrieben.
Ergänzung
925 Beim Kloster wird zum ersten Mal eine Niederlassung mit Zaun oder Etter erwähnt.
926 1. Mai
Die später Heilig gesprochene Eremitin
Wiborada wird von plündernden Ungaren in ihrer Zelle bei der Kirche St. Mangen umgebracht. Sie war eine beliebte Beraterin für die Stadtbewohner.
Ergänzung
926 Der Klostermönch Ekkehard I. erschafft das Waltharilied.
Ergänzung
926 Das von den Ungaren zerstörte Dorf beim Kloster wird als Villa Sancti Galli erwähnt, es handelte sich um eine Handwerker- und Marktsiedlung vor dem Kloster.
926 Die Mönche des Klosters verstecken ihre Kirchenschätze und die Bibliothek vor den Horden der Ungaren. Die Orte wo die Schätze versteckt wurden, sind das Kloster Reichenau, Wasserburg (Bodensee) und die kurzfristig errichtete Fluchtburg in einer Flussschleife der Sitter, Hitto, der Bruder der Inklusin Wiborada, Priester in der St. Mangenkirche, versteckt sich hoch über der Stadt im Unterholz der Bärenegg.
930 König Heinrich I. besucht das Kloster.
933 Abt Thieto, Abt bis 942.
Ergänzung
935 Schwerer Rückschlag der Abtei durch den Einfall der Sarazenen.
937 26. April
Das
Gozbertkloster wird mitsamt seiner Siedlung durch Brandstiftung, entfacht durch Klosterschüler, zerstört.
942 Nach einem Streit mit dem Dekan und späteren Abt Craloh unternimmt der aufsässige junge Mönch Victor Retanius einen Fluchtversuch zu seinen Verwandten nach Pfäfers. Victor wird jedoch von den Häschern Cralohs gefangen genommen, geblendet und nach St. Gallen zurückgebracht.
Ergänzung
942 Abt Craloh, er war der leibliche Bruder von Thieto und für seine unerbittliche Härte gegenüber den Mönchen berüchtigt, Abt bis 958.
947 12. Juni
König Otto I. verleiht Abt Craloh das Münz- und Marktrecht, sowie für ihn und alle folgenden Äbte den Titel eines Fürstabtes, dass Kloster durfte ab sofort eigene Münzen prägen.
948 7. Februar
König Otto I. übergibt seine Höfe Schwaningen im Allgäu und Oberndorf in der Baar, mitsamt der Taufkirche und allem Zubehör als Eigentum dem Kloster St. Gallen.
950 bis 1022 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Notker Labeo auch Noker III. oder mit Zunamen „mit der dicken Lippe”, adeliger Herkunft, Mönch, Gelehrter.
Ergänzung
950 Dem Kloster kommt, vermutlich als Folge zahlreicher Ungarneinfälle, eine Reliquien des hl.  Magnus abhanden.
950 St. Gallermönche konstattieren dem Bayernherzog Heinrich I., dass er in einem Monat niederkomme.
Ergänzung
953/54 Abt Anno, nach der Flucht von Abt Craloh anlässlich des rudolfinischen Aufstandes wählen die Mönche ihn zum Gegenabt.
953/54 bis 974 Anno der Gegenabt beginnt mit dem Bau eines Mauerrings um die Siedlung St. Gallen, „vallos urbis” genannt.
954 Die Wetti auf dem Gallusplatz ist auf einem Plan belegt.
955 Die Grabkapelle (Laurenzenkirche), benannt nach dem hl. Laurentius, wird vergrössert.
957 Aus dem Kehlhof in Gossau geht das äbtische Gericht Gossau hervor.
958 Abt Purchart (I.), er stammte aus dem Adelsgeschlecht der Udalrichinger, sein Vater war wahrscheinlich Graf Ulrich V. Abt bis 971
965 Eine Visitationskommission führt die ottonische Reichskirche ein.
Erklärung
969 Anlässlich eines Besuches durch Kaiser Otto I. erhält die angehende Stadt St. Gallen verschiedene Freiheiten, im besonderen die Münzgerechtigkeit.
972 Der römisch-deutsche Kaiser Otto I. der Grosse besucht mit seiner Gemahlin Adelheid und dem Thronfolger Otto II. das Kloster St. Gallen.
973 Der St. Gallermönch Ekkehard II. wird von Hadwig, Witwe von Herzog Burchard III. von Schwaben, auf den Hohentwiel berufen um sie in Latein zu unterrichten. Hadwig ebnete Ekkehard später den Weg an den kaiserlichen Hof.
Anmerkung
973 Der Mönch Hartmann verfasst eine Vita der Klausnerin Wiborada.
974 Otto der Grosse entsendet Brunwart, einen ehemaligen St. Galler-Mönch, als Missionsbischof zu Grossfürst Geza nach Ungarn, den er dazu bringt sich taufen zu lassen. In der Folge wird Ungarn christianisiert und deren Raubzüge haben ein Ende.
975 Abt Notker, vollendet die erste Ringmauer um die Stadt, mit deren Bau mit 13 Türmen schon 954 durch Gegenabt Anno begonnen wurde.
976 Abt Ymmo, Abt bis 984.
980 Der Doppelhof am Rhein, St. Johann–Höchst und St. Margrethen–Höchst, wird gemäss einer Urkunde durch Kaiser Otto II. in den Besitz des Klosters von St. Gallen übergeben.
980 Abt Ymmo erstellt in der Otmarkapelle ein Krypta, heute noch Grablege der Bischöfe.
980 bis 1057 Eine in der Stadt und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit!
Ekkehard IV. Mönch, Chronist und Lyriker.
981 Ein Verzeichnis bestimmt die Anzahl der Panzerreiter, die die Reichskirchen dem Kaiser Otto II. für seine Kriegszüge zur Verfügung stellen müssen. St. Gallen hat deren 40 zu stellen.
984 Abt Ulrich (I.), Abt bis 990.
990 Abt Kerhart, Abt bis 1001.
990 Mönch Hartker bezieht in Santjörgen als Klausner für Lebzeit eine Zelle die er der Königin Bertrada widmet.
Ergänzung
993 Hungersnot in St. Gallen, die Stadt Arbon und der Konstanzer Bischof, dem Arbon unterstellt ist, hilft mit Lebensmittellieferungen.
994 18. Mai
Der römisch-deutsche König Otto III. bestätigt Abt Kerhart die Immunität und die freie Abtswahl.