Mauertürme
Grüner Turm
Vadiana / Kupferstich:
Johann Jakob Rietmann um 1834

Erbaut 1368+/- und 1839 abgebrochen. Der Abbruch wurde im Nachhinein sehr bedauert, war das imposante und wuchtige Bauwerk nebst dem Kloster doch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Der Turm stand oben bei der heutigen Einmündung von der Gallusstrasse in den Oberen Graben und war mit einem für Kriegsfälle kleinen Ausfallpförtchen versehen. Er diente unter anderem im Keller als Weinlager für das Kirchenamt. Ab 1803 wurde im Turm eine Strafvollzugsanstalt für Kettensträflinge untergebracht. Noch früher stand dort das Gallustor, auch Galli- oder Franzentor genannt, es wurde nach dem Stadtbrand von 1368 abgebrochen.

Im Bildhintergrund das Gebäude des Stickerei Fabrikanten Isaak David Einstein, das 1983 zum Hotel umgebaut wurde.

Harzturm

Um etwa 1490+ wurde er erbaut und 1834 abgebrochen. Der Turm stand nach neuesten Vermutungen östlich am Metzgertörli angebaut von dem eine Brücke über den Hirschengraben zum Rosenberg führte. Im Turm lagerte die Stadt ihre Vorräte an Harz und Pech die zur Dichtung der Brunnen und zur Verteidigung benötigt wurden.

Michaelsturm
Ausschnitt aus dem Stadtplan von
Matthaeus Merian 1642

Der Turm 1463 erbaut wurde 1809 abgebrochen. Sein Zweck war, die Mauer zwischen Platz- und Brühltor zu überwachen, er stand in etwa dort wo heute die kurze Verbindungsstrasse von der Heidengasse, heute Schwertgasse, zur Torstrasse ist.

Neuturm

Dessen Abbruch von 1808 ermöglichte mit der dadurch neu geschaffenen Glockengasse eine Strassenverbindung vom Burggraben zur Brühlgasse. Der Neuturm musste, wie schon der Name sagt, „neueren” Datums gewesen sein, denn auf dem Plan von Melchior Frank von 1596 und auf dem Plan von Matthaeus Merian von 1642 ist der Turm nicht verzeichnet.

Pulverturm

Abgebrochen 1808, dass Abbruchmaterial wurde angeblich für den Bau des Waisenhauses an der Rosenbergstrasse verwendet. Der rund gemauerte Turm stand beim Friedhof von St. Mangen (nördlich der Kirche in der heutigen Parkanlage). Man lagerte im feuerfest gebauten Turm, Pulver aber auch Waffen um für den Kriegsfall gerüstet zu sein.

Ravelin
Ausschnitt aus dem Stadtplan von
Matthaeus Merian 1642

Er stand westlich vom Punkt Webergasse, Paracelsusgässlein. Verteidigungstürme dieser Bauart wurden generell Ravelin genannt. Es handelte sich dabei um eigenständige, autonome Festungswerke. Dieses hatte aus der Mauer auskragend die Aufgabe diese zwischen Grüner Turm und Multertor einzusehen und zu beschützen.

Runder Turm
Foto:
Oskar Emmenegger & Söhne AG

Der 1518 fertiggestellte Turm ist der einzige noch immer zu bestaunende Turm an der ehemaligen Stadtmauer, er steht an der Moosbruggstrasse. Von 1810 bis ca. 1920 fand der Turm als Gefängnis Verwendung, danach sind die Zellen als Aufbewahrungsorte oder Magazine verwendet worden.

Spitztürmchen

1463 erbaut und 1838 abgebrochen. Es stand einst beim Hobsgermoos, (Fröschenmoos) dort wo heute die Augustinergasse in den Unteren Graben einmündet, also zwischen dem Restaurant Alt St. Gallen und dem Geburtshaus von Flugpionier Walter Mittelholzer. Das Türmchen hatte auch als Arrestlokal seinen Dienst geleistet.