Mauertürme
Grüner Turm
Vadiana / Kupferstich:
Johann Jakob Rietmann um 1834

Er­baut 1368+/- und 1839 ab­ge­bro­chen. Der Ab­bruch wur­de im Nach­hi­nein sehr be­dau­ert, war das im­po­san­te und wuch­ti­ge Bau­werk nebst dem Klos­ter doch ein wei­te­res Wahr­zei­chen der Stadt. Der Turm stand oben bei der heu­ti­gen Ein­mün­dung von der Gal­lus­stras­se in den Obe­ren Gra­ben und war mit ei­nem für Kriegs­fäl­le klei­nen Aus­fall­pfört­chen ver­se­hen. Er dien­te un­ter an­de­rem im Kel­ler als Wein­la­ger für das Kir­chen­amt. Ab 1803 wur­de im Turm ei­ne Straf­voll­zugs­an­stalt für Ket­ten­sträfl­inge unt­er­ge­bracht. Noch frü­her stand dort das Gal­lus­tor, auch Gal­li- oder Fran­zen­tor ge­nan­nt, es wur­de nach dem Stadt­brand von 1368 ab­ge­bro­chen.

Im Bild­hin­ter­grund das Ge­bäu­de das 1830 von der Wit­we des Tex­til­aus­rüs­ters Jacob All­gäu­er er­baut wur­de um da­rin eine Appre­tie­re­rei ein­zu­rich­ten. Spä­ter dien­te das Erd­ge­schoss der Volks­kü­che. In der Fol­ge gab es ei­ni­ge Hand­än­de­run­gen, un­ter anderen er­warb Isaak David Ein­stein das Ge­bäu­de und stell­te dort sei­ne Sti­cke­rei­en her. 1978 kauf­te der St.Gal­ler Tex­til­fa­bri­kant Max Kriem­ler die Lie­gen­schaft und bau­te die­se zum Hotel Ein­stein um.

Harzturm

Um et­wa 1490+ wur­de er er­baut und 1834 ab­ge­bro­chen. Der Turm stand nach neu­es­ten Ver­mu­tun­gen öst­lich am Metz­ger­tör­li an­ge­baut, von dem ei­ne Brü­cke über den Hir­schen­gra­ben zum Ro­sen­berg führ­te. Im Turm la­ger­te die Stadt ihre Vor­räte an Harz und Pech die zur Dich­tung der Brun­nen und zur Ver­tei­di­gung be­nö­tigt wur­den.

Michaelsturm
Ausschnitt aus dem Stadtplan von
Matthaeus Merian 1642

Der Turm 1463 er­bautm wur­de 1809 ab­ge­bro­chen. Sein Zweck war, die Mau­er zwi­schen Platz- und Brühl­tor zu über­wa­chen, er stand in et­wa dort wo heute die kur­ze Ver­bin­dungs­stras­se von der Hei­den­gas­se, heu­te Schwert­gas­se, zur Tor­stras­se ist.

Neuturm

Des­sen Ab­bruch von 1808 er­mög­lich­te mit der dadurch neu ge­schaf­fe­nen Glo­cken­gas­se ei­ne Stras­sen­ver­bind­ung vom Burg­gra­ben zur Brühl­gas­se. Der Neu­turm muss­te, wie schon der Na­me sagt, «neu­er­en» Da­tums ge­we­sen sein, denn auf dem Plan von Melchi­or Frank von 1596 und auf dem Plan von Matt­hae­us Me­ri­an von 1642 ist der Turm nicht ver­zeich­net.

Pulverturm

Ab­ge­bro­chen 1808, dass Ab­ bruch­ma­te­ri­al wur­de an­geb­lich für den Bau des Wai­sen­haus­es an der Ro­sen­berg­stras­se ver­wen­det. Der rund ge­mau­er­te Turm stand beim Fried­hof von St.Man­gen (nörd­lich der Kir­che in der heu­ti­gen Park­an­lage). Man la­ger­te im feuer­fest ge­bau­ten Turm, Pul­ver aber auch Waf­fen um für den Kriegs­fall ge­rüs­tet zu sein.

Ravelin
Friedrich Anton Blöchlinger um 1955, ge­malt nach dem Stadt­model im His­to­ri­schen Mu­se­um St.Gal­len

Et­was aus­kra­gend hat­te die­ser au­to­no­me Ver­tei­di­gungs­turm, Ra­ve­lin ge­nannt, die Auf­gabe zwi­schen «Grü­ner Turm» und Mul­ter­tor die Mau­er ein­zu­se­hen und zu be­schüt­zen.

Das Bild zeigt den Gal­lus­platz mit Blick ge­gen die We­ber­gas­se wo gleich am An­fang das schma­le Pa­ra­cel­sus­gäss­lein links zum Ra­ve­lin, lin­ke obe­re Ecke im Bild, ab­zweigt.

Runder Turm
Foto:
Oskar Emmenegger & Söhne AG

Der 1518 fer­tig­ge­stell­te Turm ist der ein­zi­ge noch im­mer zu be­stau­nen­de Turm an der ehe­ma­li­gen Stadt­mau­er, er steht an der Moos­brugg­stras­se. Von 1810 bis ca. 1920 fand der Turm als Ge­fäng­nis Ver­wen­dung, da­nach sind die Zel­len als Auf­be­wahr­ungs­orte oder Ma­gazine ver­wen­det wor­den.

Spitztürmchen

1463 er­baut und 1838 ab­ge­bro­chen. Es stand einst beim Hobs­ger­moos, (Frö­schen­moos) dort wo heu­te die Au­gus­tin­er­gas­se in den Un­te­ren Gra­ben ein­mün­det, al­so zwi­schen dem Res­tau­rant Alt St.Gal­len und dem Ge­burts­haus von Flug­pio­nier Wal­ter Mit­tel­hol­zer. Das Türm­chen hat­te auch als Ar­rest­lokal sei­nen Dienst ge­leis­tet.

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